Klassische Schlafmittel seien bei Schlafstörungen nicht die beste Lösung, schreiben die Apothekerkammer  (BLAK) und der Apothekerverband (BAV) aus Bayern in einer Pressemitteilung zum „Aktionstag Erholsamer Schlaf“.

BLAK und BAV raten:

»Medikamente sollten prinzipiell erst dann zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Maßnahmen erfolglos waren.«

Für Benzodiazepine und die sogenannten Z-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon) empfehlen die Apotheker, sie über maximal 14 Tage einzusetzen und am Ende langsam herunterzudosieren.

Als Alternative weist die Pressemitteilung auf geeignete Heilpflanzen hin:

„Eine Alternative zu diesen chemisch-synthetischen Schlafmitteln sind bei leichteren Durchschlafstörungen hoch dosierte Baldrianpräparate. Sie machen nicht abhängig und wirken beruhigend. Ihre volle Wirkung entfalten sie jedoch erst, wenn man sie über längere Zeit einnimmt. »Zusätzlich können Entspannungsübungen wie Yoga oder Autogenes Training helfen, den Alltagsstress abzubauen«, heißt es in der Pressemitteilung. Hilfreich ist oft auch, sich abends noch einen Kräutertee mit beruhigenden Arzneipflanzen wie Lavendel, Hopfen und Melisse aufzubrühen.“

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/die-besten-tipps-fuer-guten-schlaf-aus-der-apotheke/

 

Kommentar & Ergänzung

Heilpflanzen-Präparate helfen bei Schlafstörungen nicht in jedem Fall, doch haben sie mindestens zwei gewichtige Vorteile: Sie bewirken keine Abhängigkeit und keine Erhöhung der Sturzgefahr.

Baldrian wird am sinnvollsten in Form von Baldrianextrakten eingenommen. Und der Hinweis, dass Baldrianpräparate ihre volle Wirkung erst entfalten, wenn man sie über längere Zeit einnimmt, ist korrekt (ab etwa zwei bis vier Wochen).

Lavendel zeigt dagegen eine rasche Wirkung. Anstelle von Lavendelblütentee ist aber eher Lavendelöl inhalativ, ein Lavendelsäckchen, ein Lavendelbad oder eine Lavendelöl-Einreibung sinnvoll.

Hopfen ist als Kräutertee sehr bitter. Daher wird meistens Hopfenextrakt in Kombination mit Baldrianextrakt eingesetzt (z. B. Redormin).

Melisse eignet sich gut als Melissentee, doch ist zu beachten, dass Melissenblätter beim Trockenen rasch ihr ätherisches Öl verlieren. Frische Melissenblätter sind daher zur Zubereitung von Melissentee besser geeignet. In der Empfehlung des Apothekerverbandes fehlen noch Passionsblumenkraut, das in pflanzlichen Schlafmitteln vorkommt, und Orangenblüten, die in der Schweiz oft als Schlaftee angewendet werden. Zu Orangenblütentee siehe:

Orangenblütentee bei Einschlafstörungen

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