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Flavonoide zur Vorbeugung gegen Diabetes?

Bestimmte Nahrungsmittel können das Diabetesrisiko reduzieren. Dazu zählen Tee, Schokolade und Beerenobst – alles Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Flavonoiden. Die gesunden Pflanzenstoffe sollen demnach den Blutzuckerspiegel und das Maß der Insulinresistenz senken.

Lebensmittel mit einer hohen Konzentration an Flavonoiden können das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, deutlich reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen englische Wissenschaftler um die Ernährungswissenschaftlerin Aedin Cassidy. Die Studie konzentrierte sich auf die positive Wirkung bestimmter Flavonoide. Dazu zählen die blau-rot gefärbten Anthocyane in Beeren und Wein, aber auch Flavone, wie sie beispielsweise in Sellerie, Petersilie und Thymian vorkommen.

Die Studie sei eine der ersten großen zum Thema, wie diese bioaktiven Substanzen das Diabetesrisiko senken können, sagt Cassidy. Die Forscher untersuchten Blutproben von knapp 2.000 britischen Frauen auf Entzündungsmarker und prüften, wie gut die Regulierung des Blutzuckerspiegels bei den Testpersonen funktionierte. Die Insulinresistenz berechneten die Wissenschaftler aus Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin. Ihre Ernährungsgewohnheiten dokumentierten die Frauen in einem umfangreichen Fragebogen.

Wie sich in der Studie zeigte, entwickelten Probandinnen, die mit der täglichen Ernährung viele Flavonoide aufnahmen, seltener eine Insulinresistenzwie sie für Diabetes charakteristisch ist.

Speziell Anthocyane zeigten darüber hinaus noch einen weiteren Vorteil: Sie verringerten das Risiko für chronische Entzündungsprozesse, die an der Entstehung von Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Professor Tim Spector, der ebenfalls an der Studie beteiligt war, äusserte sich angesichts der “aufregenden Ergebnisse” zuversichtlich: “Sie zeigen, dass auch Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, die wir für ungesund halten – zum Beispiel Wein oder Schokolade – einen gesundheitlichen Nutzen haben könnten.“

Allerdings müssten die Resultate noch gründlich überprüft werden, bevor die Wissenschaftler eine generelle Empfehlung aussprechen wollen.

Ein Freibrief für Diabetiker, häufiger zur Zuckerbombe Schokolade zu greifen, ist die Studie daher nicht – zumal die gesunden Pflanzenstoffe hauptsächlich in Bitterschokolade mit hohem Kakao-Gehalt in grösseren Mengen vorkommen. Zudem wissen die Forsscher noch nicht, ab welcher Menge die Flavonoide ihren Diabetesschutz entfalten.

Flavonoide schützen das Erbgut vor Schäden

Flavonoide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und umfassen neben den Anthocyanen und Flavonen Viele weitere Untergruppen wie Isoflavone und Chalkone. Im Laborversuch zeigen Flavonoide antioxidative Effekte, das bedeutet: sie haben die Fähigkeit, Schäden vom Erbgut und anderen Molekülen abzuwehren und möglicherweise die Entstehung von Krebs zu verhindern. Tiere können keine Flavonoide produzieren. Im Pflanzenreich findet man sie dagegen vom Apfel bis zur Zwiebel fast überall.

 

Quelle:

https://www.morgenpost.de/web-wissen/gesundheit/article215583715/Flavonoide-im-Essen-So-gut-schmeckt-Diabetesschutz.html

Kommentar & Ergänzung:

Flavonoide sind sowohl in der Ernährung interessante Inhaltsstoffe als auch in der Phytotherapie wichtige Wirkstoffe.

Allerdings kann man es nicht genug sagen: diese Art von Studie kann nie einen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang belegen, sondern nur Hinweise auf mögliche Zusammenhänge liefern.

Hier wird das Ernährungsverhalten von Bevölkerungsgruppen erfasst und mit Krankheiten und Störungen in Beziehung gesetzt. So sollen Zusammenhänge gefunden werden wie in dieser Studie: Wer viele Lebensmittel mit hohem Gehalt an Flavonoiden isst, bekommt weniger Diabetes. Der Knackpunkt: Es könnte sein, dass Menschen, die viele Lebensmittel mit hohem Flavonoidgehalt essen – Zum Beispiel Früchte, Beeren – auch sonst einen gesünderen Lebensstil pflegen als der Durchschnitt. So könnte es sein, dass der günstige Effekt auf Diabetes durch einen anderen Faktor ausgelöst wird, der noch nicht bekannt ist.

