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Fatigue bei Krebserkrankungen

Martina Schmidt und Karen Steindorf haben gerade in der „Pharmazeutischen Zeitung“ einen sehr informativen Artikel veröffentlicht zum Thema Fatigue bei Krebserkrankungen. Sie empfehlen vor allem Sport und psychologische Interventionen, gehen aber in einem Abschnitt auch auf phytotherapeutische Möglichkeiten ein.

Zahlreiche Krebspatienten leiden während der Behandlung unter Fatigue, einer extremen Erschöpfung, die die Lebensqualität massiv einschränkt. Bei rund einem Drittel der Betroffenen hält dieser belastende Zustand Monate oder gar Jahre nach Ende der Krebstherapie an. Die Fatigue ist eine der häufigsten Komplikationen während und nach einer Krebserkrankung und -therapie. Sie wird oft unzureichend behandelt und beeinträchtigt die Lebensqualität des Patienten und das soziale Umfeld (Partnerschaft, Familie, Freunde) stark.

Die Erkenntnisse zu Ursachen und Pathophysiologie von Fatigue sind insgesamt noch sehr diffus und unzureichend.

Um einer Chronifizierung vorzubeugen, sollte die Fatigue so früh wie möglich verhindert sowie therapiert werden, in der Regel meist schon während der Krebsbehandlung.

Die Autorinnen weisen darauf hin, dass nach dem gegenwärtigen Stand der Empfehlungen sind nicht-pharmakologische Verfahren aufgrund ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit in den Vordergrund zu stellen sind. In begründeten Einzelfällen können sie durch eine pharmakologische Behandlung ergänzt werden.

Als derzeit vielversprechendste nicht-pharmakologische Therapieansätze gelten Sport und Bewegungstherapien sowie psychologische Interventionen. Eine aktuelle Metaanalyse über 113 randomisiert-kontrollierte Interventionsstudien zeigte signifikant bessere Effekte von Sport sowie psychologischen Interventionen im Vergleich zu Medikamenten.

In einen kleinen Abschnitt gehen die Autorinnen auch auf phytotherapeutische Möglichkeiten ein:

„Zu Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen, Phytotherapeutika oder anderen Arzneimitteln der besonderen Therapierichtungen gibt es wenig klare Evidenz. Nur für Ginseng gibt es einige Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit. Amerikanischer Ginseng (Panax quinquefolius) verbesserte in einer großen doppelblinden randomisiert-kontrollierten Studie die Fatigue. Auch der asiatische Ginseng (Panax ginseng), der in Deutschland als Arzneimittel gegen Erschöpfung zugelassen ist, reduzierte signifikant die Beschwerden. Ein aktueller Review schätzte die Evidenz für eine positive Wirkung von Panax ginseng als gut ein. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf mögliche positive Effekte von Guaranà (Paullinia cupana).“

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=75039

 

Kommentar & Ergänzung:

Der Artikel ist insgesamt sehr lesenswert, insbesondere natürlich für Menschen, die mit Fatigue zu tun haben, als Betroffene, als Angehörige von Betroffenen oder als medizinische oder pflegerische Fachleute.

Siehe auch:

Krebstherapie: Sport und Phytotherapie bei Fatigue

Onkologie: Johanniskraut beim Chronischen Fatigue-Syndrom

Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung (Fatigue)

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Onkologie: Roter Ginseng bei Fatigue

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Bei der Anwendung von Ginseng ist zu beachten, dass es bei den im Handel erhältlichen Ginsengpräparaten grosse Qualitätsunterschiede gibt. Empfehlenswert sind auf einen bestimmten Gehalt an Ginsenosiden standardisierte Ginsengextrakte (z. B. der G115-Extrakt von Ginsana).

Bei Guaranà dürfte die Wirkung vor allem auf dem Gehalt an Koffein basieren.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Mit dem Begriff „Fatigue“ bezeichnet man ein Erschöpfungs-Syndrom mit außerordentlicher Müdigkeit, mangelnder Energiereserven oder einem massiv erhöhten Ruhebedürfnis, das absolut unverhältnismäßig zur vorausgegangenen Aktivität ist. Leitsymptome der Fatigue sind Müdigkeit und Erschöpfung. Aber auch Leistungsschwäche und Depression sind charakteristisch für das Beschwerdebild.

Die Bezeichnung Fatigue wird in der Medizin in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.

In der Onkologie ist das Fatigue-Syndrom eines der häufigsten und zugleich das am stärksten belastende Begleitsymptom der Krebserkrankung und ihrer Therapie. Stärker noch als unter Schmerzen leiden viele Patienten unter der extremen Erschöpfung. Dennoch bleibt die Fatigue oft unerkannt und unbehandelt.

Zur Entstehung des Fatigue-Syndroms schreibt Wikipedia:

„Die Pathogenese des Fatigue-Syndroms bei Krebs ist bislang nicht eindeutig geklärt. Überwiegend wird von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen, an der bei Krebskranken auch psychologische Faktoren, Blutbildveränderungen und Ernährungseinflüsse beteiligt sind. Bei ihnen wird die Fatigue durch die Erkrankung selbst oder im Zusammenhang mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung ausgelöst. Sie hält meist Wochen bis Monate über den Behandlungszeitraum hinaus an und beeinträchtigt die Lebensqualität oft erheblich.“

Die Behandlung der Fatigue ist oft schwierig. Die „ÄrzteZeitung“ berichtet über das Thema.  Vor allem Anderen müssten eine Bewegungstherapie, etwa mit Ausdauer- oder Krafttraining, und eine psychoonkologische Begleitung gewährleistet sein, berichtete Dr. Axel Eustachi vom Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) der TU München.

