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Was ist Chai?

Chai Tee ist ein Gewürztee aus Indien, der sich in Europa seit einiger Zeit zum Trendgetränk entwickelt hat. Die Chai-Teemischung besteht aus Schwarztee sowie Gewürzen wie Zimt, Ingwer, Pfeffer, Nelken und Kardamom. Doch auch Anis, Fenchel, Schokolade oder Muskat können einem Chai-Tee spezielle Geschmacksnoten verleihen. Den Chai-Tee trinkt man mit (aufgeschäumter) Milch. Der Begriff „Chai“ in zahlreiche Sprachen nur die Übersetzung des Wortes „Tee“. 

Quelle:

https://www.teeverband.de/alles-ueber-tee/tee-abc/

Kommentar & Ergänzung:

Wahrscheinlich kommt die Idee der charakteristischen Chai-Gewürzmischung mit Zimt, Ingwer, Pfeffer, Nelken und Kardamom aus der ayurvedischen Gesundheitslehre.

Spätestens jedoch seit im 19. Jahrhundert im indischen Assam eine heimische Teepflanze entdeckt wurde, kam auch der Schwarztee zu den Hauptzutaten dazu. Nun konnte Tee auch in den britischen Kronkolonien kultiviert werden und wurde auch für Inder einigermaßen erschwinglich. Dies war die Geburtstunde des indischen Chai.

(Quelle: https://www.teepod.de/chai-tee/#Der_Ursprung_des_Chai_Tee)

 

Die Gewürze im Chai-Tee enthalten ätherische Öle und wirken verdauungsfördernd und blähungswidrig. Interessant an der Chai-Mischung ist nun die Kombination mit Milch und Schwarztee. Werden die Gewürzkräuter mit Milch angesetzt bzw. aufgekocht, wird der Fettanteil in der Milch die Löslichkeit der ätherischen Öle verbessern, so dass sie leichter ins Teewasser übergehen.

Kommt Schwarztee mit Milch zusammen, kann es zu Verbindungen zwischen dem Milcheiweiss und den Polyphenolen aus dem Schwarztee kommt. Dies könnte die Aufnahme der Polyphenole in den Organismus hemmen, doch sind die Studienergebnisse zu dieser Frage widersprüchlich. Siehe dazu:

Pflanzenheilkunde: Schwarztee bei 7 minütigem ziehen lassen am gesündesten

Wer mehr über die Wirkungen von Schwarztee, Gewürzen und weiteren Heilpflanzen lernen mächte, kann das vertieft in meinen Lehrgängen, in der Phytotherapie-Ausbildung und im Heilpflanzen-Seminar.

Zimt gegen Entzündungen?

Die österreichische Zeitung „Kurier“ empfiehlt Gewürze als Entzündungshemmer:

„Zimt, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma genießen unter den Gewürzen einen Sonderstatus. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass sie Entzündungen im Körper gezielt bekämpfen.“

Schauen wir uns das Beispiel Zimt genauer an:

„Zimt ist ein Allroundtalent. Das Pulver aus der getrockneten Zimtbaumrinde kann sowohl für süße als auch für pikante Speisen verwendet werden. Im Haferbrei oder Backwaren sorgt Zimt für eine angenehm herbe Note, mariniert man Fleisch oder würzt Saucen damit, erhält man ein duftendes, weihnachtliches Aroma.

Zimt wurde von der Wissenschaft eine desinfizierende und krampflösende Wirkung attestiert. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das beliebte Gewürz gerne bei Kältegefühl verwendet, da es die “innere Kälte” durch gesteigerte Durchblutung vertreiben kann. Auch die blutzuckersenkende und stimmungsaufhellende Wirkung des Gewürzes wird betont. Wissenschaftler des Rush University Medical Centers haben in einer Studie mit Zimt und Mäusen zudem eine deutliche Steigerung der Gehirnleistung festgestellt.“

Quelle der Zitate:

https://kurier.at/wellness/zimt-kurkuma-ingwer-knoblauch-wie-sie-ihr-gewuerzregal-gesund-haelt/247.739.154

Kommentar & Ergänzung:

Zimt ist ein feines Gewürz, das Verdauungsbeschwerden lindern kann. Die ESCOP bestätigt als Anwendungsbereiche für die Zimtrinde:

Dyspeptische Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Blähungen und Flatulenz; Appetitlosigkeit, Durchfall.

Die blutzuckersenkenden Wirkung wurde in Laborexperimenten im Reagenzglas und an Mäusen festgestellt. Diese Einschränkung fehlt im Artikel des „Kuriers“.

Das Phytotherapie-Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt:

„Zur blutzuckersenkenden Wirkung von Zimtrinde liegen In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen an Mäusen vor, in denen eine antidiabetische Wirkung eines wässrigen Extrakts gezeigt werden konnte, doch ist die Übertragbarkeit auf eine therapeutische Anwendbarkeit beim Menschen schwierig.“

Die klinischen Studien zur Wirksamkeit von Zimt bei Diabetespatienten sind bisher nicht überzeugend. Siehe dazu:

Zimt zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes?

Einschränkung sind auch angebracht bezüglich der Studie zur Steigerung der Gedächtnisleistung bei Mäusen. Auch hier ist alles andere als klar, ob das Gehirn von Menschen von Zimtgaben profitieren kann und welche Dosierungen dazu nötig wären.

Ich habe zu diesem Experiment hier schon einen Beitrag geschrieben:

Zimt verbessert Lernvermögen bei Labormäusen

Auch die erwähnte entzündungswidrige Wirkung der Zimtrinde wurde in Laborexperimenten festgestellt. Ob Zimt gegen Entzündungen im menschlichen Organismus wirksam ist und welche Zimtmengen dazu nötig wären, bleibt offen.

Der Beitrag im „Kurier“ ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht sehr sinnvoll ist, Laboreffekte aneinanderzureihen, ohne auf die begrenzte Aussagekraft solcher Experimente für den Menschen hinzuweisen.

Chinesischer Zimt (Cinnamomum cassia, Cassia-Zimt) enthält übrigens erhebliche Konzentrationen an Cumarin, das auf längere Sicht die Leber belasten könnte. Im Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) sind die Cumarin-Werte viel tiefer. Ich würde also Ceylon-Zimt vorziehen. Allerdings sollte man diese Gefahr nicht dramatisieren. Wikipedia schreibt dazu:

„Einen eindeutigen Beleg für die angebliche Gefährlichkeit von Cumarin beim normalen Gebrauch von cumarinhaltigen Gewürzen gibt es allerdings bis zum heutigen Tage nicht. In allen Studien trat eine gesundheitschädigende Wirkung erst nach extremen Überdosierungen bei Versuchen an Ratten auf.“

Siehe auch:

Zimt & Cumarin: Ceylon-Zimt unproblematischer als Cassia-Zimt

Stollen, Glühwein, Zimtsterne: Schadet Zimt der Gesundheit?

Zimt ist ein tolles Gewürz mit verdauungsfördernden Eigenschaften. Im Artikel des „Kuriers“ wird Zimt aber „überverkauft“, das heisst mit unrealistischen Versprechungen angepriesen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Rotes Weinlaub und Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern – ja, aber in welcher Form?

T-online hat einen Artikel zum Thema „Venenschwäche“ veröffentlicht mit dem Titel „Krampfadern vorbeugen: So zögern Sie sie hinaus.“

Darin gibt es eine Reihe nützlicher, aber auch schon ziemlich bekannter Tipps. Beispielsweise zu Risikofaktoren für Krampfadern wie:

langes Stehen

langes Sitzen

Bewegungsmangel

Übergewicht

Rauchen

Antibabypille

Hormonersatztherapien etwa in den Wechseljahren.

 

Auch wird auf die Bedeutung ausreichender Bewegung hingewiesen.

In einem Nebensatz kommt dazu noch netterweise eine Empfehlung zweier Heilpflanzen:

„In der Naturheilkunde werden auch Cremes und Umschläge aus rotem Weinlaub- oder Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern eingesetzt.“

Damit trifft t-online im selben Satz voll ins Schwarze und voll daneben.

Rotes Weinlauf und Rosskastanien-Extrakt, das sind zusammen mit Buchweizenkraut (Rutin) tatsächlich die Favoriten der Phytotherapie, wenn es um Venenschwäche und Krampfadern geht.

Zwei Punkte laufen aber schief:

  1. Studien, die eine Wirksamkeit zeigen, gibt es beim Roten Weinlaub und beim Rosskastanien-Extrakt nur für Präparate zum Einnehmen, zum Beispiel in Kapselform. Dass die Wirkstoffe aus Rotem Weinlauf (Flavonoide) und aus Rosskastanien-Extrakt (Aescin) durch die Haut in relevanten Mengen aufgenommen werden, ist sehr unwahrscheinlich und nicht einmal ansatzweise belegt. Umschläge mit Roten Weinlaub oder Rosskastaniensalben sind daher als Anwendungsform sehr fragwürdig
  1. Es gibt keine fundierten Hinweise darauf, dass Präparate aus Rotem Weinlaub oder Rosskastanien-Extrakt vorbeugend oder gar heilend wirken bei Krampfadern, wie es der Text nahelegt. Belegt wurde eine Linderung der Beschwerden bei Venenschwäche bzw. Krampfadern. Venöse Stauungen (Ödeme) und das Gefühl schwerer Beine wurden reduziert. Das ist wertvoll, aber es ist eben nicht die Vorbeugung oder gar Heilung, die von der Werbung oft versprochen wird.

Darüber hinaus enthält der Text auf t-online noch Tipps zur Ernährung, zum Beispiel:

„Fördern Sie die Venendurchblutung mit Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Chili.“

Nichts gegen Ingwer, Pfeffer und Chili, aber so ganz nachvollziehbar ist diese Empfehlung nicht. Der Wirkstoff im Chili (Capsaicin) wirkt beispielsweise auf der Haut durchblutungsfördernd und erweitert dazu kleine Kapillargefässe. Aber ob ich eine solche Wirkung auch auslösen kann durch Einnahme von Chili ist sehr fraglich. Wieviel Chili müsste ich denn täglich einnehmen, damit der Wirkstoff in relevanter Konzentration in kleinen Venen gelangt und sie erweitert. Und wäre das überhaupt sinnvoll für einen besseren venösen Rückfluss oder eher kontraproduktiv?

Quelle der Zitate:

http://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_46399962/krampfadern-vorbeugen-mit-sport-und-richtiger-ernaehrung.html

Siehe auch:

Empfehlungen zur Behandlung chronischer Venenleiden

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wirkstoffe aus afrikanischen Heilpflanzen können Tumorwachstum stoppen

Heilpflanzen aus Afrika enthalten Wirkstoffe, die das Wachstum von Krebszellen stoppen können. Das konnten Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) in Laborversuchen nachweisen. Die Pflanzeninhaltsstoffe sollen nun weiter erforscht werden, damit ihr therapeutischer Nutzen abgeschätzt werden kann. Die identifizierten Wirkstoffe aus afrikanischen Heilpflanzen seien in der Lage, Krebszellen, die gegen mehrere Medikamente resistent sind, abzutöten. Sie sollen eine hervorragende Grundlage bieten, um neue Verfahren für die Behandlung von Tumoren zu entwickeln, die sich mit herkömmlicher Chemotherapie nicht mehr bekämpfen lassen. Das teilte Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth mit, der am Institut für Pharmazie und Biochemie – Therapeutische Lebenswissenschaften der JGU arbeitet. Er erforscht seit vier Jahren gemeinsam mit dem Biochemiker Dr. Victor Kuete von der University of Dschang, Kamerun, die Wirkstoffe afrikanischer Pflanzen wie Riesenkugeldistel, Kap-Pfeffer, Silberhaargras und Mohrenpfeffer.

Die Multidrug-Resistenz oder Vielmedikamenten-Resistenz ist eines der gefürchtetsten Probleme in der Krebsbehandlung, weil in solchen Fällen die meisten der im klinischen Alltag etablierten Krebsmedikamente ungenügend wirksam sind und sich damit die Heilungschancen drastisch verringern. Durch eine Steigerung der Dosis ist das Problem meist nicht zu lösen, weil die Nebenwirkungen sich entsprechend verstärken. Die Wissenschaftler suchen daher nach neuen Substanzen, um Tumorresistenzen einerseits und Nebenwirkungen andererseits zu umgehen, erklärt Efferth, der auch mit Heilpflanzen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin arbeitet.

Zahlreiche Pflanzen enthalten toxische Stoffe, mit denen sie sich gegen Fraßfeinde und gegen mikrobielle Erkrankungen schützen. Diese Moleküle wurden über Jahrmillionen in der Evolution des Lebens auf der Erde ausselektiert, damit die Pflanzen ihre Nachteile gegenüber ihren Feinden – Unbeweglichkeit und fehlendes Immunsystem – kompensieren können. Für die Pharmakologen besteht die Herausforderung nun darin, Pflanzeninhaltsstoffe mit einer heilenden Wirkung zu unterscheiden von jenen, die nur toxisch und gefährlich sind.

Der Forscher Victor Kuete aus Kamerun hat im Rahmen der Zusammenarbeit mit Mainz seit 2009 über 100 Gewürze und Pflanzen seiner Heimat auf ihre zytotoxische Wirkung gegen Krebszellen untersucht. Mit einem Humboldt-Forschungsstipendium kann der kamerunische Wissenschaftler  seine Untersuchungen in der Arbeitsgruppe von Thomas Efferth fortsetzen und erweitern. Wie Efferth erklärt, habt dioe Arbeitsgruppe schon eine ganze Reihe von Benzophenonen und anderen Phytochemikalien entdeckt, die die Resistenzmechanismen umgehen können und zahlreiche neue Ansätze zur weiteren Erforschung bieten.

In ihrer jüngsten von bislang total acht gemeinsamen Publikationen zeigten die Forscher, dass vier natürlich vorkommende Benzophenone die Ausbreitung der getesteten Krebszelllinien, darunter auch multidrug-resistente Linien, verhindern konnten. Die untersuchten Benzophenone seien potenziell zytotoxische Substanzen, die in Zukunft noch genauer erforscht werden könnten, um neuartige Krebsmedikamente gegen sensitive und resistente Tumore zu entwickeln, schreiben die Wissenschaftler in dem Beitrag für das Fachmagazin Phytomedicine.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40816

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Literaturhinweise:

Victor Kuete et al.

Cytotoxicity and modes of action of four naturally occuring benzophenones:

2,2_,5,6_-Tetrahydroxybenzophenone, guttiferone E, isogarcinol and isoxanthochymol

Phytomedicine, April 2013

DOI: 10.1016/j.phymed.2013.02.003

ttp://dx.doi.org/10.1016/j.phymed.2013.02.003 (Article in Phytomedicine)

Victor Kuete et al.

Anticancer Activities of Six Selected Natural Compounds of Some Cameroonian Medicinal Plants

PLoS ONE, August 2011

DOI:10.1371/journal.pone.0021762

Kommentar & Ergänzung:

So spannend solche Forschungsergebnisse auch sind: Von Laborversuchen über klinische Erprobung an Patienten bis hin zur erfolgreichen Anwendung in der Krebstherapie ist noch ein weiter Weg, auf dem vieles schief gehen kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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WHO-Empfehlung: Salzkonsum möglichst tief halten

Ohne Salz funktioniert der Wasser- und Nährstoffhaushalt des menschlichen Organismus nicht. Doch ein zu hoher Salzkonsum ist ungesund.

Erwachsene sollten nicht mehr als fünf Gramm Salz täglich konsumieren. So lautet die neue Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. In fünf Gramm (g) Salz sind 2000 Milligramm (mg) Natrium enthalten. In Deutschland haben Fachleute bislang empfohlen, nicht mehr als sechs Gramm Salz täglich einzunehmen.
Die WHO empfiehlt Erwachsenen zudem, mindestens 3510 Milligramm Kalium pro Tag aufzunehmen. Wer zu viel Natrium und zu wenig Kalium aufnimmt, läuft nämlich Gefahr, dass sein Blutdruck sich erhöht. Das steigere das Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen, den häufigsten Ursachen für Tod und Behinderung.

Viel Natrium steckt hauptsächlich in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten. Brot enthält gemäss den Angaben der  WHO etwa 250 mg Natrium pro 100 g, dieselben Mengen Schinken oder Popcorn rund 1500 mg und Sojasoße etwa 7000 mg. Auch unverarbeitete Lebensmittel enthalten Natrium, allerdings in kleinerem Maß, beispielsweise Milch oder Eier (etwa 50 beziehungsweise 80 mg pro 100 g).

Kaliumreich sind hauptsächlich Hülsenfrüchte (Erbsen und Bohnen etwa 1300 mg pro 100 g), Nüsse (zirka 600 mg pro 100 g) oder Gemüse wie Spinat oder Kohl (etwa 550 mg pro 100 g). Sobald Lebensmittel industriell verarbeitet werden, reduziert sich der Kaliumgehalt, schreibt die WHO.

Quelle:

http://www.cellesche-zeitung.de/website.php/website/story/342861

Kommentar & Ergänzung:

Keine Frage, dass vor allem Fertigprodukte eigentliche „Kochsalzbomben“ sind und dass der durchschnittliche Salzkonsum in Mitteleuropa ungesund hoch ist.

Wirklich notwendig ist eine Zufuhr von nur einem Gramm Kochsalz pro Tag.

Ein bisschen mehr Zurückhaltung beim Salzkonsum dürfte also sinnvoll sein.

Eine salzarme Ernährung bedeutet allerdings für viele Menschen eine große Umstellung. Viele Gerichte können jedoch auch ohne Salz ganz hervorragend schmecken. Zahlreiche pflanzliche Gewürze können das Salz überflüssig machen und häufig noch feiner und stärker als Salz wirken. Eine Vielfalt an Möglichkeiten bieten bereits Ingwer, Dill und Senf. Möglich ist auch das Würzen mit speziellen kochsalzsparenden Diätsalzen.

Es spricht allerdings auch einiges dafür, dass beim Thema Blutdrucksteigerung durch Kochsalzzufuhr nicht jeder Mensch gleichermassen empfindlich reagiert.

Jeder zweite Bluthochdruck-Betroffene reagiert auf eine salzarme Ernährung. Durch eine Reduktion der Kochsalzzufuhr auf etwa 5-6 g/Tag sinkt der Blutdruck bei diesen kochsalzsensitiven Personen etwa um 5 bis 8 mmHg.

Die These, dass Kochsalz generell für einen hohen Blutdruck mitverantwortlich ist, und darum unbedingt reduziert werden muss, wird deshalb heute in Frage gestellt. Bluthochdruck-Patienten sollten daher testen, ob sie zur kochsalzsensitiven Gruppe gehören.

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Pflanzenheilkunde / Phytotherapie: Dillfrüchte (Anethum graveolens)

Dill (Anethum graveolens) zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird heute aber weltweit angebaut. Dill ist im deutschsprachigen Gebiet eines der meistkultiverten Gewürze.

In der Phytotherapie wird Dill selten genutzt. Die Pflanze ist aber verwandt mit Kümmel, Fenchel und Anis.

Dillfrüchte (und auch Dillkraut) enthalten ein ätherisches Öl, das als Hauptkomponente Carvon enthält. Carvon ist ebenfalls Hauptbestandteil im Kümmelöl.

Aus dieser Verwandtschaft kann man schliessen, dass Dillfrüchte ähnlich wie Kümmelfrüchte und Fenchelfrüchte bei Blähungen und Völlegefühl nützlich sind.

Dillfrüchte kommen daher manchmal in Verdauungstees vor.

Als Gewürzpflanze ist Dill vielseitig anwendbar und beliebt. Er wird für Salate genutzt. In Saucen auf Grundlage von Salatöl, Joghurt, Quark und in Gewürzbutter wird er gerne verwendet und eignet sich als Brotaufstrich. Ausserdem dient Dill auch zum Würzen von Fisch- und Fleischspeisen. Durch Destillation lässt sich Dillöl gewinnen, auch für die Likörindustrie. Frisch und getrocknet kann es auch für Konserven und für Kräuteressenzen eingesetzt werden. Dillblätter und Dill-Blütendolden sind ein bedeutendes Gewürz für Gewürzgurken, hauptsächlich für Salz-Dill-Gurken. Meist werden die Dillspitzen in frischem, getrocknetem, tiefgefrorenem oder gefriergetrocknetem Zustand genutzt. Seltener wird das Dillkraut (das junge Kraut) oder die ganze oberirdische Pflanze eingesetzt. Das frische Dillkraut hat den besten Geschmack und kann auch auf gegarte Kartoffeln gestreut werden.

In der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde verwendet man allerdings nicht Dillkraut, sondern Dillfrüchte.

Dill hatte früher wohl grössere Bedeutung als Heilpflanzen im Vergleich zur Gegenwart. Bereits im alten Ägypten wurde die Pflanze  als Küchenkraut und Arzneipflanze angebaut. Griechische und römische Autoren der Antike erwähnen ihn vielfach. Dioskurides schrieb, eine Abkochung der Früchte fördere die Milchbildung, lindere Leibschmerzen, vertreibe Blähungen, stille Erbrechen und treibe den Harn, schwäche jedoch bei andauerndem Gebrauch die Sehkraft. Dill ist auch im Klosterplan des Klosters St. Gallen verzeichnet.

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Unkritisches Porträt des Homöopathie-Gründers Samuel Hahnemann

RadioWissen auf Bayern 2 bringt oft informative Sendungen. Das kürzlich ausgestrahlte Porträt Samuel Hahnemanns strotzt aber vor unkritischer Naivität und Einseitigkeit.

Samuel Hahnemann kommt das Verdienst zu, dass er die grösstenteils unwirksamen und zugleich belastenden Behandlungsmethoden der Medizin seiner Zeit (z. B. Aderlass, Quecksilberbehandlungen) weggelassen und durch ebenfalls unwirksame, aber unschädliche Interventionen ersetzt hat. Davon haben seine Patientinnen und Patienten profitiert. Er hat aber auch mit ausgesprochen missionarischem Gestus ein hoch dogmatisches System aufgebaut, das viele seiner Anhängerinnen und Anhänger bis heute unkritisch nachbeten.

Dass RadioWissen die doch ziemlich weit hergeholten Überzeugungen Hahnemanns ohne jedes Fragezeichen und ohne jede Distanz als Fakt wiedergibt, ist schon sehr bemerkenswert.

Auch im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin zeigt sich eine Tendenz im Journalismus, dem Publikum einfach zu liefern, was es zu hören, zu sehen oder zu lesen wünscht. Das mag gut sein für Quoten und Verkaufszahlen, nicht aber für die notwendige sorgfältig-kritische Auseinandersetzung mit solchen Themen.

Hier finden Sie die Radiosendung zum Nachhören.

Und hier ein Aufzählung Samuel Hahnemanns mit all den Faktoren und Einflüssen,  die eine homöopathische Behandlung unwirksam machen (aus dem Organon der Heilkunst):

„Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll.“

Da fragt es sich doch, wie Homöopathie überhaupt möglich ist, wenn man die Aussagen Samuel Hahnemanns ernst nimmt. Aber RadioWissen blendet aus, was nicht ins harmonische Hahnemann-Bild passt. Eine derart schlagseitige, geglättete Darstellung trägt zur Verdummung bei und passt nicht so recht in ein Sendegefäss mit dem Namen RadioWissen. Meine Erwartung an ein solches Porträt wäre, dass ein Menschen auch in seinen Widersprüchen fassbar gemacht wird. Bei Politikern, Kaisern, Philosophen, Schriftstellern etc. gelingt das der Redaktion von RadioWissen doch auch – warum nicht bei Hahnemann?

Quellenangabe siehe:

Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

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Gewürze: Kardamom fördert Verdauung und aromatisiert den Kaffee

Bohnenkaffee werde durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher. Darüber hinaus sollen die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, Appetit und Verdauung anregen. Kardamom eigne sich besonders zum Würzen von Gebäck, Kompott und Süßspeisen, aber auch für Blutwurst oder Kochschinken.

Quelle: http://derstandard.at/1350260941875/Gewuerze-und-ihre-Wirkung

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Gewürzen und Heilpflanzen gibt es oft fliessende Übergänge.

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Die Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein wichtiges Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.

Hauptwirkstoff in den Kardamomsamen ist ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (20-40 %), außerdem (+)-alpha-Terpineolacetat, Limonen (2-14 %) und Sabinen (3-5 %).

Ausserdem enthält der Samen Fettes Öl mit Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Stärke 20-40 %, Zucker 5 %), Protein (etwa. 10 %), Gummi, reichlich Mangan und Eisen.

Zur Wirkung und Anwendung von Kardamomsamen bzw. Kardamomöl

Das Kardamom als Gewürz verdauungsfördernd wirkt, liegt irgendwie auf der Hand. Die Wirkung genauer zu fassen ist aber nicht so einfach.

Kardamom soll die Gallensekretion steigern. Das wurde jedoch mit relativ hohen Dosen eines acetonischen Extraktes bei Ratten festgestellt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist damit nicht belegt.

Wikipedia schreibt:

„ Ihr ätherisches Öl wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion. In der Regel werden alkoholische Auszüge verwendet, bisweilen mit Kümmel und Fenchel kombiniert und in Fertigpräparaten gegen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Anregung des Appetits eingesetzt.“

Allerdings widerspricht dem, dass bei In-vivo-Versuchen an Kaninchen sowohl ein Wasser- als auch ein Methanolextrakt der Kardamomsamen die Säure- und Pepsinsekretion des Magens vermindert hat.

In arabischen Ländern wird dem Kardamom eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt, ohne dass diesbezüglich etwas geklärt wäre.

Kardamom als Gewürz

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In Schweden ist Kardamom außerdem ein typischer Bestandteil süßer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und im Glühwein (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz desselben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Knoblauchhederich / Knoblauchrauke

Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), auch Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie ist in Europa weit verbreitet. Die deutschen Namen beziehen sich auf den Knoblauchduft, der beim Zerreiben der Blätter entsteht.

Knoblauchrauke ist eigentlich eine Pflanzenart der Laubwälder, gedeiht jedoch besonders gut in Gebüschen und Hecken sowie an Mauern und Wegrainen, in Gärten und auf Schuttplätzen (Ruderalstellen). Sie befindet sich dort oft in der Gesellschaft von Brennnesseln. Wie die Brennnessel schätzt der Knoblauchhederich frische, stickstoffreiche Lehmböden. Heute ist die Pflanze häufig auch in schattigen Parkanlagen und in Gehölzen im städtischen Raum zu finden.

Foto bei Wikipedia

Knoblauchhederich ist ein Frühblüher (April), doch dauert die Blühzeit bis in den Juli.

Der Knoblauchhederich bietet den Nektar, der sich an der Basis der Blüte sammelt, frei zugänglich an. Dadurch kommen neben Bienen auch die kurzrüssligen Fliegen und Schwebfliegen zum Nektar. Als Bestäuber wirken unter anderem Frühjahrsmücken (Bibio).

Knoblauchhederich als Nahrungsquelle für Schmetterlinge

Der Tagfalter Waldbrettspiel (Pararge aegeria) saugt gern am Nektar des Knoblauchhederichs. Er dient auch dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines) als Nektarpflanze und zugleich neben dem Wiesenschaumkraut dessen Raupen als Futterpflanze. Als Futterpflanze nutzt  außerdem der stark gefährdete Mehlfarbene Raukenspanner (Lithostege farinata) den Knoblauchhederich. Die Raupen der Achateule (Phlogophora meticulosa) und des Grünader-Weißlings (Pieris napi)ernährend sich polyphag von der Knoblauchsrauke, das heisst, sie fressen noch viele andere Pflanzen.  Oligophag sind die Raupen des Kreuzblütler-Blattspanners (Xanthorhoe designata) und Gemeinen Blattspanners(Xanthorhoe fluctuata) auf Knoblauchhederich angewiesen.

Knoblauchrauke – eine alte Heilpflanze

Die Knoblauchrauke enthält Glukosinolate (Senfölglykoside), wie andere Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), insbesondere Sinigrin und geringe Mengen Glucotropaeolin. Die Wirkung der Pflanze ist bisher nicht gründlich geklärt worden. In der traditionellen Pflanzenheilkunde  wurde sie bei Erkältungskrankheiten sowei bei Rheuma und Gicht angewendet, sowie äusserlich als frisch zerquetschtes Kraut bei schlecht heilenden Wunden und Geschwüren. Senfölglykoside haben breite antimikrobielle Wirkungen.

Knoblauchrauke als Gewürz

Im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke mit ihrem pfeffrig-knoblauchartigen Geschmack hauptsächlich von der ärmeren Bevölkerung genutzt, die sich die teuren Gewürze nicht leisten konnte. Knoblauchrauke wurde im Mittelalter aus diesem Grund sogar in Gärten angebaut. Zum Essen werden die Blätter zwischen April und Juni gesammelt. Beim Kochen verflüchtigt sich jedoch der pfeffrig-knoblauchartige Geschmack. Knoblauchsrauke muss deshalb Speisen in rohem Zustand beigegeben werden. Die Wildkräuterküche hat die Knoblauchsrauke wiederentdeckt und mischt die feingehackten Blätter in Salatsoßen und Quark- oder Frischkäsemischungen. Die geschmacksintensiven Blüten werden verwendet, um salzige Sorbets und Salate zu dekorieren. Auch die Samen können zum Würzen verwendet werden.

In Frankreich wird Knoblauchhederich als Salatpflanze genutzt.

Sie eignet sich für Wildpflanzengärten, breitet sich aber aggressiv aus.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Birkenpollen-Allergie mit Apfelallergie – Linderung durch ansteigenden Apfelkonsum

Bei einer Apfelallergie im Zusammenhang mit einer Birkenpollen-Allergie lässt sich durch allmählich erhöhten Konsum von Äpfeln eine Toleranz erzeugen. Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie, die in der Fachzeitschrift Allergy  (2012; 67: 280-285) publiziert wurde.

Von 40 Birkenpollen-Allergikern mit Apfelallergie verzehrten 27 täglich 1 bis 128 g Apfel – wobei der Konsum alle zwei bis drei Wochen verdoppelt wurde. Die anderen Probanden blieben unbehandelt.

Nach acht Monaten konnten 17 der 27 Patienten in der Interventionsgruppe eine Apfelmenge von mindestens 128 g vertragen, ohne Symptome zu entwickeln, jedoch keiner der Patienten in der unbehandelten Kontrollgruppe.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/article/803205/apfel-taeglich-allergie-bessert.html?sh=2&h=-299409981

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1398-9995.2011.02744.x/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Das kombinierte Auftreten einer Birkenpollen-Allergie mit einer Apfelallergie ist eine Kreuzallergie, die nicht selten auftritt.

Von einer Kreuzallergie (Kreuzreaktion) ist die Rede, wenn Immunglobulin E-Antikörper, die gegen ein bestimmtes Allergen in einer bestimmten Allergenquelle gerichtet sind, auch andere Allergene in anderen Allergenquellen erkennen und somit auch bei Kontakt mit diesen anderen Allergenquellen eine allergische Reaktion auslösen können.

„Ein Beispiel ist das oral allergy syndrome (OAS) bei Birkenallergikern. Hier können IgE-Antikörper, die gegen das Hauptallergen im Birkenpollen, Bet v 1, gerichtet sind, ein ähnliches Protein im Apfel, Mal d 1, erkennen. Das führt dazu, dass Birkenpollenallergiker beim Verzehr von Äpfeln allergische Symptome, wie Anschwellen, Rötung und Juckreiz der Mundschleimhaut, erfahren können, obwohl sich ihre ursprüngliche überschießende Immunantwort nicht gegen das Apfel-Antigen richtet, sondern gegen das Hauptallergen Bet v 1 in Birkenpollen.“

(Quelle: Wikipedia)

Bei der Birkenpollen-Allergie gibt es bekannte Kreuzreaktionen mit

– Pollen von Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie / Beifuß;

– Nahrungsmittel wie Mandeln, Karotten, Nüsse (v.a. Haselnüsse; Walnüsse; Paranuss);

– Frischobst wie Kernobst und Steinobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Zwetschgen / Pflaume, Kirschen, Mirabelle, Nektarine, Jack Frucht;

– selten ausserdem: Tomaten (roh), Kartoffeln (roh), Kräuter / Gewürze, Kiwi, Litschi und Avocado, Sellerie;

– vielen verschiedenen Gewürzen.

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infoportal

Gewürznelke

GEWÜRZNELKE

Nelkenöl lindert Zahnschmerzen

Das Magazin „Stern“ berichtet über die schmerzlindernde Wirkung von Gewürznelken bzw. von Nelkenöl.

In einer kleinen Studie verglichen Wissenschaftler die Wirkung von Gewürznelken mit der eines lokalen Betäubungsmittels, das direkt im Mund angewendet wird und gaben den Patienten im Anschluss zwei Spritzen. Tatsächlich empfanden die Versuchspersonen die Nadelstiche als weniger schmerzhaft. Die „echte“ Betäubung und das Nelkenöl zeigten in etwa den gleichen Effekt; die in der Studie verwendeten Placebos bewirkten dagegen nichts. Die Fachleute der Kommission E schreiben der Gewürznelke eine lokal betäubende Wirkung zu, die akute Zahnschmerzen lindern kann. Nelkenöl wirkt außerdem antiseptisch: Es tötet Bakterien, Pilze und Viren ab… Zum vollständigen Text hier…


GEWÜRZNELKE LINDERT SCHMERZEN

Die Gewürznelke hat in der Pflanzenheilkunde einen hohen Stellenwert – zum Beispiel bei Zahnschmerzen oder Herpes (Fieberbläschen)

Medizinisch bestätigt ist eine schmerzlindernde Wirkung der Gewürznelke. «Medizinisch werden die ganzen Nelken, das Nelkenöl und isolierte Inhaltsstoffe verwendet», erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg. «Die Zubereitungen helfen bei Entzündungen der Schleimhaut im Mund und Rachenraum.»

Schon seit Jahrhunderten werden dem Wissenschaftler zufolge Gewürznelken gegen Zahnschmerzen, in der modernen Zahnheilkunde auch zur Wurzelkanalfüllung angewendet… Zum vollständigen Text hier…

EUGENOL – DER HAUPTBESTANDTEIL IM NELKENÖL

Eugenol kommt vor in Gewürznelkenöl (70–95 %), in Piment- und Pimentblätteröl (60–90 %), in Bayöl (50–60 %) und Zimtölen (Zimtrindenöl: 5–10 %, Zimtblattöl über 90 %). Außerdem findet am es auch in Lorbeer, Basilikum, Banane, Kirsche und Muskat.

Zur Verwendung von Eugenol:

Eugenol wird in großen Mengen in der Parfumindustrie für würzige Noten eingesetzt, vor allem für Nelkentypen und orientalische Geruchsrichtungen. Eugenol ist neben der bei der Papierherstellung anfallenden Ligninsulfonat ein Hauptausgangsstoff (Edukt) für die Produktion von synthetischem Vanillin… Zum vollständigen Text hier…

GEWÜRZNELKEN & NELKENÖL

Dr. Enne Pemp, Pharmazeutin in der Humanitas-Apotheke in Wien, schreibt in der Pharmaceutical Tribune über die Gewürznelke und das daraus gewonnene Nelkenöl.

Syzygium aromaticum (Gewürznelkenbaum) ist auf den indonesischen Inseln, den Molukken, beheimatet. Die Gewürznelke hat ihren Siegeszug bereits früh im europäischen Raum angetreten. Als Bestandteil des Currypulvers jedoch hauptsächlich als geschmacksverfeinernde Zutat feiner Süßspeisen ist die Blütenknospe des Gewürznelkenbaums fest in der europäischen Küche verankert. Die weite Verbreitung gründet auf dem regen Handel der holländischen Gewürzhändler früherer Zeiten… Zum vollständigen Text hier…

GEWÜRZNELKEN SIND EFFIZIENTE NATÜRLICHE ANTIOXIDANTIEN

Gewürznelken sollen unter den Kräutern und Gewürzen der mediterranen Küche die besten natürlichen Antioxidantien sein. Das haben nun spanische Wissenschaftler in einer Studie nachgewiesen. Die Forscher der Miguel Hernández Universität haben neben den Gewürznelken auch Oregano, Thymian und Rosmarin untersucht. Laut ihrem Bericht im “Flavour and Fragrance Journal” schnitten die Nelken in den fünf untersuchten Punkten am besten ab. Das Gewürz soll unter anderem am besten Wasserstoff abgeben……. Zum vollständigen Text hier…