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Europäische Werte verteidigen

Susan Neiman schreibt zu diesem Thema:

„Europa kann ein Beispiel dafür geben, wie kulturelle Vielfalt mit politischer Einheit zusammenkommt – nämlich dann, wenn Europa seine eigenen Ideale (wieder)entdeckten würde. Für viele Europäer ist Europa heute nur ein Binnenmarkt, betrieben von einer Bürokratie in Brüssel, die selbst wiederum von einer neoliberalen Wirtschaft bestimmt wird. Zu einer Zeit, wo man täglich über das Ende der EU spekuliert, kann es tollkühn erscheinen, Europa zu preisen. Doch Aussenseiter sehen manches deutlicher als die Europäer selbst. Für sie bleibt Europa trotz aller Schwierigkeiten nicht nur ein Ort, wo hundertjährige Kriege durch friedliche Verhandlungen ersetzt wurden, sondern auch ein Ort, wo die Ideale einer sozialen Solidarität lebendig praktiziert werden: wo medizinische Versorgung, Wohnen und Bildung nicht nur als Güter, sondern als Rechte verstanden werden. Für Menschen von Dakar bis Dallas ist Europa ein Ort, wo Rechtsstaatlichkeit in hohem Mass herrscht und Gleichheit vor dem Gesetz anerkannt wird.

Jeder, der Zeitung liest, weiss aber auch, wie oft Europa seine eigenen Ideale verletzt. Es liegt an den Bürgern Europas selbst, darauf zu bestehen, dass Europa seinen besten Qualitäten treu bleibt. Zunächst müssen die Bürger erkennen, dass kein anderer Ort der Welt so viel für demokratische, ja, sozialdemokratische Werte tut wie dieses oft so beschimpfte Europa.  Identitäten werden auf Traditionen aufgebaut, die von Musik über Feste bis hin zu Idealen reichen. Europa darf nicht mehr verstanden werden als etwas, das wir nur ertragen, sondern als etwas, das wir aktiv anstreben.“

Zitat aus:

Widerstand der Vernunft, Ein Manifest in postfaktischen Zeiten. Ecowin Verlag 2017

Das kleine und gut lesbare Buch kann in meinem Buchshop angeschaut und dort via Buchhaus bestellt werden (hier).

Die Philosophin Susan Neiman wurde 1955 in Atlanta, USA, geboren und ist Direktorin des Einstein Forums in Potsdam. Sie weist meines Erachtens zu Recht auf die Bedeutung europäischer Werte hin. Nur scheinen diese Werte vielen Europäerinnen und Europäern gar nicht bekannt zu sein. Wie sollen sie diese dann verteidigen und einfordern gegen innen – zum Beispiel gegenüber Angriffen von Populisten und Extremisten aller Art, aber auch gegenüber manchen Massnahmen der eigenen Regierungen – und gegen aussen – zum Beispiel gegen Autokratien? Und natürlich basiert auch die Schweiz auf den von Neiman postulierten europäischen Werten.

Der Wert eines funktionierenden Rechtsstaates und einer von der Regierung unabhängigen Verwaltung beispielsweise kann vielleicht nur jemand wirklich erfassen und schätzen, der ohne diese europäische Errungenschaft auskommen muss. Dass Populismus den Rechtsstaat gefährdet oder gar demontiert, sieht man in Ungarn, in Polen, in den USA, und in Ansätzen sogar in der Schweiz.

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

 

Die neue politische Konfliktlinie: Demokratie oder Autoritarismus

Wer in Mitteleuropa aufgewachsen ist und lebt, für den basieren die politischen Bedingungen seit vielen Jahrzehnten mit grosser Selbstverständlichkeit auf Demokratie und Rechtsstaat, und die politischen Konfliktlinien verlaufen zwischen rechts und links.

Möglicherweise geht diese Selbstverständlichkeit gerade verloren und die Konfliktlinien verschieben sich. Zu dieser Entwicklung hat sich Ralf Fücks Gedanken gemacht in seinem Buch „Freiheit verteidigen“:

„Die Systemfrage unserer Zeit lautet nicht Kapitalismus oder Sozialismus, sondern Demokratie oder autoritäre Herrschaft…….

Die neue Scheidelinie europäischer Politik verläuft nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen der offenen Gesellschaft und dem Rückzug in die Volksgemeinschaft, zwischen globaler Integration und nationaler Abschottung. Die alte Links-rechts-Achse wird überlagert von der neuen Konfliktachse zwischen autoritärer und liberal-demokratischer Politik.“

Zitat aus:

„Freiheit verteidigen“, von Ralf Fücks, Hanser Verlag 2017.

Dieses lesenswerte und anregende Buch stelle ich in meinem Buchshop vor. Dort können Sie es auch via Buchhaus bestellen (hier).

Kommentar & Ergänzung:

Meinem Eindruck nach wird die alte Links-rechts-Achse nicht verschwinden. Die von Ralf Fücks beschriebene neue Konfliktachse zwischen Demokratie und autoritärer Herrschaft wird jedoch stark in den Vordergrund treten.

Genauer: Die Konfliktlinie zwischen Demokratie & Rechtsstaat einerseits und autoritärer Herrschaft andererseits.

Und die Generationen, die bei uns in der Selbstverständlichkeit von Demokratie und Rechtsstaat aufgewachsen sind, werden herausgefordert, sich mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzen.

Das heisst:

  1. Sich klar machen, was gerade passiert. Sich informieren. „Futter“ dazu finden Sie unter anderem hier:                                                           Meine gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen (Buchshop)

 

  1. Sich organisieren. Institutionen, Organisationen und unabhängige Medien aufbauen und unterstützen, welche Demokratie und Rechtsstaat stärken und verteidigen. Entweder durch Mitarbeit oder durch finanzielle Unterstützung. Vorschläge und Empfehlungen dazu in meiner Linkliste unter der Rubrik „Gesellschaft“.

Mir selbst ist jedenfalls erst vor etwa 2 – 3 Jahren so richtig klar geworden, dass Demokratie und Rechtsstaat auch bei uns in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr sind, und dass sie nur existieren, wenn sie verteidigt werden. Und das muss schon in einem möglichst frühen Stadium geschehen, wenn diese Errungenschaften gefährdet sind.