Er wies auf eine britische Studie hin, in der Daten von 20 Studien, 15 davon randomisiert und kontrolliert, analysiert wurden, um die Wirksamkeit komplementärer und alternativer Medizin (CAM, complementary and alternative medicine) bei Tumor-Fatigue zu beurteilen (Integr Cancer Ther. 2013; 12(4):276-90).

Resultat:

„Begleitend neben Chemo- oder Strahlentherapie erwiesen sich Hypnose, Ginseng- und Guaranabehandlung als effektiv. Akkupunktur hingegen zeigte einen deutlichen Effekt nach Beendigung der Chemo- oder Strahlentherapie. Zudem gab es Hinweise auf die Effektivität von Massage in dieser Therapiesituation.

Qi Gong zeigte sowohl während wie auch nach der konventionellen Therapie positive Wirkung auf Fatigue. Hinsichtlich Therapie-Kombinationen konnte die Studie keine Ergebnisse liefern. Problematisch war auch die kurze Nachbeobachtungszeit von weniger als drei Monaten.“

Wichtig sei es, die Kombinierbarkeit mit der laufenden onkologischen Standardtherapie abzuklären und mögliche Wechselwirkungen auszuschließen, erklärte Eustachi. So enthalte Ginseng zum Beispiel Substanzen, die mit unklarer Wirkung an Östrogenrezeptoren andocken könnten. Deshalb sei Ginseng bei Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs besser zu meiden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/855721/onkologie-hilft-fatigue.html?sh=1&h=-402959452

http://spcare.bmj.com/content/1/Suppl_1/A12.2.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Zu Guarana: Der mehrjähige Guarana-Strauch Paullinia cupana var. sorbilis aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) ist im Amazonasgebiet in Brasilien heimisch und wird in weiteren südamerikanischen Staaten kultiviert.

Als Arzneimittel verwendet werden die vom Samenmantel und der Samenschale befreiten, getrockneten und gerösteten Samenkerne (Guaranae semen). Guarana enthält Coffein und wird wie Kaffee gegen Müdigkeit und zur Leistungssteigerung eingenommen.

Zu Ginseng:

Ginsengextrakte sollten nicht zusammen mit Koffein enthaltenden Präparaten wie Guarana verwendet werden, da dies zum “Ginsengmißbrauchsyndrom” mit Bluthochdruck, Nervosität, Schlaflosigkeit, morgendlicher Diarrhoe, Ödemen und Euphorie führen könnte.

Siehe auch:

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Onkologie: Roter Ginseng bei Fatigue

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen

Ausserdem zu Fatigue:

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

Sport kann Krebskranken bei Erschöpfungszuständen gut tun. Studien weisen darauf hin, dass regelmäßige und dosierte Aktivität der Behandlung von Erschöpfungszuständen durch Medikamente überlegen ist.

Bewegung kann Erschöpfungszustände bei Tumorerkrankungen und Fibromyalgie lindern. Das erklärt Prof. Herbert Löllgen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) in Berlin. Studien hätten ergeben, dass regelmäßiges, dosiertes Ausdauertraining bei Fibromyalgie neben einer Psychotherapie wirksam und einer medikamentösen Therapie überlegen sei. Auch vor, nach und während einer Krebsbehandlung mildere regelmäßige Bewegung Ermüdungserscheinungen, reduziere die Stressbelastung und verbessere die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten.

Fibromyalgie ist eine schwere chronische Erkrankung, die neben Schmerzen in Muskeln und Gelenken unter anderem durch Müdigkeit und Schlafstörungen charakterisiert ist. Betroffenen rät Löllgen zu einer Bewegungstherapie im warmen Wasser (bspw. Aquajogging) Das schont nicht zuletzt die Gelenke beim Training. Tumorkranke sollten schon in der Klinik Sport treiben und nach dem Spitalaufenthalt am besten in entsprechenden Sportgruppen weiter trainieren.

Quelle:

http://www.n-tv.de/ticker/Gesundheit/Krebskranke-sollten-bei-Muedigkeit-dosiert-Sport-treiben-article5676576.html

Kommentar & Ergänzung:

Bewegung ist eine wichtige Säule in der klassischen Naturheilkunde.

Siehe:

Naturheilkunde – was ist das?

Zum Thema Müdigkeit / Fatigue bei Krebserkrankungen gibt es Studien zur Wirksamkeit von Ginseng:

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Methoden der Alternativmedizin

Wie orientiert man sich eigentlich in diesem unübersichtlichen “Dschungel”?

„Alternativmedizin“ ist ein Begriff, der  sich gar nicht so einfach eindeutig definieren lässt. „Alternative“ bedeutet „Wahl zwischen zwei Möglichkeiten“.  Das Wort wurzelt im Lateinischen:

mlt. alternativus = zweideutig,

lat. alternare = abwechseln,

lat. alternus = jeder zweite,

lat. alter = der eine, der andere.

Ist nun Alternativmedizin selber eine Alternative zur Medizin oder eine Medizin,  die abwechselnd mit der Medizin zur Anwendung kommt?

Der Begriff Alternativmedizin wird zudem immer wieder sehr ähnlich verwendet wie der Begriff „Komplementärmedizin“, wobei – so ist zu hören, Komplementärmedizin die Medizin ergänzen will (lat. complere = ausfüllen, vollständig machen).

Darüber hinaus wird der Begriff Komplementärmedizin genauso wie der Begriff Alternativmedizin häufig mit dem Ausdruck Naturheilkunde vermischt oder gleichgesetzt. Ein ziemliches Definitionschaos also.

Ein genaueres Verständnis dieser Begriffe wäre aber wichtig, wenn wir uns in diesem unübersichtlichen Terrain orientieren wollen.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff

Schulmedizin – ein fragwürdiger Ausdruck

Naturheilkunde – was ist das?

