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Filmtipp Zürich: “First Life” von David Attenborough

26. August 2013, 19.00 Uhr, Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14, Zürich

David Attenborough ist vermutlich der bekannteste Naturfilmer aller Zeiten. In zahlreichen Dokumentarfilmen hat er für die BBC unsere Tier- und Pflanzenwelt porträtiert. Seine blumige Sprache mit dem charkteristischen britischen Akzent ist unverkennbar. Im August zeigen die „Skeptiker Schweiz“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Monday skeptics“ eines seiner neuesten Werke: “First Life” in Full HD – im englischen Originalton und mit deutschen Untertiteln.

In den 50 Jahren seiner Fernsehkarriere war Sir David Attenborough viel unterwegs, um unsere Welt mit all ihren kleinen und großen Naturwundern zu dokumentieren. Mit diesem Dokumentarfilm rundet er seine lebenslange Reise ab, in dem er sich auf eine Zeitreise zu den Anfängen des Lebens auf der Erde und auf die Suche nach den allerersten Tierarten begibt. Es ist eine Entdeckungsreise rund um unseren Planeten zu den Pionieren, die vor Jahrmillionen die Erde besiedelten. Der Film mit den Episoden „Die ersten Pioniere“ und „Die Eroberer“ macht durch umwerfende Aufnahmen und die unvergleichliche, charmante und kompetente Erzählweise des Ausnahme-Dokumentarfilmers Sir David Attenborough die Ursprünge unseres Lebens erneut für uns lebendig. Ein Filmtipp für alle, welche die Entstehungsgeschichte der Tier- und Pflanzenwelt besser verstehen möchten – und das mit Hilfe von faszinierenden Bildern.

Türöffnung 18:30 Uhr, Beginn 19.00 Uhr

Dauer: 115 Minuten

Eintritt: Freiwilliger Unkostenbeitrag

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Naturheilmittel: Baldrian im Garten

Dass  Arzneibaldrian (Valeriana officinalis) gegen Schlafprobleme helfen kann, wissen viele Menschen.

Wie die Baldrianpflanze aber aussieht und wo sie wächst, ist allerdings weit weniger bekannt.

Das lässt sich ändern, wenn man Baldrian im Garten anpflanzt.

„Die Welt“ hat dazu die nötigen Informationen:

„Der Baldrianstrauch braucht Sonne oder lichten Schatten, der Boden sollte locker und tiefgründig, darf aber auch humos und sandig sein. Die Aussaat erfolgt im März unter Glas oder Folie oder im August direkt an Ort und Stelle, wo auch geerntet werden soll. Baldriansamen gehören allerdings zu den Leibspeisen der Vögel. Aus diesem Grund besorgt man sich die Jungsträucher am besten aus der Gärtnerei und pflanzt sie Anfang November.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article117707044/Diese-Hausmittel-wachsen-in-jedem-Garten.html

Kommentar & Ergänzung:

Vom Baldrian nutzt man die Wurzel und stellt daraus Baldriantee, Baldriantinktur oder Baldrianextrakt her.

Aufgrund ähnlicher Standortansprüche eignen sich als Nachbarn im Garten zum Beispiel: Echtes Mädesüss, Blutweiderich, Gilbweiderich, Bachnelkenwurz, Spargelschote, Sumpfhornklee, Prachtnelke, Wohlriechender Lauch, Sumpfschafgarbe, Sumpfdotterblume („Bachbummele“), Kuckuckslichtnelke.

Baldrian im Garten ist auch wertvoll für Insekten:

Baldrianblüte ist eine gute Nahrungsquelle für Fliegen, Schwebfliegen, Grabwespen, Wegwespen, Honigbienen, Sandbienen, Furchenbienen und Tagfalter.

Die Blätter werden gefressen von verschiedenen Raupen (z. B. Silberscheckenfalter) und vom Kirschblatthähnchen, einem Käfer.

P. S.: Arzneibaldrian können Sie natürlich auch gerne auf  meinen Kräuterexkursionen kennenlernen. Ich zeige auch gerne die Erkennungsmerkmale und die Unterschiede zu anderen Baldrianarten (Bergbaldrian, Dreiblatt-Baldrian, Sumpfbaldrian).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wir sind noch da! P.S. zum Weltuntergang

Wir sind noch da – nicht sehr überraschend.

Interessant an dieser Weltuntergangshysterie scheint mir,

1. wie solche Phänomene zustande kommen und

2. wie Esoteriker und „Lichtarbeiter“, die so inbrünstig auf den Weltuntergang gehofft hatten, sich das Ausbleiben des „Aufstieg“ nun zurechtbiegen.

1. Wie kommt es zu solchen Weltuntergangsphantasien?

Mir ist bewusst, dass es sich hier um ein sehr vielschichtiges Phänomen handelt, welches nicht in Kürze umfassend dargestellt werden kann.  Ich möchte daher nur auf ein paar Aspekte eingehen, die mir bemerkenswert erscheinen:

Man nimmt aus einem Maya-Kalender ein paar Daten und bastelt daraus einen weltumfassenden Zusammenhang. Das ist ein bewährtes Standardverfahren in der Esoterik-Werkstatt. Die Forschungen von Peter Brugger an der Universität Zürich haben gezeigt, dass EsoterikerInnen besonders stark Assoziationen produzieren. Sie sehen Zusammenhänge in der Welt, die eigentlich nur in ihrem Kopf vorhanden sind.

