Der Begriff “Naturheilkunde” wird heute in seiner Bedeutung sehr unterschiedlich aufgefasst. Die Naturheilbewegung entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Damals umfasste die Naturheilkunde vor allem Methoden, die “Natur” ziemlich direkt zum Einsatz bringen: Bewegung, Luft, Licht, Ernährung, Hydrotherapie, Heilpflanzen-Anwendungen. Manchmal macht es heute den Eindruck, als ob solche Methoden zu einfach und zuwenig wunderträchtig sind. Heute muss potenziert, vergärt, verascht, und verschüttelt werden, es braucht die Vorstellung von speziellen “Energien” und “Schwingungen”, damit die Bedürfnisse nach dem ausgefallenen und exotischen gedeckt werden. Mir scheint, dass damit Heilverfahren oft künstlich aufgeblasen werden. Ich bin sehr dafür, dass in der Naturheilkunde das einfache, konkrete wieder mehr Bedeutung bekommt. Darum freut mich ungemein, was eine Forschungsgruppe um Nicola Lautenschlager zeigen konnte: Tägliche Bewegung über einen Zeitraum von 20 Minuten verbessert die Gedächnisleistung.
Für die Studie wurden insgesamt 311 Senioren mit beginnender Gedächtnisschwäche motiviert, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden.
Während die eine Gruppe zu täglichen Spaziergängen oder Gymnastik motiviert wurde, blieb die andere als Kontrollgruppe untrainiert.
Nach sechs Monaten erreichten die trainierten Senioren eine auf der Alzheimer Skala deutlich verbesserte Gedächtnisleistung verglichen mit den untrainierten Oldies (1,3 Punkte).
Die Autoren um Nicola Lautenschlager motivierten für ihre Studie insgesamt 311 Senioren mit beginnender Gedächtnisschwäche, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Nach sechs Monaten erreichten die trainierten Senioren eine auf der Alzheimer Skala deutlich gesteigerte Gedächtnisleistung im Vergleich zu den untrainierten Oldies (1,3 Punkte).
Der Effekt hielt sogar über längere Zeit an. 18 Monate nach Versuchsende untersuchten die Forscher die Senioren erneut. Auch dieses Mal schnitten die vormals trainierten Studienteilnehmer besser ab als die untrainierten Teilnehmer. Allerdings zeigte sich bei dieser Überprüfung keine so deutlichere Differenz in der Gedächtnisleistung wie nach Beendigung des Trainings.
Lautenschlager vermutet als Grund für die Verbesserung der Gedächtnisleistung eine Ankurbelung der Herz-Kreislauffunktion, von der das Gehirn stark profitieren würde.
Sie hält den verbessernde Effekt von Sport nicht für herausragend, jedoch hätten bisher auch noch keine der neuen Anti-Alzheimerwirkstoffe eine bessere Wirkung zeigen können.
Das scheint mir durchaus beachtlich, wenn man berücksichtigt, dass weltweit Pharmafirmen Medikamente gegen Alzheimer testen.
Bewegung, eine ganz ursprüngliche Methode der Naturheilkunde, simpel und kostengünstig, kann offenbar in diesem Bereich mithalten. In Zukunft verkaufe ich meine Heilpflanzen-Exkursionen als Alzheimer-Prophylaxe……..
Im Ernst: Freude und Interesse an der Natur, an Pflanzen und Tieren, gehören wohl zu den besten Motivatoren für regelmässige Bewegung.

Originalveröffentlichung: http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/300/9/1027

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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