Solche epidemiologischen Studien, so nennt man die, werden oft durchgeführt in der Ernährungswissenschaft und oft wird ihre begrenzte Aussagekraft nicht erwähnt, wie auch in diesem Artikel in der Berliner Morgenpost.

Siehe dazu:

Ernährungswissenschaft: Fragwürdige Studien stiften mehr Verwirrung als Nutzen

So ist also nicht einwandfrei geklärt, ob Flavonoide das Diabetesrisiko senken. Dass sie antioxidativ wirken ist geklärt, allerdings im Labor. Damit ist auch hier nicht geklärt, ob ein positiver Effekt auch ausserhalb des Reagenzglases auftritt, im lebendigen Menschen.

Es spricht aber sehr viel dafür, dass Flavonoide als Bestandteil einer vielfältigen Ernährung  sinnvoll sind. Äpfel sind reich an Flavonoiden, blaue Beeren mit hohemn Gehalt an Anthocyanen wie Heidelbeeren, Holunderbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Kirschen..

In der Phytotherapie gibt es eine ganze Reihe von Heilpflanzen, deren Wirkung insbesondere auf Flavonoide zurückgeführt wird. Zum Beispiel Weissdorn, Ginkgo, Mariendistel, Buchweizenkraut.

Flavonoid-Pflanzen sind im allgemeinen sehr gut verträglich. Das hat auch damit zu tun, dass Flavonoide rasch wieder ausgeschieden werden. Darum müssen die Dosierungen hoch genug sein.

Wenn Sie interessiert sind daran, Wirkstoffe, Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanzen fundiert kennenzulernen, dann können Sie das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

 

Mariendistel besser nicht als Tee anwenden

Alle paar Monate veröffentlicht das Magazin „focus“ online den gleichen Artikel zum Thema Leberentgiftung:

„Die wirksamsten Hausmittel: So entgiften Sie Ihre Leber ganz natürlich“

Mal abgesehen davon, dass die empfohlene Leberentgiftung ein schlichtweg unsinniges Vorhaben ist – siehe dazu:

Leberentgiftung unmöglich

– sind auch die Angaben zu den zusätzlich empfohlenen Heilpflanzen fragwürdig.

So heisst es zum Beispiel zur Mariendistel:

„Die Früchte der Mariendistel (Cardui mariae fructus) wirken sich ebenfalls positiv auf die Lebergesundheit aus. Die in der Heilpflanze enthaltene Substanz Silymarin schützt die Leber vor dem Eindringen von toxischen Stoffen. Darüber hinaus kurbelt der Wirkstoff die Neubildung von Leberzellen an und fördert somit die Regenerationsfähigkeit des Organs. Die Mariendistel können Sie als Kur in Form eines Aufgusses anwenden.“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/praxistipps/leber-entgiften-diese-hausmittel-helfen_id_7024823.html

Kommentar & Ergänzung:

Das Flavonoid-Gemisch Silymarin ist schlecht wasserlöslich. Die Zubereitung als Mariendisteltee ist daher denkbar ungünstig, weil Silymarin sich im Wasser nur in sehr beschränktem Mass löst.

Aus klinischen Studien kann abgeleitet werden, dass es für eine Leberschutzwirkung und für eine Unterstützung der Leberfunktion im Sinne einer Beschleunigung der Leberzellregenerationsprozesse eine Tagesdosis von 200 – 400 mg Silymarin nötig ist.

Diese Menge dürfte weder mit Mariendisteltee noch mit Mariendisteltinktur erreichbar sein.

Dazu braucht es Präparate mit reinem Silmarin oder allenfalls Trockenextrakte, deren Silymarin-Gehalt allerdings viel tiefer liegt 

Als reines Silymarin-Präparat ist in der Schweiz Legalon im Handel:

1 Kapsel Legalon 70 enthält 86,5–93,35 mg standardisierter Trockenextrakt aus Mariendistelfrüchten entsprechend 70 mg Silymarin berechnet als Silibinin.

1 Kapsel Legalon 140 enthält 173,0–186,7 mg standardisierter Trockenextrakt aus Mariendistelfrüchten entsprechend 140 mg Silymarin berechnet als Silibinin.