Assoziatives Denken ist nicht grundsätzlich problematisch. Es fördert auch eine Art von Kreativität.

Problematisch wird es nur, wenn die eigenen Assoziationen absolut gesetzt werden und jedes Bewusstsein dafür fehlt, dass es sich bei den in der Welt gesehenen Zusammenhängen auch um Kopfgeburten handeln könnte. Als Folge davon bleibt jede Selbstreflexion und jedes kritische Hinterfragen der eigenen Vorstellungen aus. Sie werden fraglos für real gehalten, genau wie der Weltuntergang am 21. Dezember 2012.

Peter Brugger konnte in seinen Untersuchungen auch zeigen, dass Esoteriker und psychotisch veranlage Menschen ähnlich denken, was die verstärkte Neigung zu Assoziationen angeht. In einer Psychose kann ein Mensch seine Assoziationen nicht oder nur eingeschränkt auf ihren Realitätsgehalt hin überprüfen. Esoteriker sollten dazu eigentlich in der Lage sein, unterlassen es aber oft. Und so werden dann beispielsweise mit höchster Überzeugung Weltuntergangstermine verkündet.

Die interessante Frage ist nun, weshalb bei Esoterikerinnen und Esoterikern der selbstkritische und fremdkritische Faktencheck so oft unterbleibt.

Meinem Eindruck nach spielt dabei eine gewisse Sinnsüchtigkeit eine Rolle. Alles muss bis zum Platzen  mit Sinn und Bedeutung aufgeladen werden.

Wenn das nun jemand still für sich macht, ist wohl wenig dagegen einzuwenden. Wenn aber die fantasierten Zusammenhänge missionarisch in die Welt hinaus posaunt werden, stellt sich bei solchen Weltuntergangspropheten auch die Frage der Verantwortung. Und es stellt sich die Frage der Verantwortung auch bei den Medien, die mit solche Geschichten spielen und sie wenig reflektiert weiterverbreiten – oder auch bei der Werbung, die in vielfältiger Weise auf den bevorstehenden Weltuntergang angespielt hat.

Psychisch labile Menschen werden durch solche Prophezeiungen in Angst und Schrecken versetzt, Leute kündigen ihre Jobs und leeren ihre Bankkonten.

Nun kann man natürlich den Standpunkt vertreten, dass jeder selber Schuld ist, der solchen Stuss glaubt.

Die französische Dichterin Nathalie Sarraute hat diese Position so formuliert:
„So widersinnig es auch klingen mag, der eigentlich Verantwortliche für die Wirkung einer Information ist nicht der, der informiert, sondern derjenige, der informiert wird.“

Ich bin schon auch der Ansicht, dass es am Empfänger einer Information liegt, diese nicht einfach blind zu glauben, sondern kritisch zu prüfen.

Ich bin aber dezidiert auch der Ansicht, dass der Sender dafür Verantwortung trägt, was er oder sie in die Welt setzt.

Eine ganz ähnliche Problematik wie rund um diese Weltuntergangshysterie ist zu beobachten im esoterisch geprägten Teil von Komplementärmedizin und Alternativmedizin.

Auch hier werden am laufenden Band im Kopf Assoziationen produziert und als realer Bestandteil der Welt verkündet (und verkauft).

Esoterikerinnen und Esoteriker sehen an allen Ecken und Enden der Welt Heilenergien – in Steinen, Pflanzen, im Wasser, in Schwingungen und Energien aller Art. Wer da noch krank wird oder krank bleibt, der muss einfach selber schuld und noch nicht bereit für die Heilung sein.

Auch hier fällt eine absolute Grenzenlosigkeit auf und eine völlige Abwesenheit kritischer Selbstüberprüfung der eigenen Vorstellungen.

Und auch hier stellt sich die Frage der Verantwortung, wenn kranken Menschen falsche Hoffnungen verkauft werden und sie dadurch manchmal notwendige Behandlungen verpassen.

Mehr zu diesem Thema hier:

Breusskur gegen Krebs?

Diese Phänomene sind mit ein Grund dafür, dass ich die von mir angebotenen Heilpflanzen-Seminare und die Phytotherapie-Ausbildung als esoterikfrei deklariere (und dass ich es für wichtig finde, auch kritisches Hinterfragen zu vermitteln).

Siehe:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

2. Wie gehen EsoterikerInnen bzw. „Lichtarbeiter“ mit dem Ausbleiben des Weltuntergangs um?

Der bevorstehende Weltuntergang war bei uns vor allem in der „Lichtarbeiter-Bewegung“ ein grosses Thema.

Ein führender „Lichtarbeiter“ und Buchautor hat angeblich bereits ein Interview mit dem Erzengel Michael geführt und dabei erfahren, dass die Planungen der höheren Mächte sich geändert hätten.

So geht es immer mit den Weltuntergangspropheten: Es werden auf Teufel komm raus Erklärungen und Ausreden gesucht, warum der Weltuntergang (noch) nicht stattgefunden hat. So lässt sich die eigene Kopfgeburt immer retten.

Damit sind die Lichtarbeiter allerdings nicht allein.

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 – 1831) glaubte nachgewiesen zu haben, dass es nicht mehr als 7 Planeten geben könne.

