Über konstruktive Konflikte und Filterblasen

Der Soziologe und Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer hat in der “Süddeutschen” ein informatives Interview gegeben. Hier ein Zitat daraus:

“Eine moderne Gesellschaft kommt ohne konstruktive Konflikte nicht weiter. Aber wir haben inzwischen gar keine Öffentlichkeit im Singular mehr, sondern wir haben Öffentlichkeiten im Plural, die aber in sich abgedichtet sind, so dass sich in diesen Filterblasen homogene Gruppen entwickeln. Die sozialen Medien muss man inzwischen asoziale Medien nennen. Homogene Gruppen haben es in sich. In diesen gibt es vor allem Aufschauklungsprozesse. Widerspruch wird nicht mehr zugelassen, um die Ambiguität der realen Verhältnisse abzumildern. Ganz schlimm wird das, wenn dann noch Verschwörungstheorien hinzukommen. Das macht mir besondere Sorgen. Dagegen hilft kein Argument mehr.”

Quelle: 

https://www.sueddeutsche.de/politik/wachsender-autoritarismus-kein-mensch-kann-auf-dauer-ohne-anerkennung-leben-1.4203226

Kommentar und Ergänzung:
 
Meine Generation hat das Glück gehabt, Demokratie, Rechtsstaat und Frieden über Jahrzehnte als weitgehend selbstverständliche Grundbegebenheit im Leben verfügbar zu haben. Diese Selbstverständlichkeit löst sich gerade auf.
Es sieht ganz danach aus, dass wir gerade eine Verantwortung zu übernehmen haben, für diese nicht mehr selbstverständlichen Werte einzustehen. Es scheint an der Zeit, dass wir uns verstärkt um gesellschaftliche Entwicklungen kümmern müssen. Das kann allerdings nur sehr begrenzt als Individuum geschehen. Nötig ist auch der Aufbau und die Stärkung von Strukturen, Institutionen und Organisationen, die 
demokratische und rechtsstaatliche Grundwerte schützen. Dazu gibt es verschiedenste Möglichkeiten. In den letzten Wochen ist zum Beispiel gerade Courage Civil aktiv geworden, eine Initiative, die meinem Eindruck nach Potenzial hat und wohlwollende Unterstützung verdient.
 
Zum Thema Filterblasen und asoziale Medien gibts gerade ein neues, sehr informatives Buch in meinem Buchshop:
 
 
Mehr Hintergrundinformationen zum Thema von mir gibts hier:
 
 

Meine Blogtexte zu gesellschaftspolitischen Themen:

– Was ist Populismus? Und was nicht?

Zusammenfassung des Populismus-Konzepts von Jan-Werner Müller.

 

– Notwendig: Den Sumpf der Hasspropaganda im Internet trockenlegen

Hauptsächlich eine Zusammenfassung von „Hass im Netz“ von Ingrid Brodnig.

 

Wie Medien via Aufmerksamkeitsfalle den Populismus fördern.

Eine Zusammenfassung des Buches „Die Aufmerksamkeitsfalle“ von Mattthias Zehnder.

 

– Demokratie braucht diskursive Gesprächskultur

Zum Mittelweg zwischen Relativismus und Dogmatismus.

 

Offene Gesellschaft oder Geschlossene Gesellschaft – wohin geht die Reise?

Liberale Demokratien sind weltweit unter Druck. Das Konzept der offenen Gesellschaft von Karl Popper ist deshalb wieder sehr aktuell und bietet wertvolle Hinweise zur Verteidigung der liberalen, offenen Demokratie.

 

– Hannah Arendt: Standnehmen in der Welt statt Weltentfremdung.

Die Sorge um intakte Weltbezüge in der modernen Gesellschaft.

 

– Ralf Dahrendorf zu den Gefährdungen liberaler Demokratien

Schleichender Autoritarismus, Staatsversagen, Einschränkung demokratischer Entscheidungsmöglichkeiten im Nationalstaat infolge Globalisierung, neuer Regionalismus.

 

– Lob der Kritik

Vom Wert der Kritikfähigkeit in Zeiten von Fake News.

 

– Triumph der Meinung über Fakten, Wahrheit und Fachwissen – das kann nicht gut gehen!

Zur Bedeutung der Krise von Wissen und Wahrheit für Alltag und Demokratie.

 

Buchempfehlungen in meinem Buchshop:

Bücher zu den Themen:

 

Medien / Internet / Facebook / Hass im Internet / Digitalisierung

 

Populismus

 

Demokratie / Menschenrechte / Offene Gesellschaft / Islamismus

 

Fake News / Bullshit / Lügen im Netz / Verschwörungstheorien

 

Russland / Wladimir Putin / Ukraine

 

Rechtsextremismus / Faschismus / Nationalsozialismus

 

Donald Trump / USA

Die Bücher in meinem Buchshop werden geliefert von Buchhaus.ch

 

Ingwer-Wirkstoff und Zitronensäure steigern Immunabwehr im Speichel – wirksam gegen Erkältung?