Damit lassen sich die 200 – 400 mg pro Tag gut erreichen. Legalon ist allerdings rezeptpflichtig, weil mit der Indikation Lebererkrankungen versehen ist. Das Präparat selber ist problemlos verträglich. Weil die Arzneimittelbehörde aber der nachvollziehbaren Ansicht ist, dass Lebererkrankungen ärztlicher Diagnostik und Therapie bedürfen, unterstehen Arzneimittel mit dieser Indikation der Rezeptpflicht.

Frei in Apotheken und Drogerien erhältlich sind Mariendistel-Kapseln auf der Basis von Trockenextrakt. Allerdings enthalten sie nur 28 mg Silymarin pro Kapsel. Die zwei in der Schweiz im Handel erhältlichen Produkte scheinen den selben Extrakt zu enthalten. Hier die Angaben aus dem Arzneimittel-Compendium (compendium.ch):

„Was ist in Bilifuge Mariendistel Kapseln enthalten?

1 Kapsel enthält: 43 mg quantifizierter Trockenextrakt aus Mariendistel-Früchten (DEV Nativ: 20-50: 1) entsprechend 28 mg Silymarin. Auszugsmittel Aceton 95%(V/V). Dieses Präparat enthält zusätzlich Hilfsstoffe.“

„Was ist in MARIENDISTEL «Künzle» Kapseln enthalten?

1 Kapsel enthält: 43 mg quantifizierter Trockenextrakt aus Mariendistelfrüchten (DEV Nativ: 20-50: 1) entsprechend 28 mg Silymarin. Auszugsmittel Aceton 95%(V/V). Dieses Präparat enthält zusätzlich Hilfsstoffe.“

Die hier aufgezeigte Problematik verdeutlicht, wie wichtig in der Phytotherapie die Wahl der passenden Arzneiform ist.

Man kann eben nicht nur sagen: „Mariendistel reinigt die Leber.“ Man muss sich auch damit auseinandersetzen, in welcher Arzneiform Mariendistel sinnvoll eingesetzt wird.

Dass zudem ist „reinigt die Leber“ eine unklare und fragwürdige Aussage ist, wurde oben schon gezeigt.

Und die Aussage, dass Mariendistel eine “Neubildung von Leberzellen” bewirke, steht auf sehr schwachen Füssen.

Insgesamt ein mehr als fragwürdiger Artikel auf “Focus online”.

Zum Schluss soll noch gesagt werden, dass eine normal funktionierende Leber keine Leberreinigung braucht. Wer seiner Leber etwas Gutes tun will, soll einen leberfreundlichen Lebensstil pflegen. Auf die Idee; Mariendistelextrakt einzunehmen, komme ich erst, wenn ich ein Problem mit der Leber habe. Dann kann Mariendistel in bestimmten Fällen eine unterstützende Massnahme neben einer ärztlichen Therapie sein.

Wer nicht nur Mariendistel, sondern auch die anderen wichtigen Heilpflanzen-Anwendungen fundiert kennenlernen möchte, kann das gut in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

Kakao verbessert Sehschärfe und Kontrastwahrnehmung – kurzfristig jedenfalls

Zwei Stunden nach dem Verzehr von dunkler Schokolade verbessern sich kurzfristig Sehschärfe und Kontrastwahrnehmung.

Vor allem die dunkle und damit kakaoreiche Schokolade soll  das Herz-Kreislauf-System günstig beeinflussen.

An der School of Optometry, einer katholischen Privatuniversität in San Antonio, Texas, haben Jeff Rabin und seine Kollegen nun einen weiteren Vorzug entdeckt und in der Fachzeitschrift »JAMA Ophthalmology« bekannt gemacht: Der Verzehr von dunkler Schokolade soll das Sehvermögen verbessern. Die Wissenschaftler verabreichten an 30 Teilnehmer Bitterschokolade und unterzogen sie zwei Stunden später einem Sehtest. Verglichen mit einer Kontrollgruppe, die weniger kakaohaltige Milchschokolade bekam, verbesserte sich ihre Sehschärfe um 4 Prozent und ihre Kontrastwahrnehmung um 5 bis 15 Prozent.

Für diesen Effekt könnten laut dem Artikel Flavonole verantwortlich sein, eine bestimmte Art von sekundären Pflanzenstoffen, die im Kakao reichlich vorhanden sind. Flavonole könnten die Gefäße erweitern und somit die Durchblutung der Netzhaut und des visuellen Kortex anregen. Möglicherweise kann also Kakao dank der besseren Versorgung der Augen und des Gehirns mit Glukose und Sauerstoff die eingehenden Signale besser verarbeiten.

Der positive Effekt ist zwar signifikant, aber schwach und er verschwindet wahrscheinlich recht bald, weil Flavonole rasch abgebaut werden. »Weitere Experimente werden nötig sein, um die Dauer dieser Effekte und ihren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Alltag zu bestimmen«, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle:

https://www.spektrum.de/news/kakao-schaerft-den-blick/1580742

https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2678792

 

Kommentar & Ergänzung:

In der Regel werden für die Herz-Kreislauf-Wirkung des Kakaos Flavanole verantwortlich gemacht, insbesondere Epicatechin, Catechin und Procyanidin. Ich frage mich, ob in dem referierten Artikel nicht etwas verwechselt wurde, wenn von Flavonolen die Rede ist.

Flavonoide, die Wirkstoffgruppe, zu der Flavonole und Flavonole zählen, werden aber im Organismus grundsätzlich rasch abgebaut und ausgeschieden. Das ist wohl mit ein Grund dafür, dass  sie in der Regel gut verträglich sind. Es bedeutet aber auch, dass regelmässig verhältnissmässig hohe Dosen zugeführt werden müssen, um eine kontinuierliche Wirkung zu bekommen.

Leider steht weder im referierten Artikel noch im Abstract der Originalpublikation, wieviel Schokolade in Gramm pro Tag die Testpersonen bekommen haben und wieviel Flavonoiden das entsprach. Es ist nur von einem Riegel die Rede.

Solche Angaben sind wichtig, um einschätzen zu können, ob es überhaupt realistisch ist, diese Menge jeden Tag über lange Zeit zu konsumieren.

Eine Metaanalyse aus Melbourne hat zudem gezeigt, dass Kakao zwar eine geringfügige Blutdrucksenkung bewirkt. Dieser Effekt zeigte sich jedoch nur innerhalb von zwei Wochen, nicht aber in Studien von längerer Dauer.

Siehe dazu:

Metastudie: Kakao gegen Bluthochdruck

Grundsätzlich dürfte jedoch einfach gesund sein, Flavonoide als Bestandteil einer vielfältigen Ernährung in den Alltag einzubauen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten.

Flavonoidreiche Nahrungsmittel sind zum Beispiel:

Äpfel (vor allem die Schalen)

Blaue und rote Beeren (Heidelbeeren, Brombeeren, Aronia, Schwarze Johannisbeeren, Schwarzer Holunder, Himbeeren etc.). Sie enthalten Anthocyane, eine Untergruppe der Flavonoide).

Aubergine, Blaue Kartoffel (sie enthalten ebenfalls Anthocyane).

Eine gute Mischung flavonoidreicher Nahrungsmittel ist bestimmt gesünder als der Konsum von Dunkler Schokolade in grossen Mengen. Was aber nicht dagegen spricht, ab und zu auch Dunkle Schokolade als Flavonoidquelle zu nutzen. Je höher der Kakaogehalt der Schokolade ist, desto besser.

Darüber hinaus gibt es viele Heilpflanzen, deren Wirkung mit dem Gehalt an Flavonoiden in Zusammenhang gebracht wird.

Zum Beispiel Ginkgo-Extrakt, Mariendistelfrucht (Silymarin), Buchweizenkraut (Rutin), Weissdorn, Rotes Weinlaub, Grüntee.

Bei der Anwendung dieser Heilpflanzen stellt sich immer die Frage, in welcher Form (Kräutertee, Pflanzentinktur, Pflanzenextrakt) und in welcher Dosierung die Aufnahme einer ausreichenden Menge an Flavonoide gewährleistet werden kann.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Verdauungstrakt

Krankheiten und Beschwerden des Verdauungstraktes sind ein wichtiger Bereich der Phytotherapie. Hier finden Sie die wichtigsten Stichworte, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung zu diesem Thema vermittle.

Wir befassen uns vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen in folgenden Bereichen:

Schleimhauterkrankungen des Mund- und Rachenraumes

Magenkrankheiten  

Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit u. a.