Er verteidigte seine These am 27.August 1801 nachdem dummerweise am 1.Januar 1801 ein 8. Planet entdeckt worden war, die Ceres. Als man Hegel darauf aufmerksam machte, daß seine Lehre mit den Tatsachen im Widerspruch stände, soll er geantwortet haben: “Um so schlimmer für die Tatsachen”.

Eines finde ich hier aber schon erstaunlich:

Es sind bereits unzählige Weltuntergangsprophezeiungen „in die Hosen gegangen“ und immer wieder wurden und werden die Fehlschläge uminterpretiert und unter den Tisch geredet.

Da zeigt sich doch ein sehr deutliches Muster. Und ausgerechnet die EsoterikerInnen, die überall Muster sehen, auch dort wo gar keines vorhanden ist, sind offenbar nicht in der Lage, dieses überdeutliche Muster zu erkennen.

Auch stösst offenbar die Grössenphantasie, dass da jemand behauptet, ein persönliches Gespräch mit dem Erzengel Michael geführt zu haben, in der Lichtarbeiter-Szene nicht auf Skepsis. Die Ego-Aufblähung, die mit solchen Aussagen verbunden ist, müsste doch auffallen.

Und die sprunghafte, unzuverlässige Planungsarbeit der höheren Mächte führt bei den Lichtarbeitern keineswegs zu Reklamationen…

Das Bedürfnis nach dem „Gross-Reine-machen“, nach einem radikalen Neuanfang, nach dem „Aufstieg“ in eine höhere Welt….etc. ist offenbar so stark, dass es sich sogleich an den nächstmöglichen Termin klammert.

Vielleicht wäre es ja stattdessen angesagt, statt immer so wahnhaft nach „oben“ zu streben ganz schlicht in der Horizontale anzukommen und sich mit den Menschen und der Gesellschaft hier und jetzt auseinanderzusetzen.

Und zum Schluss noch dies:

Gerade in Esoterikkreisen fühlen sich viele Menschen tief verbunden mit früheren Kulturen (Kelten, Schamanen,  Indianer…). Sie merken aber offenbar nicht, wenn sie mit einem solchen Weltuntergangstheater ihre eigenen Phantasien den Mayas überstülpen oder unterjubeln. Mit den Mayas hat das ganze Theater kaum etwas zu tun.

Auch dies ist ein Phänomen, das in der “Eso-Szene” vielfältig zu beobachten ist. Alte oder “exotische” Kulturen werden als Projektionsfläche für eigene Bedürfnisse, Wünsche und Defizite missbraucht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Zur Neubesetzung des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Universität Zürich

Die Universität Zürich sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Professor Reinhard Saller auf den Lehrstuhl für Naturheilkunde.

Im Rahmen dieser Neubesetzung fand am 30. August 2012 am Universitätsspital Zürich ein Symposium statt, an dem  BewerberInnen sich mit einem Fachvortrag vorstellten.

Vortragende und Themen waren:

Prof. Dr. med. Benno Brinkhaus

Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und

Gesundheitsökonomie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Thema: Integration von Naturheilkunde / Komplementärmedizin in die

konventionelle Medizin am Beispiel Akupunktur

Prof. Dr. med. Jost Langhorst

Innere Medizin V – Naturheilverfahren und Integrative

Medizin Kliniken Essen Mitte – Knappschaftskrankenhaus

Thema: Naturheilkunde und Integrative Medizin am Beispiel chronisch

entzündlicher Darmerkrankungen

PD Dr. med. Florian Pfab

Präventive und Rehabilitative Sportmedizin

Klinikum rechts der Isar; Technische Universität München

Thema: Nadeln, Chilli, Drachenblut oder gar Haschisch gegen Juckreiz?

Prof. Dr. med. Claudia Witt, MBA

Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie

und Gesundheitsökonomie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Thema: Forschung zur Komplementärmedizin – eine internationale Perspektive

PD Dr. med. Ursula Wolf

Institute of Complementary Medicine, Universität Bern; Inselspital

Thema: Forschung in der Komplementärmedizin

Kommentar & Ergänzung:

Tobias Füchslin und Marko Kovic besuchten die Veranstaltung und haben sie in einem Podcast kritisch kommentiert.

Den Podcast können Sie hier hören.

Bei Prof. Reinhard Saller war die Phytotherapie ein zentraler Schwerpunkt. Es wäre natürlich aus meiner Sicht begrüssenswert, wenn der Nachfolger oder die Nachfolgerin auch einen „Draht“ zur Phytotherapie mitbringen würde.

Wichtiger aber noch scheint mir, dass eine Person gewählt wird, die Wissenschaft nach den besten Standards betreibt.  Die Methoden von Komplementärmedizin und Naturheilkunde sollen ergebnisoffen erforscht werden. Das ist in diesem Bereich nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte. Wenn aus politischen Gründen komplementärmedizinische Forschung an Universitäten durchgedrückt wird, entwickelt sich daraus nicht selten eine einseitige Bestätigungs- und Rechtfertigungsforschung, die wissenschaftlich zurecht nicht mehr ernst genommen wird.

Ein Beispiel für einseitige Zugänge ist wohl die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder mit dem „Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften“, das mit wissenschaftlich fragwürdigen Lehrveranstaltungen und skurilen Forschungsarbeiten in die Kritik gekommen ist.

