Mich erstaunt immer wieder, wie weit verbreitet in den Bereichen  Pflanzenheilkunde, Komplementärmedizin und Naturheilkunde eine fraglose Gläubigkeit ist, die keinerlei Zweifel kennt. Auch völlig absurde Behauptungen und Heilungsversprechungen werden dankbar aufgesogen, ohne dass auch nur schon ansatzweise kritisch nachgehakt wird. Mehr Zweifel würde dieser Szene zweifellos gut tun.

„Zweifel“ scheint aber in diesem Terrain einen üblen Ruf zu besitzen.  Oft wird er fast schon in die Nähe von „Verrat“ gerückt.

Höchste Zeit also für ein Lob des Zweifels – an dieser Stelle mit den Worten von Alexander Varga von Kibéd (1902 – 1986):

„Den Wert des Zweifelns dürfen wir nicht unterschätzen. Ohne Zweifeln bleibt das Leben oberflächlich, weil problemlos. Nur durch das Zweifeln, ja durch die Verzweifelung erreichen wir die tieferen Schichten des Seins. Auch Kant lobt den Wert des Zweifelns als den des Anregers des menschlichen Denkens und Forschens. Der Zweifel lässt uns nicht bei den ersten, vorläufigen Ergebnissen der Forschung uns beruhigen, er zwingt uns zu einer immer eindringlicheren Vertiefung in die gegebene Problematik. Wer in die Tiefe will, muss den Weg des Zweifelns gehen……All dies müssen wir uns vergegenwärtigen, um die positive Bedeutung des Zweifels…….richtig einzuschätzen, wenn wir uns auch darüber im klaren sein müssen, dass der Zweifel allein keinen schöpferischen Wert bedeutet und kein neues Leben schaffen kann. Er ist als Auflockerer, als Zerstörer und als Aufräumer wichtig, wo es sich darum handelt, das Veraltete abzuschütteln, nicht mehr Lebendiges zu begraben und den Schutt fortzuräumen, um für neue Schöpfungen Platz zu schaffen.“

(aus: Einführung in die Erkenntnistheorie, Ernst Reinhard Verlag München, 1979, S. 63 / 64)

Kommentar & Ergänzung:

Patientinnen und Patienten werden in Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin oft zugemüllt mit grossen Heilungsversprechungen. Nur der Zweifel kann hier unsinnigen und zum Teil riskanten Schutt wegräumen. Ohne Zweifel herrscht die allumfassende Beliebigkeit. Das gilt natürlich nicht nur für Komplementärmedizin und Alternativmedizin. Es gilt zum Beispiel auch für grossartige Versprechungen in der Politik.

Wichtig dabei: Man muss lernen, die Grundhaltung des Zweifelns umzusetzen in möglichst präzise Fragen mit „Schutt-Aufräumer-Funktion“.

Welche Fragen man sinnvollerweise stellt, um Behauptungen und Versprechungen zu prüfen, können Sie lernen in meiner Phytotherapie-Ausbildung oder im Heilpflanzen-Seminar.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurskalender“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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