Mit dem Begriff Makuladegeneration wird eine Gruppe von Erkrankungen des menschlichen Auges zusammengefasst, welche die Makula lutea (“der Punkt des schärfsten Sehens”) – auch “Gelber Fleck” genannt – der Netzhaut betreffen. Die Makuladegeneration geht mit einem allmählichen Funktionsverlust der dort befindlichen Gewebe einher.

Die Krankheit geht nicht vom Nervengewebe der Netzhaut aus, sondern von seinen Unterstützungsstrukturen, dem retinalen Pigmentepithel, der Bruch-Membran und der Aderhaut. Schreitet die Krankheit fort, wird durch Absterben von Netzhautzellen die Sehfähigkeit im zentralen Gesichtsfeld beeinträchtigt. Die weitaus häufigste Variante der Makuladegeneration ist die Altersbedingte (oder Senile) Makuladegeneration (AMD), welche definitionsgemäß erst nach dem 50. Lebensjahr auftritt.

Durch die geänderte Altersstruktur hat sich der Anteil der Menschen, die von solchen Erkrankungen betroffen sind, deutlich erhöht. In den Industriestaaten ist die Altersbedingte Makuladegeneration die Hauptursache für eine Erblindung bei Menschen im Alter von über 50 Jahre. Sie ist verantwortlich für 32 % Prozent der Neuerblindungen, gefolgt von Glaukom (Grüner Star) und diabetische Retinopathie mit je 16 % der Neuerblindungen.

Weltweit sind 25 bis 30 Millionen Menschen an Makuladegeneration erkrankt und rund 500.000 Neuerkrankungen kommen jährlich dazu.
(Quelle: Wikipedia)

Schutz durch Omega-3-Fettsäuren?

Der Konsum von Fisch, Nüssen, Olivenöl und anderen Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, reduziert das Risiko für altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Das hat eine Untersuchung aus Australien mit fast 2500 Teilnehmern gezeigt. Zehn Jahre nach dem Start der Studie hatten Teilnehmer mit einer Fischmahlzeit pro Woche 31 Prozent seltener eine AMD. Wer ein oder zweimal wöchentlich Nüsse aß, hatte ein 35 Prozent tieferes AMD-Risiko
Quelle: www.aerztezeitung.de
Originalpublikation: Arch Ophthalmol 127, 2009, 656

Bewegung – ein Schutzfaktor gegen Augenerkrankungen

Ausdauersport schützt offenbar vor Verlust der Sehfunktion. Jeder gelaufene Kilometer reduziert das Risiko, an einer Makuladegeneration oder einer Katarakt (Grauer Star, Trübung der Augenlinse) zu erkranken. Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht geklärt, doch wahrscheinlich spielt die kardiorespiratorische Fitness eine Rolle.
Paul Williams vom Lawrence Berkeley National Laboratory hatte die Daten von rund 41.000 Läufern aus der National Runner’s Health Study bearbeitet. Im Verlaufe des Untersuchungszeitraums von gut sieben Jahren erkrankten 733 Männer am grauen Star. Die Erkrankungsrate bei den Frauen war zu tief, um aussagekräftige Resultate zu liefern.

Studienteilnehmer, welche mehr als 64 Kilometer wöchentlich liefen, hatten ein 35 Prozent tieferes Katarakt-Risiko als solche, die weniger als 16 km pro Woche zurücklegten. Zusätzlich nahm Williams auch die Laufleistung der Probanden über 10 km unter die Lupe – ein guter Indikator für die allgemeine Fitness. Auch hier ergab sich eine Korrelation: Die schnellsten Männer hatten ein niedrigeres Erkrankungsrisiko als diejenigen, welche ein eher gemütliches Tempo vorlegten.

Regelmäßiger Ausdauersport bot aber auch vor einer Makuladegeneration einen gewissen Schutz. Total trat diese Augenerkrankung bei 125 Teilnehmern (sowohl Frauen als auch Männer) auf. Personen, welche mehr als vier Kilometer pro Tag liefen, waren seltener betroffen: Ihr Risiko war halb so hoch.

Die genauen Ursachen für diese Zusammenhänge seien noch unklar, schreibt Williams. Weitere Untersuchungen sollten hier Klarheit bringen. Zudem gelte es zu untersuchen, ob sich schon moderate Bewegung wie Walking günstig auswirke. Die Teilnehmer der aktuellen Untersuchung seien zum größten Teil sportlich aktiver gewesen als es allgemeine Empfehlungen vorsehen.

Gegen Kurzsichtigkeit hilft Sport wohl nicht

Auch Dieter Schnell, Sportophthalmologe vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands hält fest: “In kleineren Studien wurde bisher bereits gezeigt, dass Ausdauerbelastung des Körpers selbst bei normalsichtigen Menschen die Sicht zumindest kurzfristig verbessern kann.”
Zudem könne sportliche Aktivität in bestimmter Form das Fortschreiten einiger Augenkrankheiten verlangsamen, in Einzelfällen sogar verhindern. “Besonders Menschen mit Durchblutungsstörungen empfehlen wir daher, Ausdauersport zu betreiben”, betont Schnell. Bei Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Weitsichtigkeit (Hyperopie oder Hypermetropie) seien dagegen kaum Verbesserungen durch körperliche Aktivitäten feststellbar.

Quelle:
www.aerztlichepraxis.de,
Investigative Ophthalmology and Visual Science 50 (2009), 95-100 bzw. 101-106

Kommentar und Ergänzung:

Makuladegeneration ist eine schwierig zu behandelnde Krankheit. Auch aus dem Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde wären daher überrissene Versprechungen unseriös.
Der Augenarzt Markus O. Schreier hat sich sorgfältig mit den Möglichkeiten der Phytotherapie im Bereich der Augenheilkunde befasst. Er schreibt zum Thema:

“Bei der altersbedingten trockenen Form der Makuladegeneration scheinen Green-Tea-Phenole als Antioxidans und Radikalfänger wirksam zu sein. Ginkgo biloba verbessert die Mikrozirkulation der kleinen Blutgefässe durch Verminderung der Blutviskosität und erhöht die Hypoxietoleranz. Daneben wirkt es als Radikalfänger und Antioxidans.”
In: Karl-Uwe Marx (Hrsg.); Komplementäre Augenheilkunde, Hippokrates Verlag 2006

Mich hat aber auch die Untersuchung von Paul Williams zur positiven Wirkung von Bewegung beeindruckt. Dass Bewegung gesund ist, das ist ja keineswegs eine neue Erkenntnis. Im Vordergrund stehen dabei als “Profiteure” aber meistens der Bewegungsapparat oder das Herz-Kreislauf-System. Nun gibt es in letzter Zeit zunehmen detailliertere Forschungsresultate, nach denen Bewegung weit über diese Bereiche hinaus günstig wirkt – auf die psychische Stabilität beispielsweise, bei Demenz, und nun sogar gegen Augenerkrankungen.
Ich finde es immer erfreulich, wenn so etwas “simples” wie Bewegung wirksam ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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