Phytotherapie: Arnika – Wirkung, Anwendungsbereiche & Allergiepotenzial

Zum Thema „Heilpflanzen“ wird in den Medien viel Unsinniges und Fragwürdiges publiziert. Eine Qualitätssicherung fehlt bei den meisten Zeitschriften und im Internet sowieso.

Erfreulich fundiert sind die Heilpflanzen-Beiträge jeweils in der Zeitschrift „Die PTA in der Apotheke“. In der Ausgabe 5 / 2011 ist ein Artikel zur Arnika erschienen. Hier ein paar Auszüge:

„In der Phytotherapie kommen Zubereitungen aus den getrockneten Blütenkörbchen vor allem bei stumpfen Verletzungen oder rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie bei Furunkelbildung in Folge von Insektenstichen, oberflächlichen Venenentzündungen und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum zur Anwendung. Häufige Darreichungsformen sind Tinkturen und Salben.“

Neben Arnika-Salben werden häufig auch Arnika-Gele eingesetzt, zum Beispiel bei Prellungen, Verstauchungen, Blutergüssen (Hämatome).

Wie kommt die Wirkung zustande?

„Der gesamte Extrakt der Arnikablüten ist als Wirkstoff zu betrachten, wobei die Sesquiterpenlactone (Helenalin, Dihydrohelenalin) und ihre Ester als wesentliches Wirkprinzip gelten. Sie wirken analgetisch, antiseptisch und vor allem antiphlogistisch. Als Wirkmechanismus wird eine Hemmung der Synthese inflammatorischer Zytokine und der Cyclooxygenase angenommen. Die Sesquiterpenlactone weisen aber nicht nur therapeutische Wirkungen auf. Sie sind auch für die toxischen Effekte verantwortlich.“

Übersetzt: Arnika wirkt vor allem schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Und zum Allergiepotenzial von Arnika:

„Zugleich wirkt Arnika allergen. Bei der äußerlichen Anwendung können Hautirritationen und Kontaktdermatiden auftreten, die auf Helenalin und seine Ester zurückzuführen sind. Insbesondere lösen hauptsächlich Extrakte der mitteleuropäischen Arnika allergische Ausschläge aus, die der spanischen Arnika hingegen selten. Aus diesem Grund verwenden einige Hersteller nur Arnika vom spanischen Typ, die nur kleine Mengen an Helenalinestern führen und somit eine geringere Allergenität aufweisen. Obwohl Allergien nur selten beobachtet werden, sollten Personen, die auf Zubereitungen mit anderen Korbblütlern wie Kamille oder Ringelblume allergisch reagieren, vorsichtshalber auf die Verwendung von Arnikapräparaten wegen möglicher Kreuzreaktionen verzichten.“

Quelle:

http://www.pta-aktuell.de/praxis/news/7133-Ein-Klassiker-Arnika/

Kommentar & Ergänzung:

Das Allergierisiko bei der Anwendung von Arnika sollte man meines Erachtens weder negieren noch dramatisieren.

In der Phytotherapie wird Arnika nur äusserlich angewendet.

Weitere Informationen zu Arnika:

Pflanzenheilkunde: Allergische Reaktionen auf Arnika-Gel

Phytotherapie: Arnika-Gel erfolgreich bei schmerzhaften Handarthrosen

Ähnliche Anwendungsbereiche hat der Beinwell (Wallwurz, Symphytum officinale):

Phytotherapie: Beinwell bei Wikipedia

Beinwell-Salbe lindert Verspannung in Schulter und Nacken

Beinwell: Rasche Wirkung gegen Rückenschmerzen

Voltaren-Gel versus Beinwell-Salbe

Sprunggelenksverletzung: Beinwellwurzel wirksamer als Diclofenac

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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