Zitronensäure und der Scharfstoff 6-Gingerol aus dem Ingwer-Wurzelstock verleihen nicht nur Speisen und Getränken eine besondere Geschmacksnote. Beide Substanzen stimulieren auch die molekularen Abwehrkräfte im menschlichen Speichel. Dies ist das Resultat einer Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie.

 

Der menschliche Speichel ist eine komplexe, wässrige Mischung aus unterschiedlichsten Bestandteilen. Er enthält neben Schleimhaut- und Immunzellen grössere Zahl von Molekülen, die unterschiedlichste biologische Aufgaben erledigen. Speichel ist nämlich nicht nur wichtig für die Nahrungsaufnahme, sondern ist für die Gesunderhaltung der Zähne, des Zahnfleischs und der Mundschleimhaut.

Darüber hinaus stellt er die erste Barriere gegen von außen eindringende Krankheitserreger dar. Deshalb enthält der Speichel verschiedene, antimikrobiell wirkende Moleküle, zu denen auch das antibakteriell wirkende Lysozym zählt. Sie gehören zum angeborenen, molekularen Immunsystems des Menschen.

Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, aber auch was jemand isst und trinkt, beeinflussen die Speichel-Zusammensetzung. Über den Einfluss einzelner Lebensmittelinhaltsstoffe ist jedoch noch wenig bekannt.

Um mehr über diesen Punkt zu erfahren, untersuchte die Forscher um Studienleiter Professor Thomas Hofmann, Leiter des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TUM, den Einfluss unterschiedlicher Geschmacksstoffe auf die Speichelzusammensetzung des Menschen: Zitronensäure (sauer), der Süßstoff Aspartam (süß), Iso-alpha-Säuren (bitter), der Geschmacksverstärker Natriumglutamat (umami), Kochsalz (salzig), 6-Gingerol (scharf) sowie die im Szechuanpfeffer enthaltenen Stoffe Hydroxy-alpha-Sanshool (kribbelnd) und Hydroxy-beta-Sanshool (betäubend).

Durch die Kombination von Speichelflussmessungen, Proteomanalysen und bioinformatischen Auswertungen konnten die Forscherinnen und Forscher estmals nachweisen, dass alle untersuchten Substanzen die Proteinzusammensetzung des Speichels in mehr oder weniger großem Umfang verändern. 

Biologische Funktionsanalysen der von der Modulation betroffenen Speichelproteine ergaben zudem, dass die durch Zitronensäure und 6-Gingerol ausgelösten Veränderungen, das molekulare Abwehrsystem im Speichel aktivieren. 

6-Gingerol aus Ingwer erhöht Abwehrkraft im Speichel

6-Gingerol erhöhte die Aktivität eines Enzyms, welches das im Speichel gelöste Thiocyanat in Hypothiocyanat umwandelt, wodurch sich die Menge des antimikrobiell und fungizid wirkenden Hypothiocyanats im Speichel in etwa verdreifachte.

Durch Zitronensäure stiegen die Lysozym-Spiegel im Speichel um das bis zu Zehnfache an. 

Wie mittels Untersuchungen an Bakterienkulturen erstmals gezeigt werden konnte, reicht diese Erhöhung aus, um das Wachstum von Gram-positiven Bakterien beinahe vollständig zu stoppen. Lysozym ist gegen diese Art der Bakterien wirksam, indem es deren Zellwand zerstört.

Professor Hofmann vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekularer Sensorik der TUM sagt zu diesen Forschungen:

„Unsere neuen Erkenntnisse zeigen, dass geschmacksgebende Stoffe bereits im Mundraum biologische Wirkungen besitzen, die weit über ihre bekannten sensorischen Eigenschaften hinausgehen.“

Diese geschmacksgebenden Stoffe mit neuesten Analysemethoden weiter zu erforschen, sei eins der Ziele, die sich die Lebensmittel-Systembiologie gesetzt habe, ergänzt der Lebensmittelchemiker. Nur so könnten auf lange Sicht neue Ansätze für die Produktion von Lebensmitteln gefunden werden, deren Inhaltsstoff- und Funktionsprofile an den gesundheitlichen und sensorischen Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher ausgerichtet seien. 

Quelle:

https://idw-online.de/de/news697688

Originalpublikation:
Matthias Bader, Andreas Dunkel, Mareike Wenning, Bernd Kohler, Guillaume Medard, Estela del Castillo, Amin Gholami, Bernhard Kuster, Siegfried Scherer and Thomas Hofmann: Dynamic Proteome Alteration and Functional Modulation of Human Saliva Induced by Dietary Chemosensory Stimuli, Journal of Agricultural and Food Chemistry 6/2018. DOI: 10.1021/acs.jafc.8b02092

https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jafc.8b02092

Kommentar & Ergänzung:

Diese Forschungsergebnisse sind sehr interessant, auch für die Phytotherapie. Und es taucht sofort eine ganze Reihe von Anschlussfragen auf:

Der Scharfstoff 6-Gingerol aus Ingwer erhöht die antimikrobiellen und fungiziden Eigenschaften des Speichels. Gilt das auch für andere Scharfstoffe – oder nur für 6-Gingerol?