 ☛ Darmkrankheiten

Funktionelle Darmkrankheiten (z. B. Völlegefühl)

Reizdarmsyndrom (= Reizkolon, irritables Kolonsyndrom IKS)

Meteorismus / Flatulenz 
(Blähungen)

Durchfallkrankheiten

Obstipation (Verstopfung)

Erkrankungen des Mastdarms, des Analbereichs, Hämorrhoiden

Proktitis (Entzündung des Mastdarms)

Analfissur und -rhagade

Analekzem

Hämorrhoiden

Leber- und Gallekrankheiten                                                                            

Leberkrankheiten

Krankheiten der Gallenblase und Gallenwege

Endokrine und Stoffwechselkrankheiten                                          

Diabetes mellitus

Fettsucht (Adipositas)

Bei diesen Beschwerden und Krankheiten geht es vor allem darum, so genau wie möglich zu erfassen, welche Heilpflanze zur Behandlung am wirksamsten ist – und jeweils auch die Grenzen der Heilpflanzen-Anwendungen abzustecken.

 

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema Verdauungstakt befassen:

Malvae folium – Malvenblätter

Matricariae flos – Kamillenblüten

Arnicae flos – Arnikablüten

Salviae folium – Salbeiblätter

Tormentillae rhizoma – Tormentillwurzel (= Blutwurz)

Myrtilli fructus – Heidelbeerfrucht

Myrrha – Myrrhe

Centaurii herba – Tausendguldenkraut

Menthae piperitae folium – Pfefferminzblatt

Melissae folium – Melissenblatt

Iberidis herba – Schleifenblumenkraut

Solani tuber – Kartoffelknolle, in Form von Kartoffelsaft:

Lini semen – Leinsamen

Gentianae radix – Enzianwurzel

Calami rhizoma – Kalmuswurzelstock

Angelicae radix – Angelikawurzel (Engelwurz)

Trifolii fibrini folium – Fieberkleeblatt, Bitterkleeblatt

Absinthii herba – Wermutkraut

Cnici benedicti herba – Kardobenediktenkraut

Millefolii flos/herba – Schafgarbenblüte/kraut

Psyllii semen – Flohsamen

Althaeae radix – Eibischwurzel

Liquiritiae radix oder succus – Süssholzwurzel oder -saft

Brassicae oleraceae succus – Weisskohlsaft

Ceratoniae semen – Johannisbrotsamen

Carvi fructus – Kümmelfrucht

Foeniculi fructus – Fenchelfrucht

Harunganae cortex und folium – Harongarinde und –blatt

Theae nigrae folium – Schwarzteeblatt

Ratanhiae radix – Ratanhiawurzel

Pektin

Saccharomyces boulardii – Hefepilze

Plantaginis ovatae semen – Indische Flohsamen

Sennae folium und fructus – Sennesblatt und -frucht

Frangulae cortex – Faulbaumrinde

Ricini oleum – Ricinusoel

Rhei radix – Rhabarberwurzel

Aloe – Aloe

Quercus cortex – Eichenrinde

Hamamelidis cortex und folium – Hamamelisrinde/-blatt

Juglandis folium – Walnussblatt

Hippocastani semen – Rosskastaniensamen

Fagopyri herba – Buchweizenkraut

Cardui mariae fructus – Mariendistelfrüchte

Cynarae folium – Artischockenblatt

Curcumae xanthorrhizae rhizoma – Javanische Gelbwurz

Boldo folium – Boldoblatt

Taraxaci radix und herba – Löwenzahnwurzel /-kraut

Raphani sativi radix – Rettichwurzel

Chelidonii herba und radix – Schöllkraut-Kraut/-Wurzel

Petasitidis rhizoma – Pestwurz-Wurzelstock

Fumariae herba – Erdrauchkraut

Cinnamomi cortex – Zimtrinde

Momordicae charantiae fructus – Bittermelone

Guarmehl

Foenugraeci semen – Bockshornkleesamen

 

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

Mariendistel zur Entgiftungskur für die Leber?

