Kurkuma als Leberschutz untersucht

In der ayurvedischen Medizin wird Curcumin seit Jahrhunderten gegen Galle- und Leberbeschwerden angewendet, um die Verdauung zu fördern und Entzündungen zu hemmen. In einer internationalen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Trauner von der MedUni Graz wurde die Wirkung von Curcumin nun im Mausmodell erforscht.

Curcumin ist ein intensiv orange-gelber Farbstoff, welcher in natürlicher Form in der Gelbwurzel (Kurkuma) vorkommt. Im Rahmen der Studie wurden im Mausmodell die medizinischen Auswirkungen der Inhaltsstoffe von Curcumin bei fortschreitender chronischer Leberschädigung durch Entzündung der Gallenwege und Cholestase untersucht. Unter Einwirkung von Curcumin kam es zu einer Besserung der Gallenwegsentzündung und Leberfibrose mit bedeutend weniger Leberschädigung durch Gallestau im Tiermodell. Zudem konnten die daran beteiligten Signalübertragungswege im Gallengangsepithel und in den bindegewebsbildenden Zellen in der Leber aufgeklärt werden. „Aus diesem Forschungsergebnis könnte sich ein vielversprechender therapeutischer Ansatz ergeben“, erklärt Prof. Dr. Michael Trauner, Leiter der Arbeitsgruppe für experimentelle und molekulare Hepatologie der Med Uni Graz.

Quelle:

Baghdasaryan, A. et al.: Gut 2010; 59: 521-30; doi:10.1136/gut.2009.186528

MedUni Graz/PH, Ärzte Woche 14 /2010

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=16334

Kommentar & Ergänzung:

Curcumin wird seit Jahren intensiv untersucht und zeigt dabei sehr interessante Eigenschaften. Allerdings werden oft vorschnell Ergebnisse aus Tiermodellen auf den kranken Menschen übertragen.

Ein immer wiederkehrendes Problem ist zudem die schlechte Resorbierbarkeit von Curcumin aus dem Verdauungstrakt. Die besten Laborergebnisse sind nicht viel wert, wenn das Curcumin nicht in relevanten Mengen aus dem Verdauungstrakt aufgenommen wird.

Gelbwurz, in welchem das Curcumin natürlicherweise vorkommt,  ist im übrigen der farbgebende Bestandteil in der Curry-Mischung.

In der Phytotherapie gilt als Heilpflanze mit Leberschutz-Effekt vor allem die Mariendistel und die Artischocke. Hauptsächlich mit dem Mariendistel-Inhaltsstoff Silymarin wurden und werden auch Studien mit Patienten durchgeführt.

Soweit ist das Thema „Curcumin & Leberschutz“ noch nicht gediehen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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www.phytotherapie-seminare.ch

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