Beiträge

Öko-Test beurteilt Schleimlöser bei Husten: Heilpflanzen-Präparate top

Öko-Test hat 24 frei verkäufliche Arzneimittel gegen Husten unter die Lupe genommen, davon 9 Hustenreizdämpfer und 15 Schleimlöser.

Die Fachleute halten nur für wenige Produkte eine lindernde Wirkung aus wissenschaftlicher Sicht hinreichend belegt. Darum schneidet die Mehrzahl der Hustenmittel im Test auch nur “ausreichend” und schlechter ab.

Auffallend und erfreulich ist aber, dass bei den Schleimlösern Heilpflanzen-Präparate (Phytopharmaka) am besten abschneiden:

«Bei den Schleimlösern ist die Auswahl an sehr guten Produkten schon etwas größer: “Bronchipret TP, Filmtabletten” (9,90 Euro/20 Stück), “GeloMyrtol Forte, Weichkapseln” (10,19 Euro/20 Stück), “Soledum Kapseln Forte” (9,90 Euro/20 Stück). Für die “Umckaloabo-Tropfen hat es immerhin noch für ein “gut” gereicht (10,20 Euro/20 ml).»

Quelle:

https://www.n-tv.de/ratgeber/Diese-Mittel-helfen-bei-Husten-article20206388.html

Kommentar & Ergänzung:

Wir haben es hier mit ganz unterschiedlichen Phytopharmaka zu tun, die aber alle gut durch Studien in ihrer Wirksamkeit belegt sind.

– Bronchpret Filmtabletten enthalten Thymiankraut-Trockenextrakt und Primelwurzel-Trockenextrakt.

– GeloMyrtol Forte enthält ein ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl enthält. In der Schweiz gibt es dazu eine kassenzulässige Variante: GeloDurat (wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn ärztlich verschrieben).

– Soledum Kapseln Forte besteht zu 100% aus Cineol, dem Hauptbestandteil von Eukalyptusöl. Dieses Präparat ist in Deutschland auf dem Markt, nicht jedoch in der Schweiz.

– Umckaloabo (flüssig) ist da einzige mit Studien belegte Präparat aus Kapland-Pelargonie. In der Schweiz gibt es dazu eine kassenzulässige Variante: Kaloabo (wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn ärztlich verschrieben).

„Mangelhaft“ abgeschnitten haben synthetische Schleimlöser auf der Basis von ACC bzw. NAC (Acetylcystein) – nicht ganz unerwartet, weil ihre Wirksamkeit nur mangelhaft belegt ist.

Wikipedia schreibt zu ACC:

„Die Wirksamkeit hinsichtlich einer schleimverflüssigenden Wirkung von Acetylcystein ist für einfache Atemwegsinfekte nicht belegt. Die therapeutische Wirksamkeit bei Bronchitis ist umstritten, da die aus den 1980er Jahren stammenden Studien heutigen Ansprüchen an ein Studiendesign nicht standhalten. Dementsprechend gibt es nach der DEGAM-Leitlinie auch keine Empfehlung für ACC bei der Behandlung eines grippalen Infektes oder einer akuten Bronchitis, da in randomisierten doppelblinden placebokontrollierten Studien keine signifikanten Effekte auf Lungenfunktion, Bronchialschleim, systemische Oxygenierung und/oder Beatmungsnotwendigkeit nachgewiesen werden konnten. Der Einsatz von ACC als Schleimlöser wird aus medizinischer Sicht deshalb kritisch hinterfragt.“

Das ist bemerkenswert, weil ACC-Präparate sehr oft gegen Husten verkauft werden. Wikipedia führt als Präparate auf:

Monopräparate

ACC (D, A, CH), Acemuc (D), Acemucol (CH), Acetyst (D), Aeromuc (A), Dynamucil (CH), Ecomucyl (CH), Fluimucil (D, A, CH), Helvetussin (CH), Mucobene (A), Mucofluid (CH), Myxofat (D), NAC (D), Secresol (CH), Solmucol (CH), diverse Generika (D, CH)

Kombinationspräparate

Alvesin (D), Aminopäd (D), Aminoplasmal (D), Deltamin (D), Infesol (D), Nephrotec (D), Periplasmal (D, A), Pädamin (A), Rinofluimucil (CH), Salviamin (D), Solmucalm (CH)

 

Bei den Schleimlösern wird also den Phytopharmaka von „Öko-Test“ eine besser belegte Wirksamkeit attestiert als den synthetischen Präparaten. Diese Beurteilungen und Belege gelten allerdings nur für die entsprechenden Produkte und können nicht auf andere Heilpflanzen-Anwendungen übertragen werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Teebaumöl bei Akne

Das ätherische Öl aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gilt als Geheimtipp gegen Pickel / Akne.

