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Test zeigt grosse Unterschiede in der Qualität von Ernährungsberatung

Ernährungsberatung ist sehr gefragt, doch die Qualität lässt nicht selten zu wünschen übrig.

Zu diesem Schluss kam ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in Wien. Zwei Testpersonen überprüften 16 Wiener Anbieter.

Die Testpersonen wurden nur von drei Anbietern sehr gut beraten. Ihre Ernährungsempfehlungen entsprachen in beiden Szenarien dem Stand der Wissenschaft, berichtete der VKI.

Fünfmal beurteilten die Fachleute die Beratung mit “gut”, dreimal mit “weniger zufriedenstellend” und fünfmal mit “nicht zufriedenstellend”.

Der VKI kritisiert, dass teilweise abstruse Ernährungsempfehlungen abgegeben wurden.

So meinten zum Beispiel einige Ernährungsberater, Obst und Gemüse solle besser nicht zu spät am Abend oder dann nur in geringen Mengen gegessen werden, da sonst Leberschäden drohen könnten. Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Etliche Berater rieten zum Verzicht auf Weizen und Gluten. Gluten, ein Klebereiweiss in Getreide, sei als ‚eines der schlimmsten Lebensmittel überhaupt’ dargestellt worden und von Weizen wurde behauptet, dass er den Darm “verkleben und verschlacken” soll. Außerdem erfuhren die staunenden Testerpersonen, dass “die meisten Menschen heute auf Weizen schlecht reagieren, da dieser so verändert ist”. Die Konsumentenschützer kritisieren, dass zuerst ärztlich abgeklärt werden müsse, ob überhaupt eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten vorliege, bevor zum Verzicht auf Gluten geraten wird.

Auch die Bildung von “Schlacken” im Körper war in einigen der getesteten Ernährungsberatungen ein Thema. Solche vermeintlichen Rückstände aus dem Stoffwechsel seien jedoch im Körper nicht nachweisbar. Kritik äusserte der VKI weiters an “nutzlosen Testverfahren” wie Bioresonanz oder Autonome Regulations-Testung, die zum Feststellen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten vollkommen ungeeignet seien.

Quelle:

http://derstandard.at/2000063393576/Test-Wiener-Ernaehrungsberater-zwischen-sehr-gut-und-abstrus

https://www.konsument.at/ernaehrungsberatung092017

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Test fand zwar in Wien statt, doch dürfte das Ergebnis in der Schweiz sehr ähnlich aussehen. Ernährungsberater und Ernährungsberaterin sind keine geschützen Titel. So kann sich jede und jeder nennen. Dadurch müssen Patientinnen und Patienten mit sehr grossen Qualitätsunterschieden rechnen. Verschärft wird die Lage noch dadurch, dass Ernährung inwischen mehr und mehr zu einer Art von Religionsersatz und Heilsbringer geworden ist.

In der Schweiz gibt es den gesetzlich geschützten Titel „Ernährungsberaterin/Ernährungsberater SVDE“. Er garantiert für eine wissenschaftlich fundierte und praktisch erprobte ernährungsberaterische und ernährungstherapeutische Ausbildung. Mehr dazu auf der Website des

Schweizerischen Verbands der Ernährungsberater/innen SVDE

Zu zwei Stichworten in den Testkäufen noch ein paar Anmerkungen:

Schlacken: Die Kritik des KVI ist nachvollziehbar. Schlacken entstehen im Hochofen. Auf den menschlichen Organismus bezogen ist der Begriff höchst fragwürdig und wohl ein Phantasieprodukt. Ich hätte jedenfalls kein Vertrauen in BeraterInnen, TherapeutInnen oder VerkäuferInnen, die mir „Schlacken“ einreden wollen.

Siehe dazu:

Schlackenstoffe ein Phantom macht Karriere

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Gluten: Die Kritik des KVI ist sehr zu unterstreichen. Wer an Zöliakie leidet, muss Gluten meiden. Solche Personen leiden an einer Überempfindlichkeit gegenüber Gluten (Klebereiweiss), die zum Teil erblich bedingt ist, lebenslang bestehen bleibt und zur Zeit nicht ursächlich behandelt werden kann. Kontakt mit Gluten führt bei Zöliakie zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Weizen ist ein wichtiger Lieferant von Gluten, das aber auch in Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Grünkern nachgewiesen wurde. Die Häufigkeitsangaben für Zöliakie schwanken von Land zu Land beträchtlich. Es handelt sich aber um eine sehr seltene Erkrankung – etwa ein Prozent der Bevölkerung dürfte grosszügig gerechnet sein – und es ist unsinnig, wenn Menschen, die nicht an Zöliakie leiden, auf glutenfreie Nahrung umstellen. Das ist nämlich nicht nur erheblich teuerer, sondern möglicherweise für Gesunde auch ungesünder. „Glutenfrei“ ist inzwischen zu einer Art Lifestyle geworden und ein Milliardenmarkt.