Noch komplexer wird die Lage, wenn man bedenkt, dass es mehrere hundert Methoden gibt, die irgendwie zum Bereich Alternativmedizin / Komplementärmedizin gerechnet werden. Am Schluss dieses Beitrages finden Sie eine Aufzählung der Methoden, die vom EMR (Erfahrungsmedizinisches Register) aufgeführt werden. Hinter dem EMR steht eine Privatfirma, die im Auftrag verschiedener Krankenkassen entscheidet, welche Methoden bzw, welche Therapeutinnen und Therapeuten über Zusatzversicherungen abrechnen dürfen. Das EMR selber prüft diese Methoden allerdings nicht auf ihre Qualität.

Wer sich für solche Methoden interessiert steht daher vor der Frage, wie sich bei dieser Vielfalt die Spreu vom Weizen trennen lässt.

Das scheint auf den ersten Blick ein Ding der Unmöglichkeit. Alle Methoden ausprobieren? Geht nicht. Sich in allen Methoden ausbilden lassen, um sich dann eine Meinung zu bilden? Auch nicht machbar.

Es gibt jedoch durchaus Kriterien, mit denen man Heilmethoden und Heilungsversprechungen prüfen kann, ohne dass man diese Methoden bis ins Detail kennen muss. Zum Beispiel kann man die Grundhaltungen anschauen, auf denen ein Therapiesystem aufbaut (Weltbild, Menschenbild, Verständnis von Gesundheit und Krankheit, Umgang mit Erkenntnis und Wissen). Solche Grundhaltungen zeigen sich oft schon im Klappentext eines Buches oder in einer Kursausschreibung.

Wer sich für solche Kriterien interessiert, bekommt dazu eine fundierte Basis im Tagesseminar

Komplementärmedizin – Kriterien zur Orientierung im überquellenden Angebot

Methoden der Alternativmedizin / Komplementärmedizin (Auswahl):

Aderlass, Akumattherapie, Akupressur, Akupunkt-Massage, Akupunktur, Alexander-Technik, An-Mo / Tui-Na, Anthroposophische Medizin, Aromatherapie, Asiatische Körper- und Energiearbeit, Atemtherapie, Augendiagnostik / Irisdiagnostik, Aura-Soma-Therapie, Ausleitende Verfahren (NHP), Autogenes Training, Ayurveda-Ernährungsberatung, Ayurveda-Heilmittel, Ayurveda-Massage, Bach-Blütentherapie, Baunscheidt-Therapie, Bewegungstherapie und Tanztherapie nach Hauschild-Sutter, integrative Bewegungstherapie, klinische Bewegungstherapie, Bindegewebsmassage, Biochemie nach Schüssler, Biodynamische Psychologie / Biodynamik, Biofeedback, Bioresonanztherapie, Blutegel-Therapie, Brain Gym, Colon-Hydro-Therapie, Colon-Massage, Cranio-Sacral-Therapie, Deep Draining, Diätetik (NHP), Eigenbluttherapie / Autosanguisstufentherapie, Elektroakupunktur, Elektroakupunktur nach Voll / Bioelektronische Funktionsdiagnostik, Elektrotherapie, Ernährungsberatung, Ernährungsberatung (TCM), Esalen Massage, Eugemed-Regenerationstherapie, Eutonie Gerda Alexander, Fango, Farbpunktur, Farbtherapie, Fasciatherapie, Feldenkrais-Methode, Frecodyn-Therapie, Funktionelle Biometrie, Fussreflexzonen-Massage, Hatha Yoga, Heileurythmie, Heilpädagogisches Reiten / Therapeutisches Reiten, klassische Homöopathie, Hydrotherapie (Med. Mass.), Hämatogene Oxidationstherapie, Kinesiologie, Klassische Massage, Kneipp-Therapie / Hydrotherapie, Laser-Akupunktur, Lichttherapie, Lykotronic, Magnetfeldtherapie, Maltherapie, anthroposophische Maltherapie, Manuelle Lymphdrainage, Massagepraktiken (NHP), Meridian-Therapie, Mesotherapie, Metamorphosis, Moxa / Moxibustion, Musiktherapie, anthroposophische Musiktherapie, Muskelreflexzonenmassage, Myofunktionelle Therapie, Neuraltherapie, Neurofeedback, Ohrakupunktur, Ohrkerzen-Therapie, Organisch-rhythmische Bewegungsbildung Medau, Ortho-Bionomy, Orthomolekulare Therapie, Osteopathie / Etiopathie, Ozontherapie, Phytotherapie (TCM), westliche Phytotherapie, anthroposophisches Plastisch-therapeutisches Gestalten, Polarity, Posturale Integration, Psychomotorik, Psychozonenmassage, Puppenspiel-Therapie, Qi-Gong, Rebalancing, Rebirthing, Reflexzonenmassage, Reiki, anthroposophische Rhythmische Massage, Rolfing / Strukturelle Integration, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Schröpfen, Shiatsu, Shin Tai, Sophrologie Bio-Dynamique, Sophrologie Caycédienne, Sumathu-Therapie, Sympathico-Therapie, Tai-Chi, Tanztherapie, Thai-Massage, anthroposophische Therapeutische Sprachgestaltung, Thermographie, Tibetische Medizin, Tomatis-Methode, Touch for Health, Trager-Methode, Ultraviolettbestrahlung des Bluts, Vitalpraktik nach Vuille, Wickel / Umschläge, Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich / Wirbelsäulen-Basis-Therapie.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Interessiert an einer Naturheilkunde-Ausbildung?

