Pflanzenheilkunde / Phytotherapie: Dillfrüchte (Anethum graveolens)

Dill (Anethum graveolens) zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird heute aber weltweit angebaut. Dill ist im deutschsprachigen Gebiet eines der meistkultiverten Gewürze.

In der Phytotherapie wird Dill selten genutzt. Die Pflanze ist aber verwandt mit Kümmel, Fenchel und Anis.

Dillfrüchte (und auch Dillkraut) enthalten ein ätherisches Öl, das als Hauptkomponente Carvon enthält. Carvon ist ebenfalls Hauptbestandteil im Kümmelöl.

Aus dieser Verwandtschaft kann man schliessen, dass Dillfrüchte ähnlich wie Kümmelfrüchte und Fenchelfrüchte bei Blähungen und Völlegefühl nützlich sind.

Dillfrüchte kommen daher manchmal in Verdauungstees vor.

Als Gewürzpflanze ist Dill vielseitig anwendbar und beliebt. Er wird für Salate genutzt. In Saucen auf Grundlage von Salatöl, Joghurt, Quark und in Gewürzbutter wird er gerne verwendet und eignet sich als Brotaufstrich. Ausserdem dient Dill auch zum Würzen von Fisch- und Fleischspeisen. Durch Destillation lässt sich Dillöl gewinnen, auch für die Likörindustrie. Frisch und getrocknet kann es auch für Konserven und für Kräuteressenzen eingesetzt werden. Dillblätter und Dill-Blütendolden sind ein bedeutendes Gewürz für Gewürzgurken, hauptsächlich für Salz-Dill-Gurken. Meist werden die Dillspitzen in frischem, getrocknetem, tiefgefrorenem oder gefriergetrocknetem Zustand genutzt. Seltener wird das Dillkraut (das junge Kraut) oder die ganze oberirdische Pflanze eingesetzt. Das frische Dillkraut hat den besten Geschmack und kann auch auf gegarte Kartoffeln gestreut werden.

In der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde verwendet man allerdings nicht Dillkraut, sondern Dillfrüchte.

Dill hatte früher wohl grössere Bedeutung als Heilpflanzen im Vergleich zur Gegenwart. Bereits im alten Ägypten wurde die Pflanze  als Küchenkraut und Arzneipflanze angebaut. Griechische und römische Autoren der Antike erwähnen ihn vielfach. Dioskurides schrieb, eine Abkochung der Früchte fördere die Milchbildung, lindere Leibschmerzen, vertreibe Blähungen, stille Erbrechen und treibe den Harn, schwäche jedoch bei andauerndem Gebrauch die Sehkraft. Dill ist auch im Klosterplan des Klosters St. Gallen verzeichnet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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