Es gebe aktuell keine Hinweise, dass eine glutenfreie Ernährung einen gesundheitsfördernden Effekt hat”, sagt Daniel C. Baumgart, Oberarzt am Zentrum für Innere Medizin an der Charité in Berlin: “Wenn man keine Zöliakie hat, gibt es keinen Grund für diese nicht ganz einfach einzuhaltende Diät.” Auch Maria Boumezrag von der Deutschen Zöliakigesellschaft (DZG) sieht das so: “Eine glutenfreie Ernährung braucht ein normaler Mensch nicht. Das wirkt sich weder positiv noch negativ aus – es ist einfach unnötig.”

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-in-der-glutenfrei-falle-1.2678505

Trotzdem lebt zum Beispiel jeder zehnte US-Haushalt glutenfrei und jeder vierte Amerikaner glaubt, dass Ernährung ohne Gluten für jedermann gesund sei.

Eine US-Studie, die im “British Medical Journal” veröffentlicht wurde (http://www.bmj.com/content/357/bmj.j1892) hat jedoch gezeigt, dass eine glutenfreie Kost für die Herzgesundheit keine Vorteile bringt. Möglicherweise wirkt das Weglassen von Gluten sogar ungünstig, weil viele Menschen mit dem Gluten zugleich auch ihren Vollkornkonsum reduzieren, der das Herz zu schützen scheint. Ballaststoffe aus Vollkorn sind zudem wichtig für die Darmflora, regulieren die Darmtätigkeit und lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen.

Siehe auch:

Fragwürdiger Hype um Nahrungsmittel-Unverträglichkeit

Nicht gerade einfach ist im Bereich der Ernährungsberatung, dass die Empfehlungen im Laufe der Zeit immer wieder einmal ändern. Das führt nicht selten zu Verwirrung, ist aber auch ein Stück weit charakteristisch für die Wissenschaft. Sie stellt die eigenen Erkenntnisse immer wieder kritisch auf den Prüfstand und nutzt damit die Chance, Irrtümmer aufzudecken. Nur dogmatische Lehren verkünden ewige Wahrheiten.

Erschwerend kommt für die Ernährungsberatung allerdings noch hinzu, dass die Ernährungswissenschaft oft nicht gerade eindeutige Ergebnisse liefert. Das liegt auch daran, dass es nicht einfach ist, qualitativ hochstehende und aussagekräftige Ernährungsstudien durchzuführen.

Siehe dazu:

Ernährungswissenschaft: Fragwürdige Studien stiften mehr Verwirrung als Nutzen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Detox – fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Entgiftungskuren sind seit einigen Jahren im Trend – speziell im Frühling. Dahinter steckt die Vorstellung, dass der Stoffwechsel Giftstoffe und Abfallstoffe in den Zellen zurücklässt und wir uns zudem schädigen mit Nikotin, Zucker, Alkohol, Fleisch, Kaffee, Weißmehl und Käse. All das bewirke eine „Übersäuerung” des Organismus, was uns auf die Dauer krank mache, so die Theorie der Detox-Anhänger. (Detox = Entgiftung). Mit verschiedenen Tricks und Verfahren, unter anderem auch mit Heilpflanzen, wird dann versucht, Giftstoffe und „Schlacken“ auszuleiten.

Fachleute halten das Detox-Konzept allerdings für Humbug. Ein gesunder Organismus entgiftet sich selbst. Leber, Nieren, Lunge und Darm bilden zu diesem Zweck ein perfektes System. In unserem Organismus werden keine Schlacken und Ablagerungen angesammelt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erklärt dazu:

„Es liegen keinerlei Beweise vor, dass Detox-Maßnahmen die Ausscheidung von Giftstoffen wesentlich beschleunigen.“

Die gemeinnützige Stiftung “Sense About Science” hat 15 Produkte mit Detox-Label analysiert und alle Produkte als wirkungslos bewertet. Gegen ein wenig Innehalten und bewusste Ernährung ist jedoch nichts einzuwenden.

Quelle:

http://www.dw.com/de/detox-was-bringt-das-entgiften/a-18964731

Kommentar & Ergänzung:

Man kann es nicht oft genug sagen: Die Detox- bzw. Entgiftungskuren sind unnötig und sie bewirken nicht, was sie versprechen. Jedenfalls werden damit keine „Schlacken“ ausgeschieden, weil es „Schlacken“ im Sinne der Detox-Theorien nicht gibt.

Siehe auch:

Detox-Kuren – eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

Detox-Rezepturen: Entgiftungsmittel meiden

Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten: Bodenlose Versprechungen

 

 

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund?

Basendiät gegen Übersäuerung des Körpers

Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Fasten zur Entschlackung?

Das Magazin „Focus“ publizierte zusammen mit dem Ernährungsexperten Thomas Ellrott einen Beitrag zum Thema „50 Mythen über unser Essen, die einfach nicht stimmen“.

Als Mythos Nr. 19 führt „Focus“ auf: „Fasten entschlackt“ – und schreibt dazu:

„Unser Körper scheidet permanent unverwertbare Stoffwechselprodukte über Haut, Nieren, Darm und Lunge aus. Per Fastenkur kommt nicht mehr heraus als normal. Ausnahme: In unseren Fettdepots sind auch fettlösliche Umweltgifte eingelagert. Radikales Fasten kann sie herauslösen. Die Abbauprodukte verteilen sich im Körper und belasten den Stoffwechsel. Gerade stark übergewichtige Menschen sollten – wenn überhaupt – nur unter ärztlicher Aufsicht an eine radikale Fastenkur herangehen. Während der Stillzeit ist Fasten absolut tabu!“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/titel-50-mythen-ueber-unser-essen-die-einfach-nicht-stimmen_id_4018331.html

Kommentar & Ergänzung:

Schön, wenn wieder mal jemand sagt, dass Fasten nicht zur Entschlackung taugt.

