Epigallocatechingallat (EGCG) – ein Polyphenol aus dem Grüntee – hemmt das Tumorwachstum und ist möglicherweise eine Grundlage für neue Behandlungsoptionen. Das haben Forscher der schottischen University of Strathclyde in Glasgow untersucht – allerdings bisher nur im Mausmodell. Ihre neue Studie wurde veröffentlicht im Fachjournal Nanomedicine.

Epigallocatechingallat macht etwa ein Drittel der Trockenmasse des Grüntees aus und wird für zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften des Tees verantwortlich gemacht. Neben einer entzündungshemmenden und anderen Wirkungen soll dieses Antioxidans vor allem die Angiogenese (Wachstum von Blutgefässen) beeinflussen. Die Angiogenese ist ein Vorgang, der beim Tumorwachstum eine wichtige Rolle spielt.

Obwohl die potenziell antitumoröse Wirkung des EGCG schon bekannt war, scheiterten die Behandlungsversuche laut den Forschern meist daran, dass der Stoff über eine übliche intravenöse Applikation den Ort des Tumors meist nicht in genügender Konzentration erreichte. Doch die Wissenschaftler aus Glasgow, schafften es, das Catechin-Derivat so zu verpacken, dass es am Tumorgewebe wirksam werden konnte.

Mit Hilfe von Vesikeln, die normalerweise das Plasmaprotein Transferrin transportieren, gelangte Epigallocatechingallat in die Krebszellen von Mäusen, die an unterschiedlichen Hauttumoren erkrankt waren. Am Ende der Versuche erreichten die Forscher mit den Epigallocatechingallat-Vesikeln eine signifikante Tumorsuppression.

So verringerte sich die Tumormenge bei rund 40 Prozent der an Epidermoid-Karzinomen oder Melanomen erkrankten Versuchstiere. Weitere zehn Prozent beider Tumorarten stabilisierten sich und vergrösserten sich nicht weiter. Auch überlebten die Mäuse durch die EGCG-Therapie länger. Durchschnittlich lag die verlängerte Lebenszeit im Vergleich zu nicht behandelten Mäusen bei 20 Tagen.

Die Forscher hoffen, dass die Erkenntnisse aus dieser Studie neue Wege in der Krebstherapie weisen können.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51383/Komponenten-im-gruenen-Tee-moegliche-Therapieoption-gegen-Krebs

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22891867

Kommentar & Ergänzung:

EGCG zeigte schon in verschiedenen Laborexperimenten eine Wirkung gegen Krebszellen. Allerdings sind solche Laborergebnisse noch meilenweit von der erfolgreichen Anwendung bei Krebskranken entfernt.

Eine wichtige offene Frage ist in solchen Fällen nämlich immer, ob die aktive Substanz auch in ausreichender Konzentration ins Tumorgewebe eines Menschen gelangen kann.

Hier nun scheinen die Forscher aus Glasgow einen Schritt weiter gekommen zu sein.

Allerdings sind auch diese Mäuseexperimente noch weit weg von der Anwendung bei Menschen mit Tumorkrankheiten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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