Wenn Sie interessiert sind an einer Ausbildung in Naturheilkunde, dann lohnt es sich genau zu klären, was Sie lernen möchten.

Naturheilkunde ist nämlich ein Begriff, der sehr ungenau und ziemlich willkürlich benutzt wird.

Versteht man den Begriff Naturheilkunde auch von seiner Geschichte her, bezeichnet er ein Spektrum verschiedener Methoden, welche die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung (Spontanheilung) aktivieren sollen und die sich vorzugsweise in der Natur vorkommender Mittel oder Reize bedienen. Dazu zählen (nach einer Definition von Alfred Brauchle 1952) die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und Willensvorgänge. In einem weiter gefassten Verständnis gehören auch “natürliche” Arzneimittel, vor allem Heilpflanzen und deren Zubereitungen zur Naturheilkunde.

Zur “klassischen” Naturheilkunde werden im Allgemeinen die folgenden Naturheilverfahren gezählt:

– Hydrotherapie und Balneotherapie (Wasseranwendungen)

– Bewegungstherapie

– Diätetik (Unterstützung der Behandlungen durch eine gesunde Ernährung und eine dem

dem Krankheitsbild angepasste Diät)

– Ordnungstherapie (ausgewogene Lebensführung im regelmäßigen Rhythmus und im Einklang mit

der Natur)

– Phytotherapie (Einsatz von Heilpflanzen)

Diese fünf Naturheilverfahren sind auch bekannt geworden als die fünf Säulen des Sebastian Kneipp.

Grundsätzlich sind diese Methoden kompatibel mit dem wissenschaftlichen Weltbild.

Oft werden auch folgende Methoden der Alternativmedizin zur Naturheilkunde gezählt, die aber auf eigenen Lehrgebäuden basieren und darum nicht so leicht mit medizinischem Denken und Handeln zu verbinden sind:

Homöopathie

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Ayurvedische Medizin

Anthroposophische Medizin

(Quelle: Wikipedia, Artikel „Naturheilkunde“, gekürzt und überarbeitet)

Siehe auch:

Naturheilkunde – was ist das?

Es gibt im Bereich der Naturheilkunde-Ausbildungen keine Qualitätsstandards und keine verbindlichen Lehrpläne.

Wenn Sie sich Fragen stellen zur Qualität einer Naturheilkunde-Ausbildung – und das ist sehr wichtig, wenn Sie einer Ausbildung in diesem Bereich machen wollen –  dann hilft Ihnen vielleicht folgende Checkliste weiter:

Naturheilkunde-Ausbildung: Was sie wissen sollten

Ausserdem:

Naturheilkunde-Ausbildung: Mehr kritisches Denken – weniger blinden Dogmatismus

Falls Sie aus diese weiten und vielfältigen Feld der Naturheilkunde eine Ausbildung oder Weiterbildung im Teilbereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde ins Auge fassen, finden Sie dazu meine aktuellen Angebote oben unter dem Menüpunkt „Kurse“.

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Medizin braucht Vielfalt – aber nicht Beliebigkeit

„Medizin braucht Vielfalt“, forderte kürzlich Professor Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer. Und dazu gehört seiner Ansicht nach auch die Komplementärmedizin. Vertreter der Schulmedizin und Naturheilkunde täten sich nach wie vor damit schwer, “zum Wohle des Patienten zusammenzuarbeiten”, sagte Hoppe.

Medizin braucht Vielfalt. Das tönt fraglos gut und ist es bis zu einem gewissen Grad wohl auch. Vertreter der Schulmedizin und der Naturheilkunde sollten zum Wohle des Patienten zusammenarbeiten. Das kommt einem verbreiteten Bedürfnis vieler Menschen entgegen, wie die Abstimmung vom Mai 2009 gezeigt hat.

Aber wie fast immer, wenn es um die Komplementärmedizin geht, sind die Aussagen zwar wohlklingend, bleiben aber pauschal, vage und nebulös.

Nur schon zu diesen wenigen Satzfragmenten von Prof. Hoppe stellen sich einige Fragen:

1. Was meint der Mann genau mit „Schulmedizin“? Warum verwendet der Präsident der Bundesärztekammer einen diffamierenden Kampfbegriff aus Homöopathie und Nationalsozialsozialismus?

Siehe:

Schulmedizin – ein fragwürdiger Ausdruck

2. Was meint Hoppe genau, wenn er von Komplementärmedizin spricht? Dieser Begriff ist genau deshalb so positiv besetzt, weil er kaum etwas aussagt. „Komplementär“ heisst „ergänzend“. Das ist ja immer gut, es dient dem Ganz werden und wer will das schon nicht…

Mir fällt einfach auf, dass auch Politikerinnen und Politiker gern mehr Komplementärmedizin fordern. So inhaltsleer aber wohlklingend wie er ist, kommt das immer gut an und bietet keine Angriffsflächen.

Meiner Ansicht nach sollte man anstelle  von Komplementärmedizin von einzelnen konkreten Methoden reden, dann wäre eine ergiebige Diskussion möglich anstelle von populistischen Schlagworten.