Schon der Begriff „Entschlackung“ ist fragwürdig.

Siehe dazu:

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion 

Fastenmythen – entschlacken durch Fasten 

Fasten & entschlacken  

“Schlackenstoffe” – ein Phantom macht Karriere 

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen 

Wenn mir jemand sagt, dass er oder sie beim Fasten wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Nahrung macht, dann habe ich dagegen nichts einzuwenden.

Infrage stellen würde ich aber mit Nachdruck, dass Fasten eine sinnvolle Methode zur Gewichtsreduktion ist, und dass Fasten zur Entschlackung führt.

Diese windigen Geschichten müssten meines Erachtens endlich einmal entsorgt werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Detox-Rezepturen & Entgiftungsmittel meiden

Das Magazin „Focus“ präsentiert 50 Regeln des amerikanischen Krebsarztes David Agus für ein langes und gesundes Leben. In Regel 41 wendet sich Agus gegen Detox-Kuren und Entgiftungsmittel:

„Ihr Körper versteht es, dank Nieren, Leber, Schweißdrüsen, Lunge und Verdauungssystem hervorragend zu entgiften. Detox-Rezepturen und andere Entgiftungsmittel braucht er dafür sicher nicht. Diese Mittel sind Unsinn, manche von ihnen sogar gefährlich. Reinigen sollten wir nur unsere Haut, Haare, Zähne – und gelegentlich wohl auch unsere Garagen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/antiaging/50-regeln-fuer-ein-laengeres-leben-was-sie-vermeiden-sollten_id_3763476.html

Kommentar & Ergänzung:

Dem ist meines Erachtens nur beizupflichten. Der ganze Detox-Kult ist ausgesprochen fragwürdig. Lustig ist allerdings, dass „Focus“ auf der Website unmittelbar unter diesem Abschnitt themenverwandte Beiträge einblendet. Und was steht da?

„Detox – Reinigung von Körper und Seele: Legen Sie für Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden den Hebel um und schalten Sie auf Detox! In unserem handlichen PDF finden Sie Tipps für Entgiftungskuren und alles Wichtige rund ums Fasten. Klicken Sie HIER für mehr Informationen und den Download.“

Was stimmt denn nun, liebe Focus-Redaktion? Anything goes? So oder so, das ist egal – Hauptsache, wir haben darüber geschrieben?

Der Download der angepriesenen Tipps über Entgiftungskuren kostet übrigens eine Kleinigkeit…..

Hier finden Sie ein paar Gratisinformationen über Detox, Entgiftung, Entschlackung etc.:

Michèle Binswanger im Tagesanzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten: Bodenlose Versprechungen

Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur

Darmreinigung ist überflüssig bis gefährlich

Fasten & Entschlacken

Entgiften und entschlacken — höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung – was ist das?

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Zeolithe zur Entgiftung?

Zeolithe kommen in der Natur hauptsächlich als Vulkangesteine vor, werden aber auch synthetisch hergestellt.  Bei den klassischen Zeolithen handelt es sich um Aluminiumsilikate, die wie Tonminerale eine grosse innere Oberfläche besitzen, an die sich kleine Moleküle und Ionen anlagern können.

Zeolithe werden in vielen Varianten technisch vielseitig angewendet. Sie binden zum Beispiel Gerüche, Schwermetalle oder Kalzium im Waschwasser.

Seit etwa dem Jahr 2000 werden Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von gemahlenem Zeolith zur Entgiftung des Organismus propagiert.  Diese Präparate sollen gegen eine grosse Palette von Krankheiten wirken – von Krebs, Schizophrenie, Infektionen, Parkinson bis Herzinfarkt.

Wundermittel, die gegen fast alle Krankheiten helfen, sind immer suspekt. Sie schützen wohl vor allem gegen die Angst von Krankheiten.

Das Magazin „Stern“ berichtet gerade über dieses Thema und schreibt:

„Findige Geschäftsleute vermarkten neuerdings Zeolithe zur Entgiftung von innen. Man soll sich die aluminiumhaltigen Kieselsäuresalze zum Beispiel in den Joghurt rühren, als Pulver zu 60 Euro das Kilo. Auch in Form von Kapseln oder Salben sind sie erhältlich. Mal werden sie als Medizinprodukt angeboten, mal ohne nähere Bezeichnung. Einen Wirksamkeitsnachweis müssen Hersteller in keinem Fall erbringen.“

Der Artikel endet mit dem Fazit, es habe nie jemand systematisch an Menschen untersucht, wie viel Zeolith man schlucken muss, um sich wovon auch immer zu entgiften:

„Es gibt keine Patientenstudien dazu, vor welchen Krankheiten die Mineralien schützen. Immerhin scheint sich abzuzeichnen, dass man sich daran wohl nicht vergiften wird. Man wird nur um ein paar Euro ärmer – und scheidet das Pulver wieder aus.“

Quelle:

http://www.stern.de/gesundheit/teure-mineralien-was-zeolithe-zur-entgiftung-taugen-2096313.html

Kommentar & Ergänzung:

Immer, wenn Ihnen jemand dringend eine „Entgiftung“ nahelegt, würde ich genau nachfragen, welche Giftstoffe entfernt werden sollen, auf welchem Weg das geschehen soll und wie das Entgiftungsmittel „weiss“ welche Stoffe  es als Giftstoffe entfernen und welche lebenswichtigen Substanzen es keinesfalls eliminieren soll.

