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Milchzucker gegen Verstopfung

Milchzucker (Laktose) ist ein bewährtes und mildes Hausmittel gegen Verstopfung. Darauf weißt das Portal T-online hin:

„Milchzucker wird im Dickdarm von Bakterien in Traubenzucker und Galaktose zerlegt und dann zu Milchsäure und Essigsäure abgebaut. Diese beiden Säuren wirken ähnlich abführend auf den Darm wie Bittersalze und Glaubersalz, sind jedoch milder. Bei Verstopfung können Sie 1 bis 4 Esslöffel Milchzucker über den Tag verteilt pur oder in Joghurt oder Apfelmus gerührt einnehmen. Milchzucker erhalten Sie in der Apotheke.“

Quelle:
https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_49362672/hausmittel-gegen-verstopfung-das-hilft-die-obstipation-zu-loesen.html

Kommentar & Ergänzung:

Normalerweise wird Milchzucker im Dünndarm durch das Enzym Lactase in Traubenzucker und Galaktose zerlegt. Fehlt Lactase im Dünndarm oder reich ihre Aktivität nicht aus, um die mit der Nahrung aufgenommene Menge an Lactose zu spalten. So gelangt Laktase in den Dickdarm und wird dort bakteriell abgebaut. Als Gärungsprodukte entstehen dabei die Gase Methan (Treibhausgas!😉) und Wasserstoff, die Blähungen verursachen können, und kurzkettige Fettsäuren (Milchsäure, Essigsäure), die leicht abführend wirken durch osmotische Effekte (Anziehen und Zurückhalten von Wasser im Darm) und durch Steigerung der Dickdarm-Bewegungen (Peristaltik).

Milchzucker spielt als Teil der Muttermilch bei der Ernährung von jungen Säugetieren eine wichtige Rolle. Daher bilden alle gesunden neugeborenen Säugetiere während des Säugens bzw während der Stillzeit Lactase.

Im Laufe der natürlichen Entwöhnung von der Muttermilch reduziert sich die Aktivität der Laktase bei Menschen und allen anderen Säugetieren auf etwa 5–10 % der Aktivität bei der Geburt.

Nur bei Nord- und Mitteleuropäern sowie einigen afrikanischen Völkern, die seit langer Zeit Milchwirtschaft betreiben, hat sich eine Mutation durchgesetzt, die dazu führt, dass auch noch im Erwachsenenalter ausreichend Laktase produziert wird (Laktasepersistenz). Wahrscheinlich liegt das daran, dass die höhere Laktaseaktivität einen Selektionsvorteil für diese Gruppen bot (durch bessere Ausnutzung von Mineralstoffen und Nährstoffen aus der Milch).

Gibt man nun diese 1 bis 4 Esslöffel Milchzucker pro Tag, überfordert man offenbar das durchschnittliche Abbauvermögen via Lactase, so dass über den osmotischen Effekt eine milde Abführwirkung entsteht.
Milchzucker hemmt im Darm zudem Fäulnisbakterien und fördert Bifidus-Bakterien (Bifidobacterium)

Bei chronischer Verstopfung erst im zweiten Schritt Abführmittel anwenden

Chronische Verstopfung sollte nicht sogleich mit Abführmitteln behandelt werden. Empfehlenswert als erster Behandlungsschritt sei eine ballaststoffreiche Ernährung, bis zu zwei Liter Flüssigkeitszufuhr pro Tag und regelmäßige Bewegung.

Wichtig bei Verstopfungen sei zunächst eine Umstellung des Speiseplans. Flohsamenschalen und Weizenkleie könnten Betroffene zur Ergänzung ausprobieren. Darauf haben die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und die Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) hingewiesen. Sie haben gemeinsam eine Leitlinie zur Behandlung der sogenannten chronischen Obstipation publiziert.

Erst wenn diese Massnahmen keine Besserung bringen, sollten Arzneimittel zum Einsatz kommen. Klassische Abführmittel sind der Leitlinie zufolge angezeigt, wenn die Beschwerden durch eine Darm-Transportstörung verursacht werden. Dabei passiert der Stuhl den Dickdarm verzögert. Die Medikamente können dann den Stuhl verflüssigen und die Darmtätigkeit anregen. Eine andere Möglichkeit sind bestimmte Zuckerstoffe. Helfen solche Präparate nicht, kommen Prokinetika infrage, die das Darmnervensystem stimulieren. Weniger empfehlenswert seien Mittel, die auf Salz oder Ölen basieren, erklären die Fachleute.

