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Naturheilkunde: Bewährte Hausmittel für Kinder

Der österreichische „Kurier“ bricht eine Lanze für bewährte Hausmittel. Dabei kommt auch der Kinderarzt Karl Zwiauer zu Wort. Er ist Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Universitätsklinikum St. Pölten:

„Mit dem Aufkommen der modernen Medizin – Stichwort Antibiotika – sind viele Hausmittel in Vergessenheit geraten. Jetzt gibt es eine gewisse Rückbesinnung.“

Als Beispiel erwähnt er warme Wickel (z. B. gegen Husten oder Halsschmerzen), welche die Durchblutung verbessern, Regenerationsprozesse anregen und die lokale Abwehr stärken. Da gehe es einem schnell besser. Früher hätten die Ärzte viel rascher Antibiotika verschrieben, heute sei man da konservativer. Der Kinderarzt weist aber auch auf die Grenzen der Hausmittel hin: Bessere sich ein schlechter Zustand von Säuglingen und Kleinkindern nicht innert eines Tages wesentlich, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Heilpflanzen rät Zwiauer zu Präparaten in Arzneibuchqualität (erhältlich in Apotheken und Drogerien): „Da weiß man, was drinnen ist und kann sich auf die Wirkung verlassen.“

Quelle:

https://kurier.at/gesund/warum-jetzt-omas-heilwissen-wieder-in-ist/400309764

 

Kommentar & Ergänzung:

Sehr vernünftiges Statement.

Irgendwie scheint heute nämlich über weite Strecken das richtige Mass abhanden gekommen zu sein. Einerseits gibt es Eltern, die schon mit kleineren Beschwerden ihrer Kinder – zum Beispiel einer normalen Erkältung – überfordert sind und mit den Kleinen zum Arzt oder gleich ins Spital rennen. Ihnen würden wohl bessere Kenntnisse bewährter Hausmittel mehr eigenen Handlungsspielraum verschaffen und mehr Gesundheitskompetenz vermitteln. Andererseits gibt es gerade auch in Kreisen der Alternativmedizin Eltern, die den eigenen Methoden zuviel zutrauen und zu spät ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wodurch immer wieder auch Kinder zu Tode kommen. Darum ist es wichtig, wie Zwiauer auch auf Grenzen der Selbstbehandlung hinzuweisen.

Ich bin auch mit dem Hinweis einverstanden, bei Heilpflanzen-Präparaten Arzneibuchqualität zu bevorzugen, weil damit ein gewisser Qualitätsstandard gewährleistet ist. Vor allem würde ich keine Heilkräuter und auch sonst keine Arzneimittel via Internet beziehen. Dort werden derart viele Fälschungen angeboten, dass die Sicherheit der Produkte nicht gewährleistet ist.

Eine fundierte Phytotherapie eignet sich im übrigen bestens, um verlorengegangenes Wissen über Hausmittel in erneuerter Form wieder aufzubauen.

Wer sich für fundiertes Heilpflanzen-Wissen für die Anwendung bei Kindern und Erwachsenen interessiert, dem empfehle ich meine Lehrgänge – das Heilpflanzen-Seminar und die Phytotherapie-Ausbildung.

 

 

Deutschland plant Verbot für gesüsste Baby-Tees

Damit kleine Kinder nicht an Zucker gewöhnt werden, will die deutsche Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) bis Ende 2019 süßende Zutaten in Baby-Tees gesetzlich verbieten. 

Warnung von gesüssten Babytees

Babys dürften nicht auf Zucker und Süße konditioniert werden, warnte Klöckner. Wer bereits als Baby an den Zuckergeschmack gewöhnt sei, werde auch später im Leben nicht darauf verzichten wollen. Die Ministerin beabsichtigt nun, bis Ende 2019 die Diätverordnung so ändern, dass Zucker und andere süßende Zutaten in Säuglingstees und Kindertees sowie in Kindermilch verboten sind. 

Unter süßenden Zutaten sind nach Auskunft von Klöckners Ministerium etwa Dextrose oder Süßstoff aus der Stevia-Pflanze zu verstehen.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ernaehrungsministerin-plant-gesetzliches-verbot/

 

Kommentar & Ergänzung:

Das ist überfällig. Ich weiss nicht genau, wie die gesetzliche Lage momantan in der Schweiz ist. Ich kann mich aber sehr gut an meine Lehrzeit als Drogist gegen Ende der 70er-Jahre erinnern. Wir haben tonnenweise Milupa Kindertee verkauft und der hohe Zuckergehalt war damals schon ein Thema, insbesondere weil dadurch Karies bei Säuglingen und Kleinkindern stark gefördert wurde.

Bekannt geworden ist dieses Phänomen unter der Bezeichnung Nursing-Bottle-Syndrom. Damit bezeichnet man Karies an den Milchzähnen von Babys und Kleinkindern, vor allem an den oberen Schneidezähnen und Backenzähnen, ausgelöst durch mittels Trinkflaschen verabreichten Getränken wie zum Beispiel Milch, mit Zucker oder Honig gesüßten Tees und Fruchtsäften.

Anfang der 1980er Jahre stellte sich heraus, dass der Milupa-Kindertee in Verbindung mit Produktbeigaben dieses Nursing-Bottle-Syndrom extrem förderte. Dutzende Betroffene zogen damals vor Gericht, Milupa versuchte auf zahnärztliche Gutachter einzuwirken, schlussendlich wurde jedoch 1991 vom Bundesgerichtshof letztinstanzlich entschieden, dass aufgrund der aggressiven Vermarktung und nicht ausreichender Warnhinweise ein Schmerzensgeld an die Betroffenen zu leisten ist. (Quelle: Wikipedia)

Aber die Gewöhnung an einen hohen Süsslevel in der Nahrung, die Klöckner beanstandet, ist genauso problematisch.

Dabei ist es nur konsequent, wenn auch andere Süssmittel wie Stevia in Kindertees verboten werden. Stevia verursacht zwar keine Karies und führt auch keine Kalorien zu, aber die Gewöhnung an süsse Getränke oder Nahrungsmittel kann damit genauso stattfinden wie bei Zucker.

Falls in der Schweiz noch kein derartiges Verbot wirksam ist, bin ich dafür, ein solches einzuführen. Betroffen sind natürlich vor allem diese gesüssten Instant-Kindertees. Ein Babytee oder Kindertee lässt sich selbstverständlich auch direkt mit getrockneten Kräutern mischen, zum Beispiel mit Fencheltee, Kamillenblütentee und Lindenblütentee. Allerdings würde ich empfehlen, Fencheltee nicht zur täglichen Flüssigkeitszufuhr zu geben,  sondern nur, wenn das Kleinkind Verdauungsstörungen wie Blähungen oder Bauchkrämpfe hat.

