Milch und Fleisch aus ökologischer Tierhaltung enthalten mehr gesunde Inhaltsstoffe als konventionell produzierte Nahrungsmittel. Zu diesem Schluss kommt eine Metastudie britischer Wissenschaftler der Universität Newcastle. Sie verglichen die Resultate von mehr als 190 Milch- und mehr als 60 Fleisch-Studien.

Das Fazit: Bio-Milch und Bio-Fleisch enthalten etwa 50 Prozent mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren. Ein halber Liter Bio-Milch liefert rund 39 Milligramm Omega-3-Fettsäuren, konventionell produzierte Milch nur 25 Milligramm. Außerdem enthält Bio-Milch rund 40 Prozent mehr konjugierte Linolsäure. Auch bei Vitaminen und Spurenelementen fanden die Forscher Unterschiede: Bio-Milch hat demnach einen höheren Gehalt an fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin E und Karotinoide sowie an Eisen.

In Bio-Fleisch fanden die Forscher bei Analysen weniger von den gesättigten Fettsäuren Myristinsäure und Palmitinsäure gefunden worden, was sie positiv werten.

Wie erklären sich die Wissenschaftler diese Unterschiede?

Sie führen das hauptsächlich auf die Haltung der Rinder zurück:

Bio-Rinder verbringen mehr Zeit im Freien auf der Weide und fressen daher mehr Gras und Heu als Kraftfutter oder Silage. Das hat wohl Auswirkungen auf ihren Stoffwechsel und damit auch auf die Inhaltsstoffe von Milch und Fleisch. Weniger Kraftfutter hat zur Folge, dass die Rinder langsamer wachsen und weniger Milch produzieren. Das Zusammenspiel aus Grünfutter und Entschleunigung könnte eine gesündere Fettbilanz zur Folge haben.

Quelle:

http://www.dw.com/de/warum-bio-milch-gesünder-ist/a-19152084

http://www.ncl.ac.uk/press/news/2016/02/organicandnon-organicmilkandmeat/

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Bio-Produkte tendenziell gesünder sind, davon würde ich auch ausgehen, auch wenn es nicht in jedem Fall so ist.

Das entscheidendere Argument für die Bevorzugung von Lebensmitteln aus Bio-Anbau ist für mich aber, dass diese Art der Landwirtschaft weniger Pestizide in die Umwelt freisetzt und sich positiv auf die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auswirkt.

Bei Weidetieren wirkt sich zudem die Zusammensetzung der Pflanzendecke auf die Qualität der Milchprodukte aus. Alpkäse enthält zum Beispiel gössere Mengen an Alphalinolensäure, die günstige Effekte im Herz-Kreislauf-Bereich zeigt. Das lässt sich unter anderem zurückführen auf den höheren Alphalinolensäure-Gehalt der Alpenflora.

Alphalinolensäure ist im übrigen auch enthalten in Chiaöl (ca. 60 %), Perillaöl (31–42 %), Leinöl (56–71 %), Hanföl (28 %), Walnussöl (ca. 15 %), Rapsöl (5–16 %) und Sojaöl (4–11 %). Direkt aus Leinsamen wird Alphalinolensäure nur aufgenommen, wenn sie geschrotet werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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