Das Thema Zeolithe ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit aufgeblasenen Versprechungen und ohne auch nur einigermassen fundierte Belege Geld gemacht wird.

Dieser sich laufend ausdehnende Alternativmedizin-Markt, in dem jede Qualitätskontrolle fehlt, braucht meines Erachtens dringend mehr kritische Auseinandersetzung.

Weitere Infos:

– Wikipedia zur Verwendung von Zeolith

– Psiram zum Thema Zeolith

Zeolith – ein angeblicher Wunderheiler gegen Krebs

Ergänzung zum angeblichen Krebswundermittel Zeolith

(zu möglichen Risiken und Nebenwirkungen von Zeolith)

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

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Brennnesseltee zur Entgiftung und Entschlackung…..

Das empfiehlt die österreichische Zeitung „Der Standard“ in einem Beitrag zur Wirkung der Frühlingskräuter, der viele Fragen aufwirft. Hier ein paar Zitate mit Kommentar von mir:

„Brennnesselblätter lindern rheumatische Schmerzen,…“

Das ist möglich, aber es braucht dazu ziemlich hohe Dosen, gemäss einer kleinen Studie 50g Brennnesselmus pro Tag oder Kapseln mit Brennnesselextrakt.

Siehe:

Brennnesselkur gegen Rheuma

Ein paar Brennesselblätter im Salat reichen also nicht.

„….regen den Stoffwechsel an,…“

Tönt gut, sagt aber nichts aus. Entscheidend im Stoffwechsel scheint, mit, dass die einzelnen Vorgänge fein aufeinander abgestimmt sind. Was muss ich mir also unter einer generellen Anregung des Stoffwechsels genau vorstellen. Werden alle Stoffwechselvorgänge aktiviert? Dann wird zum Beispiel in der Leber mehr Glykogen in Traubenzucker umgewandelt? Folglich dann aber auch mehr Insulin ausgeschüttet? Soll das gesund sein?

Regt den Stoffwechsel an – das immer dann eine gute Erklärung, wenn man keine Ahnung hat, was genau geschieht, oder ob überhaupt etwas geschieht.

„..wirken harntreibend…“

Einen milden harntreibenden Effekt scheint die Brennnessel zu haben, wobei vor allem Wasser weggeht. Sehr fraglich ist aber, ob das so generell empfohlen Sinn macht.

„….und reinigen das Blut.“

Wovon genau wird das Blut gereinigt?

„Auch Gichtschmerzen können damit gelindert werden.“

Na ja, bei (gesunden) Gänsen zeigte sich in einer Studie von 1940 eine Senkung der Blutharnsäurewerte infolge vermehrter Harnsäureausscheidung durch die Nieren. Zur Wirksamkeit bei Menschen mit Gicht fehlen meines Wissens gesicherte Erkenntnisse. Studien mit Brennnesselmus bzw. Brennnesselkapseln wurden zum Anwendungsbereich Arthrose und Arthritis gemacht.

„Für eine Kur zur allgemeinen Kräftigung, zur Entgiftung und Entschlackung des Organismus sollte drei Wochen lang dreimal täglich eine Tasse Brennnesseltee getrunken werden.“

Allgemeine Kräftigung? Alles im Körper wird unterschiedslos gekräftigt? Auch hier: Wer etwas weiss, kann konkret benennen, was gekräftigt wird. Wer nichts weiss, redet pauschal von „allgemeiner Kräftigung“.

Und selbstverständlich darf bei der Brennnessel nicht fehlen, dass sie „zur Entgiftung und Entschlackung des Organismus“ dient.

Wobei auch hier offen bleibt, welche Gifte und welche „Schlacken“ da ausgeschieden werden sollen.

Quelle der Zitate:

http://derstandard.at/1363711122225/Die-Wirkung-der-Fruehlingskraeuter

Der ganze Entschlackungs- und Entgiftungszirkus ist meiner Ansicht nach reine Fiktion. Damit will ich nichts gegen die Brennnessel gesagt haben. Sehr fragwürdig finde ich aber, wenn Wirkungen der Heilpflanzen mit solch hohlen Beschreibungen aufgeblasen werden.

Siehe dazu:

“Brennnesseltee entschlackt” und lässt “die Kilos purzeln”

Unsinnig und irreführend: Sidroga® Wellness- und Entschlackungstee

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung – was ist das?