Wer sich für Heilkräuter und ihre Wirkungen interessiert, kann dazu mehr erfahren in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

 

 

 

 

 

Blick ins Pflanzenlexikon: Baldrian

Die Gattung Baldrian (Valeriana) umfasst etwa 150 bis 300 Pflanzenarten, die in Eurasien und in der Neuen Welt verbreitet sind. In Europa kommen rund 20 Baldrianarten vor.

Bei uns in der Schweiz am verbreitetsten sind:

Gebräuchlicher Baldrian – Valeriana officinalis

= Arznei-Baldrian = Echter Baldrian

Er wächst insbesondere auf feuchten Wiesen, an Waldrändern und Bachufern, auch im Flachland. Überragt in der Wuchshöhe alle anderen einheimischen Baldrianarten und kann bis gegen 2 m hoch werden.

Die Wurzel des Arznei-Baldrians wird in der Phytotherapie gegen Schlafstörungen verwendet in Form von Baldriantee, Baldriantinktur oder Baldrianextrakt (oft kombiniert mit Hopfenextrakt, zum Beispiel in Redormin-Dragees).

Sumpf-Baldrian – Valeriana dioica

Wächst auf nassen Wiesen und in Flachmooren vom Flachland bis in subalpine Lagen und wird etwa 15 – 30 ch  hoch.

Dreiblatt-Baldrian – Valeriana tripteris

Wächst an felsigen, schattigen Orten auf Kalk und auf Silikat. Kann auch im Flachland vorkommen, ist aber wesentlich häufiger in Bergregionen anzutreffen.

Berg-Baldrian – Valeriana montana

Wächst an steinigen, kalkhaltigen Hängen im Jura und in den Alpen.

Neben diesen mehr oder weniger häufig anzutreffenden Baldrianarten gibt es auch solche, die nur sehr regional vorkommen, zum Beispiel:

Pyrenäen-Baldrian – Valeriana pyrenaica

Felsen-Baldrian – Valeriana saxatilis

Keltischer Baldrian (= Echter Speik, im Saastal)) – Valeriana celtica

Weidenblättriger Baldrian – Valeriana saliunca

Zwerg-Baldrian – Valeriana supina

Ausserhalb der Gattung Valeriana, aber innerhalb der Baldriangewächse sind im übrigen einige Pflanzenarten anzutreffen, die man dort nicht vermuten würde. Zum Beispiel die Rote Spornblume (Centranthus ruber), eine ursprünglich mediterrane Pflanze, die oft aus Gärten verwildert, sowie der Gewöhnliche Feldsalat = Ackersalat = „Nüsslisalat“ =  Valerianella locusta.

Als Nutzpflanzen verwendet werden neben dem Arznei-Baldrian vor allem der Echte Speik als Duftpflanze zur Produktion der Speikseife und die Indische Narde (Nardostachys grandiflora ) aus dem Himalaya als Lieferant für Salböle und für Räucherwerk.

Wer mehr über die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Arzneipflanze Baldrian und weiterer Heilkräuter erfahren möchte, kann das in meinen Lehrgängen Phytotherapie-Ausbildung und Heilpflanzen-Seminar. Baldrian-Arten in der Natur kennenlernen können Sie auf vielen meiner Kräuterwanderungen.

Minze und Pfefferminze – wo liegt der Unterschied?

Oft wird mit „Minze“ in erster Linie die bekannte „Pfefferminze“ gemeint. Ihr belebender, scharfer Geschmack erinnert ein wenig an Pfeffer. Wegen ihres hohen Gehalts an Menthol ist die Pfefferminze auch für die Heilkunde interessant.

Ein Glas Pfefferminztee kann lindernd auf Magen-Darm-Beschwerden und Erkältungskrankheiten wirken. Für  die Zubereitung werden einige frische Blätter mit heißem Wasser übergossen. Anschließend abgedeckt etwa 6 bis 8 Minuten ziehen lassen und dann absieben.

Die Pfefferminze wird in der Lebensmittelindustrie zum Beispiel für Kaugummis, Pralinen und Eis verwendet.

Sie trägt den botanischen Namen Mentha x piperita und soll natürlicherweise als Kreuzung zwischen Krauseminze (Grüne Minze) und Bachminze (Wasserminze) entstanden sein. Das x im botanischen Pflanzennamen ist ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Kreuzung handelt.

Die Gattung Mentha (Minze) gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceen) und umfasst rund 30 unterschiedliche Arten und viele Kreuzungen. Die Minzen sind mehrjährigen, krautigen Pflanzen, können 20 bis 100 Zentimeter hoch werden und viele sind in Europa heimisch. Sie unterscheiden sich oft deutlich im Aussehen, aber auch im Geschmack.

Die Schärfe der Pfefferminze ist nicht jedermanns Geschmack, sodass sie zum Kochen und für kalte Getränke nur selten verwendet wird. Für diese Zwecke eignen sich andere Minzen besser.

Die Grüne Minze zum Beispiel wird gerne zum Würzen von Blattsalaten, Chutneys, Fleisch und Fisch genutzt.

Die Marokkanische Minze dient der Verfeinerung von Reis, Bulgur und sommerliche Cocktails, während die Schokominze speziell gut zu Süßspeisen passt. Obstsalate bekommen mit fruchtigen Minzen eine spezielle Note. Gibt man einen Stängel Erdbeerminze in eisgekühltes Mineralwasser, bekommt man ein erfrischendes Getränk.

Im Garten benötigt die Pfefferminze nur wenig Pflege, wenn der Boden humusreich und ausreichend feucht ist. Mentha piperita mag leicht schattige, jedoch warme Standorte unter Bäumen und vor Sträuchern. Allerdings kann sich die Pfeferminze rasch im ganzen Garten ausbreiten, da sie sich über unterirdische Ausläufer vermehrt. Im späten Frühjahr liefert sie die ersten aromatischen Blätter.

Der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist kurz vor der Blüte am höchsten. Die beste Zeit für die Ernte sollen die frühen Morgenstunden sein, da der Gehalt an ätherischem Öl bis zum Abend sinkt. Man schneidet die Stängel samt Blättern kurz über dem Boden ab und hängt sie in Büscheln zum Trocknen auf. So kann das feine Minzaroma ganzjährig konserviert werden.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/bzfe-newsletter-nr-20-vom-17-mai-2017-30212.html#3

 

Kommentar & Ergänzung:

 

Von allen Minzenarten ist für die Phytotherapie die Pfefferminze mit Abstand am wichtigsten. Pfefferminzblätter enthalten etwa 0,5 – 4,0 % ätherisches Pfefferminzöl mit einem Anteil von 35 – 45 % Menthol. Menthol wirkt antimikrobiell, gallenflussfördernd und krampflösend auf die glatte Muskulatur des Darmes. Ausserdem löst es auf der haut einen Kühleffekt aus, genauer die Empfindung von kühl.