Bei Beschwerden, die auf einer sogenannten Entleerungsstörung beruhen, können Abführzäpfchen oder Einläufe als unterstützende Maßnahmen zur Anwendung kommen. Bei einer Entleerungsstörung funktioniert der Transport bis in den Enddarm, doch fällt den Patienten die Entleerung schwer.

Als chronisch gilt eine Verstopfung, wenn sie mindestens zwölf Wochen andauert und der Patient über zwei weitere Symptome wie «starkes Pressen», «klumpiger harter Stuhl» oder «subjektiv unvollständige Entleerung» klagt.

Quelle:

http://www.ksta.de/gesundheit/bei-chronische-verstopfung-erst-im-zweiten-schritt-abfuehrmittel,15938564,24000956.html

 

Kommentar & Ergänzung:

 

Die hier empfohlenen Flohsamen bzw. Flohsamenschalen gehören zu den wichtigen Heilpflanzen in der Phytotherapie.

Als Quellmittel können sie als Regulans eingesetzt werden – mit viel Wasser eingenommen, gegen Verstopfung, mit wenig Wasser gegen chronische Durchfälle, zum Beispiel bei Reizdarm.

 

Siehe auch:

Flohsamen bei Durchfall

Ballaststoffe bei chronischer Verstopfung: Flohsamenschalen verträglicher als Leinsamen

Verstopfung: Anwendungshinweise für Leinsamen und Flohsamen

Phytotherapie: Was sind Flohsamenschalen?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Probiotika und Ballaststoffe gegen Verstopfung

Die österreichische Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte einen Text zum Thema Verstopfung und befragte dazu den Wiener Allgemeinmediziner Gerhard Wallner.

„Der erste Schritt, um einer chronische Verstopfung Herr zu werden, ist in jedem Fall die Änderung des Lebensstils. Das heißt: auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse umsteigen, ausreichend viel trinken und auf genügend Bewegung achten. Das bewirkt, dass der Stuhl weicher wird und die Darmtätigkeit wieder in Gang kommt. Künstliche Ballaststoffe wie Weizenkleie oder Flohsamen können ohne Weiteres zugeführt werden. Die Einnahme von Probiotika oder Inulin (Zichorienwurzel) könne die Darmtätigkeit ebenfalls anregen, so Wallner.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000070695670/Verstopfung-Was-den-Darm-in-Schwung-bringt

 

Kommentar & Ergänzung:

Weizenkleie und Flohsamen als „künstliche Ballaststoffe“ zu bezeichnen ist etwas seltsam, aber sonst sind die Tipps nachvollziehbar.

Flohsamen sind ein Quellmittel. Sie enthalten Schleimstoffe, die in Kontakt mit Wasser ihr Volumen stark vergrössern und durch einen Dehnungsreiz auf die Darmwand mild abführend wirken.

Weizenkleie enthält etwa 10 – 20 % unverdauliche Zellulose, die in den tieferen Darmabschnitten zum Teil von Darmbakterien abgebaut wird. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die positiv für das Darmmillieu sind. Darum kann man die Weizenkleie zu den Präbiotika zählen. Das sind nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die das Wachstum und/oder die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten im Dickdarm gezielt anregen und dadurch die Gesundheit verbessern.

Gegen Verstopfung würde ich Flohsamen der Weizenkleie vorziehen, weil letztere deutlich stärker Blähungen verursachen kann.

Inulin gehört auch zu den Präbiotika. Es ist in den Wurzeln vieler Asteraceen (Korbblütler) vorhanden, neben der Zichorie (Wegwarte) zum Beispiel im Löwenzahn und im Topinambur (Helianthus tuberosus), aber auch in Doldenblütlern wie zum Beispiel der Pastinake.

Inulin besteht hauptsächlich aus einer Kette von Fruchtzuckermolekülen, wird aber im Dünndarm nicht abgebaut und daher wie Weizenkleie im Dickdarm von Bakterien verstoffwechselt. Dabei kann es auch zu Blähungen kommen. Die entstehenden Proprionate wirken möglicherweise als natürlicher Appetithemmer.

Jedenfalls haben wir es hier mit ziemlich interessanten Naturstoffen zu tun.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Reizmagensyndrom

Die Pharmazeutische Zeitung hat gerade einen Artikel publiziert zum Thema „Reizmagen und Reizdarm“.

Zum „Reizmagen“ werden darin auch konkrete Hinweise auf Phytopharmaka aufgeführt, auf die ich hier kurz eingehen will.

Statt vom „Reizmagen“ spricht man eigentlich besser vom „Reizmagensyndrom“ (RMS), da es sich in den meisten Fällen um mehrere Symptome handelt. Im internationalen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung „funktionelle Dyspepsie“ (FD) gebräuchlich.