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Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Michèle Binswanger schreibt im Tages-Anzeiger über Entgiftungskuren und Detx als neoreligiöses Sühneritual:

“Detox heisst das neoreligiöse Sühneritual für die mannigfaltigen kleinen Sünden des postmodernen Lebens. Und derzeit detoxt es wieder auf allen Kanälen. Lifestyle-Redaktorinnen adressieren mutig ihre Problemzonen, testen die besten Methoden, um diese zu vernichten, schreiben Erfahrungsberichte, wägen Programme gegeneinander ab. Was ist besser, eine customised Saftkur, «kreiert von renommierten Detox- und Raw-Food-Köchen» für spottbillige fünfhundert Franken? Der kombinierte Ernährungsberater plus Personal Trainer? Die Hollywood-Methode mit dem verdächtigen Namen Mastercleans, die viel Zitronensaft und Cayennepfeffer beinhaltet? Ayurveda? Chinesisch? Oder gibt es vielleicht etwas ausgefallen Neues, ein keltisches Ritual mit Nackttänzen und Freudenfeuern? Eigentlich egal, Hauptsache, es funktioniert idiotensicher, Detox für Deppen sozusagen.“

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/wellness/Detox-fuer-Deppen/story/20694141

Kommentar & Ergänzung:

Die alljährliche Detox-Welle im Frühling ist der totale Humbug – das beschreibt Michèle Binswanger bestens.

Die körperfeindliche Unterstellung, dass wir alle durch und durch verschlackt und voller Gifte seien, muss man sich nicht antun. Leider fährt ein ziemlich grosser Teil der Naturheilkunde- und Komplementärmedizin-Szene voll auf diesen skurrilen Trip ab.

Siehe auch:

Entgiftungsdiäten / Detoxdiäten: bodenlose Versprechungen

Löwenzahn entgiftet …..

Brennesseltee entschlackt und lässt die Kilos purzeln….

Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur

Unsinnig und irreführend: Sidroga® Wellness Entschlackungstee

Entgiften und entschlacken: Höchst fragwürdige Versprechungen

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“Basenbäder für die Bikinifigur”

Das empfiehlt „d-inside“, die Zeitschrift des Schweizerischen Drogistenverbandes (April 2013), und die Drogistinnen und Drogisten sollen nun Basenbäder ihren Kundinnen verkaufen.

Uff – einen solchen Humbug hätte ich allenfalls in einer Boulevard-Zeitung oder in einem „Frauenheftli“ erwartet, aber nicht in einer Zeitschrift, die ich bisher doch noch irgendwie zu den Fachmedien gezählt habe.

„Basenbäder können während einer Diät die Gewichtsabnahme fördern“, steht da geschrieben. Eine ebenso kühne wie faktenfreie Behauptung.

Und wie soll diese Gewichtsabnahme zu Stande kommen?

„Ein basisches Bad hat etwa einen pH-Wert von 8,5 . Dadurch wird der Säureschutzmantel der Haut gepuffert und neutralisiert. Zusätzlich entsteht ein osmotischer Druck zwischen den Körperflüssigkeiten und dem basischen Badewasser: Aus dem Bindegewebe lösen sich Säuren und abgelagerte Stoffe und werden über die Haut ausgeschieden.“

Zuerst zum Säureschutzmantel:

Der Säureschutzmantel – deshalb heisst er so – soll die Haut vor bakterieller Besiedelung schützen. Ob das wirklich so funktioniert, ist inzwischen durch Studien in Frage gestellt worden. Was aber eine Neutralisation des Säureschutzmantels bringen soll, ist sehr unklar. Hält „d-inside“ Säure grundsätzlich für schlecht? Das wäre etwas gar naiv.

Aber nehmen wir einmal an, die Neutralisation des Säureschutzmantels durch Basenbäder sei nützlich. Neutralisiert man ihn zum Beispiel mit Seife, so regeneriert er sich in spätestens einigen Stunden wieder. Soll also mit Basenbädern ein nachhaltiger Effekt auf den Säureschutzmantel erzielt werden, braucht es alle paar Stunden ein Basenbad. Das ist aber dann wirklich gut für den verkaufenden Drogisten……..

Und nun zum Thema Osmose:

Osmose soll also bewirken, dass „Säuren und abgelagerte Stoffe“ durch die Haut ausgeschieden werden. Na bravo. Osmose braucht eine semipermeable Membran, die Salzlösungen unterschiedlicher Konzentration trennt. Das Wasser bewegt sich dann durch die Membran in Richtung der höher konzentrierten Lösung. Wenn Osmose durch die Haut funktionieren würde, hätten wir Probleme in der Badewanne – das Badewasser würde in unseren Körper strömen und uns wie einen Ballon aufblähen – und wir hätten Probleme bei einem Bad im Meerwasser, weil das Wasser aus unserem Körper das Meer „verdünnen“ würde.  Begleitet von entsprechenden Abnehm- und Schrumpfeffekten auf Seiten unseres Organismus.

Ausserdem geht Wasser mittels Osmose durch die Membran, nicht „Säuren und abgelagerte Stoffe“. Und um welche Säuren und abgelagerte Stoffe soll es sich handeln? Konkrete Angaben wären da schon hilfreich.

