Die Gattung Baldrian (Valeriana) umfasst etwa 150 bis 300 Pflanzenarten, die in Eurasien und in der Neuen Welt verbreitet sind. In Europa kommen rund 20 Baldrianarten vor.

Bei uns in der Schweiz am verbreitetsten sind:

Gebräuchlicher Baldrian – Valeriana officinalis

= Arznei-Baldrian = Echter Baldrian

Er wächst insbesondere auf feuchten Wiesen, an Waldrändern und Bachufern, auch im Flachland. Überragt in der Wuchshöhe alle anderen einheimischen Baldrianarten und kann bis gegen 2 m hoch werden.

Die Wurzel des Arznei-Baldrians wird in der Phytotherapie gegen Schlafstörungen verwendet in Form von Baldriantee, Baldriantinktur oder Baldrianextrakt (oft kombiniert mit Hopfenextrakt, zum Beispiel in Redormin-Dragees).

Sumpf-Baldrian – Valeriana dioica

Wächst auf nassen Wiesen und in Flachmooren vom Flachland bis in subalpine Lagen und wird etwa 15 – 30 ch  hoch.

Dreiblatt-Baldrian – Valeriana tripteris

Wächst an felsigen, schattigen Orten auf Kalk und auf Silikat. Kann auch im Flachland vorkommen, ist aber wesentlich häufiger in Bergregionen anzutreffen.

Berg-Baldrian – Valeriana montana

Wächst an steinigen, kalkhaltigen Hängen im Jura und in den Alpen.

Neben diesen mehr oder weniger häufig anzutreffenden Baldrianarten gibt es auch solche, die nur sehr regional vorkommen, zum Beispiel:

Pyrenäen-Baldrian – Valeriana pyrenaica

Felsen-Baldrian – Valeriana saxatilis

Keltischer Baldrian (= Echter Speik, im Saastal)) – Valeriana celtica

Weidenblättriger Baldrian – Valeriana saliunca

Zwerg-Baldrian – Valeriana supina

Ausserhalb der Gattung Valeriana, aber innerhalb der Baldriangewächse sind im übrigen einige Pflanzenarten anzutreffen, die man dort nicht vermuten würde. Zum Beispiel die Rote Spornblume (Centranthus ruber), eine ursprünglich mediterrane Pflanze, die oft aus Gärten verwildert, sowie der Gewöhnliche Feldsalat = Ackersalat = „Nüsslisalat“ =  Valerianella locusta.

Als Nutzpflanzen verwendet werden neben dem Arznei-Baldrian vor allem der Echte Speik als Duftpflanze zur Produktion der Speikseife und die Indische Narde (Nardostachys grandiflora ) aus dem Himalaya als Lieferant für Salböle und für Räucherwerk.

Wer mehr über die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Arzneipflanze Baldrian und weiterer Heilkräuter erfahren möchte, kann das in meinen Lehrgängen Phytotherapie-Ausbildung und Heilpflanzen-Seminar. Baldrian-Arten in der Natur kennenlernen können Sie auf vielen meiner Kräuterwanderungen.