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Was Wissenschaft von Esoterik unterscheidet

Wenn zur Erklärung von medizinischen Phänomenen bzw. als Verkaufsargument von Produkten Begriffe wie “Energie”, “Schwingung” oder “Quanten” verwendet werden, dann sollten beim Konsumenten die Alarmglocken läuter. Obwohl häufig umstritten, sei die Grenze zwischen Pseudowissenschaft und Wissenschaft klar geregelt.

Das sagte Bernd Mayer vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften an der Universität Graz bei einem Vortrag in Wien. Es gebe eindeutige Kriterien, um festzustellen, wann man es mit Wissenschaft zu tun habe und wann nicht.

Als Hauptkriterium nannte er die Widerlegbarkeit wissenschaftlicher Theorien.

Wissenschaft sei ein veränderlicher Prozess mit grundsätzlich widerlegbaren Theorien, während bei Pseudowissenschaften Dogmen und Unveränderlichkeit dominieren würden. “99 Prozent meiner Hypothesen wurden im Experiment widerlegt”, sagte der Professor für Pharmakologie und Toxikologie über seine eigenen Forschungen.

Als typische Kennzeichen von Pseudowissenschaften erwähnte Mayer weiters die Missachtung von Naturgesetzen, selektive Beweisaufnahme, anachronistisches Denken oder die Suche nach Geheimnissen (Ufos, Yetis, neuartige Strahlen und Energieformen).

Im Gegensatz dazu werden bei der wissenschaftlichen Methode Hypothesen in Tests und Experimenten geprüft. Der entscheidende Punkt dabei sei die “intersubjektive” – also durch unabhängige Beobachter erfolgende – Überprüfbarkeit.

Als Beispiel für die Überprüfung eines pseudowissenschaftlichen Gebiets erwähnte Mayer einen 1990 in Deutschland durchgeführten Test an. Dabei scheiterten von der deutschen Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) eingeladene Wünschelrutengänger beim Aufspüren von Wasser in künstlichen Leitungen deutlich.

Auch bei der Homöopathie, die auf dem Simile-Prinzip (“Ähnliches mit ähnlichem heilen”) und auf der Potenzierung – ein Arzneistoff ist umso wirksamer, desto mehr er verdünnt ist – basiert, sieht Mayer “keinen Hinweis auf Gültigkeit”. Sollte doch jemals die Wirksamkeit von Homöopathie nachgewiesen werden, müssten alle Naturgesetze umgeschrieben werden.

Seine Skepsis unterstrich der Pharmakologe mit einem “Suizidversuch”, bei dem er trotz den Warnungen einer Apothekerin vor Nebenwirkungen wie einem “unwillkürlichen Stuhlabgang” oder “Zerschlagenheitsgefühl” ein Fläschchen Globuli vor den Augen der Zuschauer zu sich nahm. Diesen Test überstand Mayer unbeschadet.

Wo der gelernte Wissenschaftler auf den ersten Blick ein trügerisches Angebot erkennt, könne sich der Laie mit einem schwer durchschaubaren Dschungel an verwirrenden Begriffen und Botschaften konfrontiert sehen.

Ob man es etwa mit Pseudomedizin zu tun habe, sagte Mayer an seinem Vortrag, könne man unter anderem dadurch überprüfen, ob die Hypothese verständlich formuliert sei, die Behauptungen prinzipiell widerlegbar seien und ob auf Jahrtausende altes Wissen oder auf einen Guru verwiesen werde.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1714742/

Kommentar & Ergänzung:

Begriffe wie „Energie“, „Schwingungen“ und „Quanten“ (auch: Quantenmedizin, Quantenheilung) sind tatsächlich „Dienstmägde für alles“. Mit ihnen lassen sich auch noch die bescheuertsten Behauptungen ausschmücken und man kann sich damit eindrücklich erklären, was man nicht verstanden hat.

Ob der beschriebene „Suizidversuch“ eine sinnvolle Art der Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Homöopathie“ ist, scheint mir fraglich.

Meines Erachtens gäbe es diesbezüglich interessantere Diskussionspunkte.

Beispielsweise die Frage, weshalb es weder Patientinnen und Patienten noch den verordnenden Homöopathinnen und Homöopathen auffällt, wenn beim Homöopathie-Hersteller Nelson jedes sechste Fläschchen so abgefüllt wird, dass gar keine Homöopathie drin ist. Spielt das gar keine Rolle?