Das Portal „Medizin transparent“ hat recherchiert, ob die Studienlage die Wirksamkeit von Teebaumöl gegen Akne bestätigt.

Ein chinesisch-australisches Wissenschaftsteam konnte in einer umfangreichen Recherche nur eine einzige Studie zu diesem Thema finden.

Diese allerdings kleine Studie liefert zwar vorsichtige Hinweise, dass Teebaumöl gegen Pickel helfen könnte. Für wissenschaftliche Gewissheit wären jedoch weitere, gutgemachte Studien mit positivem Resultat nötig.

In dieser Untersuchung hatten die Versuchspersonen per Losentscheid entweder ein Gel mit Teebaumöl in einer 5-prozentigen Konzentration oder aber ein vergleichbares Gel ohne Wirkstoff ( = Scheinpräparat, Placebo) zugeteilt bekommen, das sie sich zweimal täglich auf die betroffenen Stellen im Gesicht auftragen sollten.

Welche der insgesamt 60 Versuchspersonen das Teebaumöl-Präparat und welche das Placebo bekamen, wurde vor den Probanden und dem Studienpersonal geheim gehalten. Durch diese „doppelte Verblindung“, wie das Geheimhalten der Zuteilung vor sowohl Teilnehmern als auch Studienpersonal genannt wird, wird sichergestellt, dass Erwartungen der an der Studie beteiligten Personen das Resultat nicht beeinflussen können. Allerdings ist nicht sicher, dass bei dieser Studie die Verblindung auch bis zum Ende der Studie aufrecht blieb, da die Wirkstoff-freien Salben eine andere Beschriftung hatten als jene mit Teebaumöl.

Nach sechs Wochen zeigten sich bei den Versuchpersonen, welche das Gel mit Teebaumöl verwendeten, durchschnittlich sieben bis acht Hautunreinheiten wie Pickel, Mitesser oder Pusteln weniger als bei jenen, die das wirkstofflose Gel aufgetragen hatten. Mit nur 60 Probanden sind diese Resultate dieser Studie allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Finanziert wurde die Untersuchung durch ein Unternehmen, das Kosmetika mit Teebaumöl produziert.

Aus den Resultaten ihrer Untersuchung schlussfolgern die Studienautoren, dass ihr Teebaumöl-Präparat kaum mehr Nebenwirkungen hat als das Gel ohne Wirkstoff. „Medizin transparent“ weißt jedoch darauf hin, dass Teebaumöl nicht immer harmlos ist, und bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen und allergischen Hautausschlägen führen kann. Das Scientific Commitee on Consumer Safety (SCCS), das auf EU-Ebene berät, warne daher vor Produkten, die über fünf Prozent Teebaumöl enthalten, und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung rate bei Kosmetika überhaupt zu einer Begrenzung auf eine Konzentration von einem Prozent.

Quelle:

https://www.medizin-transparent.at/teebaumoel-gegen-pickel

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl hat eine gute antibakterielle Wirkung und da Bakterien bei Akne eine Rolle spielen, erscheint eine Wirksamkeit plausibel.

Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen.

Es besteht aus einem Gemisch von etwa 100 Substanzen, insbesondere (+)-Terpinen-4-ol (rund 40 %), α-Terpinen (rund 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol.

Während die chinesisch-australische Forschergruppe nur eine einzige Studie fand, die ihren Qualitätsansprüchen genügte, geht Dr. Rainer C. Görne in der ÄrzteZeitung von fünf randomisierten Studien aus, welche die Wirksamkeit von Teebaumöl bei der Behandlung von Akne belegen sollen. Allerdings fehlen dort Quellenangaben zu diesen Studien.

Siehe: Teebaumöl gegen Akne

 

Die Verträglichkeit des Teebaumöls hängt wesentlich von den Aufbewahrungsbedingungen ab, die möglischst geschützt vor Sauerstoff sein sollten:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, ob es unbedingt Teebaumöl sein muss.

Viele ätherische Öle wirken antibakteriell. Und viele ätherische Öle sind besser hautverträglich als Teebaumöl und geruchlich angenehmer.

Besser verträgliche und geruchlich angenehmere ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung sind zum Beispiel Korianderöl und Lavendelöl.