Ein Reizmagensyndrom ist gemäß den sogenannten Rom-IV-Kriterien charakterisiert durch eines oder mehrere der folgenden belästigenden, das heißt alltägliche Aktivitäten beeinträchtigenden Symptome:

Völlegefühl nach den Mahlzeiten,

Vorzeitiges Sättigungsgefühl,

Im Oberbauch lokalisierte Schmerzen,

Im Oberbauch lokalisiertes Brennen.

Von einem RMS spricht man aber erst, wenn diese Symptome nach einer routinemäßigen klinischen Abklärung einschließlich Ösophago-Gastro-Duodenoskopie nicht hinreichend erklärbar sind. Ausserdem müssen die Symptome seit mindestens drei Monaten vorliegen mit einem Symptombeginn, der sechs Monate oder ­länger zurückliegt.

Und was sagt nun der Beitrag zu den phytotherapeutischen Möglichkeiten bei RMS?

Zitat:

„Daten zur Wirksamkeit aus kontrollierten Studien gibt es auch für Phytopharmaka wie STW-5, eine Phytokombination auf der Basis von Iberis amara, oder die Kombination aus Pfefferminzöl und Kümmelöl….“

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68591

Kommentar & Ergänzung:

STW-5 ist bei Reizmagen ein bewährtes und durch Studien gut belegtes Phytopharmakon, das unter dem Namen „Iberogast“ im Handel ist.

Iberogast ist ein Kombi-Präparat aus neun verschiedenen Heilpflanzen:

Bittere Schleifenblume (Iberis amara), Angelikawurzel (Engelwurz), Kamillenblüten, Kümmelfrüchte, Mariendistelfrüchte, Melissenblätter, Pfefferminzblätter, Schöllkraut und Süßholzwurzel.

In der neueren Phytotherapie ist es eher unüblich, dass ein Präparat aus so vielen Heilpflanzen zusammengesetzt ist. Offenbar ergänzen die Bestandteile sich aber gut.

Zu STW-5 siehe auch:

Kinderheilkunde: Heilpflanzen-Kombination gegen Bauchbeschwerden

Phytotherapie bei funktionellen Magenbeschwerden

Phytotherapie als Standardtherapie bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen

Etwas eigenartig ist die Empfehlung der Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl bei RMS. Hier ist zweifellos vom Präparat Carmenthin® die Rede, das diese Zusammensetzung aufweist. Allerdings handelt es sich dabei um magensaftresistente Kapseln, die sich erst im Dünndarm auflösen. Etwas spät für eine Wirkung bei Reizmagen….

Carmenthin® eignet sich hingegen gut für Reizdarm und wirkt dort gegen Blähungen und Darmkrämpfe. Das Präparat stammt aus Deutschland und ist in der Schweiz nicht als Arzneimittel registriert.

Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung geht auch auf das Reizdarmsyndrom (RDS) ein:

„Unter einem Reizdarmsyndrom (RDS) versteht man länger als drei Monate anhaltende oder wiederkehrende Symptome, die die Lebensqualität einschränken und deren Ursprung im Darm vermutet wird: Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall und Verstopfung, die auch im Wechsel auftreten können, Schmerzen oder Druckgefühl im Bauch und Blähungen. Diese Symptome können allein oder in Kombination auftreten. Voraussetzung für die Annahme eines Reizdarmsyndroms ist der Ausschluss einer anderen organischen Krankheit.“

Unter den Therapieoptionen beim Reizdarmsyndrom werden auch zwei Phytotherapeutika aufgeführt, und zwar bei den Leitsymptomen Blähungen, abdominelle Distension und Flatulenz (Evidenzgrad A und B) und beim Leitsymptom Verstopfung (Evidenzgrad A). Leider werden aber weder die Präparate noch die darin enthaltenen Heilpflanzen konkret genannt.

Gemeint sind aber wohl

– Carmenthin®, die Kapsel aus Kümmelöl und Pfefferminzöl,

– Colpermin®, eine magensaftresistente Kapsel mit Pfefferminzöl zur Linderung von Darmkrämpfen,

– Flohsamen-Präparate als Stuhlregulans bei Verstopfung und/oder Durchfall.

Zu den phytotherapeutischen Optionen bei Reizdarmsyndrom siehe auch:

Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Reizdarmsyndrom: Kümmel, Anis und Fenchel als Tee?

