Aromatherapie / Phytotherapie: Rosenöl

An einem Vortrag wurde ich vor kürzlich gefragt, ob Rosenöl tatsächlich so teuer sei und wozu es verwendet werde. Hier ein paar Informationen und Anmerkungen zu einem interessanten ätherischen Öl, das in der Phytotherapie selten, in der Aromatherapie aber oft eingesetzt wird..

Rosenöl ist ausserordentlich teuer. Das hat mit der geringen Ausbeute bei der Herstellung zu tun.

Rosenöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampf-Destillation aus den Blütenblättern von Rosen gewonnen wird. Die zur Rosenöl-Gewinnung benutzten Blüten werden hauptsächlich in Bulgarien (Rosental), Frankreich, Marokko und der Türkei kultiviert und von Hand gepflückt.

„Gewonnen wird Rosenöl hauptsächlich aus den folgenden Rosenarten:

Rosa centifolia

Rosa damascena

Weniger bedeutend sind die Rosenarten von Rosa alba und Rosa gallica. Die Ausbeute ist gering: lediglich 0,02 bis 0,05 %. Aus drei Tonnen Blüten wird ca. ein Liter Rosenöl destilliert.

Rosenöl ist daher eines der teuersten ätherischen Öle. Im Großhandel kostet ein Kilogramm echtes bulgarisches Rosenöl (rosa damascens) über 5000 €, ein Kilogramm türkisches Rosenöl ca. 3000 €. Auch preiswerte synthetische Nachstellungen von Rosenöl sind im Handel. Naturidentische Nachbildungen können um 60–70 € pro kg kosten und dem Dufterlebnis von echtem Rosenöl sehr nahe kommen – dieses jedoch nicht erreichen. Nicht naturidentische, synthetische Nachbildungen sind deutlich preiswerter aber vom Duft her weniger ansprechend.

Rosenöl wird für kostbare Parfüms (z. B. Chanel № 5), zur Raumbeduftung in Duftlampen, in der Aromatherapie, mitunter auch zur Parfümierung von Zucker-, Schokoladen-, Tabakwaren und Likören genutzt. In der Parfümerie ist Rose, neben Jasmin, der am häufigsten eingesetzte Blumenduft.“

(Quelle: Wikipedia)

Interessant ist auch die Geschichte des Rosenöls:

„Vor der Wasserdampf-Destillation wurde das Rosenöl durch Extraktion der Blüten mittels fetter Öle gewonnen. Der Grieche Theophrastus (370 v. Chr) beschrieb die Gewinnung von Rosenöl durch Sesamöl. Rosenöl wurde damals dem Wein zugesetzt. Von Plinius ist überliefert, dass die Römer ihre Nahrungsmittel wie auch ihre Körper mit Rosenöl bedufteten. Die Erkenntnisse über die Destillation von Rosenöl kamen aus Persien. Schon im Jahr 810 erhielt Bagdad aus der Provinz Faristan ca. 30.000 Flaschen mit Rosenwasser. Die Kenntnisse der Destillation von Rosenöl erreichten Europa um 1000 n. Chr.

Im 17. Jahrhundert dehnte sich die Rosenkultivierung von Persien nach Indien, Nordafrika und in die Türkei aus. Im Jahr 1710 begann der Rosenanbau in Bulgarien, 200 km östlich von Sofia in Kasanlak. Seit 1750 bis in die Gegenwart ist die Region zwischen Kasanlak und Karlowo die bedeutendste Anbauregion zur Gewinnung von Rosenöl (Tal der Rosen). Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Bulgarien noch ca. 2800 Kleindestillierbetriebe für Rosenöl mit Wasserdampfbehältern für ca. 1–10 Tonnen Blüten.

Das Zentrum des türkischen Rosenanbaus liegt zwischen Burdur und Isparta im südwestlichen Teil der Türkei.

In Marokko begann die Rosenölherstellung kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in El-Kelâa M’Gouna.

1938 lag die Weltjahresproduktion von natürlichem Rosenöl noch bei jährlich 3 Tonnen. 1955 bei 700 kg, Anfang der 1980er zwischen 1–2 Tonnen pro Jahr. In Bulgarien lag die Produktion im Jahr 2003 bei ca. 900 kg.“

(Quelle: Wikipedia)

Rosenöl wird gerne verwendet in der Kosmetik und in der Parfümerie.