Siehe:

FDA: Kritik an Qualitätsmängeln beim Homöopathika-Hersteller Nelson

Interessante Diskussionen – auch in der „Homöopathie-Szene“ – müsste auch eine Studie aufwerfen, die zeigt, dass Rheumapatienten von einer zusätzlichen homöopathischen Behandlung profitieren, dass es dabei aber irrelevant ist, ob nach homöopathischer Vorschrift hergestellte Globuli eingesetzt werden oder nur die entsprechenden Zuckerpillen.

Siehe dazu:

Wirkt Homöopathie und wenn ja wie?

Diskussionswürdig wären auch mehrere Arzneimittelprüfungen, die zum Schluss kommen, dass bei  Belladonna C30 / Belladonna D60 gar kein homöopathisches Arzneimittelbild feststellbar ist. Folglich können solche Präparate gar keine Homöopathie sein und es ist sehr befremdlich, dass sie weiterhin verordnet und verkauft werden. Dieser Umstand – den die “Homöopathie-Szene” vollständig ausblendet –  lässt sich nur erklären mit einer vollständig fehlenden Qualitätssicherung (Homöopathika genauso wie Anthroposophika dürfen grundsätzlich ohne Wirksamkeitsnachweis verkauft werden

Siehe:

Arzneimittelprüfung: Belladonna C30 / Belladonna D60

Eine spannende Lektüre zu den Unterscheidungskriterien zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft in Medizin, Komplementärmedizin und Kosmetikindustrie ist das Buch „Die Wissenschaftslüge“ von Ben Goldacre.

Zum Thema Esoterik und Pflanzenheilkunde siehe:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Was ist Minzöl / Japanisches Pfefferminzöl?

Minzöl („Japanisches Pfefferminzöl“) ist ein ätherisches Öl, das aus dem Kraut bestimmter Ackerminzen gewonnen wird. Es wird als kostengünstige Alternative zu dem höherwertigen Pfefferminzöl in ähnlichen Einsatzbereichen angewendet.

Herstellung von Minzöl

Minzöl wird mittels Wasserdampfdestillation aus dem Kraut mentholreicher Kulturformen der Ackerminze gewonnen. Für pharmazeutische Qualitäten des Öls (Menthae arvensis aetherolum) sind Mentha arvensis L. var. piperascens MALINV. ex HOLMES (Japanische Minze) sowie Mentha canadensis L. zugelassene Stammpflanzen. Aus dem primär gewonnenen sehr mentholreichen dickflüssigen ätherischen Öl (Mentholgehalt bis zu 90 %) wird ein Teil des Menthols nach Kristallisation durch Filtration abgetrennt und nach Rektifikation das Minzöl erhalten.

Ein naturbelassenes Minzöl existiert nicht, da der natürliche Mentholgehalt für eine Anwendung zu hoch ist und somit vermindert werden muss. Die Ackerminze wird zur Gewinnung natürlichen Menthols für die Arznei- und Kosmetikindustrie genutzt. Von Mentha arvensis gibt es unterschiedliche Pflanzenzüchtungen, die das Ziel haben, den Mentholgehalt und die ätherische Ölausbeute zu steigern. So liegt der Mentholgehalt neuerer Pflanzenzüchtungen bei ca. 90 % der gesamten Menge an ätherischem Minzöl.

Inhaltsstoffe des Minzöls

Minzöl enthält etwa 30 – 50 % Menthol, etwa 17 – 35 % Menthon, etwa 5 – 13 % Isomenthon und etwa 1,5 – 7 % Menthylacetat, sowie weitere Terpene.

Wirkung des Minzöls

Der chemische Hauptbestandteil des Minzöls ist Menthol. In höherer Dosierung wirkt das ätherische Öl darum lokal betäubend (anästhesierend) und schmerzunterdrückend (analgetisch), die Wirkung entspricht dem des (echten) Pfefferminzöls aus Mentha piperita.

Menthol wirkt am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8), deshalb hat das Öl eine (scheinbar) kühlende Wirkung, die Körpertemperatur wird aber nicht beeinflusst. Diese Wirkung ist vergleichbar mit dem Hitzereiz des Alkaloids Capsaicin aus Paprika.

Anwendung des Minzöls

Innerlich wird Minzöl bei Blähungen (Meteorismus), funktionellen Magenbeschwerden, Darmbeschwerden (Reizdarm) und Gallenbeschwerden und Katarrhen der oberen Luftwege angewendet. Die äußerliche Anwendung des Minzöls erfolgt auf den Schläfen bei Kopfschmerzen und zur Linderung der Symptome von Erkältungen. Mit Hilfe von Inhalation können bei Husten festsitzender Schleim gelöst und die oberen Atemwege frei gemacht werden. Das Einreiben verspannter Muskelpartien mit Minzöl kann die Beschwerden lindern.