Siehe dazu:

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Zur Wirkung von Korianderöl

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

 

 

 

Wer typverwandte ätherische Öle als geruchliche Alternativen zu Teebaumöl sucht probiert es manchmal mit Manukaöl, Kanukaöl, Niaouliöl, Cajeputöl oder Eukalyptusöl.

Manukaöl ( aus der Südseemyrte, Leptospermum scoparium) wirkt ähnlich antibakteriell wie Teebaumöl, ist aber ebenfalls haut- und augenreizend.

Kanukaöl stammt von Leptospermum ericoides (= Kunzea ericoides) und fällt bezüglich antibakterieller Wirkung ab.

Niaouliöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen aus Melaleuca viridiflora (Myrtaceae) und gleicht in seiner Zusammensetzung dem Cajeputöl: Hauptbestandteil ist 1,8-Cineol (bis ca. 60 %), weiters Pinen und Limonen. Im Labor zeigte es antimikrobielle Wirkung.

Siehe: Was ist Niaouliöl?

Cajeputöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und kleineren Zweigen des Cajeputbaumes (Melaleuca leucadendra) gewonnen. Es hat einen an Eukalyptus erinnernden Duft, wirkt stark antimikrobiell, enthält in hohem Maße Terpene und ist ein Hauptbestandteil des Olbasöls.

Siehe:

Olbastropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

Eukalyptusöl stammt von Eucalyptus globulus und besteht hauptsächlich aus 1,8-Cineol (über 70 %), ausserdem 1-Pinen (Spuren bis maximal 9 %), 2-Pinen (0-1,5 %), Limonen (0-12 %), und Phellandren (0-1,5 %). Es zeigt breite antimikrobielle Aktivität, ist dabei aber in seiner Wirksamkeit dem Teebaumöl unterlegen.

Verglichen mit dem relativ giftigen Phenol ist das Teebaumöl 11 bis 13 Mal wirksamer und damit viel stärker bakterizid als Eukalyptusöl, das nur etwa 3,5mal stärker als Phenol wirkt. In der Phytotherapie wird Eukalyptusöl in Kapselform auch innerlich angwendet als schleimlösendes Mittel gegen Husten (Sibrovita N).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Knoblaucharoma in Muttermilch fördert Appetit des Säuglings

Lebensmittelchemiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnten erstmals belegen, dass die Einnahme von Knoblauch durch stillende Frauen sich im Geruch der Muttermilch niederschlägt. Verantwortlich dafür ist die Substanz Allylmethylsulfid (AMS) – ein Stoffwechselprodukt, das erst im mütterlichen Organismus verstärkt gebildet wird. Ob das Aroma allerdings beeinflusst, welche Ernährungspräferenzen die Kinder entwickeln, ob sie also Knoblauch später mögen, ist noch ungeklärt.

Prof. Dr. Andrea Büttner vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der Universität Erlangen-Nürnberg sagt dazu: „Allerdings wissen wir noch recht wenig über den Einfluss von Nahrungsmitteln, die Mütter zu sich nehmen, auf die Ernährungsprägung der Säuglinge. Einige Forscher nehmen jedoch an, dass Kinder solche Lebensmittel bevorzugen, die ihre Mütter während der Stillzeit konsumieren, da sie vermuten, dass die Milch dann genauso oder zumindest ähnlich schmeckt.“

Die Resultate der Studie wurden jetzt im Online-Journal Metabolites des renommierten Multidisciplinary Digital Publishing Institute (MDPI) publiziert.

Dass das Knoblaucharoma die Säuglinge vom Trinken der Muttermilch abhalten könnte, ist allerdings nicht zu befürchten. Knoblaucharoma scheint im Gegenteil sogar den Appetit anzuregen, wie eine anderen Studie an Säuglingen gezeigt hat, die mehr Milch tranken, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hatte.

Prof. Büttner befasst sich seit Jahren damit, wie Aromen vom Stoffwechsel des Menschen verarbeitet werden. Was den Einfluss auf die Muttermilch betrifft, kommt die Forscherin zu eher nüchternen Resultaten, denn einige Aromastoffe sind sehr labil und können im Körper des Menschen zu Derivaten verstoffwechselt werden, die wenig mit den für das Lebensmittel charakteristischen Ausgangsprodukten zu tun haben. So konnte Büttners Team in früheren Untersuchungen zum Beispiel nachgewiesen, dass etwa die Einnahme von Fischöl und Stilltee das Aromaprofil der Muttermilch nicht verändert. Eukalyptusölkapseln, die auch während der Stillzeit bei Erkältungskrankheiten eingenommen werden, geben der Muttermilch jedoch eine deutliche Eukalyptusnote. Allerdings ist hier nicht nur der ursprüngliche geruchsaktive Wirkstoff Eukalyptol in der Milch zu finden, sondern auch eine Vielzahl von Derivaten, die der mütterliche Organismus aus Eukalyptol erst herstellt.

