Es lohnt sich meines Erachtens, die Sendung „Kontext“ auf DRS 2 vom 22. 2. 2011 aufmerksam nachzuhören. Es geht um ein Gespräch mit dem Soziologen Gerhard Schulz mit dem etwas sperrigen Titel „Die Kunde der Krise eines Soziologen“.

Die Beschreibung der Sendung auf der Website von Radio DRS sagt nicht so viel (das Gespräch ist ergiebiger):

„Ob sie unsere Gesundheit, das Klima oder die Wirtschaft betreffen – wir müssen mit Krisen leben. Doch keine Krise ohne Normalität: Diesem Spannungsfeld widmet sich der Soziologe Gerhard Schulze in seinem neuen Buch «Krisen».

Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht über irgend eine Krise informiert werden. Weltumfassende Krisen, aber auch solche, die unser persönliches Leben attackieren: Trennungen, Krankheit oder den Verlust der Arbeit. Manche Krisen werden auch konstruiert, wie etwa die «Midlife Crisis», von der man heute nur noch wenig hört.

Erst mit der Krise, so Gerhard Schulze, wird uns klar, was wir für normal halten. Um den Überblick zu behalten, nimmt der Soziologe die Voraussetzungen unter die Lupe, die unsere Reden über Krisen anheizen.“

 

Was sich lohnt an diesem Gespräch ist meiner Ansicht nach ein anderer Punkt: Es geht darin auch um den Umgang mit Experten im Bereich der Gesundheit. Es ist eine grosse Herausforderung, das Fachwissen von Expertinnen und Experten zu nutzen, ohne die Verantwortung an sie abzugeben. Dieses Thema spricht Gerhard Schulze sehr gut an. Unter anderem mit einem Verweis auf Immanuel Kant. Der grosse Philosoph liess dazu verlauten:

„Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurtheilt, u. s. w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe es nicht nöthig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdriessliche Geschäft schon für mich übernehmen.“

(Aus: Was ist Aufklärung, 1784; mehr Text dazu hier)

Zum Thema in diesem Gespräch wird auch die Frage, wie man Experten prüft und dass die Auseinandersetzung verschiedener Standpunkte zu einem guten Expertentum gehört. Skeptisch sein, auch gegenüber Experten, ist eine wichtige Aussage dieses Gesprächs. Ich werde ja wohl im Bereich der Phytotherapie selber zu den Experten gezählt und bin immer wieder überrascht, wie oft Leute mir fast alles unhinterfragt glauben. Ich könnte den grössten Stuss erzählen.

Manchmal ist das sogar ein bisschen erschreckend.

Hier nachhören: http://pod.drs.ch/mp3/kontext/kontext_201102221002_10168570.mp3

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