Hier eine Auswahl von Methoden der Komplementärmedizin:

Ab- und ausleitende Verfahren, Ableitungsdiät, Ableitungsverfahren,

Aderlass, Akupressur, Akupunktur, Alexander-Technik,

Anthroposophische Medizin, Api-Therapie, Aromatherapie, Asiatische Heilkunde,

Astromedizin, Atemtherapie, Atlaslogie, Augendiagnose, Augentraining, Aura Soma,

Aurikulotherapie, Autogenes Training, Autosuggestion, Ayurveda,

Bachblüten-Therapie, Baunscheidtieren, Bewegungstherapie,

Bio-Chemie (Schüsslersalze), Biodynamische Psychologie, Biofeedback,

Bioresonanz-Therapie, Blutegel, Cantharidenpflaster, Chakra-Therapie,

Chinesische Pulsdiagnose, Clustermedizin, Colon-Hydro-Therapie,

Cranio-Sacral-Therapie, Edelstein-Therapie, Eigenblut-Therapie,

Elektro-Akupunktur-Diagnose, Elektrotherapie, Energetische Medizin,

Eugemed-Therapie, Farbtherapie, Fasten, Feldenkrais, Feng Shui,

Frischzellentherapie, Frühjahrskur, Fumarsäure-Therapie, Fünf Tibeter,

Fussreflexzonen-Massage, Ganzheits-Therapie, Geistiges Heilen,

Haarmineralanalyse, Heilfasten, Homöopathie, Horchschulung, Hypnosetherapie,

Infrarot-Therapie, Inhalationstherapie, Isopathie, Jin Shin Do, Kinesiologie,

Kirlian-Fotografie, Kurzwellentherapie, Laser-Akupunktur, Lasertherapie,

Lymphdrainage, Magnet-Therapie, Meditation, Metamorphose, Mikrowellentherapie

Moxibustion, Nasenreflexzonen-Therapie, Neural-Therapie,

NLP Neuro-Linguistisches Programmieren, Ohr-Akupunktur, Ohrkerzen,

Orgontherapie, Orthomolekulare Medizin, Osteopathie, Ozontherapie, Polarity,

Pranaheilen (Pranic Healing), Qi-Gong, Radiästhesie, Radionik, Rebirthing,

Regenerationstherapie, Reiki, Reinkarnationstherapie, Reizstromtherapie,

Rohkosttherapie, Rolfing, Sauerstoff-Therapie, Schlenzbad-Kur, Schröpfen, Shiatsu,

Tai Chi, Therapeutic Touch (Handauflegen), Touch for Health,

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Ultraschall-Therapie, Unterwassermassage, Urin-Therapie, Visualisieren, Vitalogie, Watsu, Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich, Wirbelsäulen-Therapie nach Dorn, Yoga, Zelltherapie, Zero Balancing, Zilgrei, Zungendiagnostik.

Diese Auszählung könnte natürlich noch wesentlich erweitert, oder aber auch gekürzt werden. Denn es ist nirgends festgelegt, was zur Komplementärmedizin gehört.

Doch nur schon in dieser unvollständigen Liste treffen wir auf Methoden von sehr unterschiedlicher Glaubwürdigkeit. Diskutieren wir doch über Inhalte, nicht über populistische Schlagworte! Wenn Politikerinnen und Politiker oder Verbandsfunktionäre von Förderung der Komplementärmedizin reden, dann wäre es meiner Ansicht nach nötig nachzufragen, welche Methoden sie genau meinen.

Zur Problematik des Begriffs Komplementärmedizin siehe:

Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff

3. Wenn Politikerinnen und Politiker pauschal-populistisch von Förderung der Komplementärmedizin reden, dann müsste man meines Erachtens genau nachfragen, nach welchen Kriterien sie entscheiden wollen, welche von den mehreren hundert Methoden der Komplementärmedizin gefördert werden sollen.

Um die Angabe solcher Kriterien drücken sich diese Politikerinnen und Politiker in der Regel. Dabei könnte meines Erachtens erst auf dem Boden solcher Kriterien eine offene und ehrliche Diskussion anfangen. Vielfalt ja, Beliebigkeit nein.

4. Hoppe redet mal von Komplementärmedizin, mal von Naturheilkunde und es scheint so, als gebrauche er diese beiden Begriffe synonym. Sind sie aber nicht. Naturheilkunde ist ebenfalls kein scharf definierter Begriff, doch versteht man darunter oft die fünf Säulen nach Sebastian Kneipp:

Hydrotherapie,

Pflanzenheilkunde,

Ernährung,

Bewegung, Licht, Luft,

Lebensordnung.

Verfahren der Naturheilkunde sind potenziell kompatibler mit der Medizin verglichen mit Methoden der Komplementärmedizin.

Zum Begriff „Naturheilkunde“ siehe:

Naturheilkunde  –  was ist das?

Zusammengefasst: Wenn es um Komplementärmedizin geht sind inhaltliche Diskussionen über konkrete Methoden nötig. Andernfalls bleibt es bei populistischen Schlagworten. Vielfalt in der Medizin ja, aber nicht Beliebigkeit.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Diabetes Typ 2

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 suchen oft im Bereich Naturheilkunde / Komplementärmedizin nach einer Alternative zur regelmäßigen Einnahme von synthetischen Antidiabetika. Prof. Karin Kraft veröffentlichte vor einigen Monaten dazu einen fundierten Artikel, in welchem sie die Möglichkeiten der Phytotherapie bei Diabetes Typ 2 vorstellt. Zu Beginn des Textes stellt sie klar:

„Grundsätzlich ist jedoch festzuhalten, dass eine naturheilkundliche Diabetestherapie nur adjuvant zu der leitlinienkonformen Therapie durchgeführt werden sollte.“

Primäres Ziel einer naturheilkundlichen Diabetestherapie sei die Therapie der Insulinresistenz, schreibt Kraft. Bei Übergewicht müsse eine Gewichtsreduktion durch eine hypokalorische Diät angestrebt werden: „Die Diätempfehlungen der Leitlinien werden uneingeschränkt unterstützt, eine besondere naturheilkundliche Diabetesdiät existiert nicht.“

