Der Soziologe und Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer hat in der “Süddeutschen” ein informatives Interview gegeben. Hier ein Zitat daraus:

“Eine moderne Gesellschaft kommt ohne konstruktive Konflikte nicht weiter. Aber wir haben inzwischen gar keine Öffentlichkeit im Singular mehr, sondern wir haben Öffentlichkeiten im Plural, die aber in sich abgedichtet sind, so dass sich in diesen Filterblasen homogene Gruppen entwickeln. Die sozialen Medien muss man inzwischen asoziale Medien nennen. Homogene Gruppen haben es in sich. In diesen gibt es vor allem Aufschauklungsprozesse. Widerspruch wird nicht mehr zugelassen, um die Ambiguität der realen Verhältnisse abzumildern. Ganz schlimm wird das, wenn dann noch Verschwörungstheorien hinzukommen. Das macht mir besondere Sorgen. Dagegen hilft kein Argument mehr.”

Quelle: 

https://www.sueddeutsche.de/politik/wachsender-autoritarismus-kein-mensch-kann-auf-dauer-ohne-anerkennung-leben-1.4203226

Kommentar und Ergänzung:
 
Meine Generation hat das Glück gehabt, Demokratie, Rechtsstaat und Frieden über Jahrzehnte als weitgehend selbstverständliche Grundbegebenheit im Leben verfügbar zu haben. Diese Selbstverständlichkeit löst sich gerade auf.
Es sieht ganz danach aus, dass wir gerade eine Verantwortung zu übernehmen haben, für diese nicht mehr selbstverständlichen Werte einzustehen. Es scheint an der Zeit, dass wir uns verstärkt um gesellschaftliche Entwicklungen kümmern müssen. Das kann allerdings nur sehr begrenzt als Individuum geschehen. Nötig ist auch der Aufbau und die Stärkung von Strukturen, Institutionen und Organisationen, die 
demokratische und rechtsstaatliche Grundwerte schützen. Dazu gibt es verschiedenste Möglichkeiten. In den letzten Wochen ist zum Beispiel gerade Courage Civil aktiv geworden, eine Initiative, die meinem Eindruck nach Potenzial hat und wohlwollende Unterstützung verdient.
 
Zum Thema Filterblasen und asoziale Medien gibts gerade ein neues, sehr informatives Buch in meinem Buchshop:
 
 
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Meine Blogtexte zu gesellschaftspolitischen Themen:

– Was ist Populismus? Und was nicht?

Zusammenfassung des Populismus-Konzepts von Jan-Werner Müller.

 

– Notwendig: Den Sumpf der Hasspropaganda im Internet trockenlegen

Hauptsächlich eine Zusammenfassung von „Hass im Netz“ von Ingrid Brodnig.

 

Wie Medien via Aufmerksamkeitsfalle den Populismus fördern.

Eine Zusammenfassung des Buches „Die Aufmerksamkeitsfalle“ von Mattthias Zehnder.

 

– Demokratie braucht diskursive Gesprächskultur

Zum Mittelweg zwischen Relativismus und Dogmatismus.

 

Offene Gesellschaft oder Geschlossene Gesellschaft – wohin geht die Reise?

Liberale Demokratien sind weltweit unter Druck. Das Konzept der offenen Gesellschaft von Karl Popper ist deshalb wieder sehr aktuell und bietet wertvolle Hinweise zur Verteidigung der liberalen, offenen Demokratie.

 

– Hannah Arendt: Standnehmen in der Welt statt Weltentfremdung.

Die Sorge um intakte Weltbezüge in der modernen Gesellschaft.

 

– Ralf Dahrendorf zu den Gefährdungen liberaler Demokratien

Schleichender Autoritarismus, Staatsversagen, Einschränkung demokratischer Entscheidungsmöglichkeiten im Nationalstaat infolge Globalisierung, neuer Regionalismus.

 

– Lob der Kritik

Vom Wert der Kritikfähigkeit in Zeiten von Fake News.

 

– Triumph der Meinung über Fakten, Wahrheit und Fachwissen – das kann nicht gut gehen!

Zur Bedeutung der Krise von Wissen und Wahrheit für Alltag und Demokratie.

 

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