Minzöl kommt zudem als Aroma in Lebensmitteln und Mundpflegemitteln zum Einsatz. Hinsichtlich Geruchqualität und Geschmacksqualität ist das Minzöl dem echten Pfefferminzöl unterlegen.

Anwendungsbeschränkung für Minzöl

Minzöl und minzölhaltige Zubereitungen dürfen nicht bei Kleinkindern und Säuglingen eingesetzt werden, weil dies mit dem Risiko lebensbedrohlicher Atemnotzustände verbunden ist.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Minzöl

Kommentar & Ergänzung:

Gegen Spannungskopfschmerzen wird Minzöl in 10%iger Konzentration eingerieben, zum Beispiel gemischt mit fettem Öl (bspw. Mandelöl).

Oft wird aber zu diesem Zweck Pfefferminzöl aus Mentha piperita verwendet.

Siehe dazu:

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen lindern mit Pfefferminzöl oder Tigerbalsam

Ebenfalls gegen Kopfschmerzen eingesetzt wird China Kopfwehöl, das aus Pfefferminzöl, Kampfer, Menthol, Eucalyptusöl, Methylsalicylat und Thymol besteht.

Siehe:

Was ist China Kopfwehöl?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Blick ins Pflanzenlexikon: Salbei (Salvia)

Salbei (Salvia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name (lateinisch salvare ‚heilen‘) bezieht sich jedoch auch auf den für Küche und Medizin wichtigen Küchensalbei oder Heilsalbei (Salvia officinalis).

Die Gattung Salvia ist auf der ganzen Erde verbreitet von tropischen bis in gemäßigte Gebiete. Sie umfasst 800 bis 1100 Arten, davon zum Beispiel etwa 84 Arten in China.

Viele Salbei-Arten zeichnen sich aus durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, was für ihre Verwendung als Heilpflanzen bedeutsam ist. Auch Gerbstoffe sind an der Wirkung von Salbei-Arten oft beteiligt ( sogenannte Lamiaceen-Gerbstoffe).

Zur Verwendung von Salbei schreibt Wikipedia:

„ Der Name Salvia stammt vom lateinischen Wort salvare für heilen und deutet auf dessen Heilkraft hin. Salbei war bereits im Altertum bekannt und wurde im Mittelalter von Mönchen über die Alpen gebracht.

Durch den hohen Anteil ätherischer Öle in diversen Salbeiarten gibt es unterschiedliche Verwendungen. So wird der Echte Salbei (S. officinalis) einerseits als Küchengewürz und andererseits auch in der Heilkunde verwendet, etwa bei Halsschmerzen als Kräutertee oder gegen übermäßiges Schwitzen. Außerdem soll der Salbeitee auch bei Magen- und Darmschmerzen Linderung bewirken, beispielsweise nach einer Antibiotika-Therapie. Enthaltene trizyklische Diterpene wie Carnosol und Carnosolsäure besitzen eine antioxidative, antimikrobielle sowie chemoprotektive Wirkung gegen Karzinogene.

Heilend wirken neben den Ölen auch die Gerbstoffe (Tannine). Andere Arten wie Azteken-Salbei (Salvia divinorum) enthalten halluzinogene Stoffe, die teilweise ebenfalls genutzt werden. Bei Räucherungen entsteht ein marihuanaähnlicher Duft. Der in Deutschland verbreitete Wiesensalbei enthält kaum ätherische Öle und wird deswegen nicht genutzt. Eine Heilwirkung von Inhaltsstoffen dieser Pflanze wurde im Jahre 2008 in Untersuchungen am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg an mehreren Tumorzelllinien bestätigt.

Einige Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Nachfolgend ein paar wichtige Vertreter aus der Gattung Salbei:

Echte Salbei (Salvia officinalis, Garten-Salbei) ist im Mittelmeerraum heimisch, wurde von Mönchen über die Alpen in die Klostergärten geholt und gelangte von dort in die Bauerngärten. Salvia officinalis ist diejenige Salbeiart, die bei uns hauptsächlich als Gewürz und Heilpflanze angewendet wird, zum Beispiel gegen Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen, Aphthen, Zahnfleischentzündungen, sowie innerlich gegen Schwitzen in den Wechseljahren (also bei Wallungen).

