Der Pelargonienwurzel-Extrakt EPs® 7630 wurde mehrfach in Studien bei Kindern mit Atemwegsinfektionen untersucht. Eine Metaanalyse kommt nun zum Schluss, dass die Kapland-Pelargonie bei Atemwegsinfektionen die Symptome lindern und die Genesung beschleunigen kann. Laut der Metaanalyse brauchen die Kinder unter dem Extrakt ausserdem weniger vom Schmerz- und Fiebermittel Paracetamol.

Atemwegsinfekte sind meistens durch Viren ausgelöst. In Laboruntersuchungen zeigte der Pelargonienwurzel-Extrakt EPs® 7630  direkte antivirale und indirekt antibakterielle Eigenschaften. In weiteren Experimenten moduliert er die Synthese von Interferonen, Zytokinen und Defensinen und hemmt die Adhäsion von Bakterien an lebenden Schleimhautzellen. Darüber hinaus wirkt der Extrakt auswurffördernd bei Husten, indem er die Schlagfrequenz der Zilien im Bronchialepithel steigert.

Die Metaanalyse umfasste sechs Studien mit insgesamt 523 Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren und wurde im Fachmagazin »BMC Pediatrics» publiziert.

Kapland-Pelargonie bei Bronchitis

In drei der Studien litten die Kinder an einer akuten Bronchitis.

In den anderen drei Studien hatten die Kinder eine akute Rachen- und/oder Gaumenmandel-Infektion, die negativ auf den Scharlach-Erreger (Streptokokken A) getestet worden war. Die teilnehmenden Kinder bekamen bei Tonsillopharyngitis entweder EPs 7630 oder Placebo über sechs Tage, bei Bronchitis über sieben Tage. Nach Abschluss der Behandlung waren unter dem Pelargonium-Extrakt mit 30,2 Prozent signifikant weniger Kinder noch nicht wieder in der Lage, die Schule zu besuchen – im Vergleich zur Placebogruppe mit 74,4 Prozent. 

Obwohl der Pelargonium-Extrakt keine fiebersenkende Wirkung hat, war der Bedarf an Paracetamol in der Verumgruppe geringer. Im Vergleich zu Placebo verminderte EPs 7630 die kumulative Dosis von Paracetamol in fünf der sechs Studien um durchschnittlich 244 mg.

Der Pelargonium-Extrakt führte also zu einer Verkürzung der Krankheitsdauer und einer Reduktion der Begleitmedikation.

Der Spezialextrakt aus Pelargonium sidoides EPs 7630 ist unter dem Markennamen Umckaloabo® im Handel. Das Präparat ist zur symptomatischen Therapie der akuten Bronchitis für Erwachsene und Kinder ab dem ersten Lebensjahr zugelassen. Die Behandlung von Kleinkindern unter sechs Jahren sollte allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin erfolgen. Beim Vorliegen schwerer Lebererkrankungen darf die Anwendung des Arzneimittels nicht angewendet erfolgen.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/schneller-gesund-weniger-schmerzmittel/

Originalpublikation:

DOI: 10.1186/s12887-019-1473-z

Kommentar & Ergänzung:

Der Pelargonium-Extrakt ist eine gute Option vor allem bei viral bedingter Bronchitis. Viren lassen sich bekanntlich nicht durch Antibiotika bekämpfen. Die Verschreibung von Antibiotika ist daher in solchen Fällen in der Regel unsinnig.

Erwähnt werden muss noch, dass die Ergebnisse dieser Metaanalyse nur für den Pelargonium-Extrakt EPs 7630, der in Umckaloabo® und Kaloba® enthalten ist. 

 Die Resultate lassen sich nicht einfach auf andere Pelargonium-Präparate übertragen.

Zum Unterschied zwischen Umckaloabo und Kaloba siehe:

Umkaloabo und Kaloba – was ist der Unterschied?

Wenn Sie lernen möchten, wie sich Naturheilmittel und Phytopharmaka beurteilen lassen, und wenn Sie die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen fundiert kennenlernen möchten, dann können Sie das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.