Zitronensäure erhöht die antibakteriellen Eigenschaften des Speichels. Gilt das auch für andere saure Nahrungsbestandteile?

Aus Sicht der Phytotherapie wäre zudem interessant, ob auch Bitterstoffe eine Veränderung im Speichel bewirken, die gesundheiltlich bedeutsam ist.

Interessant ist aber auch, die diese Forschungsergebnisse in der Boulevardpresse dagestellt werden. Während der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) sie etwa so darstellt wie ich weiter oben, schreibt „Bild“:

„BEI ERKÄLTUNG

Darum sind Ingwer und Zitrone besser als Medikamente

Eine Tasse Ingwer-Tee hilft sehr wirksam gegen Erkältung. Das wurde jetzt wissenschaftlich bewiesen

Wer sich wirksam vor Erkältung und Grippe schützen will, muss nicht in die Apotheke gehen, sondern in den Supermarkt.

Denn Ingwer und Zitrone stärken die Abwehrkräfte besser als jedes Medikament. Was schon unsere Urgroßmütter wussten, wurde jetzt auch wissenschaftlich bewiesen: mit Spucke.“

Quelle:

https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/gesundheit/bei-erkaeltung-ingwer-und-zitrone-sind-besser-als-medikamente-58345230.bild.html

Das ist vollkommen überzogen dargestellt. Es ist mitnichten wissenschaftlich bewiesen, dass „Eine Tasse Ingwer-Tee…sehr wirksam gegen Erkältung“ hilft. Diese Frage wurde gar nicht untersucht. Es wurde nur untersucht und gefunden, dass Zitronensäure und 6-Gingerol die Konzentration gewisser Stoffe mit antimikrobieller Wirkung im Speichel erhöht. Daraus lässt sich noch kein Schluss ziehen auf die  Wirksamkeit einer Tasse Ingwertee auf eine viral bedingte Erkältung. Es müsste noch gezeigt werden, dass das antimikrobiell wirksame Hypothiocyanat – das zentrale Stoffwechselprozesse bei Bakterien blockiert – auch gegen Erkältungsviren wirkt. Und es müsste gezeigt werden, dass dadurch weniger Erkältungen ausbrechen.

Vorsichtiger wird die Studie im Magazin „Focus“ bewertet:

Die Untersuchung legt also nahe, dass eine Kombination aus Zitronen und Ingwer den Speichel im Kampf gegen Bakterien optimal unterstützt. In diesem Sinne: Lassen Sie sich öfter mal ein Zitronen-Ingwer-Wasser schmecken! Das enthält ganz nebenbei auch viel gesundes Vitamin C.“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/stimuliert-das-immunsystem-zitronenwasser-mit-ingwer-was-das-getraenk-zur-geheimwaffe-macht_id_9207496.html

„Legt nahe“ (Focus) ist bezüglich Erkältungsprävention angemessener und zurückhaltender als die Aussage „wissenschaftlich bewiesen“ (Bild).

Das soll allerdings niemanden davon abhalten, Zitronen-Ingwer-Wasser oder Ingwertee zu trinken. Vielleicht hilfts ja, auch wenn wissenschaftlich gesehen zur Wirksamkeit noch viele Fragen offen sind.

 

Wenn Sie sich fundiertes Wissen über Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen erwerben möchten, dann können Sie das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.

Sauna hilft zur Vorbeugung von Erkältungskrankeiten

Regelmässige Wechselduschen oder Saunagänge beugen Erkältungskrankheiten vor durch Aktivierung des Immunsystems..

Regelmäßig durchgeführte Wechselduschen steigern nicht nur die Anzahl peripherer zytotoxischer T-Lymphozyten und der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), sondern auch deren Aktivität.

In einer aktuellen Studie zeigte sich dieser immunaktivierende Effekt durch eine Reduktion der erkältungsbedingten Krankheitstage um 30 Prozent (PLoS One 2016; 11: e0161749).

Ähnliche Effekte wurden festgestellt bei regelmäßigen Saunagängen. Der Wechsel zwischen Heiß und Kalt regt Anpassungsprozesse des neuroendokrinen Systems sowie des Immunsystems an, was eine bessere Stresstoleranz und eine gesteigerte Krankheitsabwehr zur Folge hat (MMW 2017; 159: 42-44).

Quelle:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/947057/erkaeltungpraevention-gewappnet-husten-schnupfen-heiserkeit.html

https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0161749

https://www.springermedizin.de/gesund-durch-die-erkaeltungssaison/12003366?searchBackButton=true&fulltextView=true&abEvent=detailLink

Kommentar & Ergänzung:

Wechselduschen und Sauna gehören zu den Methoden der klassischen Naturheilkunde und sind dem Bereich Hydrotherapie zugeordnet.

Bei beginnender Erkältung ist Sauna aber wirkungslos. Siehe dazu:

Bei beginnender Erkältung ist Sauna wirkungslos

Ausserdem:

Sauna & Erkältung – passt das zusammen?