Siehe:

Europa-Universität Viadrina: Esoterik-Institut vor dem aus

An der Europa-Universität Viadrina wird der Lehrstuhl von Harald Walach durch den Homöopathika-Hersteller Heel finanziert. Harald Walach ist der diesjährige Preisträger des „Goldenen Bretts“:

„Das «Goldene Brett vorm Kopf 2012» geht an Harald Walach, Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder…..Das gab die Gesellschaft für Kritisches Denken bekannt.

Die Verleihung der Preise für den «erstaunlichsten pseudowissenschaftlichen Unfug» fand…..im Naturhistorischen Museum Wien statt. Der Komplementär-Mediziner Walach wurde dabei für sein «einzigartiges Bemühen, wissenschaftsbefreite Theorien in die akademische Welt hineinzubringen», gewürdigt.“

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Goldenes-Brett-vorm-Kopf-fuer-Erich-von-Daeniken/story/26845575

Forschung muss sich an den besten Standards orientieren – auch die Forschung im Bereich Komplementärmedizin und Naturheilkunde. Je mehr sich Forschung an dehnbareren, „weicheren“ Standards orientiert, desto grösser wird der Interpretationsspielraum. Und das dient letztlich weder der Wissenschaft noch der „Komplementärmedizin“.

Siehe auch: Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff

Das Berufungsverfahren für den Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich hat bisher in der Schweiz kaum Wellen geschlagen. Erstaunlicherweise geht nun die „Die Süddeutsche“ in einem ausführlicheren Beitrag darauf ein:

Der Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Uni Zürich ist etwas Besonderes: Er ist im deutschsprachigen Raum der einzige, der nicht durch Interessengruppen finanziert wird. Ausgerechnet hier hat die Kandidatur einer deutschen Homöopathie-Forscherin nun zum Eklat geführt. Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Komplementärmedizin, wurde aus der Berufungskommission gedrängt.“

Mir war nicht bewusst, dass der Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich im deutschsprachigen Raum der einzige ist, der nicht von Interessengruppen finanziert wird.

Bei der deutschen Homöopathie-Forscherin, die sich für den Lehrstuhl in Zürich bewirbt, und auf welche die „Süddeutsche“ hinweist, handelt es sich um Prof. Claudia Witt von der Charité Berlin. Ihr Lehrstuhl wird von der Carstens-Stiftung finanziert, einer Organisation zum Zwecke der Homöopathie-Förderung. Meinem Eindruck nach bemüht sich Claudia Witt um Ergebnisoffenheit und um differenzierte Stellungnahmen, aber sie laviert manchmal auch. Es sind an der Charité allerdings zudem einige Studien durchgeführt worden, die viel Interpretationsspielraum offen lassen und von der „Homöopathie-Szene“ sofort als Beweis für die Wirksamkeit ihrer Methode gefeiert wurden, eine Schlussfolgerung, welche die Studien nicht ansatzweise hergeben.

Im Artikel der „Süddeutschen“ wird die Forschungsarbeit von Claudia Witt kritisch kommentiert von Edzard Ernst, ehemaliger Professor für Komplementärmedizin in Exeter,  und von Jürgen Windeler vom unabhängigen Institut für Qualitätskontrolle und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG).

Den ganzen Artikel finden Sie hier:

Alternative Heilverfahren an Hochschulen: Wissenschaft in homöopathischen Dosen

An der Universität Rostock gibt es noch den Lehrstuhl für Naturheilkunde, der mit Prof. Karin Kraft besetzt ist. Sie befasst sich intensiv mit Phytotherapie und publiziert dazu auch in Fachzeitschriften. Ihr Forschungsarbeit kann ich nicht beurteilen, ihre Fachartikel sind aber sorgfältig und fundiert geschrieben.

Auch der Lehrstuhl an der Universität Rostock ist eine Stiftungsprofessur, wobei mir aber scheint, dass die Stifter und Sponsoren etwas breiter angesiedelt sind als bei der Stiftungsprofessur an der Charité und an der Vaidrina.

Arzneipflanzenkunde ist an Universitäten gut etabliert

Aus phytotherapeutischer Perspektive könnte noch ergänzt werden, dass es im Pharmazie-Studium eine ganze Reihe von Lehrstühlen im Bereich der Pharmazeutischen Biologie gibt, die sich gut etabliert mit Lehre und Forschung zum Thema Arzneipflanzenkunde befassen.

Um beispielhaft und unvollständig ein paar Namen ehemaliger oder aktiver Persönlichkeiten zu nennen:

Rudolf Hänsel (Universität Berlin), Hildebert Wagner (Universität München), Rudolf Bauer (Universität Düsseldorf), Theo Dingermann (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Georg Schneider (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Ilse Zündorf (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Otto Sticher (ETH Zürich), Jürgen Reichling (Universität Heidelberg), Michael Wink (Universität Heidelberg), Max Wichtl (Universität Marburg), Elisabeth Stahl-Biskup (Universität Hamburg), Rudolf Bauer (Universität Graz) sowie last, aber ganz sicher nicht least: Heinz Schilcher (Freie Universität Berlin).

Phytotherapie hat keine eigene Diagnostik. Daher ist für die Phytotherapie die Arzneipflanzenkunde, wie sie in der Pharmazeutischen Biologie erforscht und vermittelt wird, absolut zentral.