Rosenöl ist wie Lavendelöl ein ätherisches Öl, das auch unverdünnt auf die Haut aufgetragen kann.

Rosenöl besitzt eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung.

In manchen Pflegeinstitutionen wird Rosenöl oft unreflektiert in Sterbephasen angewendet. Das geht auf Vorstellungen aus der Anthroposophischen Medizin zurück,  wonach Rosenöl in der Sterbephase Loslösungsprozesse unterstützen soll.

Das halte ich zwar für ein reines Phantasiekonstrukt. Pflegende, die in der Sterbephase Rosenöl anwenden, würde ich trotzdem fragen, was genau sich ihrer Ansicht nach loslösen soll. Und wer ihrer Ansicht nach bestimmen soll, wann ein Loslösungsprozess mit Rosenöl eingeleitet wird. Wenn das mit dem Loslösen durch Rosenöl nämlich tatsächlich funktionieren würde, müssten da noch einige ethische Fragen geklärt werden.

Die Förderung von „Loslösungsprozessen“ stellt meines Erachtens eher eine religiöse als eine medizinische Anwendung dar, die nur mit einem darüber informierten und damit einverstandenen Patienten durchgeführt werden sollte.

Ich jedenfalls würde mich verwahren dagegen, wenn eine Pflegende meint, an meinem „Loslösungsprozess“ herum werkeln zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass ich mir in einer Sterbephase ganz andere Duftöle wünschen würde als ausgerechnet Rosenöl – Sandelholzöl zum Beispiel.

Aber wenn ein sterbender Mensch den Rosenduft liebt oder es den Pflegenden mit Rosenduft leichter fällt, ins Sterbezimmer zu gehen, dann wird auch Rosenöl passen. Punkt. Warum muss eine gute Anwendung eines feinen ätherischen Öls mit einer angeblichen Förderung von Loslösungsprozessen aufgeblasen werden?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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1938 lag die Weltjahresproduktion von natürlichem Rosenöl noch bei jährlich 3 Tonnen. 1955 bei 700 kg, Anfang der 1980er zwischen 1–2 Tonnen pro Jahr. In Bulgarien lag die Produktion im Jahr 2003 bei ca. 900 kg.“

(Quelle: Wikipedia)

Rosenöl wird gerne verwendet in der Kosmetik und in der Parfümerie.

Rosenöl ist wie Lavendelöl ein ätherisches Öl, das auch unverdünnt auf die Haut aufgetragen kann.

Rosenöl besitzt eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung.

In manchen Pflegeinstitutionen wir Rosenöl oft unreflektiert in Sterbephasen angewendet. Das geht auf Vorstellungen aus der Anthroposophischen Medizin zurück,  wonach Rosenöl in der Sterbephase Loslösungsprozesse unterstützen soll.

Das halte ich zwar für ein reines Phantasiekonstrukt. Pflegende, die in der Sterbephase Rosenöl anwenden, würde ich trotzdem fragen, was genau sich ihrer Ansicht nach loslösen soll. Und wer ihrer Ansicht nach bestimmen soll, wann ein Loslösungsprozess mit Rosenöl eingeleitet wird. Wenn das mit dem Loslösen durch Rosenöl nämlich tatsächlich funktionieren würde, müssten da noch einige ethische Fragen geklärt werden.

Die Förderung von „Loslösungsprozessen“ stellt meines Erachtens eher eine religiöse als eine medizinische Anwendung dar, die nur mit einem darüber informierten und damit einverstandenen Patienten durchgeführt werden sollte.

Ich jedenfalls würde mich verwahren dagegen, wenn eine Pflegende meint, an meinem „Loslösungsprozess“ herum werkeln zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass ich mir in einer Sterbephase ganz andere Duftöle wünschen würde als ausgerechnet Rosenöl – Sandelholzöl zum Beispiel.

Aber wenn ein sterbender Mensch den Rosenduft liebt oder es den Pflegenden mit Rosenduft leichter fällt, ins Sterbezimmer zu gehen, dann wird auch Rosenöl passen. Punkt. Warum muss eine gute Anwendung eines feinen ätherischen Öls mit einer angeblichen Förderung von Loslösungsprozessen aufgeblasen werden?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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