Salbeiblüten sind eine hervorragende Bienenweide. Sie übertreffen beim Honigertrag sogar Pflanzen wie den Raps, die als gute Bienenweiden bekannt sind.

Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) besitzt nicht die Heilwirkungen der Echten Salbei. Sie wird daher in der Pflanzenheilkunde nicht verwendet, ist aber eine Zierde in der Natur, vor allem wenn sie in Wiesen zahlreich wächst. Die Blüten werden vor allem von Hummeln bestäubt.

(Klammerbemerkung: Zur Zeit fliegen wieder die Hummelköniginnen. Woran erkennt man eine Hummelkönigin?)

Klebriger Salbei (Salvia glutinosa) blüht von Juli bis September im Laubwald und im Mischwald und beeindruckt durch schöne, grosse, gelbe Blüten und citronelligen Duft.

Die Raupe der Messingeule (Noctuidae, Eulenfalter, ein Nachtfalter, ernährt sich (unter anderem) von Klebriger Salbei. Über Heilwirkungen liegt keinerlei gesichertes Wissen vor.

Weisser Salbei (Indianischer Räuchersalbei, Salvia apiana) kommt vor allem im Südwesten der USA (Nevada, Kalifornien, Mojave-Wüste und Sonora-Wüste) und im Nordwesten von Mexiko vor.

Bereits die Ureinwohner Amerikas brauchten „white sage“ als Räucherwerk. Weisser Salbei ist Bestandteil der so genannten „Smudge sticks“: Kräuterbündel, die an einem Ende angezündet werden; die Flamme wird dann ausgeblasen und der Glut Luft zugefächert.

Azteken-Salbei (Salvia divinorum, zu deutsch „Göttersalbei“ oder „Wahrsagesalbei“) ist ursprünglich in der Sierra Mazateca im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca beheimatet. Dort wird er von den einheimischen Mazateken seit langer Zeit zu schamanischen Zeremonien genutzt. Von den Curanderos, den mazatekischen Heilern, wird er auf zwei Arten eingesetzt. In niedrigen, nicht-halluzinogenen Dosierungen dient er der Behandlung verschiedener körperlicher Beschwerden. In deutlich höheren Dosierungen dient die Azteken-Salbei der Induktion eines Rauschzustandes mit lebhaften Visionen. Salvia divinorum wird von den Mazateken nur im Rahmen dieser Heil- und Wahrsagerituale verwendet.

In der westlichen Welt ist seit den 1980er Jahren ein deutlicher Anstieg des Interesses an Salvia divinorum festzustellen.

Zu den Inhaltsstoffen und zur Wirkung von Azteken-Salbei schreibt Wikipedia:

„Der Azteken-Salbei enthält terpenoide Salvinorine, von denen sechs Derivate (A-F) bekannt sind. Das Salvinorin A ist ein potentes dissoziatives Halluzinogen, mit einer Wirkdosis ab 0,2 mg.[3][4] Die Pharmakologie des Salvinorin A unterscheidet sich deutlich von LSD-artigen Halluzinogenen: Es wirkt als κ-Opioid-Rezeptor-Agonist.“

In Deutschland ist Salvia divinorum nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) rechtlich ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Zur Rechtslage in anderen Ländern schreibt Wikipedia:

„Zu Salvia divinorum gibt es in Liechtenstein, Österreich und den meisten anderen Ländern der Welt keine strafgesetzliche Reglementierung, somit ist der Besitz legal. Der legale Status wurde eingeschränkt bzw. aufgehoben in Israel (2003), Australien (2004), Italien (2005), Deutschland (2008), Schweiz (2010) und Dänemark. In Norwegen ist Salvia divinorum verschreibungspflichtig.

Mehlige Salbei (Salvia farinacea, auch Ähriger Salbei, Ähren-Salbei oder Mehl-Salbei) ist beheimatet in Texas und New Mexiko. In den Gemäßigten Breiten wird er als einjährige Pflanze kultiviert und als Zierpflanze in Parks und Gärten besonders in Sommerrabatten angepflanzt.

Chia (Salvia hispanica) wird wegen seiner Samen kommerziell angebaut, da sie einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und hochwertigem Protein, Vitaminen, Antioxidantien und Mineralien aufweisen. Das Chiaöl wird aus den Samen des Chia gewonnen und besteht aus rund 60 % alpha-Linolensäure, 17 bis 26 % Linolsäure, einfach ungesättigten Fettsäuren wie Ölsäure, Stearinsäure und Palmitinsäure, und Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Die Eigenschaften von Chiaöl ähneln denjenigen von Rapsöl.

