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Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Phytotherapie

Avatar-FotoMartin Koradi27.11.2008

Flohsamen und Pfefferminzöl können beim Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) die Beschwerden lindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2008; 337: a2313). Zwischen 5 und 20 Prozent aller Erwachsenen, vor allem Frauen, sollen an Beschwerden leiden, die mit Unregelmäßigkeiten des Stuhlgangs einhergehen und als Reizdarmsyndrom bezeichnet werden. Das Reizdarmsyndrom gilt als funktionelle Störung. Nachdem Medikamente, die gezielt Serotonin-Rezeptoren blockieren, sich als problematisch gezeigt haben, sind die Patienten auf traditionelle Mittel angewiesen, denen ärztlicherseits aber oft keine Wirkung zugestanden wird. Zu Unrecht meint der Gastroenterologe Alexander Fort von der McGill Universität in Hamilton/Ontario. Er machte in medizinischen Datenbanken 35 randomisierte kontrollierte Studien ausfindig, deren Ergebnisse er in einer Meta-Analyse zusammenfasste.??
Ein häufiger Ratschlag an Patienten mit Reizdarmsyndrom besteht darin, sich ballaststoffreicher zu ernähren. Reformhäuser, Drogerien und Apotheken bieten hierfür eine Reihe von Präparaten an.

In zwölf Studien wurden Ballaststoffprodukte mit Placebo verglichen. Die regelmäßige Einnahme senkte das Risiko auf ein Andauern der Symptome um 13 Prozent. Die Anzahl der Patienten, die therapiert werden müssen, um einen von seinen Reizdarmbeschwerden zu befreien (Number Needed to Treat, NNT), beträgt 11. Die günstige Wirkung wurde in den Studien nur für Flohsamen (Isphaghula) belegt (NNT 6). Weizenkleie dagegen scheint nicht besser abzuschneiden als Placebo.??

Pfefferminzöl

Die besten Ergebnisse zeigten sich in der Meta-Analyse von Alexander Fort für Pfefferminzöl. Diese Präparate senken das Risiko auf andauernde Symptome um 57 Prozent, und um einen Patienten schmerzfrei zu bekommen, müssen nur 2,5 behandelt werden.??Pfefferminzöl wird in dünndarmlöslichen Kapseln verabreicht und lindert vor allem krampfartige Beschwerden beim Reizdarmsyndrom.
Quelle: www.aerzteblatt.de
Originalarbeit: https://www.bmj.com/cgi/reprint/337/nov13_2/a2313.pdf

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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