Sind Alpenrosen geschützt?

Auf meinen Alpenblumenkursen und Kräuterexkursionen treffen wir an vielen Orten auf Alpenrosen – besonders schön blühten die Alpenrosen diesen Sommer in Feldis auf dem Mutta und an der Lenk im Simmental auf dem Hohberg.

Immer wieder kommt dabei die Frage auf, ob Alpenrosen unter Naturschutz stehen.

Zuerst ein paar botanische Vorbemerkungen:

Die immergrünen Alpenrosen sind mit unseren Rosen nichts verwandt. Sie gehören zur grossen Gattung der Rhododendren und sind gehören zu den Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die beiden bei uns vorkommenden Arten gelten als typische Gebirgspflanzen.

Es gibt bei uns die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), auch Rostrote Alpenrose genannt. Sie blüht von Juni bis August und wächst ausserhalb der Alpen auch im Jura, in den Pyrenäen und in den Apenninen.

Dann gibt es die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum), auch Steinrose oder Behaarte Alpenrose genannt. Sie blüht von Mai bis Juli und ist nur in den Alpen heimisch.

Wie lassen sich die beiden Alpenrosen-Arten unterscheiden?

Die Rostblättrige Alpenrose hat eine rostbraune, haarlose Blattunterseite und braucht sauren Boden (zum Beispiel auf Alpweiden). Die Bewimperte Alpenrose hingegen hat eine hellgrüne Blattunterseite mit verstreuten rostbraunen Tupfen, trägt an den Blatträndern borstige Haare und wächst gerne auf kalkhaltigem Boden (etwa im Felsschutt).

Schweizweit sind die beiden Alpenrosenarten nicht gefährdet und darum auch nicht unter Naturschutz gestellt. Es gibt jedoch einige Kantone, wo beide heute regional geschützt sind und darum nicht gepflückt werden dürfen. Es handelt sich um die beiden Appenzell, Luzern, Obwalden, St. Gallen und Zürich. Schutzstatus hat die Rostblättrige Alpenrose zusätzlich im Kanton Graubünden und in der Waadt, die Steinrose im KantonTessin.

Heimische Alpenrosen aus dem Bergen in den eigenen Garten zu verpflanzen, ist nicht sinnvoll. Solche Exemplare haben auch bei bester Pflege kaum Überlebenschancen. Speziell für Gartenbedingungen gezüchtete Alpenrosen (Hybride) aus Gärtnereien wachsen deutlich besser an, bleiben jedoch dennoch anspruchsvoll.

Quelle:

http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/umwelt/08880/09008/index.html?lang=de

Übrigens:

Bei einem Stämmchen der Rostblättrigen Alpenrose mit einem Durchmesser von ein bis zwei Zentimeter wurde ein Alter von nahezu 100 Jahren festgestellt.

Der Evergreen «Alperose» (1985) von Polo Hofer und seiner Schmetterband zählt zu den erfolgreichsten Schweizer Mundartliedern.

Wer Alpenrosen in Natura kennen lernen möchte, kann das an meinen Kräuterexkursionen und Alpenblumenkursen

und an den Natur-Seminaren.

Fotos der Alpenrose in meiner Bildergalerie Lenk im Simmental

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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