Rotwurzel-Salbei (Salvia miltiorrhiza) Seine auch als Danshen bezeichneten getrockneten Wurzeln finden vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Anwendung.

Zu den Inhaltsstoffen schreibt Wikipedia:

„ In der Wurzel des Rotwurzelsalbeis konnten Flavonoide, Diterpene, Triterpene, Salvianolsäuren, Phenylpropane, Chinone, Lignane, Steroide und Tannine nachgewiesen werden. Von allen biologisch aktiven Inhaltsstoffen gelten die Diterpenoide und die Salvianolsäuren als am besten untersucht. Zu den charakteristischen Diterpenoide des Rotwurzelsalbeis zählen Tanshinone und Isotanshinone, wie beispielsweise Tanshinon I, Tanshinon IIA, Tanshinon IIB und Cyptotanshinon. Darüber hinaus sind in der Wurzel die biologisch aktiven Diterpenoide Miltiron und Salviol enthalten. Die Salvianolsäuren des Rotwurzelsalbeis, wie Salvianolsäure A, Lithospermsäure B und Rosmarinsäure gelten als Abkömmlinge der (R)-a,3,4-Trihydroxyphenylpropionsäure (Danshensu).“

Und zu den Anwendungsgebieten:

„ Die Wurzel des Rotwurzelsalbeis wird in der chinesischen Medizin insbesondere zur Behandlung von Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise Angina pectoris, Hyperlipidämie und Schlaganfall eingesetzt. Traditionell wird die Wurzel darüber hinaus bei Menstruationsbeschwerden, Husten, Schlafstörungen, stechende Schmerzen im Unterleib und der Brust und Hepatosplenomegalie verwendet. Die Wirksamkeit dieser Droge gilt nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin als nicht ausreichend belegt.“

Muskatellersalbei (Salvia sclarea, auch Muskat-Salbei, Römischer Salbei, Scharlachsalbei oder Scharlei) kommt in Mittel- und Ost-Europa und West-Asien vor. Er wird als Zierpflanze, Heilpflanze und Gewürz genutzt.

„Die Wirkung vom Muskateller-Salbei kommt der des Echten Salbeis gleich. In der griechischen und römischen Antike wurde er bei Kopfschmerzen eingesetzt. Blätter und Blüten können roh oder gegart gegessen werden. Die Blüten werden zur Aromatisierung von Wermutweinen verwendet, früher wurden sie auch anderen Weinen zugesetzt. Diese Verwendung prägte den Begriff “Muskatellerwein”. Das Öl der Pflanze wird in der Parfüm- und Kosmetikindustrie verarbeitet.Die Blüten des Muskatellersalbeis sind zugleich eine verhältnismäßig gute Bienenweide. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von einem Hektar kann sich pro Blühsaison ein Honigertrag von 107 bis 174 kg ergeben.“

(Quelle: Wikipedia)

Das ätherische Öl aus der Pflanze – Muskatellersalbeiöl – wird aus den Triebspitzen und Blütenständen gewonnen. Es besteht hauptsächlich aus Linalylacetat (bis zu 75 %), Linalool (bis zu 30 %) und dem Diterpen-Alkohol Sclareol.

Sclareol soll eine dem Östrogen verwandte Molekularstruktur aufweisen. Damit werden in der Aromatherapie Anwendungen von Muskatellersalbei bei Menstruationsbeschwerden, Unfruchtbarkeit und Wechseljahrbeschwerden abgeleitet. Es ist allerdings sehr spekulativ, einzig von der Molekularstruktur auf entsprechende Wirkungen zu schliessen. Zu fragen wäre dabei auch, ob die Substanz in ausreichenden Mengen aufgenommen wird und welche Wirkungen sie im Organismus entfaltet.

Muskatellersalbei soll eine heilige Pflanze der Kelten gewesen sein. Seine berauschende Wirkung wurde offenbar genutzt, um Wein und andere Getränke zu aromatisieren und ihre Wirkung zu verstärken. Um den beliebten Geschmack von mit Muskatellersalbei gewürztem Wein zu gewährleisten, wurde die Muskatellertraube gezüchtet.

Diese Beispiele zeigen, dass es in der Gattung Salbei ausgesprochen interessante Pflanzenarten umfasst – als Heilpflanzen, Gewürzpflanzen, Zierpflanzen, Räucherpflanzen….

