Das im Grüntee vorkommende Catechin könnte Patienten mit Typ-2-Diabetes zu einem geringeren Taillenumfang und einer verbesserten Stoffwechselkontrolle verhelfen. In einer japanischen Untersuchung nahmen 23 Patienten 3 Monate lang täglich 583 mg des Wirkstoffs zu sich, 20 Patienten einer Kontrollgruppe nur 96 mg (Obesity 17, 2009, 310).

Resultat: Nach 3 Monaten hatte sich der Taillenumfang in der Gruppe mit dem hochdosierten Wirkstoff stärker verringert als in der Kontrollgruppe. Adiponectin, das negativ mit einer viszeralen Adipositas assoziiert ist, erhöhte sich nur in der Interventionsgruppe signifikant. Ausserdem erhöhte sich der Insulinspiegel bei hoher Catechin-Dosis stärker.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:
Vermutlich dürfte es sich beim verwendeten Catechin um Epigallocatechingallat (EGCG) handeln, dem am intensivsten erforschten Inhaltsstoff aus dem Grüntee. Die Resultate aus Japan sind interessant in Bezug auf den Typ-2-Diabetes. Allerdings ist die Zahl der Teilnehmenden an dieser Studie ziemlich klein.

Adiponektin (auch GBP-28, apM1, AdipoQ und Acrp30 genannt) ist ein Peptidhormon, welches in den Fettzellen beim Menschen und bei Tieren gebildet wird. Es reguliert zusammen mit dem Leptin, dem Insulin und anderen Hormonen das Hungergefühl und die Nahrungsaufnahme. Es verstärkt den Einfluss des Insulins an den Fettzellen.
Sind die Fettzellen voll, wird wenig Adiponektin hergestellt. Sind sie leer, wird die Produktion erhöht. Übergewichtige haben einen tiefen Adiponektin-Spiegel, was die Wirkungen von Insulin abschwächt.

Ein tiefer Spiegel von Adiponektin erhöht im Zusammenspiel mit genetischen Faktoren das Risiko von Diabetes mellitus und führt zugleich häufig schon lange vor der Entdeckung der Zuckerkrankheit zu Gefäßschädigungen. Personen mit einem hohen Adiponektinspiegel sind vor Diabetes geschützt.

In Tierversuchen wird bei hohen Gaben von Adiponektin Fett schneller abgebaut. Eine Erhöhung des Adiponektin-Spiegels durch Grüntee-Catechin könnte daher durchaus günstige Effekte zeigen, auch wenn die hohen Dosen aus den Tierversuchen mittels Grüntee als Getränk wohl kaum erreicht werden dürften.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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