Quelle:

https://idw-online.de/de/news655930

Kommentar & Ergänzung:

Stilltee – oft basierend auf den Früchten von Anis, Kümmel und Fenchel – verändert also das Aromaprofil der Muttermilch nicht. Knoblauch aber schon.

Schade, dass in der Pressemitteilung keine Quellenangabe zu der Studie aufgeführt ist, die offenbar verstärktes Trinken feststellte, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hat.

Bei den erwähnten Eukalyptusölkapseln könnte es sich um „Soledum“ handeln, das zu 100% aus Eukalyptol ( = Cineol) besteht. Dieses Präparat ist in Deutschland im Handel, nicht jedoch in der Schweiz.

Eukalyptusöl ist aber auch enthalten im Kombinationspräparat GeloMyrtol ( = Gelodurant).

Dass Aromastoffe aus Eukalyptusölkapseln in der Muttermilch auftauchen zeigt zudem, dass die damit zugeführten Wirkstoffe in den menschlichen Organismus aufgenommen werden. Dafür spricht auch, dass nach der Einnahme solcher Kapseln die Ausatmungsluft nach Eukalyptusöl riecht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Phytopharmaka in der Europäischen Leitlinie zur Behandlung von Rhinosinusitis

Die europäische Leitlinie zur Behandlung der Rhinosinusitis ist gegenwärtig die aktuellste Therapieempfehlung von HNO-Ärzten für die Behandlung viraler Atemwegsinfektionen (»Erkältung«). Sie enthält auch Empfehlungen für pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka), die in einem Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ beschrieben werden:

„Cineol und Myrtol, aber auch Pelargonium-Extrakte kommen zur Therapie viraler Atemwegsinfekte infrage….. In klinischen Studien konnten im Vergleich zu Placebo die Symptome bei einer akuten viralen Rhinosinusitis ab dem vierten Tag gelindert werden Auch die Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) konnte in einer neueren, Placebo-kontrollierten klinischen Studie positive Effekte auf die Symptome einer akuten Rhinosinusitis zeigen. Die Effektstärke war vergleichbar mit der Stärke der Wirkstoffe, die in der europäischen Leitlinie bereits diskutiert wurden (Cineol, Myrtol, Pelargonium)“

Die Effektstärke der genannten Therapeutika sei in den Studien nicht sehr groß gewesen und die Wirkung sei erst mit Verzögerung (vier bis sieben Tage) eingetreten.

„Dennoch gelten diese ausgewählten pflanzlichen Arzneimittel als angemessene und wirksame Apothekenempfehlung, auch ergänzend zur akut symptomatischen Therapie.“

Für die traditionelle chinesische Medizin spricht die Europäische Leitlinie aufgrund unzureichender Daten explizit keine Empfehlung aus.

Für Echinacea-haltige Präparate schätzt sie die Datenlage als widersprüchlich ein und empfiehlt sie aus diesem Grund ebenfalls nicht.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59826

Kommentar & Ergänzung:

In die Leitlinien aufgenommen zu werden ist so etwas wie eine Auszeichnung, weil es dazu positive Ergebnisse aus klinischen Studien braucht.

Und damit solche Ergebnisse zustande kommen, braucht es Firmen, die Geld in die Forschung stecken. Das ist nicht ganz einfach für Phytopharmaka, weil grosse Investitionen in die Forschung sich nur lohnen für patentierte Produkte. Die Mehrzahl der Heilpflanzen-Präparate ist aber nicht patentiert.

Leitlinien sind für die Phytotherapie meines Erachtens nicht das einzige oder letzte Mass. Sie bieten aber trotzdem eine wichtige Orientierung.

Bei der in den Leitlinien erwähnten Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) handelt es sich im „Sinupret®“. Die Zusammensetzung dieses Präparats ist nicht sehr plausibel, doch gibt es dafür positive klinische Studien. Myrtol ist als „Gelomyrtol®“-Kapseln im Handel, Pelargonium als „Umckaloabo®“ und „Kaloabo®.