Und wie weiss das Basenbad eigentlich, welche Stoffe es rausziehen soll und welche unbedingt im Körper verbleiben müssen?

Ausgesprochen wirr, diese Behauptungen.

Als Zusatzmassnahme empfiehlt „d-inside“:

„Vor dem Baden eine Tasse ungezuckerten Tee mit basischen Kräutern trinken und 30 Gramm Rosinen knabbern. Beides hat eine entschlackende Wirkung auf den Körper.“

Diese Aussage wirft ebenfalls eine ganze Reihe von Fragen auf:

Im Internet liest man zwar immer wieder von „basischen Kräutern“, doch wie man feststellen kann, welche Kräuter basisch sein sollen, konnte mir bisher niemand sagen (mit einer pH-Wert-Messung des Tees, was naheliegend wäre, jedenfalls nicht).

Meiner Ansicht nach ein reines Phantasieprodukt, diese basischen Kräuter.

Und wie genau wirken „basische Kräuter“ entschlackend? Indem sie Säuren (= Schlacken?) neutralisieren? Aber ein basischer Kräutertee würde bereits im Magen von der starken Salzsäure neutralisiert.

Und wie genau sollen Rosinen entschlacken?

Und welche Schlacken sollen ausgeschieden werden?

Schlacken – das ist ein weiteres Phantasieprodukt. Damit soll nichts gegen Phantasie gesagt sein, aber es kommt schon noch ein bisschen darauf an wo.

Siehe dazu:

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund

“Schlackenstoffe” – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion

Basendiät gegen Übersäuerung des Körpers

Das basische Bad „Entspannt und reinigt Körper und Geist“ schreibt „d-inside“.

Dass ein Bad entspannen kann, liegt auf der Hand. Aber will uns „d-inside“ damit sagen, dass ein basisches Bad besonders gut entspannt? Also besser wie ein pH-neutrales Bad? Und wenn ja, wie soll das gehen?

Basenbäder reinigen den Körper. Das machen doch alle Bäder (äusserlich). Doch hier ist wohl auch die innerliche Reinigung gemeint (Osmose!). Und der Geist wird auch noch gereinigt. Wovon? Geistige Schlacken?

Wodurch? Osmose?

Wie praktisch, wenn man Körper und Geist in einem Aufwasch putzen kann! Einfach mit baden.

Fazit: Dass Basenbäder irgendeinen speziellen Nutzen haben, ist alles andere als plausibel. Und bei der Gewichtsreduktion werden sie nur helfen, wenn man so lange im Basenbad bleibt, dass man darüber zu essen vergisst, oder wenn man in der Badewasser sehr kräftig und ausdauernd strampelt.

Sollte Ihnen ihr Drogist oder ihre Drogistin demnächst ein Basenbad oder Basenpulver zum Abnehmen (oder für sonst etwas) empfehlen, sind grosse Zweifel an der Seriosität dieser Personen angebracht. Ich jedenfalls würde einen solchen Laden schnurstracks verlassen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Fastenmythen: Entschlacken durch Fasten?

Jeden Frühling kommt sie wieder – die dringliche Empfehlung, dass nun die Zeit gekommen sei, um mit einer Fastenkur Körper, Geist und Seele zu entschlacken.

Den weitverbreiteten Entschlackungs-Irrtum kann man in einem Satz zusammenfassen:

“Giftstoffe und Ablagerungen, welche sich über das Jahr hinweg im Körper angesammelt haben, können beim „Entschlacken“ entfernt werden.”

Tatsache ist jedoch: Beim Stoffwechsel fallen zwar in der Tat als Teil eines natürlichen Vorganges nicht verwertbare chemische Endprodukte an. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) speichert ein gesunder Organismus diese überflüssigen Stoffe jedoch nicht etwa ab, sondern scheidet sie bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über Nieren und Darm wieder aus.

Diese „Kläranlagen-Funktion“ des Organismus kann durch Fasten nicht effizienter werden, als sie ohnehin schon ist. Wissenschaftliche Belege für günstige Wirkungen des „Entschlackens“ gibt es übrigens kaum. „Der im Zusammenhang mit dem Heilfasten immer wieder genannte Begriff ‘Entschlacken’ ist wissenschaftlich nicht begründbar”, erklärt die DGE.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/in-form/fasten-kein-zuckerschlecken-für-die-gesundheit-145934893.html

Kommentar & Ergänzung:

Man muss unseren Organismus vor den „Entschlackungsaposteln“ quasi in Schutz nehmen. Sie sprechen ihm nämlich ziemlich grundlegend die Kompetenz ab, mit Stoffwechselprodukten angemessen und „professionell“ umzugehen. Und dann verkaufen sie uns Fastenkuren, Entschlackungstees, Detox-Fussbäder und andere Fragwürdigkeiten. Die Entschlackungsbranche lebt von einem Phantom. Um welche Stoffe es sich bei diesen „Schlacken“ und „Giftstoffen“ genau handeln soll – diese Angabe bleibt sie nämlich in der Regel schuldig.

