Niaouliöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen aus Melaleuca viridiflora (Myrtaceae). Das ätherische Öl  gleicht in seiner Zusammensetzung dem Cajeputöl: Hauptbestandteil ist 1,8-Cineol (bis ca. 60 %), weiters Pinen und Limonen.

Wirkung von Niaouliöl:  antimikrobiell, hyperämisierend (durchblutungssteigernd), sekretolytisch und sekretomotorisch (auswurffördernd)

Anwendungsbereiche von Niaouliöl: Atemwegserkrankungen (Husten, Schnupfen,) Beschwerden bei Rheuma (Gelenkschmerzen).

Therapeutisch relevante Wirkungen von Niauliöl:

Hyperämisierende Wirkung: Die Einnahme des Öls löst nach dem Schlucken ein Gefühl der Wärme aus, der Puls wird schneller und es kann ein profuser Schweißausbruch auftreten. Bei äusserlicher Anwendung kommt es zu hyperämisierenden (wärmenden) Effekten zum Beispiel bei Gelenkschmerzen.

Auswurffördernde Wirkung: Die Wirksamkeit bei Katarrhen der oberen Atemwege gilt als belegt.

Weitere Wirkungen:
Eine antimikrobielle Wirkung ist in vitro (= im Reagenzglas, im Labor) nachgewiesen.

Unerwünschte Wirkungen von Niaouliöl:
In therapeutischen Dosen keine bekannt.

Indikationen von Niaouliöl:
Wissenschaftlich belegt:
Katarrhe der oberen Luftwege; als hyperämisierendes Mittel in Kombination mit anderen ätherischen Ölen zum Einreiben (zum Beispiel bei Gelenkschmerzen).

Quelle:

http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Niaulioel.html

Kommentar & Ergänzung:

Melaleuca viridiflora wächst in Australien, Tasmanien, Neukaledonien, Madagaskar und auf französischen Pazifikinseln. Die Pflanze ist verwandt mit Teebaum (Melaleuca alternifolia), der Stammpflanze von Teebaumöl,  und Cajeput (Melaleuca leucadendron).

Niauliöl gilt als gut verträgliches ätherisches Öl für Haut und (verdünnt) Schleimhaut.

Dietrich Wabner / Christine Beier empfehlen Niauliöl  im Fachbuch „Aromatherapie“ auch (nachvollziehbar) für die Behandlung von Abszessen und Furunkeln. Wie sehr häufig in der Aromatherapie-Literatur, sind plausible Empfehlungen gemischt mit spekulativen Aussagen. Sehr fragwürdig hier zum Beispiel die Angabe einer litholytischen (steinlösenden) Wirkung bei Gallensteinen und die Postulierung einer hormonell ausgleichenden Wirkung bei Impotenz. Dafür gibt es meines Erachtens nicht den Hauch einer plausiblen Begründung.

Das zeigt wie kritisch solche Bücher gelesen werden müssen, wenn man nicht wilden Spekulationen aufsitzen will.

Die Beschreibung von Niaouliöl auf der Phytotherapie-Site Phytokodex ist im Vergleich dazu bis in die Knochen seriös.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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