 

 

EU will hormonschädigende Stoffe stärker unter die Lupe nehmen

Die EU-Kommission will in den kommenden Wochen und Monaten die Auswirkungen von hormonschädigenden Chemikalien in Europa genauer erfassen. Die diesbezügliche EU-Gesetzgebung soll auf Schlupflöcher hin untersucht werden.

Hormonell wirksame Substanzen – sogenannte endokrine Disruptoren – finden sich zum Beispiel in Kunststoffen und Körperpflegeprodukten. Sie werden mit hormonbedingten Krebserkrankungen sowie Fortpflanzungsstörungen und Fruchtbarkeitsstörungen in Verbindung gebracht.

Europäische Umweltorganisationen und Verbraucherschutzorganisationen hatten zuletzt eine umfassendere EU-Strategie verlangt.

Die Grünen im Europaparlament verlangen strengere Prüfverfahren, da hormonell wirksame Substanzen bereits in sehr geringer Dosis Menschen schaden könnten. Darüber hinaus pocht die Fraktion auf einen offenen Zugang zu allen Studien, die solche Chemikalien untersuchen.

Eine von den Grünen selbst in Auftrag gegebene Studie hat aufgezeigt, dass die Ablagerung von Pestiziden, die endokrine Disruptoren enthalten, sich im menschlichen Körper häufig nachweisen lässt. Ein französisches Forschungsinstitut analysieerte dazu etwa 150 Haarproben aus sechs EU-Ländern. In rund 60 Prozent der Haare fanden die Wissenschaftler mindestens ein Pestizid.

Am häufigsten kam die Substanz Fipronil vor, die hauptsächlich durch einen Skandal mit verseuchten Eiern bekannt wurde. Der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold hält die Ergebnisse für einen Weckruf. Er weist darauf hin, dass niemand sich selbst vor den giftigen Stoffen schützen kann, da sie in vielen Alltagsprodukten enthalten sind.

Quelle:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98990/Bruessel-will-hormonschaedigende-Stoffe-staerker-in-den-Blick-nehmen

 

FAQ der EU-Kommission zu endokrinen Disruptoren:

http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-17-1907_de.htm

 

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein wichtiges Thema, das über weite Strecken wohl noch unterschätzt wird.

Eine US-Studie kommt im übrigen zum Schluss, dass auch Lavendelöl und Teebaumöl als endokrine Disruptoren wirken undden Hormonhaushalt stören können – in Körperpflegeprodukten verwendet wirkten sie offenbar wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Allerdings waren das vielleicht auch Einzelfälle aufgrund von individueller Disposition. Es spricht aber viel dafür, Lavendelöl und Teebaumöl nicht einfach so täglich in Körperpflege- oder Wellnessprodukten zu verwenden, sondern nur mit einer sinnvollen Indikation.

Siehe:

Stören Lavendelöl und Teebaumöl den Hormonhaushalt?

Ausserdem zu diesem Thema:

Die Alternativmedizin spiegelt Menschen oft eine individuelle Lösbarkeit für die Probleme mit Umweltgiften vor:

Mit all den Entgiftungskuren, Blutreinigungstees, Detox-Diäten etc. wird er Eindruck erweckt, man könne mit sochen Mitteln Umweltgifte ausleiten.

Das ist Unsinn.

Sieh dazu auch:

Detox ist Unsinn

Detox entschlankt nur den Geldbeutel

Brennnesseltee für Detox?

Entgiftungsdiäten & Detox-Diäten – bodenlose Versprechungen

Detox-Pflaster zur Entgiftung

Detox: Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Rezepturen & Entgiftungsmittel meiden

Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung für Detox-Deppen

Das Problem der Umweltgifte muss auf gesellschaftlicher Ebene gelöst werden. Wer den Menschen vorgaukelt, sie könnten mit individuellen „Putzmassnahmen“ wie Detox-Kuren diesen Substanzen quasi entkommmen, täuscht die Menschen und lenkt von ursächlichen Problemlösungen ab.

 

 

80. Jahrestags der Reichspogromnacht am Freitag 9. 11. 2018

Vor 80 Jahren, am 9. auf den 10. November 1938 brannten im gesamten Deutschen Reich, in Deutschland und Österreich, aber auch in der Tschechoslowakei, die Synagogen.

 Der 9. November 1938 ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand steckten. Es ist der Tag, an dem tausende Jüdinnen und Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder im „Dritten Reich“ sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren.

Die Nacht vom 9. Auf den 10. November 1938 war das offizielle Signal zum größten Völkermord in Europa.

Für dieses Ereignis wurde über lange Zeit der verharmlosende Begriff „Reichskristallnacht“ verwendet, wegen der überall verstreuten Glasscherben vor den zerstörten Wohnungen, Läden und Büros, Synagogen und öffentlichen jüdischen Einrichtungen. Es liegt aber auf der Hand, dass die Glasscherben nicht der entscheidende Punkt waren.

Zum Begriff Reichspogromnacht

Der Begriff Reichspogromnacht (oder auch Pogromnacht bzw. Novemberpogrom) hat sich erst in jüngster Zeit verbreitet und im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt, um das belastete und beschönigende Wort “Reichskristallnacht” zu ersetzen.

Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Eine informative Einführung in dieses Thema hat die Landeszentrale hier veröffentlicht.

Weil es in einer Reihe von Ländern offenbar eine zunehmende Zahl von geschichtsvergessenen Leuten gibt, die den hirnlosen und menschenverachtenden Ideen dieser Zeit nachlaufen, ist es wichtig, das Wissen über die bodenlosen Verirrungen von Nationalsozialismus und Faschismus wach zu halten.

Passend zum Thema Reichspogromnacht gibt es in meinem Buchshop  zwei eindrückliche Publikationen:

Buchtipp: Ein ganz normales Pogrom, von Sven Felix Kellerhoff

 

Buchtipp: 1938  – Warum wir heute genau hinschauen müssen, von Barbara Schieb & Jutta Hercher, mit Vorwort von Klaus von Dohnanyi.