Am heikelsten finde ich aber, dass durch die ständige Rede von Schlacken und Entschlackungskuren das Vertrauen in die Fähigkeiten unseres Organismus untergraben wird. Und wer an diesem Punkt genug verunsichert ist, wird ein guter Konsument für Mittelchen aller Art, die dieses Kompetenzdefizit beheben sollen. Davon lebt neben der Entschlackungsbranche auch die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie.

Wer Ihnen einredet, Sie seien verschlackt, unterstellt Ihnen Problem und will Ihnen möglicherweise eine Lösung für das eingeredete Problem verkaufen.

Sparen Sie sich das Geld dafür und tun Sie sich damit sonst etwas Gutes.

Siehe auch:

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten – bodenlose Versprechungen

Unsinnig und irreführend: Sidroga® Wellness Entschlackungstee

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Entgiftungsdiäten & Detox-Diäten – bodenlose Versprechungen

Detox-Diäten seien nur ein weiteres vermeintliches Abnehmwunder, sagt Simon Brookes, Leiter des Zentrums für Menschliche Physiologie der Flinders University in Adelaide, Australien.

Detox sei der reine Blödsinn, betont Professor Brookes. “Unsere Nieren, unsere Leber und unser Verdauungstrakt entfernen oder neutralisieren Gifte innerhalb weniger Stunden, nachdem diese in unseren Körper gelangt sind.“ Es sei also Quatsch, zu denken, man könne die Entgiftung mit irgendwelchen Wundermittelchen beschleunigen.

Quelle:

http://derstandard.at/1356426731054/Entgiftungsdiaet-Detox-ist-der-reine-Bloedsinn

Kommentar & Ergänzung:

Solche Appelle werden dem Detox-Kult allerdings keinen Abbruch tun.

Zuviele Bedürfnisse werden von diesen Produkten befriedigt.

Am skurrilsten sind für mich Produkte wie Detox-Fussbäder oder Detox-Pflaster, die sich bei der Anwendung braun verfärben, was dann angeblich die Ausscheidung von „Schlacken“ beweisen soll.

Die Sendung „Kassensturz“ hat schon vor Jahren mit einem simplen Test diese Lüge entlarvt: Klebt man ein befeuchtetes ShuiSana-Entschlackungspflaster auf eine saubere Vase, wird es nach kurzer Zeit braun.

Trotzdem verkaufen auch nicht wenige Apotheken und Drogerien diesen Humbug. Schliesslich soll es sich um ein uraltes asiatischen Naturheilmittel handelt……..

Wer nicht nachdenkt, ist selber schuld.

Siehe:

http://www.srf.ch/konsum/themen/gesundheit/apotheken-hokuspokus-mit-nutzlosen-mittelchen

Ausserdem zum Thema “Entschlacken”:

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung – was ist das?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Infoportal

Brennnessel

BRENNNESSEL

Brennesseltee für Detox?

Die Boulevard-Zeitung „Blick“ empfiehlt:

„Brennnesseltee hervorragend für Detox“.

Im Detail: „Brennnesseltee wirkt entwässernd, blutreinigend und entschlackend. Eignet sich also hervorragend für Detox-Kuren. Wer Probleme mit den Harnwegen, der Blase oder den Nieren hat, sollte öfter zu Brennnesseltee greifen. Er sorgt dafür, dass die Harnwege durchgespült werden. Auf diese Weise können sich weder Krankheitserreger festsetzen noch Blasen- oder Nierensteine bilden.“

Quelle: http://www.blick.ch/ratgeber/ernaehrung/weit-mehr-als-ein-laestiges-unkraut-naehrstoffbombe-brennnessel-id6442454.html

Kommentar & Ergänzung:.. Zum vollständigen Text hier…


Brennnessel zur Stärkung des Gedächtnisses?

Die österreichische Zeitung „Kurier“ berichtet über „Die besten Heilmittel nach Hildegard von Bingen“.

Interessant und zugleich fragwürdig ist eine Passage über die Brennnessel:

„Die belebende Wirkung der Brennessel nutzte Hildegard auch, um das Gedächtnis zu stärken. Heute geht man davon aus, dass die Mischung wertvoller Inhaltsstoffe wie ätherischen Öle, Bioflavonoide und B-Vitamine das Nervensystem stimulieren können.“

Quelle:

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/naturheilkunde-nach-hildegard-von-bingen-die-wichtigsten-fakten-zur-hildegard-medzin/71.627.926/slideshow#71627926,71627059

Kommentar & Ergänzung:… Zum vollständigen Text hier…

BRENNNESSEL ALS FASERPFLANZE ZURÜCK?

Die Brennnessel (Urtica dioica) war früher eine wichtige Faserpflanze, die aber in dieser Hinsicht inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Nun rückt die Faser-Brennnessel (Urtica dioica L. convar. fibra) als Lieferant für einheimische Fasern wieder stärker in das Interesse der Textil- und Werkstoffindustrie. Dem Institut für Pflanzenkultur (IFP) im Wendland und dem Faserinstitut Bremen e. V. ist es gelungen, vielversprechende Klone aus Ursprungsmaterial zu züchten. Deren Faseranteil liegt bis zu gut einem Viertel über dem der besten bislang bekannten Fasernessel-Sorten… Zum vollständigen Text hier…

HEILPFLANZEN IM GARTEN: BRENNNESSEL

Die Zeitung „Die Welt“ veröffentlichte letzten Monat einen Artikel über Heilpflanzen im Garten.