Siehe auch:

Phytopharmaka gehören in die Leitlinien

S3-Leitlinie bestätigt Empfehlung für Johanniskraut als Erstlinientherapie der unipolaren Depression

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

Aromatherapie / Aromapflege: Ätherische Öle mit antiviraler Wirkung

Auf springermedizin.at veröffentlichte Wolfgang Steflitsch einen Beitrag mit dem Titel „Ein medizinischer Blick auf die Aromatherapie“. Ein Abschnitt in diesem Artikel geht auf die antivirale Wirkung von ätherischen Ölen ein:

„Aber auch die antivirale Aktivität zählt zu den Domänen von ätherischen Ölen. Besondere Einsatzgebiete sind dabei Herpes- und Influenza-Viren. Bewährte ätherische Öle in dieser Indikation sind Ingwer (Zingiber officinale), Kamille deutsch (Matricaria recutita), Manuka (Leptospermum scoparium), Sandelholz (Santalum album), Melisse (Melissa officinalis), Teebaum (Melaleuca alternifolia), Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. Cineol) und Ysop (Hyssopus officinalis).“

Quelle:

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=41341

Komplementärmedizin Nr. 2 / 2014

 

Kommentar & Ergänzung:

Viele ätherische Öle zeigen antivirale Wirkungen. Das ist eine interessante Eigenschaft dieser Wirkstoffe aus Heilpflanzen.

Auf welchen Kriterien sich die obige Auswahl begründet, ist unklar. Mir fehlt hier zum Beispiel Pfefferminzöl, das gut wirksam ist gegen Herpesviren.

Es gibt allerdings einen wichtigen Aspekt, der bei diesem Thema zu beachten ist:

Im Labor können ziemlich leicht antivirale Wirkungen von ätherischen Ölen erzeugt und festgestellt werden. Entscheidend ist aber die Frage, ob solche Effekte auch in der konkreten Erkrankungssituation auftreten. Bei Herpes ist das plausibel, wenn Melissenöl oder Pfefferminzöl im Frühstadium lokal aufgetragen wird. Bei Influenza (Grippe) ist das schwieriger. Ätherische Öle kann man mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht in so hohen Dosierungen einnehmen, dass sie eine Konzentration erreichen, die im ganzen Körper antiviral wirkt. Und auch beim Verdunstenlassen in der Raumluft ist fraglich, ob eine wirksame Konzentration erreicht wird. Allenfalls könnte man durch direktes Inhalieren von ätherischen Ölen einen lokalen antiviralen Effekt in den Atemwegen bewirken, aber es stellen sich hier noch sehr viele offene Fragen.

Meinem Eindruck nach gibt es in der Aromatherapie bzw. Aromapflege eine Tendenz, allzu schnell von Laborwirkungen auf Wirkungen in der Erkrankungssituation zu schliessen. Da würde ich mir mehr Differenzierung wünschen.

Siehe auch:

Antivirale Wirkung von Pfefferminzöl und Melissenöl gegen Herpes-simplex-Viren

Herpesviren mit Melissenöl und Teebaumöl stoppen 

Melissenöl hält Herpesviren in Zellkulturen in Schach

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

Kardamom als Gewürz und Heilpflanze

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Pflanzenfamilie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und verfeinert vor allem asiatische und arabische Speisen. Kardamompulver wird in Curry-Mischungen verwendet und im Orient auch als Kaffeegewürz. Zudem ist es Bestandteil von Lebkuchengewürz-Mischungen.

„Spiegel online“ hat vor kurzem die Wirkungen von Kardamom als Heilpflanze beschrieben:

„Wie Zimt hat auch Kardamom einen hohen Anteil ätherischer Öle. Ein wichtiger Inhaltsstoff des Kardamomöls ist Cineol, das in größeren Mengen auch in Eukalyptus vorkommt. Es wirkt stark antibakteriell und schleimlösend. Daher empfiehlt sich Kardamom auch zur Behandlung von Erkältungs- und Lungenerkrankungen.

Daneben blockiert der im Kardamomöl enthaltene Wirkstoff Gingerol einen Rezeptor im Magen-Darm-Trakt, der den Brechreiz auslöst. Kardamom kann deshalb die Verdauung unterstützen und gegen Übelkeit helfen.“

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zimt-nelken-weihrauch-weihnachtsgewuerze-fuer-die-gesundheit-a-936932.html

Kommentar & Ergänzung:

Kardamomöl enthält 20 – 40 % 1,8-Cineol und ist an diesem Punkt tatsächlich mit dem Eukalyptusöl verwandt. Daraus lässt sich eine antibakterielle und schleimlösende Wirkung ableiten. Kardamom gilt auch als Mittel zur Linderung von Verdauungsstörungen.