Rosenwurz-Wirkstoff verbessert Gedächtnisleistung im Alter

Forscher haben einen potenziellen neuen Ansatz für die Behandlung von altersbedingtem Verlust der Merkfähigkeit entdeckt

In einer immer älter werdenden Gesellschaft nehmen Gedächtnisstörungen in der Bevölkerung zu. Bisher ist es nicht gelungen Medikamente zu entwickeln, die dem altersbedingten kognitiven Abbau vorbeugen oder dem dauerhaften Gedächtnisverlust wirksam entgegenzusteuern können. Eine von Forschern der Leibniz-Institute für Neurobiologie (LIN) und für Pflanzenbiochemie (IPB) geleitete Studie, die in der Fachzeitschrift Science Advances publiziert wurde, belegt nun erstmalig in Tierexperimenten eine Gedächtnis-fördernde Wirkung eines pflanzlichen Esters als aktiver Wirkstoff aus der Medizinalpflanze Rhodiola rosea (Rosenwurz).

Um altersbedingtem Gedächtnisverlust vorzubeugen gibt es bisher keine wirksamen Strategien – abgesehen von körperlicher Bewegung. In der traditionellen Naturheilkunde sind Pflanzenpräparate zur Förderung der Gedächtnisleistung zwar weit verbreitet. Wegen schwankender Wirkstoffkonzentrationen können diese jedoch inaktiv sein oder zu Fehldosierungen führen – und zwar vor allem dann, wenn der Wirkstoff unbekannt ist. Dadurch sind weder die Wirkungen noch die Nebenwirkungen für Patienten und Mediziner berechenbar.

So ist zwar auch die förderliche Wirkung von Rhodiola rosea, der Rosenwurzpflanze, für die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen schon seit längerem bekannt. Doch die Erstautorin der Studie, Dr. Birgit Michels vom LIN, erklärt dazu „Um dieses Wissen für die Medizin nutzbar zu machen, wollten wir herausfinden, welche konkreten Wirkstoffe aus Rhodiola das Gedächtnis verbessern.“

Ohne identifizierten Wirkstoff ist nämlich keine gezielte Dosierung, keine Pflanzenzucht, keine Qualitätskontrolle und somit auch keine Medikamentenentwicklung möglich. 

Für die Studie wurden aufwändige Biotests am LIN in Magdeburg, zunächst an Fliegenlarven, kombiniert mit der phytochemischen Analyse durch Wissenschaftler am IPB in Halle. Dadurch gelang es schlussendlich, die Substanz Ferulasäure-Eicosyl-Ester (FAE-20) aus Rosenwurz zu isolieren und chemisch eindeutig zu bestimmen. Diese Substanz kann die Gedächtnisleistung fördern. Chemisch handelt es sich dabei um ein strukturell einfaches Molekül. Trotzdem war die Identifizierung von FAE-20 als wirksame Komponente im Pflanzenextrakt sehr langwierig. Es sei komplizierter, eine kognitive Leistung wie Lernfähigkeit mit den Hunderten von Naturstoffen aus der Pflanze in Beziehung zu setzen, als es zum Beispiel bei der Suche nach neuen Antibiotika der Fall ist, sagt Prof. Dr. Ludger Wessjohann vom IPB. Mit der reinen Substanz, die in seinem Labor gewonnen wurde, konnte der Effekt von FAE-20 dann jedoch eindeutig belegt werden.

Als Nächstes interessierte die Wissenschaftler, ob sich auch bei alternden Fliegen das Gedächtnis verbessern lässt. Das Team konnte zeigen, dass nach Zugabe von FAE-20 in das Fliegenfutter die Gedächtnisleistung von gealterten Fruchtfliegen um ein Drittel besser war als bei ihren nicht behandelten Artgenossen. Die durchgeführten Lernexperimente basieren auf der sogenannten klassischen Konditionierung. Das bedeutet, dass die Tiere lernen, einen Duft mit einer Belohnung zu verknüpfen – beispielsweise durch Zucker. In Tests kann man dann prüfen, ob sie sich diese Verknüpfung gemerkt haben und den Duft nun attraktiver finden als zuvor.

Grundlagenforschung mit Rosenwurz

Außerdem konnten die Forscher belegen, dass FAE-20 die altersbedingte übermäßige Ansammlung von Proteinen an den Verbindungen der Nervenzellen im Gehirn der Fliege verhindert. „Alt“ bedeutet bei Fliegen allerdings nur ungefähr 14 Tage. Deshalb war es für die Wissenschaftler besonders ermutigend, zusammen mit den Kollegen der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen die positiven Effekte auf die Gedächtnisleistungen auch bei über 2 Jahre alten Mäusen bestätigen zu können.

Ausgehend von der positiven Wirkung der Rhodiola-Pflanze beim Menschen konnten die Wissenschaftler mit FAE-20 also einen konkreten natürlichen Wirkstoff identifizieren, der die Gedächtnisleistung im Alter verbessert – zumindest im Tiermodell.

Sie hoffen nun, dass ihre Entdeckung für die medizinische Demenzforschung nutzbar gemacht werden kann. Sie halten es für wahrscheinlich, dass ihre Resultate mit FAE-20 bei Tieren auch auf Menschen übertragen werden können. Bereits liegt auch eine Patentanmeldung zur neu gefundenen Anwendung von FAE-20 vor.

Quelle:

Pressemitteilung Leibniz-Institut für Neurobiologie

https://idw-online.de/de/news704706

Originalpublikation:

DOI: 10.1126/sciadv.aat6994

Kommentar & Ergänzung:

Solche Grundlagenforschung ist wichtig für die Weiterentwicklung der Phytotherapie. Natürlich wird aber die Bedeutung einer Entdeckung in solchen Pressemitteilungen gerne ins günstigste Licht gestellt. Oft geht es dabei darum, Investoren für weitergehende Forschungen zu finden. Und wenn man eine möglich Beeinflussung von Demenz in den Raum stellt,  dann erweckt das selbstverständlich Hoffnung und Aufmerksamkeit.

Von solcher Laborforschung ist es aber noch ein sehr weiter Weg bis zur Entwicklung eines wirksamen Medikaments, und das Vorhaben kann an vielen Stellen noch scheitern.

Bisher wird Rosenwurz in der Phytotherapie als Adagtogen eingesetzt. Er soll en Organismus bei der Bewältigung belastender Einflüsse unterstützen (z. B. Stress, Lärm, Schichtarbeit,in der Rekonvaleszenz).

Siehe auch:

Burnout-Syndrom: Adaptogene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz

Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz & Co. – Was sind Adaptogene?