 

Kann Kaffee Alzheimer und Herzkrankheiten vorbeugen?

Je dunkler der Kaffee geröstet wird, desto besser soll er fürs Gehirn sein. Dieses Fazit ziehen Wissenschaftler der University of Toronto in einer Studie.

Kaffee mit dunkler Röstung soll demnach Gehirnkrankheiten wie Parkinson oder Alzheimer vorbeugen.

Ausschlaggebend für diese Wirkung soll eine Gruppe von Inhaltsstoffen sein, die Phenylindane, die im Zuge der Röstung entstehen. Untersucht wurden drei Kaffeesorten – heller Röstung, dunkler Röstung und entkoffeinierter dunkler Röstung. Die Studienautoren Ross Mancini, Yanfei Wang und Donald Weaver schreiben, dass dunkle Röstungen (auch in entkoffiinierter Variante) besonders viele Phenylindane enthalten, die wiederum die Produktion von mit Alzheimer und Parkinson in Verbindung stehenden Proteinen (Beta-Amyloid und Tau) hemmen.

Je länger die Röstung, desto mehr potentiell gesunde Phenylindane im Kaffee

Auf die Frage, welche Menge von Kaffee für eine vorbeugende Wirkung nötig ist, gibt die Untersuchung hingegen keine Antwort.

Ungeklärt bleibt auch, ob Kaffee als therapeutisches Mittel bei bestehenden Erkrankungen eingesetzt werden könnte. Dazu bedürfe es weiterer Forschung, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle:

https://diepresse.com/home/leben/gesundheit/5528069/Studie_Kaffee-wirkt-gegen-Alzheimer-und-Herzkrankheiten

Originalstudie:

Phenylindanes in Brewed Coffee Inhibit Amyloid-Beta and Tau Aggregation

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnins.2018.00735/full

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessant finde ich, dass die Röstung hier eine Rolle zu spielen scheint. Allerdings muss auch gesagt werden, dass wir es hier mit einer reinen Laboruntersuchung zu tun haben. Ob dunkel gerösteter Kaffee bei Menschen tatsächlich vorbeugend gegen Alzheimer und Parkinson wirkt, könnte nur durch eine Langzeitstudie mit einer Kontrollgruppe geklärt werden. Da solche Studien sehr aufwendig und teuer sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie in Angriff genommen werden. Obwohl die Kaffee-Industrie die finanziellen Ressourcen dazu bestimmt hätte.

Da beim Rösten von Kaffee Stoffe entstehen, die die Ausschüttung von Magensäure verlangsamen können, sollen stark geröstete Bohnen besser magenverträglich sein. Bezüglich Verträglichkeit spielen aber auch wohl individuelle Faktoren und die Kaffeesorte eine Rolle.

Kaffee taucht in der Phytotherapie-Fachliteratur nicht auf, obwohl die Kaffeebohne selbstverständlich aus der Pflanzenwelt stammt. Kaffee gilt heute ganz offensichtlich nicht als Arznei, sondern als Genussmittel. Immerhin wird Kaffee aber hinsichtlich seiner gesundheitlichen Auswirkungen intensiv erforscht und er ist eine bedeutende Quelle für Antioxidantien.

 

 

 

 

 

 

John Stuart Mill über Irrtum und Erfahrung

Hier ein interessantes Zitat von John Suart Mill über Irrtum und Erfahrung:

“….Quelle alles Achtenswerten im Menschen….dass er seine Irrtümer korrigieren kann. Er ist fähig, seine Missgriffe durch Diskussion und Erfahrung richtigzustellen. Nicht durch Erfahrung allein: Diskussion tut not, um zu zeigen, wie die Erfahrung zu deuten ist. Falsche Urteile und Bräuche geben allmählich den Tatsachen und Überlegungen Raum…Sehr wenige Tatsachen sind imstande, ihre eigene Geschichte zu erzählen…”

John Stuart Mill, 1806–1873, Philosoph, Psychologe und Soziologe; Über die Freiheit, Reclam 2004

 

Kommentar & Ergänzung:

Erfahrungen sprechen nicht für sich, wir müssen sie erst zum Sprechen bringen. Jede Erfahrung ist mit verschiedenen Deutungen kompatibel. Das gilt auch für Erfahrungen mit Heilmitteln und Heilmethoden. Wenn daher von „Erfahrungsmedizin“ die Rede ist, so sagt das noch gar nichts aus. Erfahrung allein kann uns nicht sicher zeigen, ob ein Heilmittel hilft oder nicht. So zeigte sich beispielsweise in der Medizingeschichte immer wieder, dass sich Irrtümer über Jahrhunderte halten können und trotz aller Erfahrung nicht erkannt werden. Erfahrung bringt den Irrtum nicht mit Gewissheit zu Tage.

Entscheidend ist, und das sagt Mill deutlich, wie wir mit unseren Erfahrungen umgehen. Nötig ist eine kritische Diskussion aller Erfahrungen, ein Distanznehmen von eigenen Erfahrungen, um sie zu reflektieren, mit anderen Erfahrungen zu vergleichen und einzuordnen.

