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Anthocyane: Trauben-Heidelbeersaft wirkt positiv auf Fettstoffwechsel

Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts untersuchten, ob ein Trauben-Heidelbeersaft Risikofaktoren für Übergewichts-bedingte Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ 2 Diabetes beeinflussen kann. Übergewicht und die damit zusammenhängenden Krankheiten nehmen weltweit immer mehr zu. Diese Entwicklung stellt für die Betroffenen und die öffentlichen Gesundheitssysteme eine große Belastung dar.

Eine obst- und gemüsereiche Ernährung vermindert jedoch das Risiko der Entstehung dieser Krankheiten. Die aktuelle Datenlage spricht dafür, dass für die gesundheitsfördernde Wirkung von Obst und Gemüse auch sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe verantwortlich sind. Der Begriff „sekundäre Pflanzenstoffe“ ist eine Sammelbezeichnung für Substanzen mit sehr unterschiedlichen chemischen Strukturen, die im Sekundärstoffwechsel von Pflanzen produziert werden. Zu diesen Stoffen gehören auch die Anthocyane, eine Gruppe wasserlöslicher Farbstoffe, die zum Beispiel für die Farbe von roten Trauben, Heidelbeeren oder auch Johannisbeeren verantwortlich sind.
Im Rahmen eines BMBF-Verbundprojekts erforschte das Max Rubner-Institut gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Geisenheim, Gießen und Dortmund die gesundheitsfördernde Wirkung von Anthocyanen. Während einer 10-wöchigen Fütterungsstudie erhielten Ratten einen anthocyanreichen Trauben-Heidelbeersaft oder einen Trauben-Heidelbeersaft ohne Anthocyane zu trinken. Die Resultate der Studie zeigen, dass der anthocyanreiche Saft den Fettstoffwechsel der Tiere günstig beeinflusste. So hatten die Tiere der Anthocyangruppe tiefere Cholesterinspiegel und wiesen ein verändertes Fettsäurenspektrum im Plasma auf. Speziell erfreulich an den beobachteten Veränderungen ist, dass der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sich erhöhte, während der Anteil an gesättigten Fettsäuren sank. Diese Verlagerung ist interessant, weil für mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine gesundheitsfördernde Wirkung beschrieben ist. Des Weiteren wurden die Serumspiegel gewisser Botenstoffe gesenkt, die bei Übergewicht verstärkt hergestellt werden und die an der Entstehung Übergewichts-bedingter Krankheiten beteiligt sein sollen.

Zusammengenommen deuten die Resultate dieser Studie darauf hin, dass anthocyanreiche Lebensmittel möglicherweise ein risikoverminderndes Potenzial für Krankheiten wie Typ 2 Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news546467

Kommentar & Ergänzung:

Anthocyane sind als blaue und rote Farbstoffe in der Pflanzenwelt weit verbreitet. Sie werden schon seit längerem intensiv erforscht.

Die oben beschriebenen Studienresultate sind interessant, doch bleibt noch offen, in wieweit von einer 10-wöchigen Ratten-Fütterungsstudie auf die Situation beim Menschen geschlossen werden kann.

Immerhin scheinen die Anthocyane in relevanten Mengen resorbiert worden zu sein. Die tiefe Resorptionsrate wird bei manchen Anthocyanen als limitierend für die Wirksamkeit diskutiert.

Ausserdem wäre noch zu ergänzen: Fruchtsäfte bzw. Beerensäfte sind wohl gesund. Noch gesünder dürfte aber der Konsum von Früchten und Beeren sein.

Zu den Anthocyanen siehe auch:

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren – günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankung?

Anthocyane als Entzündungshemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt?

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Der regelmäßige Konsum von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren war in einer prospektiven Beobachtungsstudie mit besseren kognitiven Leistungen in Alter verbunden. Die Wissenschaftler erklären diesen Effekt in den Annals of Neurology (2012; doi: 10.1002/ana.23594) mit dem Gehalt an Anthocyanen und Flavonoiden.

Flavonoide sind Farbstoffe, die in Blüten und Früchten Insekten und Vögel anlocken. Sie schützen ausserdem die Pflanzen vor UV-Licht und einer Oxidation. Besonders kräftig färben die Anthocyane, welche für die dunkelblaue bis schwarze Farbe vieler Beeren verantwortlich sind. Diese Inhaltsstoffe der Beeren gelangen nach dem Konsum ins Blut. Ernährungswissenschaftler schreiben den Anthocyanen seit längerem eine gesundheitsfördernde Wirkung zu, was sich aber schwer beweisen lässt.

