Blick ins Pflanzenlexikon: Fingerkraut

Die Gattung Fingerkraut (Potentilla) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und umfasst etwa 300 bis 500 Arten.

Der Name Potentilla kommt wohl von lat. potenzia = Macht oder potens = mächtig, d. h. wirksam, heilkräftig. Und -illa ist eine Verkleinerungsform. Sinngemäss meint Potentilla also ‘kleines, sehr heilkräftiges Kraut’.

Fingerkraut heisst die Gattung nach den oft handförmig fünfteiligen Blättern.

Für Pflanzenheilkunde und Phytotherapie wichtig sind vor allem zwei Arten:

1. Blutwurz ( = Aufrechtes Fingerkraut, Tormentill, Potentilla erecta)

Foto auf Wikipedia.

Blutwurz ist eine starke Gerbstoffpflanze mit Wirkung gegen Durchfall, Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündung, Aphthen, nässende Ekzeme, entzündete Hämorrhoiden.

Diese Anwendungsbereiche sind identisch mit denjenigen von Eichenrinde und Ratanhiawurzel.

2. Gänsefingerkraut ( = Potentilla anserina)

Foto auf Wikipedia

Gänsefingerkraut wird eingesetzt gegen Menstruationskrämpfe (Dysmenorrhoe), wobei die Wirksamkeit nicht ausreichend geklärt ist.

Verschiedene Fingerkraut-Arten werden in gärtnerischer Kultur als Zierpflanze verwendet.

Beispielsweise:

– Silber-Fingerkraut (Potentilla argentea)

Auch in einer rotblühenden Sorte. Potenzieller Partner für Hybridisierungen.

– Gold-Fingerkraut (Potentilla aurea)

In mehreren Sorten als Steingartenpflanze verwendet.

– Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana, Potentilla verna)

Als Zierpflanze in Steingärten verwendet.

Fingerkraut-Arten sind wichtige Nahrungsquellen für Insekten.

Beispielsweise bietet das Frühlingsfingerkraut Pollen für 30 Wildbienenarten.

Zwei Sandbienen-Arten sind gar spezialisiert auf Pollen von Fingerkraut.

Und die Mauerbiene Osmia spinulosa, die als Brutort Schneckenhäuschen nutzt, verwendet das Kriechende Fingerkraut (Potentilla reptans) als Quelle für Pflanzenmörtel.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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