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Ballaststoffe beim Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Dronabinol (THC) vermindert Dickdarmbewegungen bei Reizdarmpatienten

 

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm – Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bei Reizdarm

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie flop

 

 

 

Phytotherapie: Wirksame Behandlung bei Reizdarm und funktioneller Dyspepsie

Ballaststoffe bessern Reizdarmsyndrom

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

 

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Palliativmedizin: Cannabinoide gegen Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schmerzen

Wenn schwerkranke Menschen an Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schmerzen leiden, können Cannabinoide hilfreich in der Palliativtherapie sein.

Lebensqualität sei das herausragende Ziel für Menschen am Lebensende, sagte Professor Dr. Andreas S. Lübbe von der Palliativstation in Bad Lippspringe beim Münchner Fachpresse-Workshop Supportivtherapie.

Starke Schmerzen, Appetitlosigkeit (Anorexie), Fatigue, Erbrechen und Übelkeit belasten zahlreiche Kranke enorm – und auch ihre Angehörigen.

Wenn Patientinnen oder Patienten nicht essen können oder wollen kann das zu starkem Gewichtsverlust und zu krankhafter, starker Abmagerung (Kachexie) führen.

Cannabis kann unter anderem den Appetit anregen. Dronabinol-Tropfen enthalten THC und können deshalb Appetit und Geschmackserleben anregen und Übelkeit vermindern.

Lübbe nannte die Cannabinoide als einen Baustein zur medikamentösen Behandlung der Anorexie (Appetitlosigkeit).

Derzeit gibt es in Deutschland nur ein entsprechendes Fertigarzneimittel auf dem Markt: den Mundspray Sativex® zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Spastik bei MS-Patienten.

Eine Alternative dazu bietet die Dronabinol-Rezeptursubstanz, die in Apotheken gemäß NRF-Vorschrift zu öligen Tropfen (25 mg/ml) oder Kapseln (2,5 oder 5 oder 10 mg/Kapsel) verarbeitet werden kann. Informationen zur Rezeptur stellt der Hersteller unter www.bionorica-ethics.de zur Verfügung.

Das Rezepturarzneimittel muss von einem Arzt oder einer Ärztin auf einem Betäubungsmittelrezept verordnet werden.

Als Indikationen für Dronabinol gelten unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Anorexie bei Krebs- oder Aidspatienten sowie Spastizität und Hypersalivation (vermehrter Speichelfluss).

Ebenso gebe es eine hohe Evidenz bei Patienten mit Kachexie-Syndrom, sagte Lübbe. Dronabinol könne Appetit und Geschmackserleben anregen und Übelkeit mildern.

Appetitanregung und Muskelrelaxation sind laut Hersteller die Hauptwirkungen von Dronabinol.

Weniger ausgeprägt sind die Effekte gegen Übelkeit und Erbrechen, gegen Schmerzen und Angst, sowie die beruhigenden und entzündungswidrigen Wirkungen.

Dronabinol kommt darüber hinaus zur Anwendung bei Schmerzen anstelle von oder ergänzend zu Opioiden. Lübbe hält dies vor allem für sinnvoll, wenn Patienten an weiteren Symptomen leiden, gegen die Cannabinoide wirksam sind. Als Beispiele erwähnte er Übelkeit, Anorexie, Spastizität, Hypersalivation und Schlafstörungen.

Zur Appetitstimulation sollte man mit einer tiefen Dosis anfangen und langsam auftitrieren. Das bedeutet: Zu Beginn zweimal täglich einen bis drei Tropfen der öligen Lösung (0,83 bis 2,5 mg) geben und alle drei Tage steigern. Lübbe sagte, dass die meisten Patienten nicht mehr als 10 mg pro Tag brauchen.

Höhere Dosierungen kommen in der Regel zur Anwendung bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen sowie zur Schmerzbehandlung.

Als unerwünschte Wirkungen können typischerweise auftreten: Schwindel (mehr als 10 Prozent der Patienten) sowie Müdigkeit, Amnesie, Dysarthrie (Sprechstörungen) und affektive Störungen.

Kontraindikationen für Dronabinol sind psychiatrische Erkrankungen wie Psychosen, Panikattacken oder Depression sowie Krampfanfälle und Epilepsie in der Anamnese.