Dass Gingerol ein Bestandteil von Kardamomöl ist, halte ich aber für einen Irrtum. Nirgends in der mir zugänglichen Fachliteratur taucht Gingerol als Inhaltsstoff von Kardamom oder Kardamomöl auf. Gingerole sind nicht flüchtig und können daher nicht Bestandteil des Kardamomöls sein.

Gingerole sind die Scharfstoffe im Ingwer (Zingiber officinale). Und beim Ingwerwurzelstock gibt es tatsächlich diese Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen, die auf einer Blockade des 5-HT3-Rezeptors beruht.

Siehe dazu:

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Schützen Ballaststoffe vor Asthma?

Die westliche Ernährungsweise beeinflusst möglicherweise die Zunahme der Asthma-Erkrankungen. Die Entwicklung von Asthma hängt nämlich offenbar von der Menge konsumierter Früchte und Gemüse ab. Die darin enthaltenen Nahrungsfasern werden durch Darmbakterien fermentiert, dadurch gelangen Fettsäuren ins Blut, welche die Immunantwort in der Lunge beeinflussen. Zu diesem Schluss kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie.

In den letzten fünfzig Jahren erkrankten im Westen immer mehr Menschen neu an allergischem Asthma. In derselben Zeitspanne veränderte sich auch die Ernährungsweise: Früchte und Gemüse stehen seltener auf dem Speiseplan. Nun legen neue Studienergebnisse nahe, dass diese Veränderungen nicht nur zeitlich zusammentreffen, sondern auch ursächlich miteinander zu tun haben.

Ein Team um Benjamin Marsland vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) hat in Versuchen an Mäusen nachgewiesen, dass das Fehlen von fermentierbaren Fasern in der Nahrung allergische Entzündungsreaktionen in der Lunge fördert.

Darmbakterien wirken bis in die Lunge

Dass die Mikroben im Darm, wenn sie Fasern verdauen und fermentieren, bei der Vorbeugung von Darmkrebs eine wichtige Rolle spielen, war schon bisher bekannt.. Die Forschenden aus Lausanne zeigen nun erstmals, dass der Einfluss der Darmbakterien viel weiter reicht, nämlich bis zur Lunge. Das Team verfütterte Mäusen entweder eine Standarddiät mit vier Prozent oder eine Niedrigfaserkost mit einem Anteil von nur 0,3 Prozent fermentierbaren Fasern. Diese Niedrigfaserkost ist mit der westlichen Ernährungsweise weitgehend vergleichbar, die durchschnittlich nur noch etwa zu 0,6 Prozent aus Ballaststoffen besteht.

Die Forschenden setzten die Mäuse einem Extrakt von Hausstaubmilben aus, worauf die Mäuse auf Niedrigfaserkost eine stärkere allergische Reaktion entwickelten mit weitaus mehr Schleim in der Lunge als die Mäuse auf Standarddiät. Auch beim umgekehrten Versuch – dem Vergleich von Mäusen auf Standarddiät mit Mäusen, die eine mit fermentierbaren Fasern angereicherte Ernährung bekamen – zeigte sich eine schützende Wirkung dieser Art von Ballaststoffen.

Das Team um Marsland hat herausgefunden, dass dieser Schutz das Resultat einer mehrstufigen Reaktionskette ist. In einer ersten Phase gelangen die Fasern in den Darm, wo sie von Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren fermentiert werden. Diese Fettsäuren werden ins Blut aufgenommen und beeinflussen die Reifung von Immunzellen im Knochenmark. Durch den Hausstaubmilbenextrakt angezogen wandern diese Immunzellen  in die Lunge, wo sie schliesslich eine weniger starke Abwehrreaktion bewirken.

Forschungsleiter Marsland ist der Ansicht, dass die Ergebnisse seiner Gruppe klinisch relevant sind, nicht nur weil der Anteil an pflanzlichen Fasern in der westlichen Ernährung mit der Niedrigfaserkost der Mäuse vergleichbar ist, sondern auch weil sich die untersuchten Aspekte des Immunsystems bei Maus und Mensch kaum unterscheiden. Noch seien aber zahlreiche Fragen ungeklärt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler planen nun klinische Studien, um zu untersuchen, wie sich eine mit fermentierbaren Fasern angereicherte Diät bei Menschen auf Allergien und Entzündungen auswirkt.