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Portugiesische Wissenschaftler haben ein unerwartet durchschlagendes Naturheilmittel für den Kampf gegen notorisch schwer zu behandelnde Pilzerkrankungen gefunden: Lavendelöl. Schon in tiefen Konzentrationen tötet Lavendelöl verschiedene Hefepilze und Fadenpilze ab, die beim Menschen Hautpilz- und Nagelpilzerkrankungen auslösen können. Die Bedeutung der Entdeckung erklärt Lígia Salgueiro von der Universität in Coimbra, eine der Leiterinnen der Studie: “In den vergangenen paar Jahren treten vermehrt Pilzerkrankungen auf, besonders bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Unglücklicherweise steigen auch die Resistenzen gegen Medikamente, die diese Pilze bekämpfen. Die Forschungen unserer Gruppe und anderer zeigen nun, dass ätherische Öle eine günstige und effiziente Alternative mit minimalen Nebeneffekten sein können.”

Pilze können sowohl die Haut als auch die Schleimhäute des Menschen befallen. Die bekannteste Pilzerkrankung ist der Fußpilz, der durch Fadenpilze verursacht wird.

Dabei ernähren sich die Pilze vom Keratin der oberen Hautschicht oder der Nägel. Die Schleimhäute werden wiederum gerne von Hefepilzen der Gattung Candida angegriffen. Gelangen solche Pilze in die Blutbahn, können sie innere Organe befallen. In diesem Stadium lassen sie sich nur noch sehr schwer bekämpfen und stellen eine tödliche Gefahr dar. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel aufgrund einer chronischen Erkrankung oder nach einer Transplantation, sind gefährdet, an einer solchen Pilzinfektion zu erkranken.

Ätherische Öle werden schon seit Generationen als Heilmittel verwendet, so auch das Lavendelöl. Dem Lavendelöl werden beruhigende, krampflindernde, antimikrobielle und antioxidative Wirkungen nachgesagt. Die portugiesischen Forscher wollten nun die Wirkung des Lavendelöls auf Pilze testen. Zu diesem Zweck destillierten sie die ätherischen Öle aus luftgetrocknetem grünen Lavendel (Lavandula viridis), der in Portugal wächst. Sie konnten dabei 51 Bestandteile identifizieren, hauptsächlich 1,8-Cineol, alpha-Pinen, Linalool und Kampfer. Dann untersuchten die Wissenschaftler, ab welcher Konzentration Lavendelöl auf verschiedene Pilze hemmend oder sogar tödlich wirkt. Sie testeten dabei sowohl das destillierte ätherische Öl als auch einige seiner einzelnen Inhaltsstoffe. Als Pilze verwendeten sie Hefepilze der Gattung Candida und Schimmel- sowie Fadenpilze.

Am wirksamsten erwies sich das Lavendelöl gegen Schimmelpilze der Art Cryptococcus neoformans und gegen diverse Hefepilze der Gattung Candida. Weniger effektiv war es gegen den sogenannten Gießkannenschimmel (Aspergillus). Von den einzelnen Inhaltsstoffen zeigte sich das alpha-Pinen als besonders wirksam. Die Forscher betonen aber, dass bei ätherischen Ölen natürlichen Ursprungs oft eine Kombination an Stoffen wirksam ist. Weil sowohl die hemmende als auch die tödliche Wirkung zumeist bei derselben Konzentration auftrat, vermuten die Forscher, dass durch das ätherische Öl die Zellwände und die Hüllen der kleinen Organellen im Inneren der Zellen zerstört werden. Lavendelöl habe sich als potentes Mittel gegen zahlreiche Pilze erwiesen, schreiben die Wissenschaftler. Weitere Studien sollen nun folgen, um den Weg für den klinischen Einsatz des Lavendelöls zu ebnen.

Quellen:

dapd/wissenschaft.de – Anke Biester

Lígia Salgueiro (Universität in Coimbra) et al: Journal of Medical Microbiology, doi: 10.1099/jmm.0.027748-0

http://jmm.sgmjournals.org/cgi/content/abstract/jmm.0.027748-0v1

Kommentar & Ergänzung:

Lavendelöl wird seit langem als Beruhigungsmittel und Einschlafhilfe verwendet, doch ist auch seine Wirkung gegen Pilze bekannt. Lavendelöl ist ein wichtiges ätherisches Öl in Aromatherapie und Phytotherapie.