Und die aufgeführten Beispiele zeigen, dass Phytotherapie bestens in die Wissenschaft integriert ist und damit auch nicht zur Komplementärmedizin gerechnet werden kann.

Siehe auch: Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Phytotherapie ist ein Teil der Naturheilkunde und damit ein (randständiger) Teil der Medizin.

Siehe: Naturheilkunde – was ist das?

Zu hoffen ist, dass bei der Besetzung des Lehrstuhles für Naturheilkunde an der Universität Zürich eine Person gewählt wird, die gute Forschung gewährleisten kann und auch wirklich im Bereich der Naturheilkunde – und damit auch der Phytotherapie – „zuhause“ ist.

Eine Stellungnahme zu den Vorgängen rund um die Neubesetzung des Lehrstuhle für Naturheilkunde ist gerade erschienen auf skeptiker.ch

Wenn Sie interessiert sind daran, Begriffe wie Komplementärmedizin, Alternativmedizin, Naturheilkunde vertiefter zu verstehen, dann bekommen Sie Informationen dazu im Tagesseminar „Komplementärmedizin verstehen und beurteilen“, am 18. November 2012 in Winterthur. Der Kurstag vermittelt auch Orientierungspunkte und Kriterien, mit denen man im weitläufigen Dschungel der Komplementärmedizin die Spreu vom Weizen unterscheiden kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Keine Blasenreizung durch saure Früchte

Zitrusfrüchten und Tomaten sollen die Harnblase irritieren und so Inkontinenz begünstigen. So jedenfalls lautet eine verbreitete Ansicht. Falsch, sagen nun US-Forscher.

Ob Frauen viel oder wenig Früchte mit hohem Säuregehalt konsumieren, hat nach einer Subanalyse der Nurses’ Health Study (NHS) keinen Einfluss darauf, ob sie an Harninkontinenz leiden oder nicht (Int Urogynecol J 2012; online 10. August).

Für die Studie waren 65.168 kontinente Frauen im Alter zwischen 37 und 79 Jahren zu ihrer Ernährung befragt und dann während vier beobachtet worden.

Selbst Frauen, die die meisten sauren Früchte und Fruchtsäfte einnahmen (fünf Portionen am Tag), wurden im Beobachtungszeitraum nicht häufiger inkontinent als Frauen mit dem tiefsten Konsum (eine Portion pro Tag).

An diesem Null-Ergebnis änderte sich auch nichts, wenn das Auftreten von Dranginkontinenz, Belastungsinkontinenz und geringfügiger Harninkontinenz einzeln erfasst wurde.

Es zeigte sich auch keine Verschlechterung bei bestehender Harninkontinenz durch saure Früchte. Das zeigte die Überwachung von 23.063 erkrankten NHS-Teilnehmerinnen.

Eine Verschlimmerung der Beschwerden trat innert zweier Jahre bei den Frauen mit dem höchsten und dem niedrigsten Konsum mit der gleichen Häufigkeit auf.

Die Studie erfasste unter dem Begriff “saure Früchte” Zitrusfrüchte, Pflaumen, Trauben, Äpfel, Beeren sowie Tomaten und Tomatenprodukte.

Aber auch bei separaten Auswertung für die einzelnen Fruchtsorten, zum Beispiel für Zitrusfrüchte und Tomaten, zeigten sich keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Entwicklung oder dem Fortschreiten einer Harninkontinenz.

Frauen, die sich Sorgen machen sind wegen Inkontinenz, müssen daher nicht den Konsum von sauren Früchten einschränken, konstatieren die Studienautoren um Mary Townsend vom Brigham and Women’s Hospital in Boston.

Die Angst vor der Säure in den Harnwegen beim Konsum saurer Früchte ist sowieso nicht berechtigt.

Die meisten säurehaltigen Früchte machen wegen ihres Gehalts an Karbonaten, Natrium und Kalium den Urin nämlich gar nicht sauer, sondern heben den pH sogar an.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/821334/saure-fruechte-mythos-blasenreizung.html

http://www.pnas.org/content/early/2012/08/31/1202056109

Kommentar & Ergänzung:

Zu hören ist auch immer wieder die Ansicht, dass saure Früchte den Körper generell sauer machen, was aus den erwähnten Gründen ebenso falsch ist.

Eine Harninkontinenz, also die mangelnde Fähigkeit, Urin sicher in der Harnblase zu speichern und selbst Ort und Zeitpunkt der Entleerung zu bestimmen, ist eine komplexe Störung, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Darum braucht es eine sorgfältige ärztliche Abklärung der Ursachen, damit eine sinnvolle Behandlung möglich wird.

Viele Betroffene scheuen sich allerdings, das Thema beim Arztbesuch oder gegenüber von Pflegenden anzusprechen.

Es wäre aber wichtig, die Blasenschwäche zu enttabuisieren und die Betroffenen zu ermuntern ihre Scham zu überwinden und offen über ihre Probleme zu sprechen.

Informationen gibt es bei der Schweizerischen Gesellschaft für Blasenschwäche, http://www.inkontinex.ch/index.html

Im Bereich der Phytotherapie taucht beim Thema Harninkontinenz als Idee und auch in der Forschung immer wieder Kürbissamen auf, doch ist ihre Wirksamkeit bei Inkontinenz bisher völlig ungesichert.

Immerhin sind Kürbissamen ein gesunder Bestandteil der Ernährung und schaden nicht.

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Klimaerwärmung bedroht Wildbienen im Hochgebirge

Wenn die Klimaerwärmung weiter voranschreitet, dürfte sie zahlreiche Wildbienen im Hochgebirge und in kühleren Regionen der Erde gefährden – mit nicht abschätzbaren Folgen für den Artenreichtum dort. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Biozentrum der Universität Würzburg.

Die Klimaerwärmung wirkt sich auch aus in den Hochgebirgen: Gletscher schmelzen, Dauerfrostböden tauen auf. Und natürlich haben die höheren Temperaturen dort auch Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen – beispielsweise auf Wildbienen, die wichtigsten Bestäuber von Wildpflanzen und Kulturpflanzen.

Welchen Einfluss haben unterschiedliche klimatische Bedingungen auf die Artenvielfalt der Wildbienen? Welche Eigenschaften der Wildbienen sind für ihr Überleben unter anderen klimatischen Verhältnissen von Bedeutung? Solche Fragen haben die Würzburger Biologen Bernhard Hoiß, Jochen Krauss und Ingolf Steffan-Dewenter im Nationalpark Berchtesgaden untersucht. Der Nationalpark sei dafür hervorragend geeignet, weil es dort auf engem Raum große Höhen- und damit große Klimaunterschiede gebe, erklärt einer der Autoren.

Wildbienenarten im Nationalpark Berchtesgaden

In 600 bis 2000 Metern Höhe haben die Würzburger Wissenschaftler im Nationalpark Berchtesgaden total 87 Arten von Wildbienen nachgewiesen. Allein 19 davon zählen zu den Hummeln. Der Artenreichtum und die Zahl der Individuen sind auf den tiefer gelegenen, warmen Flächen etwa zwei bis drei Mal größer als auf den Wiesen weiter oben.

Folgende Eigenschaften treten vermehrt in den Artengemeinschaften auf, die unter kälteren Bedingungen leben: die Organisation in sozialen Insektenstaaten, der Bau unterirdischer Nester, größere Körper und eine größere Höhenverbreitung. Der überwiegende Teil der Wildbienenarten in höheren Lagen hat nur ein kleines Verbreitungsgebiet und ist an alpine und kühle Lebensräume angepasst.

Konkurrenzkraft der Wildbienen sinkt mit steigender Höhe

Diese evolutionären Anpassungen an widrige klimatische Bedingungen im Gebirge vermindern die Konkurrenzstärke. Das bedeutet: Sollten weniger kältetolerante Wildbienenarten mit ähnlichen Ansprüchen wegen der Klimaerwärmung in den Lebensraum der „Hochgebirgsspezialisten“ vordringen, wären diese im Nachteil – zum Beispiels weil ihre Blüten nun auch von anderen Bienen als Nahrungsquelle genutzt werden.

Diese reduzierte Konkurrenzkraft könne den Spezialisten zum Verhängnis werden, wenn mit einem wärmer werdenden Klima die dominanteren, wärmeliebenden Arten die alpinen Lebensräume erobern, erklärt Bernhard Hoiß. Dadurch sei das Überleben der spezialisierten Wildbienen in den hohen Lagen der Alpen bedroht. Und für Gegenden in hohen Breitengraden sei derselbe Effekt zu erwarten, beispielsweise in Nordskandinavien.

Auswirkungen auf die Pflanzenwelt beschreiben

Die Würzburger Biologen wollen nun als nächstes die Frage angehen, wie sich der prognostizierte Schwund der Wildbienen auf die Bestäubung und damit auf die artenreichen Pflanzen-Lebensgemeinschaften in den entsprechenden Regionen auswirkt. Erste Experimente dazu haben sie im Nationalpark Berchtesgaden schon durchgeführt.

Diese Resultate wurden im Forschungsprojekt FORKAST erarbeitet. Es wird vom bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Rahmen des „Klimaprogramms Bayern 2020“ unterstützt.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news493519

„Altitude acts as an environmental filter on phylogenetic composition, traits and diversity in bee communities”, Bernhard Hoiss, Jochen Krauss, Simon G. Potts, Stuart Roberts, and Ingolf Steffan-Dewenter, Proc. R. Soc. B (2012), online publiziert am 29. August, doi:10.1098/rspb.2012.1581

Kommentar & Ergänzung:

Neben Wildbienen (vor allem Hummeln) sind in alpinen Regionen auch Zweiflügler (vor allem die Echten Fliegen) sehr wichtig als Bestäuber von Blütenpflanzen.

Die Klimaerwärmung bedroht auch viele Alpenpflanzen vor allem aus der Gipfelregion.

Wenn Pflanzen, die sonst in tieferen Regionen wachsen, aufgrund der höheren Temperaturen in die Gipfelregion aufsteigen, dann geraten Edelweiss, Enzian, Himmelsherold etc. unter Druck. Alpenpflanzen also, die dort bisher in der Gipfelregion unbehelligt von starker Konkurrenz leben konnten.

Siehe dazu:

Klimaerwärmung bedroht Gebirgspflanzen wie Edelweiss, Enzian & Co.

