Die Zeitung „Bild“ hat zwar nicht gerade den Ruf durchgängiger Seriosität, aber manchmal finden sich auch dort korrekte und nützliche Informationen zu Gesundheitsthemen. Das trifft jedenfalls zu auf diesen Hinweis auf Pfefferminzöl und Tigerbalsam zur Linderung von Spannungskopfschmerzen:

„Auch nicht medikamentöse Maßnahmen spielen bei der Behandlung von Spannungskopfschmerzen eine ganz entscheidende Rolle. Effektiv gegen Spannungskopfschmerz kann es sein, Pfefferminzöl (auch Tigerbalsam) auf die Schläfen aufzutragen. Die Wirksamkeit konnte in Studien belegt werden. Nicht zu viel Öl auftragen, sonst kann es zu Hautreaktionen kommen!“

Quelle:

https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/schmerzportal/kopfschmerzen-diese-hausmittel-und-medikamente-helfen-60675716.bild.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Präzisieren kann man zu dieser Angabe noch, dass Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen in der Regel in einer 10%-igen Lösung angewendet wird. Entsprechende Präparate sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. Zur Wirksamkeit von Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen gibt es tatsächlich einige Studien mit positiven Ergebnissen. Hauptverantwortlich für die Wirkung ist wohl Menthol als wichtigster Bestandteil des Pfefferminzöls. Es erregt die Kälterezeptoren in der Haut. Offenbar wird durch die “Kältemeldung” die “Schmerzmeldung” in den Hintergrund gedrängt.

Bei Tigerbalsam sollte gegen Spannungskopschmerzen nur Tigerbalsam weiss (mild) angewendet werden. Er enthält Menthol, Kampfer, Minzöl, Nelkenöl und Cajeputöl.

Tigerbalsam rot (stark) enthält zusätzlich noch Cassiaöl (gewonnen durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und jungen Zweigen von Cinnamomum cassia Blume = Cinnamumum aromaticum Nees, = Zimtkassie). Cassiaöl (Synomym: Kassiaöl, Kassiazimtöl) kann Hautreizungen bewirken.

Tigerbalsam (engl. Tiger Balm) hat natürlich nicht wirklich etwas mit dem Tiger zu tun. Der Vorname des Menschen, der vor mehr als 100 Jahren mit der serienmässigen Produktion von Tigerbalsam begann, war „Haw“ – und das bedeutet „Tiger“.

Dass Pfefferminöl gut etabliert ist als Mittel gegen Spannungskopfschmerzen zeigt sich auch darin, dass es in die Praxisleitlinien der deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) aufgenommen wurde:

DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Menthol beziehungsweise Pfefferminzöl ist aber auch wirksam gegen Juckreiz. Dazu werden jedoch tiefere Konzentrationen verwendet.

Siehe dazu genaueres hier:

Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

Im Verdauungstrakt lindert Pfefferminzöl manche Symptome des Reizdarmsydroms. Dazu muss Pfefferminzöl aber in magensaftresitenten Kapseln eingenommen werden, damit es die tieferen Darmabschnitte erreicht.

Siehe:

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Gut bekannt ist Pfefferminzöl zudem zur Inhalation bei Schnupfen:

Pfefferminzöl / Menthol befreit die Nase bei Schnupfen

Und äusserlich angewandt kann es Herpes-Viren bekämpfen bei Fieberbläschen:

Antivirale Wirkung von Pfefferminzöl und Melissenöl gegen Herpes-simplex-Viren

Pfefferminzöl ist also ganz schön vielseitig, aber man muss wissen, in welcher Form und Konzentration es jeweils eingesetzt werden kann.

Wer sich für Wirkstoffe und Heilpflanzen-Anwendungen interessiert, kann dazu fundiertes Wissen erwerben in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.