Rosenwurz (Rhodiola rosea / Orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit

 

Rosenwurz (Rhodiola rosea) gehört zur Pflanzenfamilie der Dickblattgewächse (Crassulaceae).

Die Sukkulente wächst in Felsspalten in Hochebenen und an Meeresklippen in Europa (bspw. in Schweden und Finnland), Sibirien, Nordamerika, Grossbritannien und im Himalaya.

Die im Handel erhältlichen Wurzeln des Rosenwurz stammen zum grössten Teil aus dem Altai-Hochgebirge.

Rosenwurz ist unter dem Präparatenamen Vitango als Arzneimittel zugelassen.

Eine Filmtablette Vitango® enthält 200 mg Trockenextrakt aus Rhodiola-rosea-Wurzel und Rhodiola-rosea-Wurzelstock [DEV 1,5–5:1, Auszugsmittel: Ethanol 60 %).

Wer sich fundiertes Wissen über Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen – dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

[Buchtipp] „Welt in Gefahr – Deutschland und Europa in unsicheren Zeiten“ von Wolfgang Ischinger

Verlagsbeschreibung

“Wir haben die gefährlichste Weltlage seit Ende des Kalten Krieges.”                                (aus dem Vorwort)

Die Welt steht am Abgrund. Uns drohen Großmachtkonflikte, ein Rüstungswettlauf und noch mehr nukleare Waffen. Die USA wollen nicht mehr Hüter der Weltordnung sein, während Peking und Moskau die EU-Partner gegeneinander ausspielen. Wie können Deutschland und die EU “weltpolitikfähig” werden? Der renommierteste deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger gibt Antworten auf die drängenden Fragen der aktuellen Weltpolitik. Er erklärt die komplexen Ursachen der zahlreichen heutigen Krisen und skizziert seine Vision einer europäischen Zukunft in Frieden und Stabilität.
65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, Krisen und Konflikte allenthalben. Die Werte des Westens und die liberale Weltordnung werden infrage gestellt. Die Beziehungen zu Russland sind auf dem Tiefpunkt, unsere Abhängigkeit von China wächst, und unter Donald Trump ist Amerika als Europas wichtigster Verbündeter unberechenbar geworden.
Welche Verantwortung trägt Deutschland heute? Was erwartet die Welt von uns? Wie erreichen wir, dass die EU mit einer Stimme spricht, zu einem respektierten weltpolitischen Akteur wird und die Interessen der 500 Millionen EU-Bürger kraftvoll vertreten kann? Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, ist einer der erfahrensten Vermittler in der internationalen Politik. Er analysiert die Ursachen der aktuellen Krisen und Konflikte und zeigt: Ohne ein aktiveres Engagement unseres Landes in einer zunehmend chaotischen und konfliktreichen Welt werden die Grundlagen von Frieden und Wohlstand erodieren.  Zum Shop

Aus Buchbesprechungen

“Man spürt in jedem Satz dieses Buches, dass hier ein Mann der diplomatischen Praxis schreibt. Auch, wer Ischinger nicht an jeder Wegbiegung folgen mag, wird dieses Buch mit großem Gewinn lesen. Die Dilemmata und Zielkonflikte jeglichen politischen Handelns werden stets anschaulich beschrieben, ohne dass Ischinger sich vor klaren Bekenntnissen drückt. Der Autor schreibt klar, verständlich, flüssig und interessant. Das Buch Ischingers ist ein sehr gelungener Debattenbeitrag zu den Herausforderungen deutscher Außenpolitik.” Deutschlandfunk, Marcus Pindur

“Ischinger ist einer der scharfsinnigsten Analysten der internationalen Politik. Sein Buch sollte eine große Leserschaft erreichen.”  Henry Kissinger

“Wer weltpolitische Orientierung in schwierigen Zeiten sucht, sollte dieses Buch lesen. Wie nur wenige ist der erfahrene Diplomat Wolfgang Ischinger berufen, den Deutschen bei der Bestimmung ihres Standorts in den Krisen der Gegenwart zu helfen.”  Heinrich August Winkler

Zum Autor Wolfgang Ischinger

Wolfgang Ischinger, geboren 1946, ist seit 2008 Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz und gilt als einer der renommiertesten deutschen Diplomaten: Er war u.a. Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und Botschafter in Washington und London. Er lehrt als Professor an der Hertie School of Governance in Berlin und berät Regierungen, Unternehmen und internationale Organisationen in außen- und sicherheitspolitischen Fragen.

Kommentar von Martin Koradi

Zu Beginn dreht sich das Buches nach meinem Geschmack etwas zu stark um Ischinger und wen er wann getroffen hat. Dann wird es aber rasch informativ und gibt einen guten Einblick in die Welt der Diplomatie. Die rückblickende Reflexion über die politischen und militärischen Vorgänge der letzten Jahrzehnte ist ergiebig und zeigt sowohl die Zwänge als auch die Spielräume von Diplomatie und Sicherheitspolitik.

Ischinger war und ist zweifellos am Puls der internationalen Sicherheitspolitik. Was er als deutscher Sicherheitspolitiker berichtet, ist auch für die Schweiz interessant.

Das Verhältnis zu Russland und den USA, der Zustand der Vereinigten Nationen, die Krise und der Krieg in der Ukraine, der Krieg in Syrien, die Balkankriege, die Herausforderungen der Europäischen Union, die Intervention in Libyen, Abrüstungsfragen, Cyber-Sicherheit,, Regulierung autonomer Waffensysteme…..

Die Schilderungen und Einordnungen dieser diplomatischen, politischen und militärischen Vorgänge aus dem Rückblick, die Ischinger bietet, sind erhellend. In der Retrospektive lässt sich vieles besser verstehen.

Das Buch macht meinem Eindruck nach auch klar, dass Stabilität und Sicherheit nicht selbstverständlich sind. In Mitteleuropa sind wir im Gegensatz zu vielen Weltgegenden in dieser Hinsicht verwöhnt und vergessen diese Tatsache leicht. Diesem Thema Aufmerksamkeit zu widmen und sich für Sicherheit und Stabilität auf allen Ebenen, lokal und weltweit einzusetzen, ist ein Gebot der Stunde für Organisationen und auch für jeden einzelnen Menschen in seinem begrenzteren Rahmen.