Hinweise auf eine gesundheitsfördernde Wirkung der Anthocyane geben  neben tierexperimentellen Studien immer wieder die Ergebnisse von prospektiven Beobachtungsstudien. Eine der größten Studien dieser Art sind die Nurses’ Health Studies. Seit 1976 befragen Wissenschaftler der Harvard Universität in Boston mehr als 120.000 Krankenschwestern regelmäßig nach deren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, um den Einfluss auf die Gesundheit zu untersuchen. Von 1995 bis 2001 wurden bei 16.010 älteren Krankenschwestern ausführlichen kognitiven Tests durchgeführt.

Die Harvard-Wissenschaftlerin Elizabeth Devore und Mitarbeiter haben die Testresultate jetzt mit den früheren Angaben zur Ernährung in Beziehung gesetzt. Sie fanden einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren zum kognitiven Abbau im Alter. Frauen, die diese Beeren häufiger konsumiert hatten, zeichneten sich durch eine höhere geistige Regsamkeit aus. Devore geht von einer Verzögerung des normalen Alterungsprozesses im Bereich des kognitiven Abbaus um 1,5 bis 2,5 Jahre aus. Ein ähnlicher Zusammenhang bestand mit der errechneten Zufuhr von Flavonoiden und Anthocyanen.

Für Devore ist der Konsum von Beeren eine einfach umzusetzende Empfehlung, die kaum schaden kann. Die etwaigen günstigen Wirkungen könnten angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung kaum unterschätzt werden, findet die Wissenschaftlerin.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50009/Beeren-halten-das-Gehirn-jung

Kommentar & Ergänzung:

Vorbildlich weißt das Aerzteblatt auf die kritischen Punkte dieser Studie hin:

„Wie immer bei Beobachtungsstudien ist eine kausale Zuordnung nicht eindeutig möglich. So ist vorstellbar, dass die höhere kognitive Kompetenz bei den Frauen die Einsicht in die Vorteile einer gesünderen Lebensweise gefördert hat. Dazu könnten neben dem Verzehr von Beeren noch andere Lebensstilfaktoren gehören, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnten, die geistigen Funktionen im Alter zu erhalten.“

Weitere Informationen zu Wirkungen der Anthocyane:

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson?

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Anthocyane als Entzündunghemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

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Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson?

Getränke und Früchte wie Tee, Äpfel, Erdbeeren, Heidelbeeren, Rotwein, Orangen sowie Orangensaft haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind reich an Flavonoiden. Wer viel davon konsumiert, reduziert laut den Resultaten einer Studie sein Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken. Hauptsächlich Beeren sollen vor der Degeneration des extrapyramidal-motorischen Systems schützen.

Eine Wissenschaftlergruppe der Harvard Medical School in Boston hat für ihre Studie zum Einfluss von Flavonoiden auf das Parkinsonrisiko die Daten von 49.281 Männern aus der Health Professional Follow-up Study und von 80.336 Frauen aus der Nursesʼ Health Study untersucht. Während der 20- bis 22-jährigen Nachbeobachtungszeit erkrankten 805 Teilnehmer – 438 Männer und 367 Frauen – an Morbus Parkinson.

Die Forscher teilten die Teilnehmer der Studien in fünf Gruppen ein: weniger als eine Portion flavonoidreiche Nahrung monatlich, eine bis drei Portionen pro Monat, eine Portion wöchentlich, zwei bis drei Portionen pro Woche oder mehr als fünf Portionen pro Woche. Eine solche Portion umfasste beispielsweise etwa 120 g Beeren. Die Gesamtaufnahme an Flavonoiden lag zwischen etwa 100 mg pro Tag in der Gruppe mit dem tiefsten und etwa 600–800 mg pro Tag in der Gruppe mit dem höchsten Konsum.

Schutzeffekt durch Anthocyane

Männer aus der Gruppe mit der höchsten Flavonoidaufnahme hatten verglichen mit Männern aus der tiefsten Gruppe ein rund 40% niedrigeres Risiko, an Parkinson zu erkranken. Bei Frauen konnte ein solcher Effekt nicht festgestellt werden. Ein differenzierteres Bild ergab die Betrachtung der einzelnen Nahrungsmittel. Beeren, die reich an Anthocyanen sind – in der Studie Erdbeeren und Heidelbeeren – hatten eine Schutzwirkung bei Männern und Frauen. Das Risiko für Morbus Parkinson sank um mehr als 20%. Äpfel schützten Männer (46% tieferes Risiko), jedoch nicht Frauen vor einer Parkinsondiagnose zu erhalten. Tee, Rotwein, Orangen und Orangensaft zeigten keine Wirkung.

