Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist ein typischer Frühblüher in Laubwäldern und Mischwäldern, aber auch in Nadelwäldern, Gebüschen und auf Bergwiesen bis in Höhen von 1900 m ü. M. Es nutzt die günstige Zeitperiode vor dem Laubaustrieb der Laubbäume, später sind die Lichtverhältnisse in der Krautschicht zu schlecht. Der gesamte Lebenszyklus des Buschwindröschens findet daher im Frühling statt. Die Blüten produzieren einen Überschuss an Pollen, der den Insekten als wichtige Nahrungsquelle dient. In waldreichen Gegenden kann das Buschwindröschen deshalb wesentlich zur Pollenversorgung der Bienen beitragen. Vor allen Honigbienen, Mauerbienen und Fliegen besuchen die Blüten.

Buschwindröschen eignet sich daher gut für Wildpflanzengärten.

Die Pflanze trägt ihren Namen zu Recht. Erstens sieht die Blüte aus wie ein Röschen und zweitens schüttelt auch schon ein leichteres Lüftchen das Buschwindröschen ziemlich durch.

Buschwindröschen ist in allen Teilen giftig. Es enthält den für Hahnenfussgewächse charakteristischen Giftstoff Protoanemonin. Diese Substanz entsteht erst bei der Verletzung der frischen Pflanzen oder bei deren Welken – und in der getrockneten Pflanze ist sie nicht mehr vorhanden.

Beim Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kann es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis) kommen. Bei der inneren Aufnahme beeinflusst Protoanemonin das Nervensystem: Es kann Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen auslösen, aber auch Krämpfe und Lähmungserscheinungen.

Vergiftungen durch protoanemoninbildende Pflanzen sind beim Menschen allerdings sehr selten. Am ehesten können sie auftreten  bei Anwendungen von Pflanzen wie Pulsatilla vulgaris (Küchenschelle) oder Buschwindröschen zur Hautreiztherapie oder bei der Verwendung von protoanemoninhaltigen Pflanzen als Kapernersatz oder als Wildsalat.

Für einen Erwachsenen soll die Einnahme von etwa 30 Exemplaren des Buschwindröschen tödlich wirken, doch wer isst schon freiwillig solche Mengen davon.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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