 

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

 

Was ist Chai?

Chai Tee ist ein Gewürztee aus Indien, der sich in Europa seit einiger Zeit zum Trendgetränk entwickelt hat. Die Chai-Teemischung besteht aus Schwarztee sowie Gewürzen wie Zimt, Ingwer, Pfeffer, Nelken und Kardamom. Doch auch Anis, Fenchel, Schokolade oder Muskat können einem Chai-Tee spezielle Geschmacksnoten verleihen. Den Chai-Tee trinkt man mit (aufgeschäumter) Milch. Der Begriff „Chai“ in zahlreiche Sprachen nur die Übersetzung des Wortes „Tee“. 

Quelle:

https://www.teeverband.de/alles-ueber-tee/tee-abc/

Kommentar & Ergänzung:

Wahrscheinlich kommt die Idee der charakteristischen Chai-Gewürzmischung mit Zimt, Ingwer, Pfeffer, Nelken und Kardamom aus der ayurvedischen Gesundheitslehre.

Spätestens jedoch seit im 19. Jahrhundert im indischen Assam eine heimische Teepflanze entdeckt wurde, kam auch der Schwarztee zu den Hauptzutaten dazu. Nun konnte Tee auch in den britischen Kronkolonien kultiviert werden und wurde auch für Inder einigermaßen erschwinglich. Dies war die Geburtstunde des indischen Chai.

(Quelle: https://www.teepod.de/chai-tee/#Der_Ursprung_des_Chai_Tee)

 

Die Gewürze im Chai-Tee enthalten ätherische Öle und wirken verdauungsfördernd und blähungswidrig. Interessant an der Chai-Mischung ist nun die Kombination mit Milch und Schwarztee. Werden die Gewürzkräuter mit Milch angesetzt bzw. aufgekocht, wird der Fettanteil in der Milch die Löslichkeit der ätherischen Öle verbessern, so dass sie leichter ins Teewasser übergehen.

Kommt Schwarztee mit Milch zusammen, kann es zu Verbindungen zwischen dem Milcheiweiss und den Polyphenolen aus dem Schwarztee kommt. Dies könnte die Aufnahme der Polyphenole in den Organismus hemmen, doch sind die Studienergebnisse zu dieser Frage widersprüchlich. Siehe dazu:

Pflanzenheilkunde: Schwarztee bei 7 minütigem ziehen lassen am gesündesten

Wer mehr über die Wirkungen von Schwarztee, Gewürzen und weiteren Heilpflanzen lernen mächte, kann das vertieft in meinen Lehrgängen, in der Phytotherapie-Ausbildung und im Heilpflanzen-Seminar.

Blick ins Pflanzenlexikon: Baldrian

Die Gattung Baldrian (Valeriana) umfasst etwa 150 bis 300 Pflanzenarten, die in Eurasien und in der Neuen Welt verbreitet sind. In Europa kommen rund 20 Baldrianarten vor.

Bei uns in der Schweiz am verbreitetsten sind:

Gebräuchlicher Baldrian – Valeriana officinalis

= Arznei-Baldrian = Echter Baldrian

Er wächst insbesondere auf feuchten Wiesen, an Waldrändern und Bachufern, auch im Flachland. Überragt in der Wuchshöhe alle anderen einheimischen Baldrianarten und kann bis gegen 2 m hoch werden.

Die Wurzel des Arznei-Baldrians wird in der Phytotherapie gegen Schlafstörungen verwendet in Form von Baldriantee, Baldriantinktur oder Baldrianextrakt (oft kombiniert mit Hopfenextrakt, zum Beispiel in Redormin-Dragees).

Sumpf-Baldrian – Valeriana dioica

Wächst auf nassen Wiesen und in Flachmooren vom Flachland bis in subalpine Lagen und wird etwa 15 – 30 ch  hoch.

Dreiblatt-Baldrian – Valeriana tripteris

Wächst an felsigen, schattigen Orten auf Kalk und auf Silikat. Kann auch im Flachland vorkommen, ist aber wesentlich häufiger in Bergregionen anzutreffen.

Berg-Baldrian – Valeriana montana

Wächst an steinigen, kalkhaltigen Hängen im Jura und in den Alpen.

Neben diesen mehr oder weniger häufig anzutreffenden Baldrianarten gibt es auch solche, die nur sehr regional vorkommen, zum Beispiel:

Pyrenäen-Baldrian – Valeriana pyrenaica

Felsen-Baldrian – Valeriana saxatilis

Keltischer Baldrian (= Echter Speik, im Saastal)) – Valeriana celtica

Weidenblättriger Baldrian – Valeriana saliunca

Zwerg-Baldrian – Valeriana supina

Ausserhalb der Gattung Valeriana, aber innerhalb der Baldriangewächse sind im übrigen einige Pflanzenarten anzutreffen, die man dort nicht vermuten würde. Zum Beispiel die Rote Spornblume (Centranthus ruber), eine ursprünglich mediterrane Pflanze, die oft aus Gärten verwildert, sowie der Gewöhnliche Feldsalat = Ackersalat = „Nüsslisalat“ =  Valerianella locusta.

Als Nutzpflanzen verwendet werden neben dem Arznei-Baldrian vor allem der Echte Speik als Duftpflanze zur Produktion der Speikseife und die Indische Narde (Nardostachys grandiflora ) aus dem Himalaya als Lieferant für Salböle und für Räucherwerk.

Wer mehr über die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Arzneipflanze Baldrian und weiterer Heilkräuter erfahren möchte, kann das in meinen Lehrgängen Phytotherapie-Ausbildung und Heilpflanzen-Seminar. Baldrian-Arten in der Natur kennenlernen können Sie auf vielen meiner Kräuterwanderungen.

Minze und Pfefferminze – wo liegt der Unterschied?

Oft wird mit „Minze“ in erster Linie die bekannte „Pfefferminze“ gemeint. Ihr belebender, scharfer Geschmack erinnert ein wenig an Pfeffer. Wegen ihres hohen Gehalts an Menthol ist die Pfefferminze auch für die Heilkunde interessant.

Ein Glas Pfefferminztee kann lindernd auf Magen-Darm-Beschwerden und Erkältungskrankheiten wirken. Für  die Zubereitung werden einige frische Blätter mit heißem Wasser übergossen. Anschließend abgedeckt etwa 6 bis 8 Minuten ziehen lassen und dann absieben.