Die Knollen von Helianthus tuberosus (Topinambur) empfiehlt Kraft als kalorienarmes Sättigungs- und Süßungsmittel. Topinambur sei reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Inulin (16%), das als Ballaststoff wirke.
Durch Heilfasten, bei dem gleichzeitig eine intensive Bewegungstherapie durchgeführt werden muss, könne die Stoffwechsellage deutlich verbessert werden. Ein dauerhafter Erfolg sei aber nur möglich, wenn die Ernährung im Anschluss langfristig im Sinne einer Diabetesdiät modifiziert werde.
Dies belegen laut Kraft einige klinische Studien. Stationäres Heilfasten sei jedoch nur bei ausreichender Insulin-Eigenproduktion und begleitender Adipositas indiziert.
Karin Kraft weist zudem auf Empfehlungen aus der Orthomolekularmedizin hin, nämlich intermittierenden Gaben von Zink (20–40 mg/d), Magnesium (300–600 mg/d) und Chrom (100–200 µg/d), wobei allerdings die Belege für diese Empfehlungen nicht befriedigend seien.

Heilpflanzen bei Diabetes

Arzneimittelrechtlich zugelassene Phytotherapeutika gegen Typ-2-Diabetes gebe es bisher nicht, schreibt Kraft, und sie schränkt ein:

„Die erhältlichen leicht blutzuckersenkenden Nahrungsergänzungsmittel wie Präparate aus Bittermelone, Zimtrinde, Flohsamen(schalen) und Ballaststoffen können nur adjuvant zur Standardtherapie und nur unter ärztlicher Aufsicht empfohlen werden.
Bittermelone und Zimtrinde wirken pharmakologisch antidiabetisch.“

Bittermelonen:

„Bittermelonenextrakt wird in einer Dosis von 1–2 g/d oral verabreicht, der HbA1c kann damit um ca. 0,5% gesenkt werden. Zur Langzeitverträglichkeit liegen nur wenige Daten vor.“

Zimtrinde:

„Bei Präparaten aus Zimtrinde ist auf eine exakte Deklarierung zu achten, es werden ca. 350 mg Zimtrindenextrakt / Tag empfohlen. Die Beleglage aus klinischen Studien ist noch nicht befriedigend.“

Quellstoffe:

Zu den Quellstoffe wie Flohsamen, Indische Flohsamen / Flohsamenschalen und Guar schreibt Kraft, dass sie Zucker binden und physikalisch antidiabetisch wirken. Der HbA1c werde mit Tagesdosen von 10–30 g Flohsamen oder 10–20 g Flohsamenschalen um etwa 1% gesenkt. Wichtig sei die Einnahme mit reichlich Wasser (mindestens 1:10). Wegen der Gefahr der Verlegung der Atemwege sei eine Einnahme im Liegen kontraindiziert.
Guar (Guarkernmehl) sei ein Quellstoff / Polysaccharid aus Mannose und Galaktose, das aus dem Samen der indischen Büschel- oder Guarbohne stammt. Die Tagesdosis von Guar betrage 5–16 g. Durch die verzögerte Glukoseresorption werden postprandiale Blutzucker- und Insulinanstiege um im Mittel 35% vermindert.

Quelle:

MMW Fortschr Med 2010; 152(13)

http://www.springermedizin.de/sprechstunde-naturheilkunde-typ-2-diabtes/219664.html

Kommentar & Ergänzung:

Fachwort-Erklärung:

postprandial = „nach dem Essen“, „nach der Mahlzeit“

adjuvant = ergänzende oder unterstützende Therapiemassnahme

Karin Kraft ist Professorin für Naturheilkunde an der Universität Rostock und eine profilierte Vertreterin der universitären Phytotherapie.

Die Empfehlungen in diesem Artikel sind fundiert und differenziert. Nichts zu bemängeln, nichts zu ergänzen. Mit Abstand der beste Fachtext, den ich in letzter Zeit zum Thema Phytotherapie & Diabetes gelesen habe.

Aber damit es nochmals festgehalten sei:

Diabetes gehört in ärztliche Behandlung und ist eine Krankheit, die langfristige medizinische Begleitung braucht. Mit Heilpflanzen-Präparaten allein ist es also nicht getan. Sie können einen günstigen Effekt zeigen, der aber eng begrenzt ist.

Diabetes ist ein Thema, bei dem sich deutlich Grenzen der Phytotherapie zeigen. Dies gilt meines Erachtens generell für Naturheilkunde & Komplementärmedizin, obwohl das nicht alle Vertreterinnen und Vertreter dieser „Szene“ gerne hören.

Allerdings: „Bewegung“ ist eine der wichtigsten Massnahmen bei Diabetes. Und  sie gehört zugleich zu den klassischen Naturheilverfahren

(Fünf Säulen nach Sebastian Kneipp: Hydrotherapie, Ernährungstherapie, Pflanzenheilkunde, Bewegung / Luft / Licht, Lebensordnung).

Insofern haben wir mit der „Bewegung“ doch einen Fuss in der Diabetes-Therapie.

„Bewegung“ geht als Naturheilverfahren leider ein bisschen unter neben dem Methodendschungel der Komplementärmedizin. „Bewegung“ ist wohl zu gewöhnlich, zuwenig exotisch, zuwenig esoterisch.

Schade, denn Bewegung ist unschlagbar kostengünstig und in ihrem Wert für die Gesundheit kaum zu überschätzen. Und bei Diabetes ist sie als Naturheilmittel wichtiger als Kräutertees, Pflanzentinkturen, Globuli & Co.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturheilkunde bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Mit Weihrauch, Flohsamen und Probiotika gegen die Entzündung im Darm

Zahlreiche Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind interessiert an Verfahren aus Naturheilkunde oder Komplementärmedizin. Wie wirksam sind diese Methoden?

