Über Covid-19-Impfung verbreiten sich gerade vielerlei Falschinformationen. Unter anderem behaupten zwei Leitfiguren der Corona-Leugner, Corona-Skeptiker und Impfgegner, die beiden Mediziner pensionierten Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi, dass die Covid-19-Impfung unfruchtbar machen könne. Das ist Angstmache. Für diese Behauptung gibt es keinerlei Belege. Zudem sind Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi in der Corona-Pandemie schon durch eine ganze Reihe von widerlegten Behauptungen aufgefallen.

Ich finde es sehr bedenklich, dass gerade in Kreisen der Naturheilkunde solche Falschmeldungen oft blind geglaubt und weiterverbreitet werden.

Die Behauptung wird damit begründet, dass die durch die Covid-19-Impfung entstandenen Antikörper angeblich ein menschliches Protein namens Syncytin bekämpfen könnten. Denn das Coronavirus besitze ein sehr ähnliches Protein.

Syncytin sei wichtig für die Entwicklung einer Plazenta. Wenn die Antikörper das körpereigene Syncytin angreifen, hätte das zur Folge, dass sich in der Gebärmutter keine Plazenta entwickeln könne, was eine Schwangerschaft unmöglich mache.

Für diese Behauptungen werden weder Quellen genannt, noch wird erwähnt, auf welche Covid-19-Impfstoffe sie sich konkret beziehen. Die Beiträge wurden schon im November veröffentlicht, bevor der erste Impfstoff in der EU Ende Dezember 2020 zugelassen wurde.

Inzwischen habt eine ganze Reihe von Fachleuten diese Behauptungen zurückgewiesen, unter anderem auch Bettina Bally, die stellvertretende Kantonsärztin von Zürich, bei einer Pressekonferenz am 11. Januar 2021: „Man kann festhalten, dass diese Ähnlichkeit der beiden Proteine zu gering ist, als dass unser Immunsystem sie verwechseln könnte. Es gibt also aktuell keinerlei Hinweise für eine Unfruchtbarkeit nach einer Covid-19-Impfung.“

Wenn Covid-19-Impfung unfruchtbar machen würde, täte das auch die Covid-19-Infektion

Es gibt allerdings noch ein einfacheres Argument, auf das unter anderen Martin Gröte hinweist, Biochemiker und Leiter des Forschungslabors der Frauenklinik der Universität Münster:

«Falls Syncytin durch eine Covid-Impfung zerstört würde, müssten Frauen, die eine Covid-Infektion hinter sich haben, ebenfalls unfruchtbar werden, da sie Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein bilden würden. Es gibt aber keine Belege, die darauf hinweisen.»

Einen ausführlichen Faktencheck zu diesen Behauptungen hat Correctiv veröffentlicht:

Keine Belege, dass die Covid-19-Impfung unfruchtbar macht

Und hier gibt’s dazu noch einen Artikel aus «Deutschen Apotheker Zeitung» mit einer wissenschaftlichen Stellungnahme von Prof. Dr. Udo Markert, Leiter des Plazenta-Labors, Klinik für Geburtsmedizin, Universitätsklinikum Jena, und Präsident der „European Society for Reproductive Immunology“ sowie Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Direktor Klinik für Geburtsmedizin, Universitätsklinikum Jena, und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin:

COVID-19-Impfungen machen nicht unfruchtbar

Und hier noch ein Video von Martin Moder. Der Molekularbiologe erklärt fundiert und verständlich, weshalb die Behauptungen von Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi ein Griff ins Klo sind:

 

Fazit:

Es ist wahnsinnig, wieviel Aufwand von Fachleuten nötig ist, um eine Falschbehauptung von zwei pensionierten Medizinern zu widerlegen, die sich mit Monaten als Enthüller der

Es ist wahnsinnig, wieviel Aufwand Fachleute aufbringen müssen, um eine windige Behauptung von zwei pensionierten Medizinern zu widerlegen, die sich seit Monaten als Enthüller der Wahrheit profilieren. Und zwar ohne dass sie sich nur den geringsten Aufwand machen, ihre Behauptung zu Belegen. Eine leere Behauptung ins Internet zu stellen ist eine Sache von Minuten.

Das ist ein gutes Beispiel für Brandolinis Gesetz:

«Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Zehnerpotenz mehr Energie als dessen Produktion.“

Siehe auch:

Corona-Impfung – Ja oder Nein?