Die Pfefferminze wird in der Lebensmittelindustrie zum Beispiel für Kaugummis, Pralinen und Eis verwendet.

Sie trägt den botanischen Namen Mentha x piperita und soll natürlicherweise als Kreuzung zwischen Krauseminze (Grüne Minze) und Bachminze (Wasserminze) entstanden sein. Das x im botanischen Pflanzennamen ist ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Kreuzung handelt.

Die Gattung Mentha (Minze) gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceen) und umfasst rund 30 unterschiedliche Arten und viele Kreuzungen. Die Minzen sind mehrjährigen, krautigen Pflanzen, können 20 bis 100 Zentimeter hoch werden und viele sind in Europa heimisch. Sie unterscheiden sich oft deutlich im Aussehen, aber auch im Geschmack.

Die Schärfe der Pfefferminze ist nicht jedermanns Geschmack, sodass sie zum Kochen und für kalte Getränke nur selten verwendet wird. Für diese Zwecke eignen sich andere Minzen besser.

Die Grüne Minze zum Beispiel wird gerne zum Würzen von Blattsalaten, Chutneys, Fleisch und Fisch genutzt.

Die Marokkanische Minze dient der Verfeinerung von Reis, Bulgur und sommerliche Cocktails, während die Schokominze speziell gut zu Süßspeisen passt. Obstsalate bekommen mit fruchtigen Minzen eine spezielle Note. Gibt man einen Stängel Erdbeerminze in eisgekühltes Mineralwasser, bekommt man ein erfrischendes Getränk.

Im Garten benötigt die Pfefferminze nur wenig Pflege, wenn der Boden humusreich und ausreichend feucht ist. Mentha piperita mag leicht schattige, jedoch warme Standorte unter Bäumen und vor Sträuchern. Allerdings kann sich die Pfeferminze rasch im ganzen Garten ausbreiten, da sie sich über unterirdische Ausläufer vermehrt. Im späten Frühjahr liefert sie die ersten aromatischen Blätter.

Der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist kurz vor der Blüte am höchsten. Die beste Zeit für die Ernte sollen die frühen Morgenstunden sein, da der Gehalt an ätherischem Öl bis zum Abend sinkt. Man schneidet die Stängel samt Blättern kurz über dem Boden ab und hängt sie in Büscheln zum Trocknen auf. So kann das feine Minzaroma ganzjährig konserviert werden.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/bzfe-newsletter-nr-20-vom-17-mai-2017-30212.html#3

 

Kommentar & Ergänzung:

 

Von allen Minzenarten ist für die Phytotherapie die Pfefferminze mit Abstand am wichtigsten. Pfefferminzblätter enthalten etwa 0,5 – 4,0 % ätherisches Pfefferminzöl mit einem Anteil von 35 – 45 % Menthol. Menthol wirkt antimikrobiell, gallenflussfördernd und krampflösend auf die glatte Muskulatur des Darmes. Ausserdem löst es auf der haut einen Kühleffekt aus, genauer die Empfindung von kühl.

Die Krauseminze (Mentha spicata) enthält etwa 0,8 – 2,5% ätherisches Öl, das sich in seiner Zusammensetzung prägnant von Pfefferminzöl unterscheidet. Es enthält als Hauptkomponente 40 – 80 % Carvon, ein Keton, das auch als charakteristischer Inhaltsstoff des ätherischen Kümmelöls bekannt ist. Mentha spicata verströmt einen Kaugummi-Geruch („Spearmint).

In der Heilkunde wird zudem die Ackerminze genutzt (Mentha arvensis). Ihr ätherisches Öl kommt unter Bezeichnungen wie Minzöl, Japanisches Minzöl oder Japanisches Heilpflanzenöl in den Handel und enthält  25 – 40 % Menthol.

Siehe dazu:

Was ist Minzöl / Japanisches Pfefferminzöl?

In der Natur trifft man bei uns am häufigsten die Rossminze an (Mentha longifolia). Sie wächst bis zu 1 Meter hoch und braucht nassen stickstoffreichen Boden. Da sie unangenehm nach Petroleum riecht, eignet sie sich eher weniger zur Teezubereitung.

Die Wasserminze (Mentha aquatica) ist eine Sumpfpflanze und kommt auf nassen, zeitweise überschwemmten, nährstoff- und basenreichen Böden vor. Sie verströmt den charakteristischen Minzduft besonders intensiv, nur schon wenn man in der Natur auf ein Blatt tritt, kann man den Minzgeruch oft deutlich wahrnehmen. Die Pflanze duftet, auch ohne dass man die Blätter zerreibt. Zur Linderung von Magenbeschwerden und zur Steigerung der Gallenproduktion steht die Wasserminze der Pfefferminze kaum nach.

Auf Wikipedia findet sich der Hinweis:

„Die Wasserminze zählte neben dem Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) und dem Eisenkraut (Verbena officinalis) zu den heiligen Kräutern der Druiden.“

Leider fehlt dort eine Quellenangabe. Zudem wurde uns von den Druiden selbst mit Ausnahme von wenigen Weiheschriften und Steintafeln mit religiösem Inhalt sowie dem Kalender von Coligny nichts überliefert. Als Grund dafür wird zumeist das von Gaius Iulius Caesar berichtete Schriftverbot für die Inhalte ihres Glaubens gesehen.

(Quelle: Wikipedia)

Daher sind heute verbreitete Angaben zu Heilkräutern der Druiden oft willkürlich, widersprüchlich und mit Vorsicht zu geniessen.

Zur Gattung der Minzen siehe auch:

Blick ins Pflanzenlexikon: Pfefferminze und andere Minzen

Zur Pfefferminze in der Phytotherapie:

Pfefferminztee bei Verdauungsbeschwerden

Pfefferminzöl bewährt sich bei Spannungskopfschmerzen:

DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen

Pfefferminzöl wirkt als magenresistente Kapsel verabreicht krampflindernd bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile):

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom schmerzlindernd

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe.

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse.

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse.

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

[Buchtipp] “Faschismus – eine Warnung”, von Madeleine Albright

Verlagsbeschreibung

“Manche mögen dieses Buch und besonders seinen Titel alarmierend finden. Gut!”