Mich freuen diese Resultate aus Portugal, weil ich Lavendelöl schon seit langem zur Behandlung von Pilzerkrankungen empfehle und dabei in der Regel gegenüber dem Teebaumöl vorziehe. Und dies vor allem aufgrund der besseren Verträglichkeit von Lavendelöl. Allerdings empfehle ich Lavendelöl aus Lavandula angustifolia, während in Portugal Lavandula viridis untersucht wurde.

Auf die verschiedenen Lavendelarten geht die Deutsche Apothekerzeitung in einem Bericht über die portugiesischen Untersuchungen ein:

„Neben dem Echten Lavendel (Lavandula angustifolia syn. L. officinalis syn. L. vera), der als Arzneipflanze gründlich erforscht worden ist und außerdem in der Kosmetikindustrie eine sehr große Rolle spielt, ist nur noch der Spik-Lavendel (L. latifolia) von globaler Bedeutung; alle anderen Lavendel-Arten sind aus therapeutischer Sicht uninteressant oder von eher geringem Interesse und spielen allenfalls regional begrenzt eine Rolle in der Volksmedizin.

Eine Arbeitsgruppe an der Universität von Coimbra in Portugal nimmt sich seit jüngerer Zeit die dort wachsenden Lavendel-Arten vor und testet sowohl deren ätherisches Öl als auch einzelne darin enthaltene Komponenten auf ihre wachstumshemmenden oder tödlichen Wirkungen gegenüber pathogenen Haut- und Schleimhautpilzen.“

Zur Publikation aus Coimbra schreibt die Apothekerzeitung:

„Die von dieser Arbeitsgruppe jüngst publizierte Untersuchung über den Grünen Lavendel (Lavandula viridis) findet auch in der Laienpresse Beachtung und wird dort teilweise als sensationelle Entdeckung eingestuft. Dies erscheint schon deshalb nicht berechtigt, weil dieselbe Arbeitsgruppe im August 2009 ähnliche Beobachtungen an der Lavendel-Art Lavandula pedunculata gemacht hatte, ohne dass dies inzwischen zur Entwicklung eines Arzneimittels, beispielsweise gegen Fußpilz, geführt hätte.“

Und welche Inhaltsstoffe sind typisch für Lavandula peduculata und Lavandula viridis?

„Das ätherische Öl der beiden in Coimbra erforschten Lavendel-Arten, die auch als Unterarten des Schopf-Lavendels (Lavandula stoechas) gelten, sind reich an 1,8-Cineol, Fenchon, alpha-Pinen, Linalool und Campher; es handelt sich um flüchtige Stoffe, die im Pflanzenreich, insbesondere bei Gewürzpflanzen, weitverbreitet sind, wenn auch ihre jeweilige Kombination in einer bestimmten Pflanze einmalig und insofern typisch sein kann.“

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2011/02/16/portugiesisches-lavendeloel-gegen-fusspilz.html

Fundierte Informationen über Lavendelöl finden Sie in folgender Broschüre:

Ätherische Öle in der Pflege – Anwendung und Wirkung von Lavendelöl

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Carrageen aus Rotalgen wirksam gegen H1N1-Viren

Die Wirksamkeit von Carrageen als Inhibitor (Hemmstoff) der Influenza A-Virus Infektion (H1N1) konnte in in-vitro und in-vivo Versuchen gezeigt werden. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die als Kooperationsprojekt zwischen Forschern des Instituts für Diagnostische Virologie (Friedrich-Loeffler-Institut, Riems, Deutschland), dem St. Anna Kinderspital in Wien, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und einem Industriepartner durchgeführt wurde.

Carrageen ist ein Polymer aus Rotalgen, das zum Aufbau einer schützenden physikalischen Barriere in der Nasenhöhle führt und bereits antivirale Wirksamkeit bei der Behandlung von Erkältungen zeigte. Die hier beschriebene Studie untersuchte die Wirksamkeit von Carrageen gegen Influenzaviren, einschließlich des Influenza-Pandemiestamms H1N1. Die Resultate zeigten, dass das Polymer direkt an Influenza-Viren bindet und damit deren Anheftung an Zellen verhindert. Eine Weiterverbreitung der Viren wird dadurch behindert. Im Tierversuch zeigte Carrageen eine vergleichbaren Effekt wie das Medikament Tamiflu.