Wenn mir also jemand sagt, dass Heilmittel XY seiner Erfahrung nach bei Krankheit Z hilft, dann frage ich immer genau nach, wie diese Erfahrung gemacht wurde, wie sie zustande kam, und wie der betreffende Mensch sich mit seiner Erfahrung auseinander gesetzt hat. Die Antwort auf diese Fragen ist oft enttäuschend.

Es fehlt häufig jede Distanz zur eigenen Erfahrung, jedes Bewusstsein dafür, dass Erfahrung täuschungsanfällig ist und jede fundierte Auseinandersetzung mit der eigenen Erfahrung, nicht nur bei Laien, sondern auch bei Fachleuten aus Apotheken oder Drogerien, bei Praktizierenden und Lehrenden der Naturheilkunde.

Wir brauchen in diesen Bereichen mehr Bewusstsein über die eigene Irrtumsanfälligkeit und mehr krtische Auseinandersetzung mit „Erfahrungen“. Das sind Kompetenzen, die ich auch in meinen Lehrgängen zu vermitteln suche, in der Phytotherapie-Ausbildung und im Heilpflanzen-Seminar.

Siehe dazu auch:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

 

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

Naturheilkunde: Warum werden unsere Kranken eigentlich wieder gesund?

Vom Umgang mit Erfahrung in der Pflanzenheilkunde

 

 

Woran lässt sich Populismus erkennen?

Typisch für Populisten: Sobald sich nur schon eine Niederlage abzeichnet, schreien sie “Betrug”. Weil sie ja angeblich das Volk vertreten, kann eine Niederlage niemals mit rechten Dingen zugehen. Damit sie „Betrug“ schreien, braucht es keine konkreten Belege oder nur schon ernstzunehmende Verdachtsmomente für Wahlbetrug. Die Tatsache einer drohenden oder eingetretenen Niederlage allein ist für sie schon ein „Beweis“ für Betrug. Sie raunen auch ohne jeden Beleg von „Betrug“ und delegitimieren damit die Wahl. Das ist gefährlich.

Insofern er nur eigene Siege anerkennt, Niederlagen aber nicht, diffamiert und untergräbt der Populismus die liberale Demokratie.

Illustrative Beispiele für dieses antidemokratische Vorgehen liefert Donald Trump, der schon im Präsidentschaftswahlkampf 2016 ankündigte, das Wahlergebnis nur im Falle seines Sieges zu anerkennen, nicht aber bei einer Niederlage. Dass eine allfällige Niederlage nur durch Fälschung und Betrug zustande gekommen sein kann, „weiss“ dieser Kandidat schon im Voraus und deutet es auch an.

Nach der Wahl akzeptiert Trump nicht, dass er nur die Mehrheit der Wahlmänner (Electoral Vote) erlangt hat, aber nicht die Mehrheit der Stimmen (Popular Vote). Dass Clinton beim Popular Vote fast drei Millionen Stimmen Vorsprung hat, diffamiert Trump wiederholt als „Betrug“, ohne sich um Belege zu kümmern. Er raunt einfach vor sich hin.

Auch bei der  Senatswahl 2018 im US-Staat Florida  schwadroniert Trump von Betrug, weil der republikanische Kandidat Scott und der demokratische Kandidat Nelson bei der Auszählung nahezu gleichauf liegen, ohne dass er auch nur konkrete Indizien vorlegt.

In Österreich sind die populistische FPÖ und ihre Anhängerschaft jeweils sehr rasch mit dem Vorwurf des Betrugs zur Hand. Dort gab es bei der Präsidentschaftswahl 2016 im ersten Durchgang der Stichwahl zwar formale Fehler,  aber keine Hinweise auf Wahlbetrug. Bereits nach der Wien-Wahl im Oktober 2015 vermuteten manche FPÖ-Wähler Wahlbetrug. Das kommt nicht von ungefähr. Populisten und damit auch die FPÖ sind geübt darin, sich als Opfer zu inszenieren.

Die Inszenierung als Opfer und das faktenfreie Raunen über Wahlbetrug bei drohenden Niederlagen ist selbstverständlich nicht das einzige Merkmal des Populismus.

Am besten erklärt und auf den Punkt gebracht hat dieses Phänomen meines Erachtens der Politologe Jan-Werner Müller in seinem Essay „Was ist Populismus“.

Danach glaubt ein Populist vor allem, dass er, und nur er das Volk vertritt. Ein Volk zudem, das als homogen fantasiert wird.

In meinem Buchshop stelle ich das Buch mit einer Besprechung vor:

Was ist Populismus? – Essay von Jan-Werner Müller

Und hier gibt’s eine Zusammenfassung des Buches von mir:

Was ist Populismus? Und was nicht?

Der Begriff “Populismus” wird ja in der politischen Auseinandersetzung immer wieder als Kampfbegriff missbraucht. Das ist bedauerlich, denn dadurch verliert der Begriff seine Erklärungskraft. Jan-Werner Müller gelingt es, nachvollziehbar verständlich zu machen, worin die Kernelemente des Populismus bestehen und weshalb sie für die Demokratie gefährlich sind.

