Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern

Obwohl immer wieder entsprechende Hoffnungen geweckt werden, kennen wir bisher keine Heilpflanzen, welche bei bösartigen Tumoren ohne unerwünschte Nebenwirkungen effiziente Heilung bringen. Heilpflanzen-Anwendungen können aber viele Beschwerden lindern, die als Folge von Chemotherapie oder Strahlentherapie auftreten. Vom 9. – 11. September 2010 fand in Dresden der 8. Kongress der Gesellschaft für Palliativmedizin statt. Dabei kam auch das Thema Onkologie & Komplementärmedizin zur Sprache und die Medical Tribune widmete dem einen Artikel.

Darin gibt es zwei Passagen, die aus Sicht der Phytotherapie interessant sind:

1. Zum Hand-Fuss-Syndrom: Leinsamen-Bäder

„So macht das Hand-Fuß-Syndrom vielen Krebspatienten sehr zu schaffen. Die Haut an Handflächen und Fußsohlen wird immer dünner, ist gerötet und tut so höllisch weh, dass der Kranke oft nicht einmal eine Gabel halten kann, berichtete Prof. Beuth. Hier hilft ein warmes Leinsamen- Hand/Fuß-Bad. Dazu werden zirka fünf Esslöffel geschrotete Leinsamen fünf Minuten gekocht, man lässt das Ganze abkühlen und badet dann Hände und Füße fünf bis zehn Minuten lang darin. Die Schmerzen lassen nach und die Abheilung wird gefördert, so die Erfahrung des Experten.“

2. Mukositis (Mundschleimhautentzündung): gefrorene Ananas-Stückchen

„Bei quälender Mukositis empfiehlt Prof. Beuth den Patienten, gefrorene Ananasstückchen zu lutschen. Die Frucht, die durch ihre Säuren in aufgetautem Zustand auf der Schleimhaut unerträglich brennen würde, bringt gefroren Linderung, und die direkte Enzymwirkung verkürzt die Krankheitsdauer.“

Quelle:

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=106321&dspaid=902164

Kommentar & Ergänzung:

– Leinsamen-Schleim wird auch für Spülungen zur Vorbeugung und Linderung von Mukositis (Mundschleimhautentzündung) empfohlen.

– Ananas enthält Bromelain, ein Enzym mit eiweisspaltender Wirkung. Ananas wird beim Thema Mukositis auch erwähnt im Buch „Klinische Ernährungsmedizin“ (Hrsg. Maximilian Ledochowski, Springer 2009):

„Ungezuckerter Ananassaft zu runden Eiswürfeln gefroren kann prophylaktisch gegen Mukositis eingesetzt werden. Dabei wirkt das Ananas-Enzym Bromelain antiinflammatorisch und abschwellend und das Eis im Sinne einer Kryotherapie.“

(antiinflammatorisch = entzündungswidrig, Kryotherapie = Kältetherapie)

– Der Experte Prof. Dr. Josef Beuth ist Direktor am Institut für wissenschaftliche Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Medizinischen Fakultät der Universität Köln.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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