Ob die tiefere Rate von Parkinsonerkrankungen wirklich den Flavonoiden zuzurechnen ist, lässt sich allerdings nicht mit Gewissheit sagen. Zuverlässige Biomarker, die Auskunft über die tatsächliche Aufnahme von Flavonoiden geben könnten, existieren nicht. Berücksichtigt werden muss zudem, dass die Flavonoide nach der Resorption im Verlaufe von Stoffwechselprozessen erheblich verändert werden. Die Harvardwissenschaftler wollen deshalb nicht ausschließen, dass der Schutz vor Parkinson durch die Flavonoide, sondern durch andere Bestandteile pflanzlicher Nahrung ausgelöst wird.

Quellen:

http://www.springermedizin.de/schuetzen-beeren-vor-parkinson/2878808.html

Autor: Dr. Robert Bublak,

basierend auf Gao X et al. Habitual intake of dietary flavonoids and risk of Parkinson disease. Neurology 2012; DOI: 10.1212/WNL.0b013e31824f7fc4

http://www.neurology.org/content/78/15/1138.abstract?etoc

Kommentar & Ergänzung:

Wie immer bei solchen Beobachtungsstudien lässt sich daraus kein kausaler Zusammenhang belegen. So wäre es beispielsweise möglich, dass verbunden mit dem höheren Beerenkonsum noch andere Lebensstilfaktoren vorkommen, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnten, das Parkinson-Risiko zu senken.

Aber auch wenn dieser Zusammenhang so nicht mit Gewissheit belegt ist: Beeren sind sicherlich ein gesunder Bestandteil der Ernährung.

Siehe auch:

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugend durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Anthocyane als Entzündungshemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

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Blaue Kartoffeln reduzieren den Blutdruck

Blaue Kartoffeln können offenbar Übergewichtigen dabei helfen ihren Blutdruck zu senken. Das ergab eine Untersuchung von Wissenschaftlern um Joe Vinson von der Universität Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Die Resultate wurden auf einem Kongress der American Chemical Society präsentiert. Demnach konnten übergewichtige Personen, die einen Monat lang regelmäßig die blauen Knollen konsumierten, ihren Blutdruck nachweislich leicht reduzieren.

In der Studie wurden 18 vorwiegend übergewichtigen Patienten mit Bluthochdruck einen Monat lang blaue Kartoffeln auf den gewöhnlichen Ernährungsplan gesetzt.

Sie sollten die blauen Kartoffeln essen, weil farbige Früchte und Gemüse besonders zahlreich sekundäre Pflanzenstoffe beinhalten, so die Wissenschaftler.

Diese Stoffe wiederum sollen gesundheitsfördernde Effekte haben. Die Probanden verspeisten also zweimal am Tag sechs bis acht der golfballgroßen Knollen mit Schale, wobei die Kartoffeln ohne Öl in der Mikrowelle zubereitet wurden.

Während der Studie maßen die Wissenschaftler sowohl den sogenannten systolischen oder oberen Blutdruck – also den Wert, wenn der Herzmuskel Blut in die Arterien pumpt – als auch den diastolischen oder unteren Blutdruck, der gemessen wird, wenn sich das Herz entspannt.

Das Resultat: Durch die Kartoffelkur wurde der systolische Blutdruck im Schnitt um 3,5 Prozent, der diastolische um 4,3 Prozent reduziert. Zudem nahm keiner der Probanden an Gewicht zu.

“Die Kartoffel hat vermutlich mehr als jedes andere Gemüse einen unverdienten schlechten Ruf, der dazu geführt hat, dass viele gesundheitsbewusste Menschen sie von ihrem Speiseplan gestrichen haben”, erklärte Vinson.

Liebhaber von Pommes und Kartoffelchips könnten sich allerdings nicht über die Resultate freuen: Denn die hohen Temperaturen, bei denen die Produkte hergestellt werden, zerstören einen Großteil der gesunden Inhaltstoffe der Kartoffel, so die Wissenschaftler. Zurück blieben hauptsächlich Stärke, Fett und Mineralien.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/668180/blaue-kartoffeln-senken-blutdruck.html?sh=309&h=-1436656583

Kommentar & Ergänzung:

Hier ein paar Zusatzinformationen zur Blauen Kartoffel:

„Die Vitelotte (auch Negrèsse, Truffe de Chine, blaue französische Trüffelkartoffel, in Deutschland auch als „Blaue Kartoffel“ im Handel) ist eine sehr seltene und edle, blau-violette Ur-Kartoffelsorte.