Lübbe hält Cannabinoide für eine Bereicherung in der Palliativmedizin und verlangte »mehr Mut zum Einsatz«.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=57248

Kommentar & Ergänzung:

Weitere Informationen zu Dronabinol, Sativa-Öl und Sativex finden Sie hier:

Dronabinol / THC vermindert Dickdarmbewegungen bei Reizdarmpatienten

Cannabis-Medikamente bereichern Schmerztherapie und Palliativmedizin / Palliative Care

Neues Cannabismedikament in der Schweiz (Sativa-Öl)

Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erehältlich (Dronabinol / Cannabistinktur)

Cannabis-Wirkstoffe neben THC zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus

Cannabis-Kapseln besser wirksam als ein Joint

 

Cannabis-Wirkstoff gegen Epilepsie erforscht

Cannabis als Heilmittel – Zulassung für Sativex-Spray in Deutschland

Cannabis als Heilpflanze – es tut sich was

Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie begrüsst erleichterte Zulassung für Cannabis-Medikamente

 

 

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanze des Jahres 2015 – die Küchenzwiebel

Im Auftrag des Vereins zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V. (NHV Theophrastus), hat eine Jury die Küchenzwiebel zur „Heilpflanze des Jahres 2015“ erkoren.

Als Nahrungsmittel und Gewürzpflanze wird die Küchenzwiebel (Allium cepa) sehr häufig verwendet.

Die Jury wollte mit der Wahl zur Heilpflanze des Jahres 2015 den heilenden Aspekt der Zwiebel wieder mehr hervorheben.

Die traditionelle Naturheilkunde schätzt die Küchenzwiebel – ähnlich wie den mit ihr nah verwandten Knoblauch (Allium sativum) – unter anderem als Mittel zur Vorbeugung der Atherosklerose („Arterienverkalkung“. Im Gegensatz zum Knoblauch ist die Küchenzwiebel allerdings nicht im Europäischen Arzneibuch aufgeführt.

Die „Heilpflanze des Jahres“ ist nicht mit der „Arzneipflanze des Jahres“ zu verwechseln, die von Forschern der Universität Würzburg gewählt wird.

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/spektrum/news/2014/06/05/altes-mittel-gegen-arterienverkalkung/13010.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Küchenzwiebel zeigt tatsächlich ein paar interessante Wirkungen im Bereich des Kreislaufs. Sie kann den Blutdruck und die Bluttfette leicht senken und zudem die Thrombozytenaggregation hemmen, was die Blutfliesseigenschaften verbessert.

Allerdings braucht es für solche Effekte den regelmässigen Konsum grösserer Zwiebelmengen, was aus Gründen der Verträglichkeit rasch an Grenzen stösst.

Die Zwiebel enthält nämlich anstelle von Stärke als Reservestoff Fruktane. Weil unser Verdauungssystem nicht in der Lage ist, Fruktane enzymatisch zu spalten, werden sie im Dünndarm nicht resorbiert, sondern im Dickdarm durch die natürliche Bakterienflora zersetzt, was eben vor allem beim Konsum grösserer Zwiebelmengen zu vermehrter Gasbildung mit Blähungen und Flatulenz führen kann.

Am häufigsten in der Naturheilkunde eingesetzt wird die Zwiebel daher als Hausmittel bei Erkältungskrankheiten: Beispielsweise Zwiebelsirup gegen Husten und Zwiebelwickel bei Halsweh oder Mittelohrentzündung – wobei vor allem bei letzterem der Zeitpunkt nicht verpasst werden darf, an dem ärztliche Untersuchung und Behandlung nötig ist.

Zwiebelextrakt taucht auch auf als Bestandteil von Narbensalben. Eine fundierte Begründung, was die Zwiebel hier bewirken soll, ist mir allerdings bisher noch nicht unter die Augen gekommen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Cannabis-Wirkstoffe: Neben THC zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus

„Die Presse“ in Österreich publizierte vor kurzem einen Artikel von Stephan Müller zur medizinischen Anwendung von Cannabis.
Dabei wird als Cannabis-Wirkstoff interessanterweise nicht wie meist üblich das THC ins Zentrum gerückt, sondern das Cannabidiol (CBD).
Tetrahydrocannabinol (THC) wird immer wieder als Hauptwirkstoff der Cannabispflanze dargestellt. Cannabis enthält aber 66 verschiedene Cannabinoide mit unterschiedlicher Wirkung.
Bei THC ist der therapeutische Einsatz in manchen Situationen schwierig durch den berauschenden Effekt. Zudem erreichen nicht alle Patientinnen und Patienten mit einem reinen THC-Präparat – in der Schweiz als Dronabinol im Handel – ein befriedigendes Behandlungsergebnis.
Im Gegensatz zu THC entwickelt CBD keine Rauschwirkung.
Im Gegenteil: CBD soll gemäss neueren Studien den Rauscheffekt des THC’s neutralisieren oder zumindestens abschwächen. Darüber hinaus soll es auch eine krebs- und entzündungshemmende Wirkung haben. Schon länger bekannt sei dessen entkrampfende, angstlösende und Übelkeit lindernde Wirkung. Außerdem sei CBD wenig toxisch und nebenwirkungsarm, betont der Pharmazeut Rudolf Brenneisen, Spezialist für Cannabis an der Universität Bern.
Lange hat sich die Forschung rund um die Anwendung von Cannabis in der Medizin laut Brenneisen hauptsächlich auf den Wirkstoff THC konzentriert. Cannabinoide wurden bisher vor allem gegen neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Epilepsie, gegen die Nebenwirkungen von Chemotherapien oder gegen chronische Schmerzen eingesetzt. Die Entdeckung des CBD und dessen Wirkkraft verlieh der Cannabisforschung international neuen Schwung, sagt Brenneisen. Für das natürliche Heilmittel Cannabis eröffnen sich dadurch immer neue Forschungsansätze, zum Beispiel die Anwendung bei Brustkrebs oder Psychosen. Medizinalcannabis hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.
Eine Folge dieser Cannabis-Forschung ist die Einführung von Sativex – ein Medikament mit einer Kombination von THC und CBD, zur Linderung von Schmerzen und Beschwerden bei Multipler Sklerose beitragen kann.
Trotz dieser Fortschritte bei der Zulassung von Cannabis-Medikamenten wünscht sich Cannabisspezialist Brenneisen endlich eine „Entkriminalisierung, vielleicht sogar die partielle Legalisierung von Konsum und Handel“. Denn der Einsatz von natürlichen Cannabinoiden, die unter kontrollierten Bedingungen hergestellt werden, sei für die medizinische Verwendung geeignet. Zumal es auch zahlreiche Patienten gebe, die gezielt danach fragten, hauptsächlich im Bereich Krebs.
Quelle:
http://diepresse.com/home/leben/gesundheit/1556828/Cannabis-wird-als-Heilpflanze-salonfaehig?_vl_backlink=/home/leben/gesundheit/index.do
Kommentar & Ergänzung:
Zu Sativex siehe:
Zu Dronabinol:
Wikipedia schreibt zur Pharmakologie von  Cannabidiol:
„Cannabidiol bindet an die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 agonistisch, jedoch kann es deren Aktivität über einen ungeklärten Mechanismus auch blockieren. Es wirkt jedoch als Antagonist an dem G-Protein gekoppeltem Rezeptor GPR55, dessen physiologische Rolle noch nicht geklärt ist.
CBD wird als Spasmolytikum bei multipler Sklerose eingesetzt. CBD wirkt immunsupprimierend und wird zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verwendet. Eine Verwendung bei affektiven Störungen wird untersucht. CBD ist Bestandteil des arzneilich genutzten Hanfextrakts Nabiximols.“
Der Artikel in der „Presse“ spricht auch eine mögliche krebshemmende Wirkung von Cannabidiol an und erwähnt als Beispiel den Brustkrebs. Cannabidiol und andere Cannabinoide stehen immer wieder im Fokus der Forschung und tauchen in diesem Zusammenhang in Medienberichten auf. CBD soll beispielsweise bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Gehirntumor und Leukämie wirksam sein und Krebszellen töten.
Natürlich ist es zu begrüssen, wenn THC, Cannabidiol und andere Cannabinoide erforscht werden. Die Meldungen darüber sind aber oft fragwürdig. So basieren die Meldungen über krebshemmende Wirkungen von Cannabidiol überwiegend auf Laborversuchen mit isolierten Zellen, teilweise auf Tierversuchen und nur in sehr geringem Mass auf Untersuchungen an Menschen. Daraus eine Meldung wie beispielsweise „Cannabidiol wirksam gegen Prostatakrebs“ zu basteln ist einfach nicht zulässig. Im Labor lassen sich isolierte Zellen verhältnisweise einfach zerstören. Ob aber aus solchen Erkenntnissen ein wirksames Medikament gegen Tumorerkrankungen entwickelt werden kann, ist in den meisten Fällen noch eine ganz und gar offene Frage – und braucht in der Regel auf jeden Fall viel Zeit.
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Kamille bei Magenerkrankungen

Die Österreichische Apothekerzeitung (Nr. 17 / 2013) veröffentlichte einen Beitrag zum Thema „Phytotherapie bei Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt“.

