In letzter Zeit reibt mir immer wieder mal jemand eine obskure Verschwörungsgeschichte zur Corona-Pandemie unter die Nase. Wenn ich nachfrage: «Woher hast du das?», höre ich regelmässig als Antwort: «Ich habe halt im Internet recherchiert.» Das sagt aber noch nicht viel aus. Frage ich genauer nach, stellt sich in der Regel heraus, dass die Person entweder «gegoogelt» oder YouTube-Filmchen angeschaut hat. Das ist fast zum Verzweifeln. «Googlen» und YouTube-Filmchen anschauen – das ist doch noch keine Recherche.

Zu einer Recherche würde beispielsweise gehören, dass die Quelle überprüft wird:

Wer sagt das? Was ist das für eine Person? Ist sie glaubwürdig? Welche wirtschaftlichen, persönlichen oder politischen Interessen verfolgt sie?

Über welches Medium oder welchen Kanal wird die Meldung verbreitet? Ist sie glaubwürdig? Welche wirtschaftlichen oder politischen Interessen verfolgt das der Kanal?

Wenn Sie mehr über eine bestimmte Aussage wissen und sich eine eigene Meinung bilden wollen, dann hilft die Recherche nach weiteren Informationen, die das Thema möglichst umfassend von unterschiedlichen Seiten beleuchten.

Recherche braucht Zeit

Eine richtige Recherche ist aufwendig und es braucht dazu Kenntnisse und Fähigkeiten, wie sie in der Journalismus-Ausbildung vermittelt werden. Man kann sich diese Kenntnisse und Fähigkeiten ein Stück weit auch selber aneignen. Aber «googeln» und «YouTublen» reicht nicht. Hilfreiche Tipps dazu, wie man Fakten im Internet prüfen kann, bietet die Website Faktencheck-ZLB der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Befremdlich finde ich auch, wenn mir jemand voll pauschal sagt, «Den Medien kann man sowieso nichts glauben», aber gleichzeitig vollkommen unkritisch jeden Schrott glaubt, der auf Facebook oder YouTube daherkommt.

Wem die Zeit oder die Fähigkeiten zu einer eigenen Recherche fehlt, der kann zum Beispiel auf Faktencheck-Seiten nach verlässlichen Informationen suchen.

Ein gemeinnütziges Recherche-Portal ist zum Beispiel Correctiv. Auch der Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks und das Faktencheck-Team von SWR3 veröffentlichen regelmässig Faktenchecks.

Die Schwierigkeit, Informationen im Internet zu prüfen, besteht natürlich nicht nur in Bezug auf die Corona-Pandemie. Auch Gesundheitsinformationen und Berichte über Heilpflanzen sind im Netz von höchst unterschiedlicher Qualität. Wenn Sie hier lernen wollen, wie sich die Spreu vom Weizen trennen lässt, dann können Sie das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.