Wer an Demenz oder Alzheimer leidet, der findet sich häufig isoliert und am Rande der Gesellschaft wieder. So lautet die Schlussfolgerung aus dem Welt-Alzheimer-Bericht 2012. Bei der Studie der Organisation Alzheimer’s Disease International (ADI), die zum Weltalzheimertag am heutigen Freitag in London veröffentlicht wurde, erklärten 75 Prozent aller befragten Erkrankten, dass mit der Diagnose Demenz in ihren jeweiligen Heimatländern sehr negative Assoziationen verbunden seien. 60 Prozent der Angehörigen stimmten dieser Einschätzung zu. 40 Prozent der Kranken erklärten, sich nicht ins Alltagsleben integriert zu fühlen. 24 Prozent gaben an, sie hätten die Diagnose schon einmal verschwiegen, weil sie Angst vor Vorurteilen und negativen Folgen hätten.

Der Bericht zum heutigen Welt-Alzheimertag kritisiert die Stigmatisierung der Krankheit.

Die Organisation “Alzheimer Disease International” empfiehlt zehn Gegenmaßnahmen: Beispielsweise sollten Regierungen die Öffentlichkeit, aber auch Ärzte und Pflegekräfte besser informieren. An Demenz Erkrankte müssten mehr am öffentlichen Leben teilhaben können und in Stadtteilen oder Gemeinden sollten sie eigene Vertretungen haben.

Der Bericht basiert auf der online Befragung von 2.500 Menschen in 50 Ländern.

Die Stigmatisierung bremse den Fortschritt sämtlicher Demenz-Initiativen, sagte Autorin Nicole Batsch. Der Bericht zeige, dass sich Menschen mit Demenz und ihre Pfleger von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, manchmal durch ihre eigenen Freunde und Familienmitglieder.

Die Organisation ADI weist erneut auf den für die kommenden Jahre erwarteten, rapiden Anstieg der Zahl der Demenz-Diagnosen hin. Gegenwärtig werde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle vier Sekunden ein neuer Fall festgestellt.

Quellen:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=138863

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=43510&Nachricht_Title=Nachrichten_Alzheimer%3A+Isoliert+statt+integriert&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Alzheimer ist eine grosse Herausforderung für Betroffene, Angehörige und für die Gesellschaft.

Auch die Schweizerische Alzheimervereinigung (ALZ CH) hat sich zum Weltalzheimertag geäussert:

In der Schweiz gebe es viele positive Tendenzen und erfolgversprechende Initiativen im Interesse der Menschen mit Demenz.

Die ALZ CH spricht aber auch schwierige Entwicklungen an:

„Nachdenklich stimmen allerdings die Diskussionen über die Auswirkungen der neue Pflegefinanzierung, die Debatten zur Suizidbeihilfe oder sogar aktiven Sterbehilfe, die Rationierung im Gesundheitswesen, der Mangel an adäquat ausgebildetem Personal und die ungenügende Unterstützung der pflegenden Angehörigen. Die Schweizerische Alzheimervereinigung erwartet von der künftigen nationalen Demenzstrategie eine Klärung der aktuellen Situation und des Handlungsbedarfs im Hinblick auf die zukünftigen Herausforderungen.“

Weitere Infos und Unterstützung für Alzheimerkranke und ihre Angehörigen:

Schweizerische Alzheimervereinigung, www.alz.ch

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