Sie stammt aus Peru und Bolivien, der südamerikanischen Urheimat der europäischen Kartoffel, und wird dort bis heute kultiviert. Vermutlich ist sie eine rund 200 Jahre alte Kreuzung peruanischer Ursorten. Auch Landwirten aus Baden-Württemberg gelang 2004 die Kultivierung.

Sie bildet langovale Knollen mit tiefen Augen, die dank eines hohen Gehalts an dem natürlichen Farbstoff Anthocyan von außen dunkel violett-blau bis nahezu schwarz sind. Innen sind die rohen Knollen hell und dunkel violett-blau durchwachsen, nach dem Kochen dann durch und durch einheitlich violett-blau.“

(Quelle: Wikipedia)

In der Schweiz ist eine Blaue Kartoffel als „Blaue Schweden“  schon seit Jahrzehnten bekannt. Wahrscheinlich kam die Sorte von Skandinavien her in die Schweiz. Sie ist eine von zahlreichen blaufleischigen und blauschaligen Kartoffelsorten, die in der Schweiz immer wieder sporadisch auftauchten und wieder verschwanden. Heute erlebt die Blaue Kartoffel dank ProSpecieRara wieder ein kleines Revival.

Zur erwähnten Studie ist noch anzufügen:

1. Die Teilnehmerzahl ist sehr klein, was die Aussagekraft einschränkt, weil zufällige Faktoren eine übermässige Rolle gespielt haben könnten.

2. Die Präsentation einer Studie auf einem Kongress ist noch kein besonderes Qualitätszeichen. Nur wenn die Studie in einer Fachzeitschrift mit Peer-Review-Verfahren publiziert wurde, kann davon ausgegangen werden, dass die Qualität der Studie vor der Veröffentlichung geprüft wurde. Da eine entsprechende Quellenangabe hier fehlt, scheint eine solche Publikation (noch) nicht vorzuliegen.

Im Peer-Review-Verfahren (englisch für Begutachtung durch Ebenbürtige) werden unabhängige Gutachter (engl. peer für Ebenbürtiger, Gleichrangige oder auch referee für Schiedsrichter) aus dem gleichen Fachgebiet wie die Autoren herangezogen, um die Qualität eines Fachartikels zu beurteilen.

3. Anthocyane als blau-violette Farbstoffe kommen in vielen anderen Pflanzen vor und werden intensiv erforscht, vor allem wegen ihrer antioxidativen Wirkung. Typisch sind sie bespielsweise vorhanden in der Roten Beete („Randen“), bei der ebenfall eine leichte blutdrucksenkende Wirkung festgestellt wurde.

Siehe:

Randensaft / Rote Beete senkt Blutdruck

Weiteres zum Randensaft:

Rote Beete / Randensaft: legales Doping bei Radrennen?

Randensaft / Rote Beete steigert sportliche Ausdauer

Heidelbeeren sind eine weitere interessante Quelle für Anthocyane:

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Anthocyane gehören zu den Polyphenolen. Siehe dazu:

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Polyphenole für Herz & Kreislauf: Schwache Datenlage

Anthocyane als Entzündungshemmer

Anthocyane aus Beeren mit Mao-Hemmer-Effekt

Auch für die Wirkungen von Karkade-Tee (Hibiskus-Tee) werden auf Anthocyane zurückgeführt:

Karkade-Tee senkt systolischen Blutdruck um 13mmhg

Hibiskus / Karkade gegen erhöhtes Cholesterin

Diese Forschungen rund um die Anthocyane sind der Kontext, in dem die neue Studie zur Blutdrucksenkung durch Blaue Kartoffeln eingebettet ist.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Aronia-Beeren – die neueste Antioxidantien-Welle?

Die „Superfrüchte“ Acai, Maqui und  Goji bekommen ernsthafte Konkurrenz: Uns überrollt gerade eine Aronia-Beeren-Welle.

Was ist Aronia?

„Aronia (Apfelbeeren) sind die Früchte des zu den Rosengewächsen (Rosaceae) gehörenden Aronia-Strauches. Am häufigsten werden die beiden Arten Aronia arbutifolia und Aronia melanocarpa angebaut. Sie werden Kahle Apfelbeere oder Schwarze Eberesche genannt. Sie stammen ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas. Aronia wird in Deutschland hauptsächlich in Sachsen angebaut.“

(Quelle: esowatch.com)

Und welche Wirkungen soll Aronia haben?