Die Krauseminze (Mentha spicata) enthält etwa 0,8 – 2,5% ätherisches Öl, das sich in seiner Zusammensetzung prägnant von Pfefferminzöl unterscheidet. Es enthält als Hauptkomponente 40 – 80 % Carvon, ein Keton, das auch als charakteristischer Inhaltsstoff des ätherischen Kümmelöls bekannt ist. Mentha spicata verströmt einen Kaugummi-Geruch („Spearmint).

In der Heilkunde wird zudem die Ackerminze genutzt (Mentha arvensis). Ihr ätherisches Öl kommt unter Bezeichnungen wie Minzöl, Japanisches Minzöl oder Japanisches Heilpflanzenöl in den Handel und enthält  25 – 40 % Menthol.

Siehe dazu:

Was ist Minzöl / Japanisches Pfefferminzöl?

In der Natur trifft man bei uns am häufigsten die Rossminze an (Mentha longifolia). Sie wächst bis zu 1 Meter hoch und braucht nassen stickstoffreichen Boden. Da sie unangenehm nach Petroleum riecht, eignet sie sich eher weniger zur Teezubereitung.

Die Wasserminze (Mentha aquatica) ist eine Sumpfpflanze und kommt auf nassen, zeitweise überschwemmten, nährstoff- und basenreichen Böden vor. Sie verströmt den charakteristischen Minzduft besonders intensiv, nur schon wenn man in der Natur auf ein Blatt tritt, kann man den Minzgeruch oft deutlich wahrnehmen. Die Pflanze duftet, auch ohne dass man die Blätter zerreibt. Zur Linderung von Magenbeschwerden und zur Steigerung der Gallenproduktion steht die Wasserminze der Pfefferminze kaum nach.

Auf Wikipedia findet sich der Hinweis:

„Die Wasserminze zählte neben dem Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) und dem Eisenkraut (Verbena officinalis) zu den heiligen Kräutern der Druiden.“

Leider fehlt dort eine Quellenangabe. Zudem wurde uns von den Druiden selbst mit Ausnahme von wenigen Weiheschriften und Steintafeln mit religiösem Inhalt sowie dem Kalender von Coligny nichts überliefert. Als Grund dafür wird zumeist das von Gaius Iulius Caesar berichtete Schriftverbot für die Inhalte ihres Glaubens gesehen.

(Quelle: Wikipedia)

Daher sind heute verbreitete Angaben zu Heilkräutern der Druiden oft willkürlich, widersprüchlich und mit Vorsicht zu geniessen.

Zur Gattung der Minzen siehe auch:

Blick ins Pflanzenlexikon: Pfefferminze und andere Minzen

Zur Pfefferminze in der Phytotherapie:

Pfefferminztee bei Verdauungsbeschwerden

Pfefferminzöl bewährt sich bei Spannungskopfschmerzen:

DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen

Pfefferminzöl wirkt als magenresistente Kapsel verabreicht krampflindernd bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile):

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom schmerzlindernd

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe.

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse.

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse.

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

Signaturenlehre (Pflanzensignaturen, Heilpflanzensignaturen)

Die Signaturenlehre, die davon ausging, dass Heilpflanzen uns durch ihre Formen und Farben sagen, wofür sie für uns gut sind, hatte ihren Höhepunkt in der Renaissance (16. Jahhundert). Dann geriet sie in eine Krise, weil zunehmend klar wurde, dass es sich bei diesen Zuschreibungen um Interpretationen handelt, die viel mit uns, aber so gut wie nichts mit den Pflanzen zu tun haben.

Und weil klar wurde, dass diese Interpretation unendlich ist. Jeder Mensch kann innert weniger Minuten Dutzende von Interpretationen liefern, die auf Ähnlichkeiten von Pflanzenformen und –farben mit Organen des Menschen zu tun haben. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Formen und Farben etwas über die Wirkungen der Pflanzen aussagen, bleibt vollkommen unklar, nach welchen Kriterien entschieden werden soll, welche dieser Interpretationen relevant sind.

Nun kommen solche Vorstellungen unter Bezeichnungen wie Pflanzensignaturen oder Heilpflanzensignaturen wieder auf, weil sie offenbar Bedürfnissen von Menschen entsprechen. In der Vorstellung der Signaturenlehre hat die Natur uns etwas zu sagen. Das ist eine schöne Vorstellung. Die Heilwirkungen der Pflanzen sollte man daraus aber nicht ableiten.

 

Hier ein Zitat zu diesem Thema:

 

„Jahrhundertelang glaubte man in der Medizin, dass die Wirkung der Heilkräuter von ihren Formen abhänge. Die Blätter des Leberblümchen ähneln in ihrem Umriss zum Beispiel einer menschlichen Leber, folglich glaubte man an eine Heilkraft bei Leberinfektionen. Die Blätter des Huflattich haben die Form eines Pferdehufs, und man benutzte sie gegen Hufentzündungen……Falsch an der früheren Kräuterlehre war…die Theorie über den Zusammenhang von Form und Wirkung, aus der zum Teil falsche Schlüsse gezogen wurden. Heute wissen wir, dass die Effekte der Kräuter von ihren chemischen Inhaltsstoffen abhängen, von ihren sogenannten sekundären Stoffwechselprodukten, und dass die Form von Blatt, Wurzel und Blüte damit nichts zu tun hat. Aber solange man das annimmt, findet man natürlich immer irgendeine Analogie zwischen Form und Wirkung, um die Theorie aufrechtzuerhalten. Schliesslich sind höhere Pflanzen als Gestalten kompliziert genug, um alles mögliche in sie hineinzulesen.“

 

Quelle:

Hemminger/Keden; Seele aus zweiter Hand, Quell Paperback 1997

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessant an diesem Zitat sind die letzten beiden Sätze. Tatsächlich: Fast jede Pflanze zeigt einen so grossen Reichtum an Formen und Farben, dass wir hundertfache Ähnlichkeiten darin entdecken können. Welche dieser Ähnlichkeiten mir ins Auge fallen, das hat aber nur mit mir zu tun. Es sind meine Erinnerungen, Assoziationen und Interpretationen, die aus der Vielzahl der Ähnlichkeiten auswählen. Dagegen ist gar nichts einzuwenden. Ohne diese Vorgänge wäre die Welt für uns ärmer.

Problematisch wird es nur, wenn man nicht erkennt, dass solche Deutungen aus unserem Inneren stammen und mit der Pflanze nichts zu tun haben. So kommt dann beispielsweise ein Buchautor und Hersteller von Pflanzentinkturen auf die Idee, dass die Wilde Möhre gut für Menschen sei, die sich zentrieren müssen, weil diese Pflanze im Zentrum ihrer Blüte einen auffallenden schwarz-violetten Punkt hat. Das würde dann bedeuten, dass die Wilde Möhre uns Menschen etwas sagen will und sich um uns kümmert. Das ist zwar eine anrührende, schöne Vorstellung, die wohl vor allem Menschen anspricht, die im Grunde genommen in grosser Distanz zur Natur leben. Doch ist es meines Erachtens auch eine sehr irreführenden Vorstellung. Vollkommen übersehen wird dabei nämlich, dass die Wilde Möhre sich mit ihrem schwarz-violetten Punkt nicht an uns, sondern an die Insekten richtet. Wir stellen uns viel zu sehr in den Mittelpunkt der „Natur-Veranstaltung“, wenn wir diese Botschaft als an uns gerichtet auffassen. Es steckt eine gehörige Portion Anthropozentrismus in diesen Vorstellungen von Signaturenlehre bzw. Pflanzensignaturen: Der Mensch steht im Zentrum der „Veranstaltung“ – die Pflanzen sind auf ihn hin geschaffen und ausgerichtet.

Mir scheint es sehr fragwürdig, dass solche Vorstellungen unreflektiert wieder in der Pflanzenheilkunde auftauchen.

Ökologischer ist es, wenn wir die Pflanzen in ihren Lebensräumen und in ihren Wechselwirkungen mit anderen Lebewesen sehen – zum Beispiel den bestäubenden Insekten. Wir Menschen spielen für die Pflanze wohl keine so grosse Rolle und sind allenfalls als Fressfeinde oder Zerstörer von Lebensräumen relevant.

Das soll uns nicht davon abhalten, uns an den Pflanzen zu freuen, sie gern zu haben und mit Respekt als Heilpflanzen oder Nahrungsmittel zu nutzen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Weidenröschenkraut bei gutartiger Prostatavergrösserung (BPH) von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine Beurteilung des Weidenröschenkrauts (Epilobii herba) vor.

Epilobii herba, das Weidenröschenkraut, kann nach Einschätzung der EMA-Gutachter für Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH, gutartige Prostatavergrösserung) empfohlen werden. Weidenröschen kann bei Miktionsstörungen unterstützend eingesetzt werden. Eine Wirksamkeit sei insbesondere durch den jahrelangen erfolgreichen Gebrauch der Pflanze erwiesen, schreibt die EMA, und verweist auf Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus mehr als 30 Jahren. In der EU sind Produkte aus Weidenröschen seit 15 Jahren auf dem Markt.

Zwar gebe es keine klinischen Studien, doch sei aus Labortests ersichtlich, dass Epilobium einen Effekt auf das Wachstum von Prostatazellen habe. Darüber hinaus konnten im Labor antientzündliche und schmerzlindernde Wirkungen festgestellt werden. Nebenwirkungen bei Anwendung von Weidenröschenkraut sind nach Aussage der EMA nicht bekannt.

Für die Fachleute sind die jahrelange sichere Verwendung und die Hinweise auf gute Wirksamkeit zur unterstützenden Behandlung der BPH ausreichend, um die Anwendung bei dieser Indikation ausdrücklich zu empfehlen. Vor der Behandlung sollen allerdings schwerere Erkrankungen durch einen Arzt ausgeschlossen werden, erklärt die EMA.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Inhaltsstoffe verschiedener Weidenröschen-Arten wurden intensiv im Labor erforscht und zeigten zum Teil interessante Wirkungen. Die Empfehlung der EMA steht trotzdem auf wackligem Fundament. Laborergebnisse lassen sich nicht direkt auf die Anwendung beim Menschen übertragen und Erfahrungsberichte aus traditioneller Anwendung lassen keine sicheren Schlüsse zu. Bei einer Besserung ist nie klar erkennbar, ob sie wirklich vom angewendeten Weidenröschentee ausgelöst wurde. Bei langandauernden Beschwerden schwankt die Intensität der Beschwerden meistens im Verlauf und es passiert sehr leicht, dass jede Besserung dem angewendeten Mittel zugeschrieben wird, obwohl nur das natürliche Auf und Ab der Beschwerden vorliegt. Nur klinische Studien könnten hier Klarheit verschaffen, sind aber nicht in Sicht.

Die Phytotherapie-Fachliteratur ist deutlich zurückhaltender bezüglich der Wirksamkeit des Weidenröschens als die EMA.

Weidenröschentee verdankt seine Bekanntheit den Empfehlungen von Maria Treben (1907 – 1991), die aber wegen ihren zahlreichen fragwürdigen bis gefährlichen Ratschlägen nicht vertrauenswürdig ist.

Die auf Wikipedia geäusserte Kritik teile ich voll und ganz:

„Die Stiftung Warentest äußert erhebliche Zweifel an der Sachkundigkeit Maria Trebens und weist auf mehrere Fehler in ihren Büchern hin. Sie empfehle Pflanzen zur Behandlung schwerer Krankheiten bis hin zu Krebs, deren Wirksamkeit für diese Pflanzen überhaupt nicht nachgewiesen seien. Teilweise verwechsele Treben wichtige Fachbegriffe, beispielsweise den Zucker Inulin mit dem Hormon Insulin, wodurch sie fälschlich Löwenzahn gegen Diabetes mellitus empfehle. „Ihr Schöllkraut-Rezept gegen Leber- und Gallenleiden ist eine Anleitung zur Vergiftung. Der Ratschlag, Ohnmächtigen einen Esslöffel Schwedenbitter einzuflößen, ist lebensgefährlich.“

Die Universitätsklinik Freiburg äußert in ihrem Ratgeber für Krebspatienten: „(…) gefährlich ist (…) die Grundtendenz, alle Krankheiten als mit Kräutern heilbar darzustellen. Treben behauptet mit Hinweis auf Sebastian Kneipp, dass das Zinnkraut jeden gut- oder bösartigen Tumor zum Stillstand bringt und ihn langsam auflöst. (…) Gegenüber den ‘Ratschlägen und Erfahrungen mit Heilkräutern’ der Maria Treben ist Skepsis und Zurückhaltung geboten. (…) Gefährlich sind Ratschläge, primär gut operable und damit heilbare Tumoren zuerst versuchsweise mit Kräutern zu behandeln, z. B. Hodenkrebs mit Spitzwegerichumschlägen. Damit geht (…) viel Zeit und möglicherweise die Heilungschance verloren. Alle diese Medikamente sind in ihrer Wirksamkeit gegen Krebs unbewiesen.“

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Medizin-Nobelpreis für Naturstoffe gibt Phytomedizin Auftrieb

Die diesjährige Vergabe des Medizin-Nobelpreises wird in manchen Kreisen als großartige Entscheidung für die Pflanzenheilkunde aufgefasst. Es sei bemerkenswert und ein großes Glück für das gesamte Feld der Phytomedizin, dass der Naturstoff Artemisinin durch die Preisverleihung ins Scheinwerferlicht der akademischen und der allgemeinen Öffentlichkeit gelangt ist, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Das Nobelkomitee habe mit seiner Entscheidung die Naturstoffe in den Fokus gerückt und damit ein wichtiges Signal für künftige Forschungsfelder und Aufgaben gegeben, erklärt der Mainzer Wissenschaftler, der selbst auf dem Gebiet arbeitet.

Artemisinin ist nicht nur für die Malaria-Behandlung bedeutend, sondern auch ein vielversprechender Wirkstoff für die Krebstherapie.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, so die vollständige Bezeichnung, ging 2015 zur Hälfte an William C. Campbell und Satoshi Ōmura für ihre Arbeiten zur Behandlung von Infektionen, die durch Fadenwürmer ausgelöst werden, mit einem Wirkstoff auf der Basis von Avermectin aus Bakterienkulturen.

Zur anderen Hälfte ging der Preis an die chinesische Wissenschaftlerin Youyou Tu für ihre Entdeckungen zur Therapie von Malaria. Youyou Tu hatte Heilkräuter untersucht, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit über 2000 Jahren für die Therapie von Fieber und Erkältungen eingesetzt werden. Sie entdeckte dabei, dass Auszüge von Einjährigem Beifuß (Artemisia annua) mit seinem Wirkstoff Artemisinin effektiv gegen Malariaerreger angewendet werden können.

Eine beträchtliche Anzahl von Arzneistoffen für die klinische Praxis werde heute schon aus natürlichen Ressourcen gewonnen. Avermectin und Artemisinin seien zwei wunderbare Beispiele dafür, sagt Efferth:

„Wir sind zuversichtlich, dass die Nobelpreis-Vergabe zur Förderung der Phytomedizin beiträgt und wir in Zukunft weitere Anwendungen sehen werden.“

Efferth selbst forscht seit etwa 20 Jahren auf diesem Gebiet und konnte gleichzeitig mit Forschern in den USA und den Niederlanden Mitte der 1990er Jahre erstmals zeigen, dass Artemisinin auch bei Krebs wirksam ist. Eine neuere Studie erfolgte in Zusammenarbeit mit Medizinern der University of London und kam zum Schluss, dass Derivate von Artemisinin tatsächlich die Lebenszeit von Patienten mit Darmkrebs verlängern können. “Wir haben damit den klinischen Nachweis erbracht. Aber wir müssen Artemisia annua noch weiter entwickeln und ein Profil erstellen, bei welchen Tumorarten die Substanz wirksam ist”, sagt Efferth. Artemisia scheint jedoch nicht nur bei Krebserkrankungen von Nutzen zu sein, sondern auch bei Infektionen mit dem humanen Cytomegalie-Virus (HCMV) und anderen Virusinfektionen sowie bei Bilharziose.

Artemisia annua, der Einjährige Beifuß, zählt zu einer Gattung mit über 200 Arten weltweit, ist jedoch nicht mit dem in Mitteleuropa verbreiteten Ackerunkraut, dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris), zu verwechseln.

In der Pharmazeutischen Biologie der Universität Mainz erforscht ein internationales Team von 20 Mitarbeitern Pflanzeninhaltsstoffe von Heilpflanzen aus 30 Ländern auf ihre Wirksamkeit gegen Krebs.

Quelle:

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=46784

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Naturstoff-Forschung wird durch diesen Nobelpreis wohl tatsächlich verdienter massen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt hier sehr spannende Forschung, die oft auch der Phytotherapie Nutzen bringt.

Gerade bei der Naturstoff-Forschung gegen Krebs ist allerdings festzuhalten, dass im Labor oft eindrückliche Ergebnisse erzielt werden. Ob ein erfolgreich im Labor untersuchter Naturstoff jedoch auch im realen Leben bei realen Krebskranken wirksam ist, steht damit noch keineswegs fest. Vorschnelle Versprechungen sollten da besser unterbleiben.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis) ist die Blume des Jahres 2015

Die Loki Schmidt Stiftung hat den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 gewählt (Pflanzenfoto auf Wikipedia).

Mit der „Blume des Jahres“ macht die Loki Schmidt Stiftung jeweils auch auf einen bedrohten Lebensraum hin.

Beim Teufelsabbiss sind das magere und offene Feuchtwiesen, Moore und Heiden.

Das Rhizom ( = Wurzelstock) des Gewöhnlichen Teufelsabbisses wird bis zu 50 cm tief und stirbt im Herbst von unten ab. Der Teufel soll die Wurzel jeweils von unten abbeissen, aus Zorn über ihre Heilkraft, sagt ein alter Volksglaube.

Quelle:

http://www.loki-schmidt-stiftung.de/downloads/blumen_des_jahres_pdfs/Blume_des_Jahres_2015.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Teufelsabbiss enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Stärke und Saccharose. Die Pflanze wurde in der traditionellen Volksheilkunde eingesetzt zur „Blutreinigung“, als Diuretikum, gegen Husten, Heiserkeit, Lungenerkrankungen, als Anthelmintikum (wurmwidriges Mittel), äusserlich bei Hauterkrankungen, Ekzemen, Geschwüren und Quetschungen.

Wie viele andere Pflanzen auch, wurde Teufelsabbiss früher gegen Pest empfohlen. Aber schon Tolstoi hat geschrieben: Wenn gegen eine Krankheit viele verschiedene Heilmittel empfohlen werden ist das ein Zeichen, dass sie unheilbar ist. Mit anderen Worten: Gegen Pest hat man früher in grosser Not einfach fast alles probiert, was greifbar war.

Keine dieser Indikationen ist aber bisher geklärt worden, so dass der Teufelsabbiss heute in der Phytotherapie nicht mehr zur Anwendung kommt.

Zum Anschauen in der Natur ist die Pflanze allerdings ausgesprochen hübsch, aber nicht häufig anzutreffen. Wenn Sie mehr Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, dann schauen Sie sich mal mein Programm 2015 für die Kräuterwanderungen an.

Botanisch gehört der Teufelsabbiss zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae), zu der auch die Witwenblumen, die Skabiosen und die Karden zählen.

Teufelsabbiss blüht erst spät im Jahr (Juli bis September) und wird von Bienen, Schmetterlingen und Fliegen bestäubt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen von Maria Treben gegen Tumore?

Ich werde immer wieder mal gefragt, was ich von den Heilkräutern halte, die Maria Treben gegen Tumore empfiehlt.

Daher soll es hier wieder einmal gesagt sein:

Die Empfehlungen von Maria Treben gegen Krebs entbehren jeder Grundlage.

Maria Treben (1907 – 1991) ging davon aus, dass sich jede Krankheit mit Heilpflanzen heilen lässt. Das ist ein fundamentaler Irrtum. Heilpflanzen haben eine ganze Palette von sinnvollen Anwendungsbereichen, doch haben sie auch ihre Grenzen. Wer diese Grenzen wie Maria Treben ausblendet, läuft in eine riskante Richtung und gefährdet das Leben von Patientinnen und Patienten.

Das Tumorzentrum der Universitätsklinik Freiburg schreibt mit gutem Grund:

„Treben behauptet, mit Hinweis auf Sebastian Kneipp, dass “das Zinnkraut jeden gut- oder bösartigen Tumor zum Stillstand bringt und ihn langsam auflöst”. Weitere “Wundermittel” sind Schwedenkräuter, intern oder als Umschlag angewendet, Spitz- oder Breitwegerichbrei, Ringelblumensalbe und vieles anderes. Gegenüber den “Ratschlägen und Erfahrungen mit Heilkräutern” der Maria Treben ist Skepsis und Zurückhaltung geboten. Einer vernünftigen zusätzlichen Anwendung solcher Präparate ist nichts entgegenzuhalten, zum Beispiel dem Einreiben einer Operationsnarbe nach Mastektomie mit Ringelblumensalbe. Gefährlich sind Ratschläge, primär gut operable und damit heilbare Tumoren zuerst versuchsweise mit Kräutern zu behandeln, z. B. Hodenkrebs mit Spitzwegerichumschlägen. Damit geht bei diesem heute heilbaren Tumor viel Zeit und möglicherweise die Heilungschance verloren.“

Quelle:

http://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/09_zentren/cccf/pdf/Broschüren/Final-Patientenratgeber_Komplementäre_Verfahren.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Nicht alles glauben, was über Wirkungen von Heilpflanzen erzählt und geschrieben wird. Wie man kritisch nachfragt und Aussagen und Versprechungen auf ihren Gehalt hin prüft, können Sie in meinen Lehrgängen lernen (Heilpflanzen-Seminar, Phytotherapie-Ausbildung).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

Smoothies & Co. – Kräuterzusätze als Marketingmasche in Wellness-Drinks

Kräuterzusätze tauchen zunehmend in Modegetränken auf. Die Hersteller und ihre Marketingagenturen bauen dabei auf das gesunde Image der Kräuter.

Cranberry, Aloe vera, Holunder, Melisse, Ginseng, Grüntee, Rotes Weinlaub, Ingwer & Co. versprechen einen gesundheitlichen Zusatznutzen. Wie real sind diese Versprechungen?

Grundsätzlich ist es so, dass eine Wirksamkeit solcher Kräuterzusätze in Lebensmitteln nicht nachgewiesen werden muss – das wäre nur bei Arzneimitteln der Fall.

Und es ist sehr, sehr fraglich, ob diese Heilpflanzen in solchen Produkten in einer Konzentration vorliegen, die auch wirksam sein könnte.

Wenn zum Beispiel Rotes Weinlaub als Extraktpräparat gegen venöse Ödeme wirksam ist, und dies auch mit Studien gezeigt werden konnte, dann folgt daraus nicht, dass ein bisschen Rotes Weinlaub in einem Smoothie genauso wirksam ist. Aber der Smoothie-Hersteller profitiert vom Ruf, den Rotes Weinlaub als Phytopharmaka inzwischen aufgebaut hat.

Die Beschriftung „Rotes Weinlaub“ allein wirkt allerdings noch nicht, es braucht eine relevante Menge an Wirkstoffen.

In der „Welt“ rät die Oecotrophologin Andrea Pütz:

“Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, beruhigt sein Gewissen besser nicht mit Wellness-Drinks.“

Sie empfiehlt, Zutaten wie Melisse oder Ingwer frisch zu kaufen und selber Getränke mit purem Mineralwasser zu mixen oder einen Tee damit aufzubrühen.

Solche selbst zubereiteten Getränke sparen außerdem Geld, erklärt Pütz.

Eine gesunde Abwechslung bringe mit ein bis zwei Gläsern pro Tag auch die traditionelle Saftschorle.

Die Anteile der beworbenen Pflanzenstoffe seien häufig nur minimal in fertigen Getränken enthalten, manchmal sogar nur als Aroma.

So bringen sie nach Angaben der Ökotrophologin keinerlei Zusatznutzen.

Konsumentinnen und Konsumenten sollten also genau abwägen, ob sie den Werbeaussagen von sogenanntem Functional Food trauen können. Diese versprechen beispielsweise etwa vitalisierende oder beruhigende Wirkung. Da dieser gesundheitliche Zusatznutzen meist ausbleibt, sei dies als irreführend zu bewerten, sagt Pütz.

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article123278625/Wirkung-von-Pflanzen-in-Wellness-Drinks-unbewiesen.html

Kommentar & Ergänzung:

In Functional Food sind Kräuterzusätze in der Regel irrelevante Attribute, die den Konsumentinnen und Konsumenten einen höheren Wert des Produktes vorgaukeln und zur Profilierung gegenüber der Konkurrenz dienen. Wirksamkeit ist von diesen Kräuterzusätzen nicht zu erwarten.

Immer wenn es um Kräuter geht, lohnt es sich daher genau hinzuschauen. Wie lässt sich beurteilen, ob Heilkräuter in einer wirksamen Zubereitungsform vorliegen oder in einer unwirksamen?

Welche Kriterien muss eine Heilkräuter-Zubereitung erfüllen, damit sie wirksam ist?

Das ist unter anderem Thema in meinen Lehrgängen (Phytotherapie-Ausbildung, Heilpflanzen-Seminar). Schauen Sie sich das Programm einmal genauer an, wenn Sie sich fundiertes Kräuterkunde-Wissen erwerben möchten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Infoportal

Schafgarbe

Schafgarbe


Wildkräuterküche: Schafgarbe

Unter dem Titel „Fünf Köstlichkeiten aus der Natur“ berichtet der Südkurier unter anderem über die Verwendung der Schafgarbe in der Wildkräuterküche und in der Pflanzenheilkunde.

„Schafgarbe: Wird seit der Antike zur Wundheilung verwendet. Die Blüten sind Zutat in vielen Teemischungen, sie finden Anwendung bei Magen-Darm-Problemen, Menstruationsbeschwerden, Durchblutungsstörungen und zur Blutreinigung. In der Küche lässt sich mit Schafgarbe würzige Kräuterbutter oder Fleischmarinade herstellen. Schafgarbe verbessert die Verdaulichkeit von fettem Schweine- und Gänsefleisch… Zum vollständigen Text hier…

Nutzten schon Neandertaler Heilkräuter wie Kamille und Schafgarbe?

Wissenschaftler fanden in 50.000 Jahre altem Zahnstein Pflanzeninhaltsstoffe von Schafgarbe und Kamille. Was kann man daraus schliessen?

Ein internationales Wissenschaftlerteam um Karen Hardy von der Autonomen Universität Barcelona und der britischen Uni York untersuchte zehn Zähne aus fünf Neandertaler-Schädeln, die man 2009 in der El-Sidrón-Höhle im nordspanischen Asturien entdeckte.

Die Analysen der rund 50.000 Jahre alten Zähne und ihres Zahnsteins zeigten, dass die Neandertaler auch Kamille und Gemeine Schafgarbe zu sich nahmen, wobei Bestandteile dieser Heilkräuter allerdings nur in einem dieser Schädel gefunden wurde… Zum vollständigen Text hier…

Blick ins Pflanzenlexikon: Schafgarben

Die Schafgarben (Achillea) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von welchem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze Wunden behandelt habe. Pflanzenarten aus der Gattung „Schafgarben“ finden als Heilpflanzen Verwendung. In China wurden Schafgarbenstängel zu Orakelzwecken verwendet, um Hexagramme zu bestimmen (I Ging).

Die Gattung Schafgarbe umfasst etwa 115 – 200 Arten. In der Schweiz sind es 9 Arten.

Wichtige Beispiele:

Gemeine Schafgarbe (= Gewöhnliche Schafgarbe, Achillea millefolium)

Achillea millefolium ist diejenige Schafgarbenart, die bei uns als Heilpflanze verwendet wird (Foto auf Wikipedia)… Zum vollständigen Text hier…

Heilpflanzen: Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Pharmaceutical Tribune veröffentlichte kürzlich einen interessanten Beitrag zur Schafgarbe. Hier ein paar Auszüge mit dazwischen gesetzten Kommentaren von mir:

„Äußerlich werden Umschläge aus zerquetschtem Kraut als Auflage bei Verletzungen empfohlen. Sitzbäder mit Schafgarbenaufguss können auf Grund der adstringierenden Wirkung Linderung bei Wunden im Anal- oder Dammbereich bringen…….Laut Kneipp entspricht das Potenzial der Schafgarbe dem des Johanniskrauts.“

Schafgarbe (Achillea millefolium) hat in der traditionellen Pflanzenheilkunde einen soliden Ruf als Wundheilpflanze. Sie wurde auch Soldatenkraut und Zimmermannskraut genannt… Zum vollständigen Text hier…

Inserate

Heilkräuterkurse in der Schweiz

Interessiert an Heilkräuterkursen in der Schweiz?

Ausbildung und Weiterbildung in Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Kanton Zürich, Schweiz).

Kräuterwanderungen in schönen Landschaften der Schweiz, zum Beispiel in den Kantonen Bern, Wallis, Graubünden, Luzern, Basel, Aargau, Schwyz, St. Gallen, Schaffhausen, Glarus, Zürich.

Programm: Heilkräuterkurse in der Schweiz

 

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Martin Koradi

Martin-KoradiLebenslauf von Martin Koradi
(Kurzversion für Eilige)

Jahrgang 1957, diplomierter Drogist, 1994 – 2005 Dozent für Phytotherapie an der „Akademie für Naturheilkunde“ in Basel und seit 2001 am eigenen „Seminar für Integrative Phytotherapie“ in Winterthur.

Leitung von Heilpflanzen-Exkursionen seit 1986.
Für die Naturseminare ergänzende Weiterbildung in Vogelkunde und Insektenkunde.
Gestaltpsychotherapeutische Ausbildung (ZIST).
Philosophisches Privatstudium bei Eva Schiffer (Philosophische Praxis, Zürich).


Ausführlichere Version für diejenigen, die’s genauer wissen wollen:

Ich bin Jahrgang 1957. Durch meine vierjährige Ausbildung zum Drogisten – die ich als sehr spannend erlebt habe – kam ich in Kontakt mit den Heilpflanzen und habe mich sogleich intensiv in dieses Gebiet vertieft. Danach Arbeit in verschiedenen Heilkräuter-Drogerien. 1980/1981 Vollzeitstudium an der Höheren Drogistenschule Neuenburg mit Abschluss als diplomierter Drogist (Meistertitel). Dort holte ich mir u.a. ein solides Fundament im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde.

Arnikawiese

Arnikawiese in Lenk

Anschliessend Leitung einer profilierten Heilkräuter-Drogerie mit ausgebauter Beratungstätigkeit. Am 1. August 1983 Beendigung der Drogerietätigkeit aus dem Wunsch heraus, mehr über die Natur, Gesundheit und Krankheit, den Menschen (und mich selbst) zu lernen, als es mir in einer Drogerie möglich war. Beginn einer freischaffenden Tätigkeit als Lehrer für Heilpflanzenkunde an Klubschulen, Volkshochschulen und Krankenpflegeschulen. Veröffentlichung des Buches „Heilpflanzen-Therapie“ (2.Auflage 1984, vergriffen) im Eigenverlag und Vertrieb dieser Publikation über Buchhandlungen, Drogerien, an Kursen und im Strassenverkauf.

Parallel dazu von 1981 – 1996 kontinuierliche Aus- und Weiterbildung im psychologischen und psychotherapeutischen Bereich, u. a. Körpertherapie (Shiatsu, Posturale Integration), NLP, Ausbildung in der Leitung von Gruppen, vierjährige Ausbildung in Gestaltpsychotherapie, wovon drei am ZIST in München bei Wendela ter Horst menschlich und fachlich sehr wertvoll waren, vierjährige Ausbildung in Beziehungstherapie (Prof. Stadter in Rosenheim, Lehrtherapie bei Cordula Falt).
Während dieser insgesamt 15 „Psycho-Jahre“ viel Wertvolles entdeckt (u. a. Martin Buber), aber auch nicht wenig „Schrott“ gesehen, viel Selbstüberschätzung, Allmachtsphantasien und fahrlässige bis gefährliche Methoden.
1987 – 1994 Leitung von Seminaren im Bereich Kommunikation, Gesprächsführung, Stressbewältigung, Selbsterfahrung in der Natur und zur psychologischen Bewältigung von Kopfschmerz und Schlafstörungen. Im selben Zeitraum Aufbau einer Praxis für Gesundheitsberatung, in welche psychologisch-beratende und phytotherapeutische Elemente einflossen.

Muerren

Heilpflanzenwanderung in Mürren

1986 erstmals Leitung einer „Heilpflanzen & Alpenblumen“–Exkursion in Lenk (Berner Oberland). In den folgenden Jahren kamen weitere Standorte dazu u.a. Vals, Feldis, Trin, die Rigi, Jeizinen, Mürren. Aus dem Wunsch heraus, mehr von der Natur zu verstehen, folgte eine Weiterbildung in Vogelkunde beim Züricher Vogelschutz (dipl. Feldornithologe). Besonders faszinieren mich aber die kleinen Tiere wie Käfer, Schmetterlinge, Libellen usw. Nimmt man sich die Zeit, sie genau zu betrachten , entdeckt man wahre Bijoux und lernt höchst staunenswerte Lebensweisen kennen. Ergiebige und die Augen öffnende Weiterbildungen in Insektenkunde verdanke ich der Entomologischen Gesellschaft Zürich, dem Entomologischen Verein Alpstein, der ETH Zürich und dem Zoologischen Institut der Universität Bern.

1994 Lehrauftrag als Dozent für Phytotherapie an der damals neu gegründeten Akademie für Naturheilkunde (ANHK) in Basel. Es folgten acht intensive Jahre zum Aufbau von Konzept und Kursunterlagen für den Unterricht. Die ANHK bildet in einem 4jährigen Vollzeitstudium angehende Naturärztinnen und Naturärzte für die kantonalen Prüfungen aus. Das verlangt Unterrichtsstoff von höchster Qualität. Das genaue und umfassende Recherchieren aller Wirkungen der Heilpflanzen nahm während dieser acht Jahre etwa den Umfang eines (unbezahlten) 50% Jobs ein. Dieses Wissen bildet den Grundstock meiner heutigen Lehrtätigkeit im Bereich Phytotherapie. Den Lehrauftrag an der ANHK kündigte ich 2005.

Iffigensee

Iffigensee in Lenk

 Ab 1999 besuchte ich über viele Jahre regelmässig philosophische Privatstunden bei Eva Schiffer (Zürich) in ihrer philosophischen Praxis. Am Ursprung dieser Arbeit stand der Wunsch, die Phytotherapie – aber auch andere naturheilkundliche Methoden – in einem grösseren Zusammenhang sehen zu können, ihre geschichtlich-philosophischen Wurzeln zu verstehen und sie wo nötig auch fundiert hinterfragen zu können. Im Zentrum dieses intensiven und immer noch andauernden Lernprozesses stehen Themen, welche für die (Natur-) Heilkunde wichtig sind, wie z. B. Naturphilosophie, Ethik, Erkenntnistheorie, Wissenschaftsgeschichte). Ergebnisse dieses Studiums fliessen in gut verständlicher Form an verschiedenen Stellen in meine Kurse ein. Auch die Broschüren zur Kulturgeschichte der Haut und zur Kulturgeschichte der Frauenheilkunde gründen auf diesem Fundament (siehe unter “Publikationen” ). Wertvolle philosophische Anregungen bekomme ich seit über 10 Jahren auch aus der regelmässigen Teilnahme am wöchentlichen Café Philo des Philosophen Albert Hoffmann. Auf seiner Website kann mich in einem YouTube Video sehen,  wo ich ein paar Worte zum Nutzen der Philosophie für die berufliche Praxis sage.

2001 Gründung des eigenen „Seminars für Integrative Phytotherapie“ (SIP), in Winterthur. Das SIP richtet sich hauptsächlich an Berufsleute aus der Krankenpflege, nimmt aber gerne auch MedizinerInnen, Berufsleute aus der Naturheilkunde und unter bestimmten Bedingungen auch interessierte Laien auf.

Ich bin Koordinator der “Interessengemeinschaft Phytotherapie & Pflege” ( www.ig-pp.ch ), die sich mittels Vernetzung, Erfahrungsaustausch, Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying für professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege einsetzt.

Seit 2007 habe ich mich im Rahmen meines privaten Philosophiestudiums bei Eva Schiffer auch mit den fundamentalen Unterschieden zwischen chinesischem und westlichem Denken befasst. Auf der theoretischen Ebene geschieht das durch intensive Auseinandersetzung mit dem Werk von François Jullien und auf der praktischen auf bisher insgesamt 12 Reisen in verschiedenen Regionen Chinas – vom Regenwald in Yunnan bis zur tibetischen Hochebene, von der Wüste Gobi bis zu den Skipisten im eisigen Norden bei Harbin, von den abgelegensten Dörfern in der Provinz, die noch nie einen Ausländer gesehen haben, bis zu den Grossstädten wie Shanghai, Peking oder Kunming.

Seit 2014 / 2015 bin ich zunehmend besorgt über die gesellschaftspolitischen und geostrategischen Entwicklungen, die unsere liberalen, offen-demokratischen Gesellschaftsmodelle in Westeuropa gefährden. Meinem Eindruck nach ist es an der Zeit, diesen Entwicklungen sorgfältige Aufmerksamkeit zu schenken und die offen-demokratische Gesellschaft, wie sie zum Beispiel der Philosoph Karl Popper beschrieben hat, durch entsprechendes Engagement zu stärken. Ich bin auf der Suche nach Wegen, die in diese Richtung führen. Unter anderem baue ich dazu im Internet verschiedene Projekte auf, zum Beispiel den Blog Info-Selection und den Blog gegen Hasspropaganda im Internet. Neben meiner Lehrtätigkeit im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde sind diese Themen gegenwärtig für mich am wichtigsten. Mein Kursangebot ist natürlich nicht politisch, aber ich will auch nicht eine isolierte “Heile Kräuterwelt” anbieten. Der Blickwinkel darf und soll durchaus etwas weiter sein und auch den Kontext umfassen, in dem wir leben. Für den Umgang mit dem Thema “Gesundheit” ist das sowieso unverzichtbar.

Tagesseminare

Tagesseminare bieten kompaktes Wissen zu einem bestimmten Bereich der Phytotherapie. Sie finden in der Regel in Winterthur statt. Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.
Die Detailprogramme der Tagesseminare finden Sie im Kursprogramm.

Kräuterwanderungen

ParadieslilieAuf meinen Kräuterwanderungen können Sie Heilkräuter, Wildblumen und Alpenpflanzen in ihren natürlichen Lebensräumen kennenlernen.

Sie hören spannende Pflanzengeschichten aus Biologie und Mythologie und erfahren dabei viel Faszinierendes über Heilwirkungen, Erkennungsmerkmale, geschichtliche Bedeutung und Lebensweisen der Pflanzen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Alle Kurse finden in eindrücklichen Landschaften statt und öffnen die Augen für die kleinen Wunder am Wegrand.

Die Leitung von Kräuterwanderungen ist in den Monaten Mai, Juni und Juli jeweils meine Haupttätigkeit – und das seit 1986. Sie können auf allen meinen Exkursionen daher von meiner langjährigen und vielseitigen Erfahrung profitieren.

Häufige Fragen und Antworten zu meinen Kräuterwanderungen (FAQ) finden Sie hier.

Schöne Pflanzenfotos von meinen Kräuterexkursionen in der Schweiz können Sie anschauen auf Flickr und in meiner Bildergalerie auf dieser Website.

Die Detailausschreibungen der Kräuterwanderungen finden Sie in meinem Kursprogramm.

Lehrgang Heilpflanzen-Seminar

JohanniskrautDieser Lehrgang über 6 Wochenenden eignet sich für vor allem für Teilnehmende ohne medizinische Grundausbildung, die fundiertes, vertieftes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen in kompakter Form erwerben möchten – zum Beispiel für den verantwortungsbewussten Einsatz in der Familie. Angesprochen sind auch Berufsleute aus Landwirtschaft und Gartenbranche, die mit Heilpflanzen zu tun haben und mehr über ihre Verwendungsmöglichkeiten erfahren wollen, oder Lehrpersonen, die Heilpflanzenwissen für ihren Unterricht brauchen können. Fünf Wochenenden finden in Winterthur statt, das Abschlusswochenende mit Kräuterwanderungen verbringen wir in den Bergen.

Kosten: Fr. 1900.-

Leitung: Martin Koradi

Alle Detailinformationen dazu finden Sie hier.