In einer großen repräsentativen Untersuchung wurden 1000 Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) zum Thema Komplementärmedizin und Alternativmedizin befragt. Mehr als die Hälfte der Kranken hatte schon Erfahrungen mit einer solchen Medizinform gemacht, schreibt Privatdozent Dr. Jost Langhorst von der Abteilung für Innere Medizin der Universität Duis-burg-Essen, Kliniken Essen-Mitte, in der “Zeitschrift für Komplementärmedizin”.

Ausprobiert hatten die Studienteilnehmer hauptsächlich Homöopathie (52 %), Phytotherapie (44 %) und Ayurveda (Weihrauch, 40 %). Über die Hälfte der Befragten (54 %) nahm probiotische Lebensmittel (z.B. Milchsäurebakterien oder Hefen) ein. ??Zur Wirkung der klassischen Naturheilverfahren existieren nur wenige klinische Studien. Belegt ist, dass Stressbelastung entzündliche Darmerkrankungen aktivieren kann. An diesem Punkt setzen die ordnungstherapeutischen Maßnahmen an. Dazu zählen Änderungen des Lebensstils und der Ernährung sowie Bewegung. Um psychosozialen Stress zu reduzieren, werden unter anderem Meditation, autogenes Training, Yoga, Qigong und Achtsamkeitstherapie empfohlen.

Gut geeignet: Die mediterrane Küche

Für die Ernährung gelten bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen grundsätzlich dieselben Vorgaben wie für Gesunde. An die mediterrane Küche angelehnte Vollwertkost soll die Patienten ausreichend mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgen. Nur in akuten entzündlichen Stadien ist Schonkost vorzuziehen.

Linderung durch Bakterien und Bierhefe?

Die häufigste Maßnahme aus dem Bereich “Naturheilkunde” ist die Einnahme von Probiotika. Für Escherichia coli Nissle (ein säurebildendes Bakterikum) ist die Wirksamkeit so gut belegt, dass die Einnahme sogar in die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) aufgenommen wurde. Die Bakterien erschweren das Anhaften krankheitsauslösender Keime an der Darmwand. ??Saccharomyces boulardii ist eine Hefe und wirkt vorbeugend gegen Durchfälle, die eventuell durch die Einnahme von Antibiotika entstehen können. Auch für Lactobacillus GG (Milchsäurebakterien) gibt es bereits CED-Studien. Bei akutem Durchfall im Schub wird auch der zusammenziehende Effekt von Heilerde genutzt. ??Für die Wirksamkeit einer Bewegungstherapie existieren kaum Belege. Allerdings ist bekannt, dass Personen, die im Freien körperlich arbeiten, seltener an Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa erkranken. Deshalb wird Ausdauersport empfohlen. Im akuten Schub allerdings soll sich der Kranke schonen. ??

Phytotherapie: Flohsamen, Heidelbeere, Blutwurz….

In der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) nutzt man beispielsweise die entzündungshemmende Wirkung des Flohsamens, der zudem das Stuhlvolumen vergrössert und die Darmtätigkeit reguliert. Auch Weihrauch wird angewandt. Für den Einsatz von Myrrhe – in Kombination mit Kamille und Kaffeekohle – läuft zurzeit eine Untersuchung, berichtet der Experte. Die Gerbstoffe in getrockneten Heidelbeeren und Blutwurz wirken zusammenziehend und entzündungshemmend. Beim Ingwer wird die anregende Wirkung auf die Darmmuskulatur und die durchfallhemmende Komponente geschätzt.

Einsatz von Wurmeiern noch in Erprobung

Auch die physikalische Therapie (z.B. Infrarot- und UV-Licht, Massage) kommt bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zur Anwendung. Von Kneipp‘schen Leibwaschungen oder Leibwickeln werden krampflösende, blähungstreibende und schlaffördernde Effekte erwartete. Leibauflagen mit Kümmel, Kamille oder Heublumen kommen ebenfalls zum Einsatz. Für die Akupunktur als Teil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) liegen Untersuchungen vor, welche die Wirksamkeit belegen. Für die Homöopathie existieren keine CED-Studien, berichtet Dr. Langhorst. ??Die Anwendung von Wurmeiern gilt noch als experimentell. Die Theorie tönt interessant: Die Würmer sollen das Immunsystem aktivieren. ??

Kümmelöl-Auflage ?
Ein Teelöffel Kümmelöl mit sanftem Druck in die Bauchdecke einmassieren. Darauf kommt ein feuchtwarmes Tuch, welches mit einem warmen trockenen Baumwolltuch abgedeckt wird. Darüber wird dann für eine halbe Stunde eine Wärmflasche gelegt.

Medical Tribune Deutschland, Ausgabe 17 / 2009 S.20,
Jost Langhorst, ZKM 2009; 1: 12-19

Kommentar und Ergänzung zu den Empfehlungen aus der Phytotherapie:

Zum Flohsamen: Diese schleimhaltige Heilpflanze wirkt vor allem schützend auf die Schleimhäute. Bei Verstopfung nimmt man sie mit viel Wasser, damit die Polysaccharide quellen können, bei Durchfall dagegen mit weniger Wasser, weil dann die überschüssige Flüssigkeit gebunden wird. Daueranwendung möglich

Zum Weihrauch: Heilpflanzen-Präparate zum Einnehmen verwenden. Langzeitanwendung nötig, sonst bringt‘s wohl kaum etwas. Räuchern wie in der Kirche oder auch im Handel erhältliche Salben und Bäder sind unwirksam.

Zum Blutwurz (Tormentill): Stark gerbstoffhaltige Heilpflanze, wirkt stopfend bei Durchfall, würde ich nur zeitlich limitiert einnehmen (ein paar Tage).