„Aroniafrüchte haben einen hohen Flavonoid-, Folsäure-, Vitamin-K- und Vitamin-C-Anteil, was dazu führte, dass auch Vermarkter von Nahrungsergänzungsmitteln darauf aufmerksam wurden. So wird Aronia mit den vielfältigsten gesundheitlichen Versprechungen als Frisch- oder Trockenobst, Saft und Extrakt angepriesen. Die Versprechungen sind ebenso vielfältig, wie bei anderen Superfrüchten und umfassen die Einsatzgebiete Magenentzündungen, Darmerkrankungen, Leber- und Gallenerkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien, Diabetes mellitus, Scharlach, Masern, Blutgerinnsel / Thromben , Harnröhreninfektion, Schilddrüsenerkrankung und chemotherapeutisch behandelten Patienten. Außerdem soll Aronia angeblich vorbeugend gegen alle Beschwerden und Krankheiten sein. Nebenbei unterstützt es angeblich effektiv den Schutz des Gewebes vor Sauerstoffradikalen und verbessert die Regeneration der Zellen.

Für die Wirkung von Aronia soll ein hoher Anteil Antioxidantien, wie z.B. Anthocyane verantwortlich sein. Allerdings ist die gesundheitsfördernde Wirkung von Aronia wissenschaftlich unbelegt.“

Quelle: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Aronia#ixzz1TbO9E1t1

Kommentar & Ergänzung:

Es spricht viel dafür, dass Aronia-Beeren ein gesunder Bestandteil unserer Ernährung sein können. Das gilt genauso für Goji-Beeren, Maqui-Beeren und Acai-Beeren.

Festzuhalten bleibt allerdings:

– Die Heilungsversprechungen, die mit Aronia, Acai, Maqui und Goji verknüpft werden, sind völlig überrissen und entbehren jeder seriösen Grundlage.

– Goji-Beeren, Acai-Beeren, Maqui-Beeren und Aronia-Beeren werden von allem als Antioxidantien propagiert. Es gibt allerdings immer mehr Hinweise, dass es nicht einfach die guten Antioxidantien und die bösen freien Radikale gibt. Dieses Schwarz-Weiss-Denken ist wohl zu einfach. Es mehren sich jedenfalls die Hinweise, dass eine allzu hohe Zufuhr von Antioxidantien auch Risiken mit sich bringen könnte, und dass die angeblich so eindeutig schlechten freien Radikale in bestimmten Situationen auch wichtige Funktionen erfüllen.

– Einheimische oder jedenfalls bekannte Obstsorten wie Erdbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Äpfel und Orangen können leider nicht in die Liga der Superfrüchte aufsteigen, da ihnen eine wesentliche Eigenschaft fehlt: Sie sind nicht exotisch.

– Anthocyane, die wesentlich für die positiven Wirkungen von Aronia verantwortlich sein sollen, sind durchaus interessante Inhaltstoffe. Allerdings reicht es nicht zu sagen, dass Aronia einen hohen Gehalt an Anthocyanen aufweist.  Man müsste auch dazufügen, dass viele Anthocyane nur sehr eingeschränkt in den Körper aufgenommen werden können.

Fazit: Es ist ein Marketing-Phänomen und wohl vor allem auch ein psychologisches Phänomen, dass immer wieder einzelne Nahrungsmittel derart mit Gesundheitserwartungen und Heilungshoffnungen aufgeblasen werden. Offenbar trifft das Superbeeren-Marketing auf verbreitete Bedürfnisse in der Bevölkerung. Die reale Basis solcher „Wellen“ ist jedenfalls ausgesprochen schmal.

Mein Tipp: Esst doch einfach „gewöhnliche“ Beeren und Früchte – die sind auch gesund  und billiger. Ausserdem wachsen viele davon in der näheren Umgebung und müssen nicht von irgendeinem anderen Ende der Erde eingeflogen werden.

Weitere Beiträge zu den „Anthocyanen“:

Acai, Goji und Maqui – die neuen “Wunderbeeren”

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Acai-Beere als Schlankheitsmittel und “Power-Frucht”?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Polyphenole für Herz-Kreislauf: Schwache Datenlage

Anthocyane als Entzündungshemmer

Inhaltsstoff aus Heidelbeere wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Zu potenziellen Risiken der Antioxidantien:

Antioxidantien fördern möglicherweise Diabetes

Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion?

