Die Solothurner-Zeitung veröffentlichte einen informativen Artikel zum Thema Heuschnupfen.

Thematisiert wird darin unter anderem die Verstärkung allergischer Reaktionen durch Luftschadstoffe und Fastfood, möglicherweise auch durch Trans-Fettsäuren.

Aus Sicht der Phytotherapie interessant ist der Hinweis auf die Wirkung der Pestwurz bei Heuschnupfen:

„Wissenschafter aus Deutschland und der Schweiz teilten 330 Pollenallergiker in zwei Gruppen ein: Die eine Gruppe erhielt Pestwurzextrakt, die andere ein standardmässig verordnetes Antihistamin. Zwei Wochen später zeigten sich in beiden Gruppen deutlich weniger Beschwerden in den Augen und Atemwegen. «In der Gruppe jedoch, die mit dem Antihistamin behandelt wurde», so Studienleiter Andreas Schapowal von der Allergieklinik in Landquart, «zeigten sich unerwünschte Effekte wie Müdigkeit und Schläfrigkeit». Pestwurz hemmt hingegen die für Allergien typischen Entzündungen, ohne die Erregung im Nervensystem zu dämpfen. Als Teeaufguss sollte man die Pflanze jedoch nicht zubereiten, weil sie giftige Alkaloide enthält. Bei der Herstellung der handelsüblichen Extrakte werden diese Stoffe herausgewaschen.“

Quelle:

http://www.solothurnerzeitung.ch/wissen/gesundheit/heuschnupfen-wegen-big-mac-und-cola-126429392

Kommentar & Ergänzung:

Pestwurz-Extrakt gegen Heuschnupfen ist eine interessante Behandlungsoption aus der Phytotherapie.

In der Schweiz ist der Pestwurz-Spezialextrakt Ze 339 aus den Blättern der gemeinen Pestwurz (Petasites hybridus, Asteraceae) seit 2003 zur Behandlung von Heuschnupfen zugelassen und als Tesalin® N und Pollivita® Filmtabletten im Handel. Weil es sich um einen vergleichsweise neuen Wirkstoff handelt, sind die Heuschnupfenpräparate auf der Basis von Pestwurz-Extrakt bisher nicht für die Selbstmedikation freigegeben worden und müssen von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben werden.

Pestwurz soll nicht als Tee, Tinktur oder in Form anderer unverarbeiteter Zubereitungen angewandt werden, weil die Pflanze Pyrrolizidinalkaloide enthält, die hauptsächlich bei längerer Anwendung lebertoxisch, karzinogen und genotoxisch sein können.

Siehe auch:

Phytotherapie gegen Heuschnupfen – Tesalin oder Pollivita?

Studie zeigt Wirksamkeit von Pestwurz-Extrakt bei Heuschnupfen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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www.phytotherapie-seminare.ch

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