Zur Heidelbeere: Wirken nicht nur wegen den Gerbstoffen stopfen (in getrockneter Form), sondern durch die blauen Farbstoffe (Anthocyane) wohl auch entzündungshemmend.
Siehe:
http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/2009/01/09/farbstoffe-auch-heidelbeeren-hemmen-entzuendungen.html

Kümmelöl: Wirkt vor allem krampflösend, weil Kümmelöl wie jedes ätherische Öl gut durch die Haut resorbiert wird, könnte das Einmassieren auf der Bauchdecke wirksame sein. Will man den Kümmel gegen Blähungen einsetzen, braucht es Kümmeltee oder Kümmeltinktur peroral.

Ingwer: Könnte neben der anregenden Wirkungen auf die Darmperistaltik (Darmbewegungen) auch gegen Entzündungen wirken. Darauf deuten jedenfalls Laboruntersuchungen hin.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Naturheilkunde – was ist das?

Naturheilkunde, Komplementärmedizin, Alternativmedizin – das sind Begriffe, die schwer zu fassen sind und sich zum Teil auch überschneiden. Doch wenn wir sie nicht einigermassen definieren und klären, was wir damit meinen, dann reden wir ganz einfach aneinander vorbei.
Naturheilkunde lässt sich in Anlehnung an Wikipedia etwa so zusammenfassen:

Der Begriff Naturheilkunde bezeichnet ein Spektrum verschiedener Methoden, welche die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung (Spontanheilung) aktivieren sollen und die sich vorzugsweise in der Natur vorkommender Mittel oder Reize bedienen. Dazu zählen (nach einer Definition von Brauchle 1952) die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und Willensvorgänge. In einem weiter gefassten Verständnis gehören auch “natürliche” Arzneimittel, vor allem Heilpflanzen und deren Zubereitungen zur Naturheilkunde.

Dass diese Definition nicht problemlos ist, zeigen folgende Beispiele: die Impfung mit einem gentechnologisch hergestellten Heptitis-B-Impfstoff wirkt prophylaktisch durch Aktivierung des körpereigenen Immunsystems oder Penicillin ist ein Stoff natürlichen Ursprungs. Zur Naturheilkunde zählt keines der beiden Beispiele, obwohl sie die oben genannten Definitionskriterien erfüllen.

Die Naturheilkunde wird heute großenteils zum Bereich der Alternativmedizin und im engeren Sinne zur Komplementärmedizin gezählt (d. h. zu den wissenschaftlich nicht anerkannten, die Schulmedizin ergänzenden Verfahren). Als ein bedeutender Pionier der Naturheilkunde gilt der Arzt Christoph Wilhelm Hufeland. 1888 erschien von Friedrich Eduard Bilz mit seinem Bilz-Buch ein Standardwerk der Naturheilkunde.

Naturheilverfahren

Zur “klassischen” Naturheilkunde werden im Allgemeinen die folgenden Naturheilverfahren gezählt:

– Hydrotherapie und Balneotherapie (Wasseranwendungen)
– Bewegungstherapie
– Diätetik (Unterstützung der Behandlungen durch eine gesunde Ernährung und eine dem
dem Krankheitsbild angepasste Diät)
– Ordnungstherapie (ausgewogene Lebensführung im regelmäßigen Rhythmus und im Einklang mit
der Natur)
– Phytotherapie (Einsatz von Heilpflanzen)

Diese fünf Naturheilverfahren sind auch bekannt geworden als die fünf Säulen des Sebastian Kneipp. Grundsätzlich sind diese Methoden kompatibel mit dem wissenschaftlichen Weltbild.
Oft werden auch folgende Methoden der Alternativmedizin zur Naturheilkunde gezählt, die aber auf eigenen Lehrgebäuden basieren und darum nicht so leicht mit medizinischem Denken und Handeln zu verbinden sind:

Homöopathie
Traditionelle Chinesische Medizin
Ayurvedische Medizin
Anthroposophische Medizin

Quelle: Wikipedia, Artikel “Naturheilkunde” (gekürzt und überarbeitet)

Kommentar:

Klassische Naturheilkunde aufwerten!

Weil die fünf Säulen nach Kneipp mit dem wissenschaftlichen Denken und handeln kompatibel sind, eignen sie sich ausgezeichnet zum Brückenbau zwischen Medizin und Komplementärmedizin. In Teilbereichen sind denn auch Phytotherapie, Hydrotherapie, Bewegungstherapie, Diätetik und Ordnungstherapie (moderner ausgedrückt: Psychosomatik) auch wissenschaftlich untersucht und bestätigt worden.

Meiner Ansicht nach sind diese fünf klassischen Naturheilverfahren sehr zu Unrecht etwas in den Hintergrund geraten.
Wahrscheinlich sind sie für die heutige Zeit einfach zuwenig schrill, zuwenig exotisch, zu simpel.
Zum Beispiel Bewegung? – Es gibt kaum etwas Gewöhnlicheres und viel zu verdienen ist auch nicht damit. Dabei ist Bewegung hoch wirksam für unsere Gesundheit und wohl wertvoller als alle Nahrungsergänzungsmittel zusammen, die viele Leute tagaus tagein konsumieren.

Wahrscheinlich decken die klassischen Naturheilverfahren auch die hohen Sinnbedürfnisse des heutigen Menschen nicht mehr so gut.

Methoden wie beispielsweise Anthroposophische Medizin, Ayurvedische Medizin oder Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) legen ein Sinngefüge in die Krankheiten. Das kann für manche Patientinnen und Patienten erleichternd wirken.

Allerdings sind es heteronome (= von aussen stammende) Sinngebungen, die sehr genau auf ihre psychologischen, philosophischen und politischen Konsequenzen hin unter die Lupe genommen werden sollten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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