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Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Im Phyto-Forum der Ärzte-Zeitung wurde vor kurzem folgende Frage gestellt:

„Blaue Beeren wie Heidelbeeren sollen blutdrucksenkend wirken. Ist etwas über den Mechanismus bekannt? Nachfrage: Muss bei Hypertonikern die Blutdruckmedikation angepasst werden, wenn sie in der Saison gerne zu blauen Früchten greifen? Wenn ja, gibt es eine Richtschnur zur Orientierung?“

Darauf antwortete der Experte Dr. Rainer C. Görne:

„Die charakteristischen Bestandteile von Blaubeeren, mancherorts auch Heidelbeeren genannt, sind vor allem Anthocyane, die den Beeren ihre tiefblaue Farbe verleihen. Die eigentliche Aufgabe dieser Farbstoffe ist es, die Pflanzenfrüchte vor der UV-Strahlung zu schützen.

In verschiedenen Laboruntersuchungen hat man seit den siebziger Jahren zeigen können, dass Extrakte aus Blaubeeren über antioxidative und gefäßschützende Eigenschaften verfügen. Vor diesem Hintergrund ist auch eine gewisse blutdrucksenkende Wirkung denkbar, die bislang jedoch klinisch noch nicht belegt ist.

Ebenso existieren keinerlei Untersuchungen darüber, ob und inwieweit der Genuss von Blaubeeren oder anderen Anthocyan-haltigen Früchten wie Auberginen, blauen Weintrauben, Kirschen und Rotkohl zu Wechselwirkungen mit Blutdruckmedikamenten führt.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/656850/phyto-forum-blaubeeren-bluthochdruck.html

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema „Anthocyane“ gibt es eine rege Forschungstätigkeit.

Beispiele dazu hier:

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen?

Anthocyane als Entzündungshemmer

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Wenig bekannt ist, dass es ein rezeptpflichtiges Fertigarzneimittel (Myrtaven®) gibt auf der Basis von Heidelbeer-Anthocyanen.

Es handelt sich dabei um ein Kapillarschutzmittel. Der Wirkstoff von Myrtaven ist ein Komplex von Anthocyanosiden / Anthocyanen, die aus der schwarzen Heidelbeere gewonnen werden. Myrtaven wird für die Therapie von verschiedenen Krankheiten der Blutgefässe angewendet: Kapillarbrüchigkeit, Blutgefässkrankheiten (Venenentzündung, Krampfadern, usw.), Mikroangiopathien (z.B. Diabetes mellitus, Venenleiden), Hämorrhoiden.
In der Augenheilkunde: Netzhauterkrankung und Nachtblindheit.

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Açai, Goji und Maqui – die neuen „Wunderbeeren”?

Neue “Wunderfrüchte” sollen vor zahlreichen Krankheiten schützen und sogar beim Abnehmen helfen. Doch sind Açai, Goji Maqui & Co. sie tatsächlich gesünder als Beeren aus unseren Gärten?

Die „Welt“ schreibt dazu:

„Anthocyane schützen uns vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Als Antioxidanz fangen sie freie Radikale ein und entschärfen sie. Diese reaktiven Teilchen entstehen auch in unserem Körper. Sie können das Erbmaterial schädigen und dadurch indirekt Krebs auslösen.“

Mit einem hohen Anthocyan-Gehalt werben die Anbieter der neuen “Wunderbeeren” Açai, Goji und Maqui. Sie sollen uns ein langes, gesundes Leben bescheren sollen. Und das Beste: Die neuen Wunderbeeren helfen angeblich auch beim Abnehmen.

Dabei sind Anthocyane keine exotischen Heilmittel: Sie zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, sind also Substanzen, welche die Pflanze nicht unbedingt zum Überleben benötigt. Unter den vielen Tausend sekundären Pflanzenstoffen findet man auch zahlreiche Farb-, Geruchs- und Geschmackstoffe.

Auch Anthocyane geben den Pflanzen Farbe: Sie sind für rote bis violette Farben verantwortlich und in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten zu finden.

Neben den Anthocyanen enthalten die exotischen Gesundheitsbeeren laut Anbieter noch zahlreiche Vitamine, aber auch das ist nichts Spezielles: Obst ist allgemein für seinen Reichtum an Vitaminen bekannt.

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article13370424/So-gesund-sind-die-neuen-Wunderbeeren-wirklich.html

Kommentar & Ergänzung:

Wie wahr. Anthocyane sind in der Pflanzenwelt weit verbreitet. Insbesondere blaue Früchte wie Heidelbeeren oder Schwarze Johannisbeeren sind gute Quellen. Aber was exotisch daher kommt, verkauft sich offenbar immer besser als das Altbekannte.

Und wenn das Präparat dann auch noch recht teuer ist, dann muss es ja super wirksam sein….