MADELEINE ALBRIGHT

Weltweit kommt es zu einem Wiedererstarken anti-demokratischer, repressiver und zerstörerischer Kräfte. Die ehemalige amerikanische Außenministerin Madeleine Albright zeigt, welche großen Ähnlichkeiten diese mit dem Faschismus des 20. Jahrhunderts haben. Die faschistischen Tendenzen treten wieder in Erscheinung und greifen in Europa, Teilen Asiens und den Vereinigten Staaten um sich.
Albrights Familie stammt aus Prag und floh zweimal: zuerst vor den Nationalsozialisten, später vor dem kommunistischen Regime. Auf Grundlage dieser Erlebnisse und der Erfahrungen, die sie im Laufe ihrer diplomatischen Karriere sammelte, zeichnet sie die Gründe für die Rückkehr des Faschismus nach. Sie identifiziert die Faktoren, die zu seinem Aufstieg beitragen und warnt eindringlich vor den Folgen.
Doch Madeleine Albright bietet auch klare Lösungsansätze an, etwa die Veränderung der Arbeitsbedingungen und das Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen nach Kontinuität und moralischer Beständigkeit. Sie zeigt, dass allein die Demokratie politische und gesellschaftliche Konflikte mit Rationalität und offenen Diskussionen lösen kann.  Zum Shop

Zur Autorin Madeleine Albright

Madeleine Albright wurde 1937 als Madlenka Korbelová in Prag geboren. Ihre Familie emigrierte 1948 in die USA. Sie war von 1997 bis 2001 unter Präsident Bill Clinton Außenministerin der USA. Seit den Siebzigerjahren prägte Albright die amerikanische Innen- und Außenpolitik als Mitglied der Demokratischen Partei. Von 1978 bis 1981 war sie Mitglied des US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsrats und ab 1993 US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Seitdem ist sie als Universitätsdozentin tätig und leitet eine Consulting-Firma in Washington. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt ist Albright weiterhin eine wichtige Stimme der internationalen Politik und gehört zu den beliebtesten Politikern der USA.

Kommentar von Martin Koradi

Madelaine Albright, die mit ihrer Familie vor beiden Totalitarismen des 20. Jahrhundert fliehen musste weiss, wovon sie spricht, wenn sie vor einem neuen Faschismus warnt.

Dies ganz im Gegensatz zu Menschen meiner Generation, die politisch bisher in einer Art Wellness-Zone gelebt haben. Kein Krieg, kein gravierender Wirtschaftszusammenbruch, stabile Verhältnisse. Unverdient Glück gehabt.

Das kann allerdings dazu führen, dass solche Bedingungen als selbstverständlich empfunden und Warnzeichen übersehen werden, wenn Wolken aufziehen. Die kommt die Warnung von Madelaine Albright vielleicht gerade zur rechten Zeit.

Sie beschreibt das Aufkommen Mussolinis in Italien, Hitlers in Deutschland und Francos in Spanien.

Aktuellere Vorgänge wie die nationalistischen Exzesse auf dem Balkan und autoritäre Entwicklungen wie zum Beispiel in Venezuela unter Chávez oder unter Orban in Ungarn schildert Albright auf dem Hintergrund ihrer Erfahrungen als Aussenpolitikerin.

Wer sich schon intensiver mit Nationalsozialismus, Faschismus in Italien und der Zeit seit dem Ende des 2. Weltkriegs bis in die Gegenwart auseinandergesetzt hat, wird in den Schilderungen wohl nicht viel neue Fakten finden. Weniger historisch informierten Personen bieten diese Kapitel aber einen guten Überblick.

Und der anekdotische Charakter, der dabei immer wieder aufkommt, vermittelt interessante Einblicke.

Interessanter als die zeithistorischen Vorgänge sind aber die grundsätzlicheren Gedanken der Autorin zu ihrem Thema, die im Verlaufe des Buches zunehmend eingestreut werden.

Albright verweist auf den italienischen Schriftsteller und Holocaust-Überlebenden Primo Levi, von dem der Satz stammt, jedes Zeitalter habe seinen eigenen Faschismus. Faschistische Tendenzen zeigen sich heute anders als in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Für verschiedene Varianten und Anfänge zu sensibilisieren gelingt dem Buch meines Erachtens.

Am ergiebigsten finde ich das 17. und letzte Kapitel. Hier schildert Albright zum Beispiel, wie Demagogen aufsteigen:

„Der Lauf der Geschichte zeigt, dass Demagogen es oft besser als ihre demokratischen Gegner verstehen, die Massen zu begeistern, und fast immer sind sie erfolgreicher, weil man sie für entscheidungsfreudiger und urteilsstärker hält.

Sind die Zeiten relativ ruhig, fällt es uns nicht schwer, geduldig zu sein und zu akzeptieren, dass komplizierte politische Probleme gründliche Überlegung erfordern. Dementsprechend erwarten wir von unserer politischen Führung, dass sie Fachleute zurate zieht, alle verfügbaren Informationen berücksichtigt, Annahmen kritisch prüft und uns die Möglichkeit gibt, zu den vorgeschlagenen Optionen Stellung zu nehmen. Langfristige Planung und sorgfältiges Abwägen erscheinen uns unerlässlich. Doch sobald wir uns einbilden, es müsse sofort gehandelt werden, ist unsere Geduld mit dem umsichtigen Vorgehen am Ende.

Dann wollen viele von uns nicht mehr nach ihrer Meinung gefragt werden, sondern nur noch gesagt bekommen, wohin sie zu marschieren haben. Genau an diesem Punkt beginnt der Faschismus: wenn alle anderen Optionen unzulänglich erscheinen.“

Albright sieht das “Verlangen nach sofortigen Lösungen“ an Anfang faschistischer Entwicklungen.