Hier daraus ein Zitat zur Kamille:

„Das in der Kamillenblüte (Matricariae flos) enthaltene Bisabolol wirkt ulkusprotektiv. In klinischen Studien konnte dieser Effekt bei durch Indometacin und Alkohol induzierten Magenulzera bestätigt werden. Kamillenblüten wirken durch das Flavonoid Apigenin zudem spasmolytisch und eignen sich daher bei Reizdarm-Syndrom und krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm Trakt. Eine besondere Wirkung besitzt Levomenol. Dieses hemmt die Pepsinsekretion im Magen und fördert die Synthese magenprotektiver endogener Prostaglandine.

Da das ätherische Öl mit Levomenol in einem Teeauszug allerdings nur in sehr geringer Konzentration enthalten ist, sollte ein alkoholisch-wässriger Auszug bevorzugt werden. Dies gilt auch für die Rollkur, die bei kurzfristigen Magenbeschwerden mit Kamille durchgeführt werden kann. Kamille ist bei Allergikern auf Korbblütler kontraindiziert. Tagesdosis: 3 bis 4 x täglich 3 g Kamillenblüten bzw. 1 bis 4 ml des Fluidextraktes.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2013/OAZ-2013-17.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Kamille scheint eine günstige Wirkung gegen Magengeschwüre und Magenschleimhautentzündung zu haben. In der Phytotherapie-Fachliteratur werden diese Anwendungsbereiche jedenfalls bestätigt.

Weniger überzeugend ist meiner Ansicht nach die Empfehlung der Kamille bei Reizdarmsyndrom. Dass der krampflösende Wirkstoff Apigenin in ausreichender Konzentration bis in den Dickdarm gelangt, halte ich für fraglich.

Beim Reizdarmsyndrom steht gegen krampfartige Darmbeschwerden  sehr deutlich Pfefferminzöl in dünndarmlöslichen Kapseln im Vordergrund. Auf diese Weise gelangt das Pfefferminzöl bis in den Dickdarm.

Siehe dazu:

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Einverstanden bin ich mit dem Hinweis, dass alkoholisch-wässrige Auszüge (Kamillenfluidextrakt) dem Kamillentee überlegen ist. Nicht nur das ätherische Kamillenöl geht wegen seiner schlechten Wasserlöslichkeit nur sehr beschränkt in den Teeaufguss über – auch das Flavonoid Apigenin ist unlöslich in Wasser.

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Abführmittel im Überblick

Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. /  2012) hat einen kurzgefassten Überblick zu gebräuchlichen Abführmitteln publiziert. Ich stelle hier einzelne Abschnitte als Zitat vor mit Ergänzungen dazwischen:

Quellmittel:

„Der Wunsch nach einem Abführmittel (Laxans) sollte vorderhand mit nebenwirkungsarmen Substanzklassen erfüllt werden. Dazu zählen Weizenkleie, Leinsamen oder indische Flohsamen, die durch Quellung das Darmvolumen erhöhen und den Defäkationsreiz auf mechanische Weise auslösen. Aber Achtung: Ohne Wasserzufuhr bleibt der Effekt aus.“

Den stärksten Quelleffekt haben die Flohsamen, beziehungsweise – noch stärker –  die Flohsamenschalen.

Osmotische Abführmittel:

„Auch die Laktulose zählt zu den nebenwirkungsarmen Laxantien. Sie gelangt unverändert in den Dickdarm und erhöht dort den osmotischen Druck, wobei als mögliche Nebenwirkung Gasbildung auftreten kann. Die Anwendung salinischer Abführmittel (Glaubersalz und Bittersalz) eignet sich eher zur einmaligen vollständigen Darmentleerung. Die Wirkung erfolgt durch Erhöhung des osmotischen Drucks.  Bei Dauereinnahme von Glaubersalz kann es aufgrund der enthaltenen Menge an Natrium zu einer Blutdrucksteigerung kommen und ist deswegen bei einer bestehenden Hypertonie nicht empfehlenswert.

Bei länger andauernder Obstipation sollte rektalen Entleerungshilfen der Vorzug gegeben werden, um den Darm schonend zu entlasten. Klistiere, Mikroklistiere und traditionelle Einläufe zählen zur Gruppe der salinischen Laxantien und sind nebenwirkungsarm.“

Lactulose ist ein halbsynthetisches Disaccharid aus Galactose und Fructose. Lactulose ist der Wirkstoff in den Präparaten Gatinar® und Duphalac®.

Bittersalz (Magnesiumsulfat) und vor allem Glaubersalz (Natriumsulfat) werden oft genutzt zur Darmentleerung vor Fastenkuren.

Stuhlweichmacher & Gleitmittel:

„Glycerinzäpfchen wirken bei Kontakt mit der Rektumschleimhaut einerseits als hypertone Lösung, andererseits auch durch den Schmiereffekt defäkationsauslösend…..Paraffinöl wird aufgrund der Nebenwirkungen nicht mehr angewendet.“

Glycerinzäpfchen sind in Handel als Bulboid®-Suppositorien. Paraffinöl ist noch Bestandteil im Kombinationspräparat Paragar® (zusammen mit Agar und Phenolphthalein).

Kohlendioxid-Suppositorien:

„Hydrogencarbonathaltige Zäpfchen wirken rasch aufgrund der Gasbildung (CO2-Freisetzung).”

Das Präparat dazu heisst Lecicarbon®.

Anthranoide aus Heilpflanzen:

„Anthraderivate aus Sennesfrüchten sind gebräuchlich in Tees und zur Coloskopievorbereitung. Sie können jedoch bei regelmäßigem Gebrauch (wenige Monate) eine Dunkelfärbung der Dickdarmschleimhaut hervorrufen.“

Sennesfrüchte und auch Sennesblätter sind oft Bestandteil von Abführtees und manchmal auch von sogenannten (fragwürdigen) „Blutreinigungstees“. Bei höheren Dosierungen kann es zu schmerzhaften Darmkrämpfen kommen. Dauergebrauch besser vermeiden oder dann nur mit sehr klarer Indikationsstellung.

Ein milderer Vertreter der Anthranoide ist die Faulbaumrinde.

Weitere Dickdarmlaxantien:

„Meistverwendete Substanzen sind Bisacodyl und sein Schwefelsäureester Natriumpicosulfat. Oral angewendet braucht Bisacodyl eine gewisse Zeit (8 bis 12 Stunden), bis es wirkt, da erst Stoffwechselschritte in Dünndarm, Leber und Dickdarm den Wirkstoff aktivieren. Rektal angewendet, tritt die deutliche Wirkung dagegen rasch ein, meist innerhalb von 20 bis 30 Minuten.“

Bisacodyl ist der Wirkstoff von Dulcolax®, ein sehr häufig verwendetes synthetisches Abführmitttel. Nur bei kurzfristiger Verstopfung anwenden.

In der Phytotherapie werden vor allem zwei Gruppen von Heilpflanzen gegen Verstopfung angewendet:

– Quellmittel wie Leinsamen und Flohsamen;

– Pflanzen mit Anthranoiden wie Senna und Faulbaum.

Nur noch selten zum Einsatz kommt Rizinusöl, das aber im Gegensatz zu früheren Zeiten nun auch in Kapselform erhältlich ist, was die Einnahme sehr erleichtert.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisseä
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www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nimmt den Nutzen und Schaden von Medikamenten und anderen therapeutischen Massnahmen genau und kritisch unter die Lupe.

Auf seiner Website gesundheitsinformation.de gibt es einen interessanten Abschnitt über Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom:

„Viele Menschen nehmen Mittel aus Pfefferminzöl ein, um ihre Beschwerden zu lindern. Pfefferminzöl soll die Darmmuskulatur entspannen.

Tatsächlich zeigen einige Studien, dass manche Menschen zumindest kurzfristig von Pfefferminzöl profitieren: Es linderte die Beschwerden eines Reizdarmsyndroms bei etwa 4 von 10 Personen. Das Pfefferminzöl wurde in den Studien in magensaftresistenten Kapseln eingenommen. Die Dosierung lag zwischen 500 und 800 mg pro Tag. Es ist unklar, ob auch andere Darreichungsformen wie Lösungen oder Tropfen helfen können. Von Nebenwirkungen berichteten nur wenige Teilnehmende. Die Nebenwirkungen von Pfefferminzöl wurden jedoch nicht in allen Studien untersucht.“

Quelle:

http://www.gesundheitsinformation.de/reizdarmsyndrom-was-kann-helfen-und-was-nicht.195.de.html

Kommentar & Ergänzung:

Meiner Ansicht nach braucht es beim Reizdarmsyndrom diese magensaftresistenten Kapseln, die dafür sorgen, dass das Pfefferminzöl erst in tieferen Darmabschnitten freigesetzt wird. Bei Pfefferminztee oder Pfefferminztinktur wird das ätherische Öle wohl schon in oberen Bereichen aufgenommen und dürfte kaum in ausreichender Konzentration bis in den Dickdarm gelangen.

Pfefferminzöl dürfte vor allem nützlich sein für Personen mit Reizdarmsyndrom, bei denen krampfartige Beschwerden im Vordergrund stehen.

Siehe auch:

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm: Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bei Reizdarm

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie Flop

Mögliche Ursache des Reizdarmsyndroms entdeckt

Ballaststoffe bessern Reizdarmsyndrom

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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