Die Klimaerwärmung bedroht auch viele Schmetterlinge:

Klimaerwärmung bedroht Schmetterlinge

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

http://heilpflanzen-info.ch/cms/kurse

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Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

Schon ab dem Alter von einem Jahr lindert Honig Erkältungssymptome vor dem Schlafengehen. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler aus Israel in einer Studie, die in der Fachzeitschrift Pediatrics publiziert wurde (Pediatrics 2012; online 6. August).

200 hustende und schniefende Kinder erhielten vor dem Schlafengehen 10 g Eukalyptushonig, Zitronenblütenhonig oder Honig von Lippenblütlern (Thymian, Melisse oder Salbei).

70 ebenfalls erkältete Kinder bekamen stattdessen Silan-Dattel-Extrakt, der in Farbe und Konsistenz dem Honig ähnelt. Das Mindestalter der Kinder betrug ein Jahr, das mittlere Alter lag bei zweieinhalb Jahren.

Alle drei Honigsorten schienen die Erkältungssymptome zu lindern, jedenfalls in der Wahrnehmung der Eltern.

Auf einer 7-Punkte-Skala notierten die Eltern für die Hustenfrequenz nach einer Nacht eine Verbesserung um 1,77 Punkte durch den Eukalyptushonig, um 1,95 Punkte durch den Zitronenblütenhonig und um 1,82 Punkte durch Lippenblütlerhonig.

Auch das süß schmeckende Placebo-Präparat hatte bewirkt, dass die Kinder nachts weniger husteten, der Effekt war allerdings deutlich geringer als beim Honig.

Alle drei Honigsorten hatten zudem die Hustenstärke reduziert, nämlich um 1,78, 1,77 und 1,94 Punkte (Placebo: 0,99). Die Kinder, die Honig bekommen hatten, mussten sich weniger quälen und schliefen deutlich besser durch.

Die heilsame Wirkung von Honig soll auf seinen antioxidativen und antimikrobiellen Eigenschaften beruhen. Auch ein zentraler hustendämpfender Effekt wird vermutet.

Dieser Effekt könnte auch bei dem Dattel-Placebo eine Rolle gespielt haben. Unerwünschte Nebenwirkungen waren nach Einnahme der drei Honigsorten nicht häufiger beobachtet worden als mit Placebo.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/820595/husten-honig-guter-erkaeltungssaft.html

http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2012/08/01/peds.2011-3075.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Das altbewährte Hausmittel und Naturheilmittel Honig bekommt durch diese Studie Support.

Wobei offen bleibt, wodurch die günstige Wirkung von Honig bei Erkältungen bzw. Husten zustande kommt.

Und die Unterschiede zwischen Eukalyptushonig, Zitronenblütenhonig und Lippenblütlerhonig scheinen nicht sehr relevant.

Wenn der Silan-Dattel-Extrakt in dieser Studie als Placebo fungiert, ist dies allerdings nicht ganz korrekt. Ein Placebo darf selber keine Wirkung haben. Dattel-Extrakt enthält wie Honig bestimmt verschiedene Zuckerarten und ist dadurch nicht unwirksam, wie ja auch die Studie gezeigt hat.

Beachtet werden sollte das Kariesrisiko bei der abendlichen Verabreichung von Honig.

Zum Thema Honig siehe ausserdem:

Honig zeigt Wirkung gegen multiresistente Bakterien

Honig als Wundheilmittel

Honig gegen Mundschleimhautentzündung (Mucositis) bei Chemotherapie / Bestrahlung

Wundheilmittel: Honig gegen resistente Bakterien

Honig: Altes Wundheilmittel im Aufwind

Honig verkürzt Wundheilung bei Brandwunden

Naturheilmittel: Wundbehandlung mit Manuka-Honig

Honig heilt entzündetet Nasenhöhlen – stimmt das?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Janusz Korczak, Kinderbuchautor

„DerStandard.at“ publizierte gerade einen sehr berührenden Text von Lisa Mayr zum Gedenken an den polnischen Kinderbuchautor und Pädagogen Janus Korczak:

„Vor 70 Jahren begleitete der polnische Kinderbuchautor und Pädagoge 200 Waisenkinder in die Gaskammer, obwohl er nicht musste.

Janusz Korczak, jüdischer Arzt, Pädagoge, Schriftsteller und Leiter eines Warschauer Waisenhauses, wurde von den Nazis ermordet. Wie so viele. Dabei hätte er nicht nur einmal die Möglichkeit gehabt, dem Tod zu entgehen. Doch er wollte seine Waisenkinder nicht alleine lassen, als sie im Vernichtungslager Treblinka ins Gas geschickt wurden. “Nicht jeder ist ein Schuft”, soll er gesagt haben, als ihm ein Bahnhofskommandant auf dem Weg ins KZ die Rettung anbot. Seine Spuren und die der Waisenkinder verlieren sich im August 1942 in Treblinka.“

Fortsetzung hier.

Wer nichts oder wenig weiss über Vernichtungslager wie Treblinka oder Auschwitz findet  eine sorgfältige Einführung auf der Website des Insituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Linz (Österreich):

http://www.wsg-hist.uni-linz.ac.at/Auschwitz/HTMLd/Seite1.html

Ausserdem: Nie wieder!

Amadeu Antonio Stiftung

Initiativen für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur

Ausserdem 2:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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SVP fordert neue Atomkraftwerke und hat Schwierigkeiten mit den Fakten….