Schauen wir uns den Abschnitt über die Brennnessel mal genauer an:

„Brennnessel (Urtica dioica): Die Wurzeln der Brennnessel helfen bei gutartiger Prostatavergrößerung, die Blätter unterdrücken entzündungsfördernde und knorpelabbauende Zytokine und helfen dadurch bei Arthritis. Außerdem enthalten sie sehr viel Vitamin C. Die Brennnessel wächst überall, wo es feucht und stickstoffreich ist. Meistens ist sie im Garten ohnehin schon da, man muss sie also nicht extra anpflanzen. Geerntet werden die Wurzeln im Spätsommer und die Brennnesselblätter vom Frühjahr bis zum Herbst… Zum vollständigen Text hier…

BRENNNESSELTEE ZUR ENTGIFTUNG UND ENTSCHLACKUNG…..

Das empfiehlt die österreichische Zeitung „Der Standard“ in einem Beitrag zur Wirkung der Frühlingskräuter, der viele Fragen aufwirft. Hier ein paar Zitate mit Kommentar von mir:

„Brennnesselblätter lindern rheumatische Schmerzen,…“

Das ist möglich, aber es braucht dazu ziemlich hohe Dosen, gemäss einer kleinen Studie 50g Brennnesselmus pro Tag oder Kapseln mit Brennnesselextrakt.

Siehe:

Brennnesselkur gegen Rheuma

Ein paar Brennesselblätter im Salat reichen also nicht… Zum vollständigen Text hier…

„BRENNNESSELTEE ENTSCHLACKT“ UND LÄSST „DIE KILOS PURZELN“

Das schreibt die Boulevardzeitung „Krone“ und rät ihren Leserinnen und Lesern:

„Von wegen Unkraut! Um überschüssigen Kilos den Kampf anzusagen, empfiehlt sich nämlich Brennnessel-Tee. Er enthält Mineralsalze, Kiesel- und Essigsäure sowie Vitamin E und treibt Giftstoffe aus dem Körper. Einen gehäuften Teelöffel Brennnesselblätter (gibt’s in der Apotheke) mit kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Drei Mal täglich eine Tasse trinken und schon werden die Kilos purzeln.“

Quelle:

http://www.krone.at/Gesund-Fit/Beauty-Elixier_Tee_So_schoen_machen_Rooibos_und_Co.-Rundum_gepflegt-Story-308056

Kommentar & Ergänzung:.. Zum vollständigen Text hier…

BRENNNESSEL-KUR GEGEN RHEUMA

Die MDR-Sendung „Hauptsache gesund“ berichtete kürzlich über die Wirkung von Brennnessel bei Rheuma:

„Kochen Sie frisch geerntete Brennnesseln wie Spinat. Das daraus entstehende Brennnesselmus kann man so essen, etwas würzen oder als Beilage zum Salat geben. Da die Brennnesselsaison langsam ihrem Ende entgegen geht, können Sie das Kraut auch einfrieren. Fertiger Frischpflanzenpresssaft wäre eine Alternative, ist aber nicht so reich an Inhaltsstoffen wie das frische Kraut. Der regelmäßige Verzehr von dreimal 50 Gramm Mus reduziert die Einnahme von Rheumamedikamenten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt eine eventuelle Dosierungsanpassung.“… Zum vollständigen Text hier…

FRÜHJAHRSKUR MIT BRENNNESSEL – FRAGWÜRDIGE TIPPS DER KRONEN-ZEITUNG

Nichts gegen die Brennnessel!  Die Kronen-Zeitung bietet aber wieder einmal  ein Beispiel für unseriöse Gesundheitsinformation.

Alle Jahre wieder kommen die Ratschläge zum innerlichen Frühjahrsputz. Auch die Kronen-Zeitung setzt sich für mehr interne Sauberkeit ein – und veräppelt ihre Leserinnen und Leser mit wirren und nebulösen Ratschlägen.

Als Beispiel die Empfehlungen zur Brennnessel:

Brennnessel

Die Brennnessel regt den gesamten Stoffwechsel an… Zum vollständigen Text hier…

BRENNNESSEL FÜR FEINSCHMECKER

Brennnesseln wachsen am Straßenrand, im Blumenbeet und auf der Wiese. Sie sind verschrienen als Unkraut und wer barfuß auf sie tritt, bekommt dies schmerzhaft zu spüren.

Doch aus dem gemeinen Unkraut lassen sich auch allerlei Köstlichkeiten für Feinschmecker zaubern, schreibt der aid-infodienst. Vor allem die jungen Blätter mit ihrem fein-säuerlichen Aroma lassen sich in der Küche vielseitig verwenden. Zusammen mit Löwenzahn, Sauerampfer oder Bärlauch ergibt sich ein wohlschmeckender Wildkräutersalat. Brennnesseln lassen sich aber auch als Suppe, im Pfannkuchen oder als Rührei zubereiten. Die Kräuterbutter lasse sich ebenfalls mit Brennnesseln abschmecken… Zum vollständigen Text hier…