“Influenza-Viren stellen global immer noch eine große Bedrohung der öffentlichen Gesundheit dar und mit der zunehmenden Resistenz gegen Tamiflu steigt das Bedürfnis nach wirksamen Alternativen”, sagte Dr. Andreas Grassauer, CEO und Mitbegründer von Marinomed.“Diese Studie bestätigt, dass Iota-Carrageen eine Alternative zu Neuraminidase-Inhibitoren darstellen kann und weiter in klinischen Studien im Menschen zur Prävention und Behandlung von Influenza-A getestet werden sollte.”

Der wissenschaftliche Artikel mit dem Titel “Iota-Carrageenan is a Potent Inhibitor of Influenza A Virus Infection” von Andreas Leibbrandt, Christiane Meier, Marielle König-Schuster, Regina Weinmüllner, Donata Kalthoff, Bettina Pflugfelder, Philipp Graf, Britta Frank-Gehrke, Martin Beer, Tamas Fazekas, Hermann Unger, Eva Prieschl-Grassauer und Andreas Grassauer wird online publiziert in der Open-Access-Zeitschrift PLoS ONE: http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0014320

Quelle:

Veterinärmedizinische Universität Wien

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=32519

Kommentar & Ergänzung:

Was ist Carragen?

„Carrageen (auch: Carragaheen, Karrageen oder Karragheen; englisch Carrageenan) ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe langkettiger Kohlenhydrate (Polysaccharide), die wie die ähnlichen Substanzen Agar-Agar oder Alginat in den Zellen verschiedener Rotalgenarten vorkommen.“ (nach: Wikipedia)

Und wozu wird Carragen verwendet?

„In der Lebensmittelindustrie wird Carrageen als Geliermittel für Schlankheits- und Light-Produkte und in Fleischwaren (z. B. Wurst), sowie als Verdickungsmittel in kalt angerührten Marmeladen, Babynahrung, Milchprodukten, Milchshakes, Eiscreme und Desserts eingesetzt. Mit Hilfe von Carrageen können auch Trübungen in Weinen beseitigt werden. In der EU ist es als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 407 zugelassen. Carrageen wird auch in der Kosmetikindustrie (Zahnpasta) verwendet.

Das Dickungsmittel Carrageen (E 407) ist auch nach der Europäischen Öko-Verordnung für Bio-Lebensmittel zugelassen.

Neuerdings wird Carrageen auch medizinisch eingesetzt. Unter dem Produktnamen Coldamaris prophylactic hat die österreichische Marinomed die Zulassung in Österreich für ein Produkt zur Schnupfenprävention erhalten. Das auf die Entwicklung von Medikamenten mit marinen Naturstoffen spezialisierte Spin-Off der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) hat für das Produkt die europäische Zulassung erhalten. Der Wirkstoff ist nach Herstellerangaben Carragelose®, die aus Rotalgen gewonnen wird und die Nase vor äußeren Einflüssen wie zum Beispiel Schnupfenviren schützen soll. Der Wirkstoff soll sich wie ein schützender, natürlicher Film über trockene und gereizte Nasenschleimhaut legen und dadurch die natürliche Abwehr von Viren und Bakterien durch körpereigene Prozesse unterstützen. Derzeit wird das Produkt nur in Österreich und apothekenexklusiv vertrieben; der Vertrieb in Deutschland und anderen EU-Ländern ist beantragt.“

(nach Wikipedia)

Hier wird der Zweck der Carrageen-Forschung deutlicher. Wikipedia erwähnt als Herstellerin des Schnupfenmittels dieselbe Firma wie der Artikel im Journalmed. Der Hinweis auf das Schnupfenmittel ist interessant. Er wirft die Frage auf, ob ein prophylaktischer Effekt gegen Schupfen auch durch andere schleimhaltige Heilpflanzen erreicht werden könnte (Eibischwurzel?).

„Eine Studie aus dem Jahr 2006 zeigt eine deutliche, bisher nicht vollständig erklärte antivirale Aktivität gegen humane Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Des weiteren zeigen einige Arbeiten, dass Carrageen Einfluss auf die Aktivität von Makrophagen hat.“

(nach: Wikipedia)

Dieser Einfluss auf humane Papillomviren und auf Makrophagen ist tatsächlich schwer einzuordnen.

Grundsätzlich sind diese Forschungsergebnisse zu Carrageen aber sehr interessant. Von Carrageen hört man in der Phytotherapie-Forschung nämlich sonst nicht so oft, während andere schleimhaltige Heilpflanzen wie zum Beispiel Eibischwurzel in den letzten Jahren intensiv untersucht wurden. Dabei ergaben sich neue Erkenntnisse über die Wirkungsweise dieser Heilpflanzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch