Angebot und Nachfrage in Medizin, Komplementärmedizin, Alternativmedizin…..

Dazu hier ein interessantes Zitat von George Bernhard Shaw (1856 – 1950), irischer Dramatiker, Satiriker und Träger des Literaturnobelpreises (1925):

„Die medizinische Praxis wird nicht von der Wissenschaft, sondern von Angebot und Nachfrage dirigiert, und wie wissenschaftlich eine Behandlungsweise auch sein mag, sie kann ihren Platz auf dem Markte nicht behaupten, wenn keine Nachfrage vorliegt, noch kann die gröbste Quacksalberei dem Markte ferngehalten werden, wenn eine Nachfrage vorliegt.“

Kommentar & Ergänzung:

Angebot und Nachfrage spielen in der medizinischen Praxis auch in der Gegenwart eine grosse Rolle. Uns wird sehr viel angeboten, das wir gar nicht brauchen. Uns wird eingeredet, was uns angeblich alles fehlt.

Übertherapie ist ein verbreitetes Phänomen in vielen Bereichen von Medizin und Komplementärmedizin.

Und Quacksalberei boomt, weil in manchen Bereichen die Nachfrage fast unbegrenzt ist. Das zeigt sich zum Beispiel beim Thema Krebs. Hier suchen viele Patientinnen und Patienten begreiflicherweise nach rettenden Heilmitteln und greifen dazu nach fast jedem Strohhalm. Deshalb gibt es so viele betrügerische Heilungsversprechen und Quacksalbereien.

Der Ausdruck „Quacksalber“ entstand im 17. Jahrhundert. Er stammt ab vom niederländischen kwakzalver, das eigentlich etwa „prahlerischer Salbenkrämer“ bedeutet (niederl. Qwakken = schwatzen, prahlen; zalven = salben). Angepriesen werden solche Mittel typischerweise hauptsächlich mit wundersamen, aber undokumentierten Heilungsgeschichten. Es fehlen in der Regel plausible Argumente, sorgfältige Dokumentationen oder Studien, die eine Wirksamkeit glaubwürdig machen könnten. Warum konsumieren so viele Menschen derart fragwürdige Heilmittel?

Weder in der medizinischen Praxis noch im Bereich von Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde setzt sich Qualität von selber durch. Erfolgreich ist über weite Strecken vor allem, was die Bedürfnisse der Menschen bedient. Und diese Bedürfnisse haben mit Qualität oft herzlich wenig zu tun.

Heilkundliche Therapien dienen nicht selten auch anderen Zwecken als demjenigen, gesund zu werden. Sie wehren zum Beispiel Angst und Ohnmachtsgefühle ab oder bieten Instant-Sinnangebote für Menschen, die mit dem eigenständigen Finden von Sinn nicht zu Rande kommen.

Dazu kommt, dass wir uns bezüglich der Wirksamkeit von Heilmitteln oder Therapien oft täuschen. Behandelnde und Kranke sind nur allzu gerne bereit, jede Besserung sogleich der angewandten Heilmethode gut zu schreiben. Andere wichtige Heilfaktoren wie Selbstheilungskräfte, Placebo-Effekte, normale Schwankungen im Krankheitsverlauf oder Veränderungen im Lebensumfeld werden oft hartnäckig ausgeblendet.

So haben Übertherapie und Quacksalberei oft leichtes Spiel.

Dagegen gibt es meiner Erfahrung nach vor allem ein Rezept: Gut informierte Patientinnen und Patienten, die nicht alle wunderbaren Heilungsversprechungen blind glauben, sondern gelernt haben, Aussagen zu prüfen und kritische Fragen zu stellen.

Diese Fähigkeiten zu vermitteln ist ein wesentliches Anliegen meiner Kurse und Lehrgänge.

Nur wenn die „Faulheit des kritiklosen Für-wahr-Haltens“ (Ludwig Marcuse) abnimmt, wird sich Qualität nach und nach durchsetzen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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