Bis 2030 soll nach Ansicht der SVP ein neues AKW gebaut werden. Zwei weitere Atomanlagen brauche es, falls die neuen Technologien wie die Tiefengeothermie hinter den Erwartungen zurückblieben und die zwei grossen AKW Gösgen und Leibstadt dereinst nicht ersetzen könnten. Den Atomausstieg lehnt die SVP als planwirtschaftlich und utopisch ab.

Quellen:

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/strom-aus-neuem-atomkraftwerk-1.17532578

http://www.suedostschweiz.ch/zeitung/svp-setzt-auf-ein-neues-akw

Kommentar & Ergänzung:

Die SVP verschweigt hier zwei Punkte:

1. Planwirtschaftlich ist wohl eher der Atomstrom, an dem die SVP so unbedingt festhalten will. Seine Preise sind weit entfernt von Marktpreisen. So ist beispielsweise keine Versicherung bereit, die vollen Risiken von Atomkraftwerken zu decken. Der allergrösste Teil des Risikos und der möglichen Kosten eines GAU’s wird vom Staat getragen. Müssten AKW’s das volle Risiko tragen bzw. versichern, wären sie nicht konkurrenzfähig.

2. Schweizer Atomkraftwerke müssen nur einen verschwindend kleinen Anteil der später anfallenden Kosten für das Abwracken und die Lagerung des Atommülls auf die Seite legen. Der allergrösste Teil dieser Kosten und Risiken wird kommenden Generationen aufgebürdet. Müssten sie diese Kosten voll zurückstellen, wären sie nicht konkurrenzfähig.

«Die Hälfte der Entsorgungskosten ist nicht gedeckt, und die Kostenwahrheit des Atomstroms nirgends erfüllt«, so das Fazit des ehemaligen Preisüberwachers Rudolf Strahm im Tagesanzeiger vom 21. August 2012.

Mag sein, dass der Atomausstieg nicht einfach wird, aber die SVP verdreht wieder einmal gehörig die Fakten. Den Atomausstieg als planwirtschaftlich abzuqualifizieren und zugleich zu verschweigen, wie marktfern die Atomenergie ist, scheint mir doch ein starkes Stück.

Atomstrom ist hoch subventioniert durch den risikotragenden Staat und vor allem durch künftige Generationen. Aber im Mischeln von Subventionen für die eigene Klientel war die SVP schon immer gut. Den Staat abbauen will sie immer nur bei den anderen.

P.S.:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Vor 20 Jahren: Pogrome von Rostock-Lichtenhagen

In einer lauen Nacht im August vor 20 Jahren, geschah in der Norddeutschen Stadt Rostock Unheimliches. Mehrere hundert Jugendliche und Erwachsene zündeten einen Wohnblock am, in welchem sich über 100 Vietnamesen und viele Helfer befanden. Angefeuert wurden sie von mehreren tausenden, beifallklatschenden Zuschauern.

Dieses Beispiel zeigt, wie dünn die Zivilisationsdecke ist, wenn die gesellschaftspolitischen Verhältnisse solchen Pogromen Raum bieten.

Höchst beunruhigend an solchen Ereignissen ist, dass sie kaum je von offensichtlichen Monstern in Gang gesetzt und durchgeführt werden, sondern überwiegend von bisher unauffälligen Bürgerinnen und Bürgern.

Das zeigen auch die Erfahrungen im Nationalsozialismus, im Stalinismus, während des Genozids an den Tutsi in Ruanda (1994) und während den Jugoslawienkriegen.

Wenn die gesellschaftspolitischen Verhältnisse solchen Verbrechen Raum lassen oder sie gar fördern, werden aus sehr vielen „normalen“ Bürgerinnen und Bürgern bedenklich schnell Monster.

Daher braucht es in demokratischen Gesellschaften wache Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht nur für die neuesten Nacktbilder von Prinz Harry interessieren, sondern sich (auch) mit gesellschaftlichen Fragen und politischen Prozessen auseinandersetzen.

Und es braucht eine kontinuierliche Pflege gesellschaftlicher Strukturen, die ein zivilisiertes Zusammenleben  garantieren. Das kann man nicht an Politikerinnen und Politiker delegieren.

Wer demokratische und rechtstaatliche Strukturen fördern will, sollte meines Erachtens zudem nur noch Politikerinnen und Politiker wählen, die lösungsorientiert auch mit politischen Gegnern zusammen arbeiten können. Gemieden werden sollten Populistinnen und Populisten, die mit aufgeladenen Schlagworten simple Lösungen verkaufen, politische Gegner persönlich diffamieren (wie zum Beispiel ein Christoph Mörgeli) und durch Aufwiegeln und Schüren von Emotionen als Brandstifter wirken. Leider haben wir solche unsäglichen Gestalten auch in der Schweiz.

Zu den Pogromen in Rostock gibt es eine “Kontext” Radiosendung auf DRS 2:

Grausame Erinnerungen an Rostock-Lichtenhagen

Einen eindrücklichen Dokumentationsfilm auf youtube:

The Truth Lies in Rostock

Und einen fundierten Artikel in der „Zeit“:

Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen

Hintergrundinformationen, wenn Sie dieses Thema im Auge behalten möchten :

Amadeu Antonio Stiftung

Initiativen für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

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