Getränkeindustrie beeinflusst Ernährungsstudien

Führen zuckerhaltige Süssgetränke, Cola & Co. zu Übergewicht?

Die Antwort auf diese Frage hängt offenbar stark davon ab, welche Studie man dazu konsultiert – und wer die Studie finanziert hat.

Zu diesem Resultat kommen jedenfalls Wissenschaftler der spanischen Universität Navarra und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Sie berichten darüber im Fachmagazin Plos Medicine.

Stecken Forscher in einem Interessenskonflikt, weil sie oder ihre Studie von der Getränkeindustrie finanziert werden, dann fällt ihr Resultat auch eher im Sinne der Limonadenhersteller aus.

Das Team um Maira Bes-Rastrollo wertete alle Übersichtsarbeiten aus, die in den vergangenen Jahren zum Thema Gewichtszunahme und Limonadenkonsum publiziert wurden. Dabei zeigte sich deutlich der Einfluss einer Finanzierung durch die Lebensmittelindustrie. Mehr als 80 Prozent der industriefinanzierten Arbeiten kamen zu dem Resultat, dass stark zuckerhaltige Getränke kein besonderes Problem darstellten.

Gaben die Wissenschaftler der ausgewerteten Arbeiten hingegen keinen Interessenkonflikt an, zeigte sich ein fast spiegelverkehrtes Bild. Ebenfalls über 80 Prozent dieser Studien kamen zu dem Schluss, dass ein hoher Konsum von stark gezuckerten Getränken direkt mit einer Gewichtszunahme oder mit Übergewicht in Zusammenhang steht.

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrungsstudien-gewichtiger-einfluss-der-getraenkeindustrie-1.1854953

http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1001578

Kommentar & Ergänzung:

Die partielle Käuflichkeit von Wissenschaft beschert dieser ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem.

Positiv ist, dass die Wissenschaft immer wieder auch die Werkzeuge zur Verfügung stellt, um solche Abhängigkeiten aufzudecken und zu kritisieren – wie die vorliegende Studie aus Plos Medicine zeigt.

Es ist aber dringend nötig, dass auch eine kritische Öffentlichkeit konsequent Druck macht für mehr Transparenz in der Forschung und für die Stärkung einer unabhängigen Wissenschaft.

Nebenbei: Dass zuckerreiche Süssgetränke – jedenfalls wenn sie in grösseren Mengen regelmässig konsumiert werden – Übergewicht begünstigen,  das sagt meines Erachtens schon der gesunde Menschenverstand. Dieses aromatisierte Zuckerwasser geht so schnell ins Blut – woher soll da auch nur ansatzweise ein nachhaltig-sättigender Effekt kommen.

Siehe auch: Ernährungswissenschaft: Fragwürdige Studien stiften mehr Verwirrung als Nutzen

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