Jetzt schon stehe aber fest, dass zu den zahlreichen Gründen, mehr Früchte und Gemüse zu essen, ein weiteres Argument hinzu kommt.

Quelle:

http://www.snf.ch/de/fokusForschung/newsroom/Seiten/news-140106-mediemitteilung-ballaststoffe-schuetzen-vor-asthma.aspx

Literaturhinweis:
Aurélien Trompette, Eva Gollwitzer, Koshika Yadava et al.
Gut microbiota metabolism of dietary fiber influences allergic airway disease and hematopoiesis through GPR41.
Nature Medicine 2014. doi: 10.1038/nm.3444

Kommentar & Ergänzung:

Das sind interessante Ergebnisse, falls sie sich beim Menschen bestätigen lassen.

Dass die Darmflora einen Einfluss hat auf das Immunsystem bis in die Lunge, ist jedenfalls bemerkenswert und wirft viele Fragen auf.

Beispielsweise: Was passiert im Immunsystem, wenn die Darmflora durch eine Antibiotika-Behandlung geschädigt wird?

Asthma ist ein komplexes Geschehen, das von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird.

Ballaststoffmangel wird darin nur ein Element unter vielen sein, falls sich die Resultate bestätigen. Immerhin scheinen Ballaststoffe via Darmflora möglicherweise modulierend auf allergische Prozesse einzuwirken. Das ist jedenfalls mehr als nichts.

Hier noch ein Tipp aus der Phytotherapie zum Thema Asthma:

Asthma – bessere Kontrolle durch Eukalyptusöl / Cineol

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Lavendel im Garten vermehren

Lavendelblüten und Lavendelöl werden in der Phytotherapie als mildes Beruhigungsmittel und als Einschlafhilfe angewendet. Lavendelöl auch gegen Hautpilze (z. B. Fusspilz).

Hier ein Tipp zur Vermehrung von Lavendel:

„Echter Lavendel ist bei uns winterhart und leicht zu kultivieren. Tipp aus der Praxis: Lavendel lässt sich auch ganz leicht selbst vermehren! Einfach junge Triebspitzen (ca. 5-7 cm lang) abschneiden und in Blumenerde stecken. Gut gießen. Obwohl nicht alle Stecklinge Wurzeln treiben, kann man auf einfache Weise den eigenen Lavendelbestand vergrößern. Für das Lavendelblütensäckchen im Wäscheschrank kann dann die Eigenproduktion herangezogen werden.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0413.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Lavendelblütensäckchen kann man bei Schlafstörungen unter das Kopfkissen legen.

Hier ein paar Hinweise auf weitere Informationen über Lavendel:

Lavendel in der Küche

– Speiklavendel (Lavandula latifolia) enthält im ätherischen Öl Cineol (auch im Eukalyptusöl enthalten) und wirkt daher statt beruhigend bei produktivem Husten schleimlösend:

Aromatherapie / Phytotherapie: Spiköl – was ist das?

Lavendelöl – grosse Qualitätsunterschiede

Zur Botanik der Gattung Lavandula / Lavendel:

Grüner Lavendel (Lavandula viridis) gegen Hautpilze

– Eine Broschüre über ätherische Öle generell und über Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl können Sie hier anschauen und kaufen: Lavendelbroschüre.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Lavendel in der Küche

Lavendel werde speziell von Gartenbauern und Parfümeuren geschätzt. Wenig bekannt sei aber, dass  die stark duftende Pflanze mit den violetten Blüten auch in der Küche eine gute Figur mache.

Das schreibt die SRF-Sendung „à point“ auf ihrer Website.

In der Küche Südfrankreichs sei Lavendel beliebt und ein häufiger Bestandteil der Gewürzmischung «Herbes de Provence». Lavendel lasse sich besonders gut kombinieren mit Rosmarin, Thymian, Knoblauch und Rahm sowie wenn’s süss sein soll mit Honig, Früchten (Orangen, Pfirsichen) und Schokolade. Auch Konfitüren, Essig, Öl, Salz und Zucker könnten mit Lavendel aromatisiert werden.

In der Küche verwende man hauptsächlich die Blüten, frische oder getrocknete, entsprechend der Jahreszeit. Dabei sei zu beachten, dass die getrockneten Blüten intensiver schmecken als die frischen. Als Faustregel gelte: Ein Esslöffel getrocknete Lavendelblüten = zwei Esslöffel frische. Doch auch junge Lavendelblätter und Lavendeltriebe könne man auf die gleiche Art wie frischer Rosmarin verwenden. Lavendel habe aber ein intensives Aroma, das schnell dominieren und den Speisen eine unangenehm parfümartige Note verleihen könne.