Sind Edelkastanie und Rosskastanie verwandt?

Nein, Edelkastanie und Rosskastanie sind nicht verwandt und zeigen grosse Unterschiede. Hier dazu etwas mehr:

Edelkastanie (= Esskastanie, = Marroni; Castanea sativa)

Die Edelkastanie gehört zur Familie der Buchengewächse und gedeiht bei uns vor allem in den eher wärmeren Regionen, in der Schweiz natürlich insbesondere im Kanton Tessin. Die Früchte der Edelkastanie werden als Marroni geröstet und zu Vermicelles verarbeitet. Botanisch handelt es sich bei den Edelkastanien-Früchten um echte Nüsse.

Im Tessin war die Edelkastanie über Jahrhunderte hinweg ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Sie sind reich an Stärke und arm an Fett.

100 Gramm Edelkastanien enthalten nur 2 Gramm Fett, das einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweist. Wegen dem tiefen Fettanteil liefern Edelkastanien im vergleich zu anderen Nüssen nur wenig Kalorien – etwas 200 Kilokalorien pro 100 Gramm. Edelkastanien sind sehr vielseitig in der Küche verwendbar. Da sie kein Gluten enthalten, sind sie auch für Menschen geeignet, die an einer Zöliakie leiden.

Edelkastanienblätter enthalten Gerbstoffe (hauptsächlich Ellagitannine) und Flavonoide. In der traditionellen Pflanzenheilkunde sollen sie manchenorts gegen Husten, zur Wundbehandlung und bei Durchfall eingesetzt worden sein. Fundiertere Erkenntnisse dazu gibt es meines Wissens allerdings nicht. Wegen den Gerbstoffen wäre eine Wirkung gegen Durchfall plausibel, doch gibt es vielen Heilpflanzen, die Gerbstoffe enthalten und zur Behandlung von Durchfall geeignet sind, zum Beispiel Tormentillwurzel (= Blutwurz) oder  Schwarztee. In der Phytotherapie-Fachliteratur kommt die Anwendung von Edelkastanienblättern nicht vor, weil dazu keine fundierten Erkenntnisse vorliegen.

Neue Laboruntersuchungen mit einem Extrakt aus Edelkastanienblättern belegen allerdings eine antibakterielle Wirksamkeit selbst gegen Staphylococcus aureus (MRSA-Bakterien). Der Artikel dazu wurde im Fachmagazin PLOS publiziert (Quelle: doi:10.1371/journal.pone.0136486). Es handelt sich allerdings um eine Laboruntersuchung. Die Bedeutung der Ergebnisse für die Welt ausserhalb des Reagenzglases ist umklar.

In der „Dr. Bach Blütentherapie“ wird die Edelkastanie als „Bachblüte Nr. 30  Sweet Chestnut“ eingesetzt, beispielsweise bei „tiefster Verzweiflung, Ausweglosigkeit und Seelenqual“, aber auch bei „akuter Hoffnungslosigkeit, äußerster Depression, extremen seelischen Leiden“ sowie bei „seelischem oder körperlichem Zusammenbruch“ (zusammengestellt aus der Bachblüten-Literatur).

Wie immer bei der Bach-Blütentherapie sind die Beschreibungen der Zustände, bei denen die Bachblüten eingesetzt werden hoch dramatisch, bildhaft und weitläufig, so dass viele Menschen sich an irgendeinem Punkt damit identifizieren können. Und wie immer bei der Bach-Blütentherapie gibt es für diese hochtrabenden Versprechungen keine Belege.

In der Homöopathie wird die Edelkastanie unter dem Namen Castanea vesca eingesetzt, das ist ein Synonym für Castanea sativa. Unter diesem Namen taucht die Edelkastanie im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) auf und wird homöopathisch zum Beispiel bei Krampfhusten und Enddarmentzündungen eingesetzt. Belege für eine Wirksamkeit gibt es wie bei den anderen Homöopathika nicht.

 

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist auf dem Balkan heimisch und wird in Mitteleuropa verbreitet angepflanzt – zum Beispiel in Parkanlagen und Biergärten.

Den Namen Rosskastanie bekam die Pflanze, weil die Rosskastaniensamen von den Osmanen als Pferdefutter und als Heilmittel gegen Pferdehusten mitgeführt wurden und so nach Mitteleuropa gelangten.

Rosskastaniensamen werden auch zur Winterfütterung von Rothirschen und Rehen verwendet. Die Rosskastanienblüten produzieren ausgiebig Nektar und Pollen und sind damit eine gute Bienenweide.

Rosskastaniensamen sind wie Edelkastanien reich an Stärke, eigenen sich aber nicht als Nahrungsmittel. Sie enthalten ein Gemisch aus Saponinen, das als Aescin bezeichnet wird. Diese Saponine verleihen den Rosskastaniensamen schäumende Eigenschaften. Extakte aus den Samen werden deshalb Shampoos und Waschmitteln zugesetzt.

Wegen dem Aescin-Gehalt sind Rosskastaniensamen in der Phytotherapie ein wichtiges Mittel zur Linderung von Stauungen (Ödeme) bei Venenschwäche (Veneninsuffizienz).

Zu diesem Zwecker werden Trockenextrakte aus Rosskastaniensamen oder reine Aescin-Präparate für die innerliche Einnahme hergestellt, zum Beispiel Aesculaforce / Aesculamed / Venostasin. Für diese Präparate gibt es Wirksamkeitsbelege durch klinische Studien.

Siehe dazu:

Rosskastanienextrakt als Venenmittel

Textsammlung zu Rosskastanie im Heilpflanzen-Infoportal

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

Pharmawiki: Rosskastanienextrakt bei Venenleiden

Cochrane-Studie zu Rosskastanienextrakt bei Venenbeschwerden

In der Bach Blütentherapie wird die Rosskastanie als „Bachblüte Nr. 35 White Chestnut“ verwendet, unter anderem bei „Zwangsgedanken, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen“ sowie „Kopfschmerzen infolge geistiger Überbeanspruchung“

(Zusammenstellung aus Bach-Blüten-Literatur).

Hier gilt das gleiche wie bei der Edelkastanie:

Wie immer bei der Bach-Blütentherapie sind die Beschreibungen der Zustände, bei denen die Bachblüten eingesetzt werden, hoch dramatisch, bildhaft und weitläufig, so dass viele Menschen sich an irgendeinem Punkt damit identifizieren können.

Und wie immer bei der Bach-Blütentherapie gibt es für diese hochtrabenden Versprechungen keine Belege.

Bei der hier besprochenen Aesculus hippocastanum handelt es sich im übrigen um die Weissblühende Rosskastanie. In Parkanlagen ist auch die Fleischrote Rosskastanie anzutreffen (Aesculus × carnea). Sie ist eine Kreuzung zwischen der von der Balkanhalbinsel stammenden Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und der nordamerikanischen Roten Rosskastanie (Aesculus pavia).

In der Phytotherapie wird sie nicht verwendet.

In der Bach Blütentherapie wird Aesculus carnea als „Bachblüte Nr. 25 Red Chestnut“ eingesetzt, unter anderem bei  „übertriebenen Sorgen und Ängsten um andere“ sowie bei „übertriebener Fürsorglichkeit und neurotischem Mitleid“ und „selbstlose Sorgen und Kummer“.

Wie immer bei der Bach-Blütentherapie sind die Beschreibungen der Zustände, bei denen die Bachblüten eingesetzt werden, hoch dramatisch, bildhaft und weitläufig, so dass viele Menschen sich an irgendeinem Punkt damit identifizieren können.

Und wie immer bei der Bach-Blütentherapie gibt es für diese hochtrabenden Versprechungen keine Belege. Die Beschreibungen sind willkürlich und entstammen der Fantasie des Erfinders.

Wer fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

 

Kaffee trocknet den Körper nicht aus

Immer noch zu hören ist die Ansicht, dass Kaffee, Grüntee und Schwarztee für die Flüssigkeitsbilanz nicht angerechnet werden dürfen, weil sie dem Organismus Wasser entziehen würden.

Dieser Gesundheitstipp ist jedoch schon seit einiger Zeit widerlegt. Zwar insbesondere Kaffee wegen seinem Gehalt an Koffein kurzfristig den Harndrang, über den Tag verteilt scheiden Kaffeetrinker jedoch ähnlich viel Flüssigkeit aus wie Nicht-Kaffeetrinker.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt:

“Kaffee sowie schwarzer und grüner Tee können in der Flüssigkeitsbilanz wie jedes andere Getränk behandelt werden.”

Etwa 1,5 Liter Flüssigkeit täglich gelten als ideal.

Quelle:

https://www.stern.de/gesundheit/krank-wegen-nasser-haare–zwoelf-gesundheitsmythen–die-sie-vergessen-koennen-7275258.html#ktg-0_slide-7

 

Kommentar & Ergänzung:

Kaffee bewirkt also keine „Austrocknung“.

Nach gegenwärtigem Stand des Wissens ist bei koffeinabstinenten Menschen nach Koffeinzufuhr zwar eine gewisse Reduktion des Gesamtkörperwassers festzustellen, doch tritt erhöhter Flüssigkeitsverlust nur einmalig auf, weil bei fortgesetzter, dauerhafter Koffeinzufuhr Ausgleichsmechanismen greifen.

Auf Wikipedia sind diese physiologischen Vorgänge so beschrieben:

“Eine Studie, in der man zwölf Probanden, die seit fünf Tagen koffeinabstinent gelebt hatten, über mehrere Tage jeweils zweimal drei Tassen Kaffee pro Tag (insgesamt 642 mg Koffein/Tag) zuführte, ergab nach 24 Stunden eine mittlere Abnahme des Körpergewichtes von 0,7 kg und eine Reduktion des Gesamtkörperwassers um 1,1 kg (gemessen mit Bio-Impedanz-Messung). Es kann jedoch nicht allein anhand der Gesamtkörperwassermenge eine Aussage über den Flüssigkeitsversorgungsstatus einer Person getroffen werden, da das Wasser wie in diesem Fall aus dem Extrazellularraum stammen kann. Bei fortgesetztem dauerhaftem Kaffeekonsum werden Kompensationsmechanismen, wie die Erhöhung des Plasmavasopressinspiegels und der Osmolalität des Urins, aktiv. Ein erhöhter Flüssigkeitsverlust infolge von Kaffee tritt demnach nur einmalig in Erscheinung.

Das im Kaffee enthaltene Coffein wirkt diuretisch. Wird Kaffee allerdings regelmäßig und in ähnlichen Mengen konsumiert, so besteht keine erhöhte Diurese oder Natriurese aufgrund des erhöhten Niveaus verschiedener Kompensationsmechanismen (Escape-Phänomen). Kaffee wird deshalb nach aktuellem Forschungsstand als Teil der Wasserzufuhr des Körpers betrachtet und kann in der Flüssigkeitsbilanz wie jedes andere Getränk behandelt werden.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffee#Entwässerung)

Diese Ausführungen lassen sich wohl weitgehend auch auf Grünteee und Schwarztee übertragen, die beide dem Organismus in der Regel weniger Koffein zuführen und das zudem auch langsamer tun.

Kaffee hat in der Phytotherapie keine Bedeutung, Schwarztee und Grüntee aber schon, allerdings vor allem wegen dem hohen Gehalt an Gerbstoffen und Antioxidantien (EGCG in Grüntee, Theaflavine im Schwarztee).

Wenn Sie fundiertes Wissen über Wirkstoffe in Heilpflanzen erwerben möchten, dann nhemen Sie am besten an einem meiner Lehrgänge Teil. Das Heilpflanzen-Seminar und vertiefter noch die Phytotherapie-Ausbildung geben einen guten Einblick in dieses faszinierende Thema.

Naturheilkunde: Bewährte Hausmittel für Kinder

Der österreichische „Kurier“ bricht eine Lanze für bewährte Hausmittel. Dabei kommt auch der Kinderarzt Karl Zwiauer zu Wort. Er ist Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Universitätsklinikum St. Pölten:

„Mit dem Aufkommen der modernen Medizin – Stichwort Antibiotika – sind viele Hausmittel in Vergessenheit geraten. Jetzt gibt es eine gewisse Rückbesinnung.“

Als Beispiel erwähnt er warme Wickel (z. B. gegen Husten oder Halsschmerzen), welche die Durchblutung verbessern, Regenerationsprozesse anregen und die lokale Abwehr stärken. Da gehe es einem schnell besser. Früher hätten die Ärzte viel rascher Antibiotika verschrieben, heute sei man da konservativer. Der Kinderarzt weist aber auch auf die Grenzen der Hausmittel hin: Bessere sich ein schlechter Zustand von Säuglingen und Kleinkindern nicht innert eines Tages wesentlich, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Heilpflanzen rät Zwiauer zu Präparaten in Arzneibuchqualität (erhältlich in Apotheken und Drogerien): „Da weiß man, was drinnen ist und kann sich auf die Wirkung verlassen.“

Quelle:

https://kurier.at/gesund/warum-jetzt-omas-heilwissen-wieder-in-ist/400309764

 

Kommentar & Ergänzung:

Sehr vernünftiges Statement.

Irgendwie scheint heute nämlich über weite Strecken das richtige Mass abhanden gekommen zu sein. Einerseits gibt es Eltern, die schon mit kleineren Beschwerden ihrer Kinder – zum Beispiel einer normalen Erkältung – überfordert sind und mit den Kleinen zum Arzt oder gleich ins Spital rennen. Ihnen würden wohl bessere Kenntnisse bewährter Hausmittel mehr eigenen Handlungsspielraum verschaffen und mehr Gesundheitskompetenz vermitteln. Andererseits gibt es gerade auch in Kreisen der Alternativmedizin Eltern, die den eigenen Methoden zuviel zutrauen und zu spät ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wodurch immer wieder auch Kinder zu Tode kommen. Darum ist es wichtig, wie Zwiauer auch auf Grenzen der Selbstbehandlung hinzuweisen.

Ich bin auch mit dem Hinweis einverstanden, bei Heilpflanzen-Präparaten Arzneibuchqualität zu bevorzugen, weil damit ein gewisser Qualitätsstandard gewährleistet ist. Vor allem würde ich keine Heilkräuter und auch sonst keine Arzneimittel via Internet beziehen. Dort werden derart viele Fälschungen angeboten, dass die Sicherheit der Produkte nicht gewährleistet ist.

Eine fundierte Phytotherapie eignet sich im übrigen bestens, um verlorengegangenes Wissen über Hausmittel in erneuerter Form wieder aufzubauen.

Wer sich für fundiertes Heilpflanzen-Wissen für die Anwendung bei Kindern und Erwachsenen interessiert, dem empfehle ich meine Lehrgänge – das Heilpflanzen-Seminar und die Phytotherapie-Ausbildung.