Dem Grüntee haben Mediziner schon verschiedenste gesundheitsförderliche Eigenschaften bescheinigt. Nun konnten US-Wissenschaftler einen Aspekt ergänzen: Ein Grüntee-Extrakt kann offenbar im Kampf gegen die Vorstufe von Mundkrebs wirksam sein.

Der bösartigen Krebserkrankung im Mundraum geht in oft eine sogenannte orale Leukoplakie voraus. Das ist eine weißliche Veränderung der Mundschleimhaut. Nicht in jedem Fall entwickelt sich aus ihr Mundkrebs. Doch Ärzte betrachten sie als mögliches “Frühwarnsignal” und Betroffene gelten darum häufig als Risikopatienten.

Forscher der University of Texas haben Menschen dieser Risikogruppe mit einem Grüntee-Extrakt behandelt. Dieser zeigte eine deutliche Auswirkung auf die Veränderungen der Mundschleimhaut und die günstige Wirkung war nicht von schweren Nebenwirkungen begleitet, wie es bei anderen Behandlungsansätze der Fall ist. In hohen Dosen kann der Grüntee-Extrakt lediglich zu Schlafstörungen führen. Er wirkt jedoch nicht giftig auf den Organismus. Weitere Forschung ist notwendig, um die Heilungsfähigkeiten des Grüntee-Extrakts präzis einzugrenzen. Es wird vermutet, dass die im Grüntee enthaltenen Antioxidantien (Polyphenole) für den krebshemmenden Effekt verantwortlich sind.

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/12/20091105/thl-gruentee-als-helfer-gegen-mundkrebs-d343981.html

Kommentar & Ergänzung:

Grüntee kann man mit Fug und Recht zu den Heilpflanzen zählen (wie Schwarztee natürlich auch). Es ist aber oft sehr schwierig, bei der Grüntee-Forschung zu unterscheiden, was nun für Patientinnen und Patienten wirklich relevant ist, und was vorläufig nur experimentellen Charakter hat.

Bei dieser interessanten Meldung fehlen konkreten Angaben, die eine genauere Beurteilung ihrer Bedeutung und Fundiertheit möglich machen würden:
Wer genau? “Forscher der University of Texas” genügt nicht.
Wurde die Studie in einer Fachzeitschrift publiziert? Das könnte ein gewisses Qualitätsmerkmal sein.
Hinweise auf eine günstige Wirkung von Grüntee auf Mundkrebs-Vorstufen gibt es aber schon aus früheren Untersuchungen.

Der Wissenschaftliche Informationsdienst Tee (www.teeverband.de) erwähnt dazu eine Arbeitsgruppe von J. Chen, nach der die als Krebsvorformen der Haut geltenden Leukoplakien der Mundhöhle nach 6-monatiger Behandlung mit Tee, eingenommen oder auf die Schleimhaut aufgebracht, um etwa 38% zurückgehen. Die Publikation dieser Ergebnisse erfolgte durch Li 1999:
Li, N., S. Zheng, C. Han, J. Chen: The chemopreventive effects of tea on human oral
precancerous mucosa lesions. In: Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine 220 (1999)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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