Grüntee gegen Krebs – was ist davon zu halten?

Die Frage, ob man mit Grüntee tatsächlich Krebs verhindern kann, ist nach wie vor umstritten. Dies erklärte Jutta Hübner,  Ärztliche Leiterin der Komplementären Onkologie des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen in Frankfurt auf einem Praxis Update. So erlaubt ein Cochrane-Review, das 951 Veröffentlichungen mit über 1,6 Millionen Teilnehmern auswertete, nur die folgenden Aussagen:

– Die Studienresultate zum Risiko für Karzinome des Verdauungstraktes sind hochgradig widersprüchlich.

– Grüntee reduziert wahrscheinlich nicht die Sterberate beim Magenkarzinoms (Magenkrebs).

– Studien mit höherer Methodenqualität und die einzige randomisierte kontrollierte Studie sprechen für ein reduziertes Prostatakarzinomrisiko.

– Für das Harnblasenkarzinom besteht möglicherweise ein höheres Risiko.

In einer ganz aktuellen Grüntee-Studie zeigte sich ein deutlicher vorbeugender Effekt, wenn der Tee nicht heiß, sondern mit moderater Temperatur getrunken wurde. Zudem hat eine andere Untersuchung von 2010 gezeigt, dass der Genuss von mehr als drei Tassen Grüntee pro Tag das relative Risiko für ein Rezidiv (Rückfall) bei Mammakarzinom (Brustkrebs) auf 0,73 reduziert. Insgesamt bestehe für den Grüntee eine „brauchbare“ Evidenz, erklärte Jutta Hübner.

Quelle:

Medical Tribune, MTD, Ausgabe 24 / 2010 S.17,

http://www.medical-tribune.de/patienten/news/26512/

Kommentare & Ergänzung:

Schade, dass die Quelle für die Studie aus dem Jahr 2010 zum Rezidivrisiko bei Brustkrebs in der Medical Tribune nicht aufgeführt ist. Jutta Hübner ist aber eine sehr fundierte Expertin im Bereich der komplementären Onkologie. Es gibt im Bereich der Komplementärmedizin nicht wenige „Experten“, denen es an selbstkritischer Distanz zu den eigenen Methoden mangelt. Dann wird plötzlich alles toll, was an Komplementärmedizin angeboten wird, Grenzen und Schwachpunkte werden ausgeblendet. Jutta Hübner gehört nicht zu diesen einseitigen „Komplementärmedizin-Aposteln“. Was ich bisher von ihr gelesen habe zum Thema „Krebs & Komplementärmedizin“, ist sehr sorgfältig und differenziert.

Von Jutta Hübner ist ein informatives Buch erschienen, das sich mit ergänzenden Massnahmen im Bereich Komplementärmedizin & Krebs befasst:

Aloe, Ginkgo, Mistel & Co

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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0 Antworten
  1. shunyata
    shunyata says:

    Es geht allgemein nicht um Grüntee. Verschiedene grüne Teesorten haben auch unterschiedliche Anteile an Polyphenolen, die für die krebshemmenden Eigenschaften verantwortlich sind. Der höchste Anteil von Polyphenolen ist im japanischen Grüntee vor allem im Gyokuro enthalten. Wichtig sind auch die Wassertemperatur, die Ziehzeiten und die Menge , die 3 Tassen am Tag nicht überschreiten sollte. Alles in allem wie immer ein sehr komplexes Thema.

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