Im Phytokodex stehen ein paar interessante Aussagen zu Baldrian als Beruhigungsmittel:

„Baldrianextrakte reduzieren dosisabhängig die neuronale Aktivität im Gehirn, die Inhalation des ätherischen Öls reduziert die motorische Aktivität von Versuchstieren. Für diese Effekte sind Interaktionen der Baldrianinhaltsstoffe mit dem GABA-Stoffwechsel verantwortlich. Klinisch signifikant werden die Wirkungen erst nach 2-4 Wochen Behandlung, die fehlende Sofortwirkung reduziert das Risiko einer Abhängigkeit. Sowohl Monopräparate mit Baldrianextrakt als auch Kombinationen mit Extrakten aus Hopfenzapfen, Melissenblatt oder Passionsblumenkraut zeigen gute Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren Einschlaf- wie auch Durchschlafstörungen.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Baldrianwurzel.html

Kommentar & Ergänzung:

Zwei Punkte möchte herausheben:

1. Baldrianextrakte zeigen tatsächlich in Patientenstudien erst nach 2 – 4 Wochen bessere Wirkungen als Placebo. Das spricht sehr für die Anwendung über ein paar Wochen. Die oft praktizierte punktuelle Anwendung nur gerade in einer Situation, in der man nicht einschlafen kann, ist daher nicht optimal.

2. Neben der Beeinflussung des GABA-Stoffwechsels wird auch eine Wirkung auf die Adenosinrezeptoren postuliert.

3. Sollte die Inhalation des ätherischen Öls auch beim Menschen eine beruhigende Wirkung haben, dann könnte daraus ein schneller Effekt erfolgen. Und zwar bei Anwendungsformen wie Baldriantee oder Baldriantinktur, bei denen der Geruch zum Tragen kommt. Im Gegensatz zu den aufgeführten Wirkungen via Hirnstoffwechsel setzen Dufteffekte via Nervenbahnen nämlich rasch ein.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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