Die Zeitschrift «Eltern» gibt Tipps gegen Wadenkrämpfe und empfiehlt dabei Schachtelhalmtee. Eine Verwechslung? Schauen wir uns den Text genauer an:

«Wadenkrämpfe weisen auf Magnesiummangel hin. Vorbeugend wirken je ein Teelöffel Honig vor jeder Mahlzeit oder Beinbäder mit Schachtelhalmtee. Dafür eine Tasse Ackerschachtelhalmkraut in einen Liter kaltes Wasser geben und zum Kochen bringen. 15 Minuten köcheln lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben. Alternative: die Schüssler-Salze Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Nr. 5 (Kalium phosphoricum) und Nr. 7 (Magnesium phosphoricum). Wählen Sie eines davon. Dann zehn bis 20 Tabletten pro Tag im Mund zergehen lassen oder in einem Glas Wasser auflösen und in kleinen Schlucken trinken. Nr. 7 wird bei krampfartigen Schmerzen als “heiße Sieben” verabreicht: Sieben bis zehn Tabletten werden in heißem Wasser, das kurz gekocht wurde, aufgelöst und schlückchenweise heiß getrunken. Übrigens: Gegen akute Schmerzen hilft, sich im Liegen mit den Füßen fest gegen die Wand zu stemmen.»

Quelle.

https://www.eltern.de/schwangerschaft/gesundheit-und-fitness/schwangerschaft-homoeopathie.html/page/5

Kommentar & Ergänzung:

Bei Wadenkrämpfen Magnesiummangel als Ursache anzunehmen greift oft zu kurz. Wadenkrämpfe können verschiedene Ursachen haben und auch ohne erkennbare Ursache auftreten. Im Zusammenhang mit einem angenommenen Magnesiummangel Schachtelhalmtee zu empfehlen ist eigenartig, Schachtelhalmtee enthält viel Kieselsäure, aber nicht besonders viel Magnesium. Und ein Beinbad mag zwar angenehm sein. Die Chance, dass auf diese Art Magnesium oder Kieselsäure durch die Haut aufgenommen werden und das auch noch in einer wirksamen Menge, ist aber vollkommen unrealistisch.

Aber auch über den Verdauungstrakt aufgenommen ist die Wirksamkeit von Magnesium bei Wadenkrämpfen sehr fraglich.

Siehe dazu:

Wirkt Magnesium gegen Muskelkrämpfe?

Noch fragwürdiger sind Schüssler-Salze bei Wadenkrämpfen.

Schüssler-Salz Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Schüssler-Salz Nr. 5 (Kalium phosphoricum) und Schüssler-Salz Nr. 5(Magnesium phosphoricum) bestehen alle aus Lactose (Milchzucker) oder einem Ersatzträgerstoff. Die in einer Verdünnung von 1 : 1 Million vorliegenden Mineralsalze bewirken keine relevante Mineralstoffzufuhr. Trinkwasser enthält deutlich mehr Mineralstoffe. Für die Behauptung, dass die 1:1 Million verdünnten Mineralstoffe der Schüssler-Tabletten als «Türöffner» den Mineralstoffen aus der Nahrung den Weg in die Zellen öffnen, gibt es keinerlei glaubwürdige Belege oder Argumente. Dieses Geld können Sie sich sparen.

Siehe auch:

Was sind Schüssler-Salze?

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