Quelle:

http://www.srf.ch/player/radio/a-point/audio/lavendel-–-der-duft-des-suedens?id=1f47aa5b-2c62-49a8-93bc-978896353d99

Kommentar & Ergänzung:

In der Phytotherapie gehören die Lavendelblüten zu den wichtigen Heilpflanzen  und das Lavendelöl  zu den meistgebrauchten ätherischen Ölen.

Viele Pflanzen sind sowohl als Gewürz als auch als Heilmittel verwendbar und es gibt in diesem Bereich fliessende Übergänge zwischen Ernährung und Heilkunde.

Lavendelblüten und Lavendelöl werden in der Phytotherapie vor allem gegen Schlafstörungen angewendet – als Lavendelduft, Lavendelbad, Lavendeleinreibung oder Lavendelsäckchen.

Siehe:

Lavendelöl reduziert Angst und bessert Schlaf

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Pflanzenheilkunde: Kräuterkissen für guten Schlaf

Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen

Äusserlich bewährt sich Lavendelöl zur Behandlung von Hautpilzen (v.a. Fusspilz):

Siehe:

Ätherische Öle bei Mykosen (Pilzinfektionen)

Ätherische Öle gegen Hefepilze (Candida albicans)

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Phytotherapeutisch verwendet wird hauptsächlich Lavandula angustifolia (Echter Lavendel)

Seltener wird der Spikelavendel bzw. das Spikeöl eingesetzt (gewonnen aus Lavandula latifolia). Spikeöl unterscheidet sich in der Zusammensetzung vom ätherischen Öl aus Lavandula angustifolia. Es enthält als wichtigen Inhaltsstoff Cineol und wirkt daher vor allem schleimlösend bei produktivem Husten.

Siehe:

Aromatherapie / Phytotherapie: Spikeöl – was ist das?

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelöl und Lavendelblüten?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Bei akutem Erkältungshusten werden zahlreiche Arzneimittel angewendet, aber nur wenige sind wirklich indiziert und hilfreich. Antibiotika werden zwar sehr oft verordnet, aber der Husten klinge durch sie nicht früher ab, erklärte Dr. Peter Kardos, Frankfurt, beim Pharmacon in Meran.

Ansonsten gesunde Patienten mit akutem Husten nach einem bakteriellen Infekt hätten ebenfalls keinen Nutzen von Antibiotika, sagte Kardos. Anders verhalte es sich bei bakteriellen Sekundärinfekten, doch trete auch hier der Effekt nicht unmittelbar ein.

Positive Studiendaten für Honig, Efeu / Thymian, Umckaloabo und Cineol

Für das Hausmittel Honig liege eine Studie vor, die für einen Nutzen bei nächtlichem Husten von Kindern zeigt, sagte der Experte, der federführend an der Ausarbeitung der aktuellen Husten-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2010 beteiligt war. Auch für einige Phytopharmaka, beispielsweise Zubereitungen aus Thymian & Efeu (ein Kombinationspräparat), Pelargonium sidoides (Umckaloabo) oder Cineol, lägen positive Studiendaten vor. Der Arzt bedauerte allerdings auch, dass es viele Vorurteile gegenüber Phytopräparaten gebe. Sie würden trotz Studien oft nicht in Leitlinien aufgenommen.

Bei einem akuten Erkältungshusten, der definitionsgemäss bis zu acht Wochen anhalten kann, sind Sekretolytika und Antitussiva wie Codein laut Kardos kaum wirksam.

Codein sei in der 60-mg-Dosierung als Arzneimittel aber nützlich bei nicht-erkältungsbedingtem Husten.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=46625&Nachricht_Title=Nachrichten_Erk%E4ltungshusten%3A+Honig+hilft&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Beim Erkältungshusten gibt es einige Phytopharmaka, die mit Studien gut belegt sind, und es diesbezüglich mit synthetischen Wirkstoffen aufnehmen können.

Siehe dazu auch:

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

Myrtol / Gelomyrtol® bei Husten und Bronchitis

Phytopharmaka: Gelomyrtol / Gelodurant und Sibrovita – Unterschied?

Myrtol bei Bronchitis & Sinusitis

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Phytotherapie: Eukalytusöl / Myrtol bei Husten

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

Phytotherapie bei Husten: Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch