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[Buchtipp] “Populismus für Anfänger”, von Walter Ötsch und Nina Horaczek

Populismus-AnfaengerVerlagsbeschreibung

Die simple Welt der Populisten

Frankreich, Holland, Deutschland, Österreich – die Populisten scheinen in Europa unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Und alle anderen agieren, als gäbe es keine Strategien gegen die rechten Volksverführer. Dabei besitzen Rechtspopulisten einen einfachen Kern, nämlich das selbstgestrickte Bild einer gespaltenen Gesellschaft: Hier sind WIR und dort sind die ANDEREN. Dieses Bild erklärt die Sprache, die Taktiken, die innere Organisation und die Eskalationsdynamiken der Rechtspopulisten auf ungemein klare Art. Der Kommunikationsexperte Walter Ötsch und die Journalistin Nina Horaczek zeigen in dieser “Anleitung zur Volksverführung” als fiktive Coaches, wie man erfolgreicher Populist wird. So entlarven sie klug und unterhaltsam die Tricks und Täuschungsmanöver der Demagogen und entschlüsseln ihre Codes – und Sie erfahren, was Sie selbst gegen rechte Endzeitpropheten tun können.

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Zum Autor Walter Ötsch

Prof. Dr. Walter Ötsch ist Ökonom und Kommunikationswissenschaftler an der Johannes Kepler Universität Linz. Er leitet das Zentrum für soziale und interkulturelle Kompetenz, ist Autor mehrerer Bücher und als Trainer und Coach für Führungskräfte tätig.

Zur Autorin Nina Horaczek

Nina Horaczek  studierte Politikwissenschaften und arbeitet seit dem Jahr 2000 bei der österreichischen Wochenzeitung „Falter“,aktuell als Chefreporterin. Horaczek widmet sich intensiv dem Thema Rechtsextremismus und ist Autorin mehrerer Sachbücher.

 

Kommentar von Martin Koradi

Während das Buch „Was ist Populismus“ von Jan-Werner Müller ein kompaktes Konzept bietet dazu, was Populismus ist (und was nicht), liefern Ötsch und Horaczek die praktische Analyse der populistischen Rhetorik. Hier wird Punkt für Punkt seziert, wie demagogische Strategien funktionieren. Das ist sehr erhellend und zudem unterhaltsam formuliert.

Ötsch und Horaczek haben sich intensiv mit den langjährigen Erfahrungen auseinandergesetzt, die Österreich mit dem Rechtspopulismus hat, angefangen mit dem „Superstar“ Jörg Haider, der mit seinen Skandalen und seiner Politik das Bundesland Kärnten gehörig ins Trudeln gebracht hat.

Im Vorwort schreiben die Autoren:

„Dieses Buch fusst auf den Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte. Es zeigt auf, mit welchen Tricks die Demagogen unserer Zeit arbeiten und welches Welt- und Menschenbild dahintersteht. In diesem buch lernen Sie, selbst zum Superdemagogen zu werden und Spass daran zu haben, die demagogischen Codes zu entschlüsseln. Sie erfahren ausserdem Gegenstrategien, was jede und jeder Einzelne, was wir alle gemeinsam gegen rechte Entzeitpropheten tun können. Denn nur wer versteht, wie Volksverführung funktioniert, ist immun gegen das Gift, das die Verführer versprühen.“

Den Kernpunkt ihres Ansatzes formulieren Ötsch und Horaczek so:

„Rechtspopulismus ist alles andere als ein Geheimnis. Im Gegenteil: Rechtspopulismus beruht auf einem einzigen Grundgedanken, einem selbstgestrickten Bild der Gesellschaft. Dieses Bild ist die Basis des Rechtspopulismus.  So sieht das Bild aus: Hier sind WIR und dort sind die ANDEREN. Diese beiden Gruppen braucht der Rechtspopulismus. Sonst nichts.“

Diese Grundeinteilung stimmt zwar, doch braucht es schon mehr für einen ausgewachsenen Populismus. Jan-Werner Müller würde wohl sagen, dass die Anführer von WIR als Populisten behaupten, dass sie und nur sie das Volk vertreten.

Das Buch „Populismus für Anfänger“ nimmt aber die rhetorischen Strategien der Populisten sehr differenziert auseinander und lohnt sich für alle, die an der Erhaltung demokratischer Gesellschaftsmodelle interessiert sind.

Wobei aber – als Wort zu Schluss – dem Populismus nicht nur auf rhetorischer Ebene begegnet werden kann. Es braucht beispielsweise auch überzeugende politische Programme und Angebote der nicht-populistischen Parteien. Manchmal werfen nämlich Populisten durchaus relevante Fragen auf, auch wenn ihre Antworten und Lösungsvorschläge noch nie irgendwo funktioniert haben.

Ausserdem: Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterkursen und Kräuterwanderungen.

 

Kleidung aus Brennnesselfasern in der Bronzezeit für Fürsten verwendet

In der Bronzezeit haben Menschen aus den Fasern der Brennnessel Kleidung produziert. Das haben Wissenschaftler der Universität Kopenhagen herausgefunden. Ihre Erkenntnisse wurden nun im Magazin “Scientific Reports” publiziert. Die Forscher untersuchten das Gewand eines Toten, der in einem fast 3.000 Jahre alten Grabhügel auf der dänischen Insel Fünen bestattet ist. Dieser Leichnam sei vor der Bestattung in einen Stoff aus Brennnesselfasern eingewickelt worden. Bislang war angenommen worden, dass das Gewebe aus Flachs besteht.

Weil das Grab gewaltige Ausmasse hatte, muss es sich beim Toten um eine bedeutende Person gehandelt haben. Die Wissenschaftler analysierten mit einer Strontium-Analyse die Herkunft des Stoffen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Brennnesseltuch vermutlich aus Kärnten oder der Steiermark stammt.

Quellen:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=141832

http://science.orf.at/stories/1705543/

http://www.nature.com/srep/2012/120928/srep00664/full/srep00664.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Brennnessel ist heute vor allem als Heilpflanze bekannt. Brennesselblätter werden verwendet zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und als entzündungswidriges Mittel bei Rheuma (vor allem bei Arthrose).

Die Verwendung von Brennnessel als Faserpflanze ist heutzutage kaum mehr bekannt.

Der beschriebene Fund aus Dänemark zeigt aber, dass es Stoffe aus Brennnesseln schon vor Jahrtausenden gab.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts lebte das Interesse an der heimischen Faserpflanze wegen einer Baumwollknappheit wieder auf. Nesseltuch galt um 1900 als das „Leinen der armen Leute“. Zuletzt wurde es im Zweiten Weltkrieg vermehrt in Deutschland für Armee-Bekleidung verwendet.

Der Begriff Nesseltuch, kurz Nessel, bezeichnet ursprünglich einen aus den Fasern der Brennnessel produzierten Stoff. Heutzutage wird mit Nessel bzw. Nesseltuch oder Baumwollnessel ein Gewebe in Leinwandbindung aus Baumwolle bezeichnet.

Der Stängel hauptsächlich der alten Pflanzen der Großen Brennnessel (Urtica dioica) hat sehr lange und feste Bastfasern. Aus diesen wurde bereits vor Jahrtausenden Nesselgarn, Nesselfäden und Stoffe hergestellt. Damit wurden zum Beispiel zusammen mit Birkenpech Pfeilspitzen und die Befiederung an Pfeilschäften befestigt. Die Fasern eignen sich für die Herstellung von Stoffen wie beispielsweise dem Nesseltuch, das fester als Leinen ist, wie auch für Fischernetze und Stricke. Vor Einführung der Baumwolle als Ausgangsmaterial für Textilien in Europa gab es 1723 in Leipzig noch eine Nesselmanufaktur.

Brennnesselfaser zeichnen sich aus durch hohe Reißfestigkeit, extrem hohe Feuchtigkeitsaufnahme, Bauschfähigkeit ähnlich der Baumwolle und durch edlen Glanz.

Seit Beginn der 1990er Jahre ist es zu einer Wiederbelebung des Interesses an heimischen Faserpflanzen gekommen. Nach dem ersten Boom von Leinen wurde auch Hanf wieder zur Fasergewinnung in Deutschland kultuviert. In den letzten Jahren rückte dann auch die Fasernessel wieder in den Fokus der Forschung.

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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