Açai-Beeren, Goji-Beeren und Maqui-Beeren passen genau in diesen Trend. Womit ich nicht bestreiten will, dass sie wohl gesund sind. Sie sind nur nicht so einzigartig, wie die Propaganda es darstellt.

Hier weitere Informationen zu Anthocyanen:

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Anthocyane als Entzündungshemmer

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Açai-Beere als Schlankheitsmittel und Power-Frucht?

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

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Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Ein weiteres Argument, viel Obst zu essen: Man kann damit offenbar das Parkinsonrisiko reduzieren – hauptsächlich dann, wenn man rote und blaue Beeren liebt. Auch das eine oder andere Gläschen Rotwein könnte zu diesem Zweck hilfreich sein.

Warum manche Menschen an idiopathischem Morbus Parkinson erkranken und andere nicht, ist noch weitgehend ungeklärt. Doch offenbar haben Ernährungs- und Lebensgewohnheiten einen grossen Einfluss. Bekannt ist zum Beispiel, dass Kaffeetrinker und Raucher ein um 50 bis 80 Prozent vermindertes Parkinsonrisiko haben.

Jetzt haben US-Wissenschaftler aus Boston herausgefunden, dass auch viel Obst vor der neurodegenerativen Erkrankung schützen könnte. Ein Forscher-Team um Dr. Xiang Gao von der Harvard School of Public Health hat Daten von knapp 130000 Teilnehmern einer Langzeitstudie untersucht.

Diese füllten einen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus. Das Team um Gao interessierte sich dabei hauptsächlich für den Konsum von Flavonoiden. Diesen wichtigen und verbreiteten Pflanzeninhaltsstoffen werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Sie finden sich vor allem in Obst, aber auch in dunkler Schokolade und in Rotwein.

In der Studie wurde die Anzahl der Parkinson-Neuerkrankungen (Inzidenz) über 20 bis 22 Jahre dokumentiert. In diesem Zeitraum erkrankten 805 Teilnehmer (0,6 Prozent) an Parkinson. Dabei zeigte sich: Männer, die über ihre Ernährung speziell viel Flavonoide konsumierten, waren gut vor Parkinson geschützt.

Im Quintil mit der höchsten Flavonoidaufnahme war die Parkinsonrate um 40 Prozent tiefer als im Quintil mit dem niedrigsten Konsum. Allerdings schienen Frauen in dieser Studie insgesamt nicht von einem erhöhten Flavonoid-Konsum zu profitieren.

Schauten sich die Wissenschaftler jedoch eine bestimmte Gruppe von Flavonoiden an, die blauen Anthocyan-Farbstoffe, die hauptsächlich in Beeren vorkommen, so war das Parkinsonrisiko bei Männern und Frauen gleichermaßen vermindert. “Möglicherweise haben Anthocyane neuroprotektive Eigenschaften”, erklärte Gao in einer Mitteilung der American Academie of Neurology (AAN). Sollte sich dies bestätigen, so Gao, könnte man über den Konsum von solchen Flavonoiden das Parkinsonrisiko auf natürliche und gesunde Weise reduzieren.

Die Daten der Studie sollen auf dem AAN-Kongress Anfang April in Honolulu präsentiert werden.

Speziell hoch ist übrigens der Anthocyangehalt in Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen und Auberginen. Auch Weintrauben können eine sehr hohe Anthocyan-Konzentration aufweisen, was allerdings von der Traubensorte abhängt. Entsprechend hat ein sehr dunkler Wein im allgemeinen einen hohen Anthocyangehalt.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/morbus_parkinson/article/640901/antiparkinson-diaet-beeren-rotwein.html

Kommentar & Ergänzung:

Flavonoide sind in der Phytotherapie eine wichtige Wirkstoffgruppe und zählen zu den Polyphenolen. Zahlreiche Heilpflanzen basieren mit ihrer Wirkung auf dem Gehalt an Flavonoiden. Beispielsweise Weissdorn, Mariendistel, Ginkgo, Buchweizenkraut, Goldrute, Birkenblätter.

Anthocyane sind eine Untergruppe der Flavonoide und als blaue Farbstoffe vor allem aus Heidelbeeren und schwarzen Johannisbeeren (Cassis) bekannt.

Untersucht wurden in den letzten Jahren vor allem die Anthocyane aus den Heidelbeeren, unter anderem zur potenziellen Anwendung gegen chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa.

Siehe:

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Anthocyane als Entzündungshemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Die oben beschriebene Studie zum Einfuss von Beeren auf das Parkinsonrisiko scheint bisher noch nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht worden zu sein. Das lässt Fragen offen zu ihrer Qualität. Aber immerhin: Die Hinweise verdichten sich, dass Beeren mit einem hohen Gehalt an Anthocyanen in verschiedener Hinsicht gesundheitlich wertvoll sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Wer oft Heidelbeeren, Erdbeeren und Brombeeren konsumiert, sorgt damit für ein gutes Gedächtnis im Alter vor. Denn gewisse Inhaltsstoffe solcher Beeren helfen dem Gehirn dabei, giftige Eiweiße zu zerstören. Das berichten Wissenschaftler beim Treffen der American Chemical Society. Sie erforschten die Wirkung von Polyphenolen, die dem oxidativen Stress bei degenerativen Gehirnerkrankungen, Herzproblemen, Krebs und anderen Alterskrankheiten entgegenwirken.

Dass Beeren den Nervenverfall im Alter verlangsamen und dabei die Lern- und Erinnerungsfähigkeit aufrecht erhalten, wurde schon früher an Ratten gezeigt. Nun untersuchten die Wissenschaftler die sogenannten Mikroglia-Zellen. Vergleichbar mit einer Müllabfuhr entfernen diese den biochemischen Abfall im Gehirn, welcher sonst die Funktion der Neuronen verschlechtert, und rezyklieren ihn. Dieser als “Autophagie” bezeichnete Vorgang funktioniert im Alter immer schlechter, obwohl hier erhöhter Entsorgungsbedarf besteht.

Am Gehirnmodell einer Maus konnte nun gezeigt werden, dass Extrakte aus Heidelbeeren, Erdbeeren und Brombeeren die Aktivität von jenem Eiweiss unterbinden, das im Alter die Autophagie unterbricht. Damit unterstützen die Beeren die Arbeit der “Müllabfuhr-Zellen”. “Unsere Forschung ist die erste, die diesen Effekt bei Beeren nachweisen kann”, erklärt die Studienleiterin Shibu Poulose.

“Die antioxidant wirkenden Inhaltsstoffe stecken vor allem in den Bestandteilen, die beim Pressen als Reststoffe zurückbleiben. Also in der Haut und in den Kernen”, berichtet die Lebensmitteltechnologin Marie Bildstein vom Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven gegenüber pressetext. Selbst gefrorene Beeren enthalten Polyphenole und ebenso zu Marmelade verarbeitete Beeren, sofern die Einkochtemperatur nicht zu hoch war. “Allerdings sind antioxidante Wirkstoffe empfindlich auf Licht und Temperatur und gehen auch bei zu langer Lagerung verloren.”

Das Interesse der beerenverarbeitenden Industrie an Polyphenolen ist gross. Bildstein arbeitet in einem EU-Projekt, welches neben der Wirkung dieser gesundheitsfördernden Stoffe auch deren Integration in Produkten untersucht. “Safthersteller brauchen etwa die Möglichkeit, Rückstände aus der Presse zu verwenden. Der klassische Weg dazu sind Lösungsmittel, wir wollen es jedoch mit Enzymen schaffen. Das ist schonender.” Die Expertin rechnet damit, dass Resultate dazu noch bis Jahresende vorliegen werden.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=31300

Kommentar & Ergänzung:

Der gesundheitliche Nutzen von Beeren wird in den letzten Jahren intensiv erforscht, was zu sehr interessanten Resultaten geführt hat. Allerdings handelt es sich sehr oft um Laboruntersuchungen, deren Übertragbarkeit auf den lebendigen Organismus ungeklärt bleibt. Wenn Beereninhaltsstoffe am „Gehirnmodell einer Maus“ als „Müllabfuhr“ dienen, heisst das noch lange nicht, dass sie diese Funktion auch im älter werdenden Gehirn von Menschen erfüllen.

Zur Diskrepanz zwischen Laborergebnissen und fehlenden Langzeitstudien mit Menschen siehe:

Polyphenole für Herz & Kreislauf – schwache Datenlage

Interessant ist die Aussage, dass die wertvollen Inhaltsstoffe vor allem in denjenigen Bestandteilen stecken, die beim Pressen als Reststoffe zurückbleiben. In der Haut und in den Kernen also. Und dass selbst gefrorene Beeren Polyphenole enthalten und ebenso zu Marmelade verarbeitete Beeren, sofern die Einkochtemperatur nicht zu hoch war.

Es gibt verschiedene Gruppen von Polyphenolen, die in der Phytotherapie als Bestandteile von Heilpflanzen bedeutsam sind, Flavonoide beispielsweise oder die blau-violetten Anthocyane, die auch in Beeren vorkommen (Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren u.a.).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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