Vor allem in Phasen der Angst, Wut oder Ratlosigkeit seien wir „womöglich gerne bereit, als Gegenleistung für Orientierung und Ordnung unsere Freiheit partiell preiszugeben – oder, weniger schmerzhaft, die Freiheit anderer.“

Albright kommt natürlich auch ausführlich auf Donald Trump zu sprechen und macht sich unter anderem Sorgen, dass dieser ein antidemokrtisches Vorbild abgibt für Staatschefs aus aller Welt:

„Die Staatschefs weltweit beobachten und imitieren einander. Sie registrieren genau, in welche Richtung ihre Amtskollegen steuern, womit sie ungestraft davonkommen und wie sie ihre Macht erhalten und ausbauen. Sie folgen einander in den Fussstapfen, so wie Hitler Mussolini gefolgt ist. Und heute bewegt sich die Herde in eine faschistische Richtung.“

Madelaine Albright stellt zum Schluss ihres Buches eine Reihe von Fragen zusammen, mit denen sich prüfen lässt, wie stark demagogische und autoritäre Neigungen angehender Führer sind:

„Bedienen sie unsere Vorurteile, indem sie suggerieren, dass Menschen, die nicht unserer Ethnie, Glaubensgemeinschaft oder Partei angehören, weder Würde noch Respekt verdienen?

Wollen sie uns zur Wut gegen jene anstacheln, die uns vermeintlich Böses zugeführt haben, unseren Missmut schüren und uns zur Vergeltung aufrufen?

Animieren sie uns, die staatlichen Institutionen und das politische Wahlverfahren zu verachten?

Versuchen sie, unser Vertrauen in grundlegende Elemente der Demokratie wie die unabhängige Presse und die unabhängige Rechtssprechung zu zerstören?

Beuten sie die Symbole des Patriotismus aus – die Nationalfahne, den Treuschwur – , um uns gezielt gegeneinander auszuspielen?

Wenn sie Wahlen verlieren – akzeptieren sie dann das Ergebnis, oder beharren sie darauf, gewonnen zu haben, ohne irgendeinen Beweis dafür zu erbringen?

Werben sie nicht nur um Stimmen, sondern brüsten sie sich ihrer angeblichen Befähigung, sämtliche Probleme und Ängste beseitigen und jedes Verlangen erfüllen zu können?

Buhlen sie um unseren Beifall, indem sie wie selbstverständlich und mit Machogehabe zur Anwendung von Gewalt gegen Opponenten aufrufen?

Klingt bei ihnen Mussolinis Parole «Die Masse muss nicht wissen, sondern glauben; sie muss sich unterwerfen und lenken lassen» an?

Oder laden sie uns dazu ein, gemeinsam mit ihnen eine Gesellschaft zu erschaffen, in der Rechte und Pflichten gerecht verteilt sind, der Gesellschaftsvertrag gewürdigt wird und alle Menschen sich entfalten und ihre Träume verwirklichen dürfen?“

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

Aus Buchbesprechungen

“Madeleine Albrights Buch kommt gerade zur richtigen Zeit: Aus der Vergangenheit für die Gegenwart zu lernen, was es für die Zukunft zu verteidigen gilt.”
Marion Ammicht, ARD TTT

“Ein Buch, das zur rechten Zeit kommt und hoffentlich viele Leser findet.”
Joschka Fischer, RADIO EINS

“Diese Frau denkt immer im Maßstab des gesamten Globus”
Christoph Scheuermann, DER SPIEGEL

“Madeleine Albright bringt Licht ins Dunkel rechtspopulistischer Machenschaften.”
Anna Ernst, ZDF LITERARISCHES QUARTETT

“Erst Tschechoslowakin, dann Amerikanerin, erst Katholikin, dann Jüdin, erst Flüchtlingskind, dann Außenministerin: Madeleine Albright führt ein Jahrhundertleben. Nun warnt sie vor der Rückkehr des Faschismus”
Mareike Nieberding, SZ MAGAZIN

“Vor [ihren] persönlichen Erfahrungen, die sie oft einfließen lässt, führt Madeleine Albright auf unterhaltsame und intelligente Weise durch das 20. Jahrhundert.”
Alexander Cammann, DIE ZEIT

“Dass ein Werk mit diesem Titel von Rezensenten als ‘ein Buch, das zur rechten Zeit kommt’ gelobt wird, lässt einen erschaudern.”
STERN

“Madeleine Albright, […] hat sich vom Herzen geschrieben, was ihr mit Blick auf die gegenwärtige Weltlage Sorgen bereitet. Das ist lesenswert.”
Günther Nonnenmacher, FAZ WOCHE

“Wenn man es […] polemisch formulieren will: Madeleine Albright hat ein Buch geschrieben, das vor allem wegen seines Titels und seiner Grundannahme wichtig ist. Das allerdings ist keine geringe Leistung.”
Ulrich Gutmair, TAZ

“Eine aufrüttelnde Warnung, die wichtig ist.”
Franziska Trost, KRONEN ZEITUNG

“eines der wichtigsten Bücher dieser Monate”
Arno Widmann,

BERLINER ZEITUNG, FRANKFURTER RUNDSCHAU

“Die frühere US-Außenministerin [legt] eine lesenswerte Arbeit vor, die die gegenwärtigen Umbrüche gut erklärt.”
Stefan Koch, RND

“Ein beunruhigendes und zugleich ermutigendes Buch.[…] ein Buch frei von plaudernder Nähkästchen-Eitelkeit.”
Marko Martin, DLF KULTUR

“Madeleine Albright lässt nicht locker.”
Eva Marburg, SWR 2

“Dass Albright Wendepunkte der Weltgeschichte persönlich erlebt hat, ist die größte Stärke des Buchs.”
Annett Meiritz, HANDELSBLATT

“Ein aufwühlend geschriebenes Werk”
Urs Gehriger, DIE WELTWOCHE

“Indem sie in der Geschichte faschistischer Systeme und ihrer Führer Muster sucht und aufdeckt, macht [Albright] die Gegenwart lesbar. […].Ein richtiger ‘Seitendreher’, wie die Amerikaner packende Bücher nennen.”
Katharina Bracher, NZZ BÜCHER AM SONNTAG

“Madeleine Albright schrieb ein streitbares Buch. Sie fordert dazu auf, die richtigen Fragen an alle zu stellen, die nach Macht streben. Es geht darum, die Demokratie zu bewahren.”
Steffen Twardowski, SACHENLESEN.DE

“Mit ihrem neuen Buch ‚Faschismus. Eine Warnung’ wirft die ehemalige Aussenministerin Madeleine Albright ein weiteres Schlaglicht darauf, warum der Faschismus heute eine größere Bedrohung darstellt als je zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.”
Elisabeth Bronfen, NZZ AM SONNTAG