Hummeln sind Hochleistungsflieger: Weil sie verhältnismässig temperaturunempfindlich sind, können sie viel länger auf Nahrungssuche gehen als etwa Honigbienen: Sie fliegen täglich bis zu 18 Stunden lang rund 1000 Blüten an. Dabei erbringen sie erstaunliche Orientierungs- und Gedächtnisleistungen. Und anders als Honigbienen informieren Hummeln ihre Kolleginnen nicht durch komplizierte Tänze, wohin sie fliegen sollen. Sie finden allein durch ihr eigenes Navigationssystem überraschend rasch die beste Route.

Vielleicht können wir von Hummeln einiges lernen zur Lösung von Transportproblemen.

In einer kürzlich publizierten Hummel-Studie stand das sogenannte Problem des Handlungsreisenden im Focus. Bei dieser Fragestellung aus Informatik und Mathematik geht es darum, die Wegstrecke beim Reisen zwischen mehreren Zielen so kurz wie möglich zu halten.

Wissenschaftler haben in einer Studie mittels Radarüberwachung erforscht, wie Hummeln dieses Problem lösen

Normalerweise wird Radar genutzt, um Flugzeuge zu kontrollieren. Britische Wissenschaftler haben die Technik nun bei der Dunklen Erdhummel eingesetzt. Sie klebten den Hummeln kleine Transponder mit Antennen auf den Rücken. Zusätzlich überwachten sie die Flugbahnen der Insekten mit Videoaufnahmen. Die Forscher versuchten dadurch herauszufinden, wie es den Erdhummeln gelingt, beim Sammeln des Blütenstaubs die kürzesten Wege zu nehmen. Denn dafür sind Hummeln bekannt.

Das Resultat wurde nun publiziert im Fachjournal “PLOS Biology”: Demnach nutzen die Hummeln eine Mischung aus try-and-error und stetigem Hinzulernen. Das, erklären die Wissenschaftler, sei zwar nicht ganz so effizient wie komplizierte Computerprogramme zur Berechnung von Wegstrecken, gehe jedoch deutlich schneller.

Im Experiment waren die Flugrouten der Insekten zunächst ziemlich verworren und aufwändig. Die Hummeln flogen immer wieder auch Blumen an, die kein Futter für sie bereithielten. Zunächst wählten die Testpilotinnen ganz verschiedene An- und Abflugrouten. Doch nach und nach zeigte sich, wie gut das Navigationssystem der kleinen Hummelhirne funktioniert: Je häufiger die Insekten auf Suche gingen, desto effizienter wurde ihre Routenwahl. Und nach durchschnittlich nur 26 Flügen fanden die Hummeln durch Versuch und Irrtum die kürzeste der 120 möglichen Routen vom Nest zum Futter und retour.

Erstaunt waren die Forscher aber auch über die Gedächtnisleistungen der Hummeln: Entfernten sie eine der Nahrungsquellen aus dem Fluggebiet, so schauten die Hummeln an der Stelle noch ziemlich lange immer wieder nach, ob sich dort nicht doch etwas Verwertbares fände.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=138926

http://derstandard.at/1347492896562/Das-raffinierte-Navi-der-Hummeln

http://www.plosbiology.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pbio.1001392

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz leben 31 Hummelarten. Wie Wildpflanzen und Wildtiere generell, bieten Hummeln reiche Möglichkeiten der Naturbeobachtung und Naturerfahrung.

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Je mehr man über Hummeln weiss, desto faszinierender werden die Tiere.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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