Das Magazin „Focus“ kümmert sich wieder einmal intensiv um die Entgiftung der Leber und verspricht seinen Leserinnen und Lesern: „So entgiften Sie ihre Leber ganz natürlich.“

Zur Sprache kommt dabei auch die Anwendung von Heilpflanzen. Empfohlen wird unter anderem die Mariendistel:

„Die Früchte der Mariendistel (Cardui mariae fructus) wirken sich ebenfalls positiv auf die Lebergesundheit aus. Die in der Heilpflanze enthaltene Substanz Silymarin schützt die Leber vor dem Eindringen von toxischen Stoffen. Darüber hinaus kurbelt der Wirkstoff die Neubildung von Leberzellen an und fördert somit die Regenerationsfähigkeit des Organs. Die Mariendistel können Sie als Kur in Form eines Aufgusses anwenden.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/leber/leber-entgiften-diese-hausmittel-helfen_id_7024823.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Angaben zur Wirkung von Silymarin sind soweit nicht falsch. Nur verspricht der Artikel Informationen zur natürlichen Entgiftung der Leber und das bietet Mariendistel nicht. Schutz der Leber und Förderung der Regenerationsfähigkeit der Leber – das ist etwas ganz anderes als Leberentgiftung. Der Begriff „Leberentgiftung“ ist sowieso unklar und schwammig. Es bleibt in diesem Zusammenhang offen, was damit gemeint ist. Wenn Ihnen jemand eine Leberentgiftung empfiehlt, dann fragen Sie genau nach, was damit gemeint ist. Zum Beispiel, welche Stoffe da entgiftet werden sollen und auf welche Art und Weise.

Eindeutig falsch ist im Focus-Artikel der letzte Satz:

„Die Mariendistel können Sie als Kur in Form eines Aufgusses anwenden.“

Der Silymarin-Komplex als Wirkstoff der Mariendistelfrüchte ist schlecht wasserlöslich. Daher ist ein Teeaufguss unsinnig. Der Silymaringehalt ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu tief. Das gilt auch für die Mariendisteltinktur. Es braucht gemäss Phytotherapie-Fachliteratur für einen Leberschutzeffekt 2 – 3 mal täglich 140 mg Silymarin oral (Angaben nach: Teedrogen und Phytopharmaka)

Diese Menge ist nur mit einem reinen Silymarin-Präparat sicher erreichbar.

Mariendistel ist eine interessante Heilpflanze, doch wird meiner Ansicht nach viel ausgesprochen Fragwürdiges über ihre Wirkungen erzählt und geschrieben. Kritisches Nachfragen ist hier nötig, wenn die empfohlenen Anwendungsbereiche nicht völlig willkürlich werden sollen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Erkrankungen im Vedauungstrakt

Beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming sprach Professor Dr. Robert Fürst von der Goethe-Universität Frankfurt am Main über pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) bei Erkrankungen im Verdauungstrakt.

Bei der Indikation Übelkeit und Erbrechen empfahl Robert Fürst den Ingwerwurzelstock. Die Studienlage sei zwar heterogen, doch bei Reiseübelkeit sei die Wirksamkeit gut belegt. Eine Besonderheit sei hier, dass kein Extrakt zum Einsatz kommt, sondern der gepulverte Ingwerwurzelstock (zum Beispiel Zintona®). Bei Reizmagen oder auch funktioneller Dyspepsie gibt es laut Fürst Wirksamkeitsbelege für ein Kombipräparat aus Kümmelöl und Pfefferminzöl (Carmenthin®) und für STW-5 (Iberogast®). Zur Unterstützung der Leberfunktion könne der Mariendistelfrüchte-Trockenextrakt Legalon® empfohlen werden, jedoch nur bei alkoholischem Leberschaden. Bei viralen Hepatitiden gebe es keine Evidenz für die Wirksamkeit.

Dyspepsie beziehungsweise funktionelle Störungen der ableitenden Gallenwege lassen sich laut Fürst mit dem Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL® günstig beeinflussen. Vorsicht sei dabei jedoch geboten, denn bei einem Verschluss der Gallenwege seien Artischockenblätter aufgrund ihrer choleretischen Wirkung kontraindiziert.

Bei Reizdarmsyndrom gebe es evidenzbasierte Empfehlungen für Flohsamenschalen (zum Beispiel Mucofalk®), Iberogast und hoch dosiertes Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln (zum Beispiel Medacalm®).

Für Flohsamenschalen sieht der Experte auch Anwendungsmöglichkeiten bei Colitis ulcerosa. Für diese Indikation eigne sich auch Myrrhinil®, eine Kombination aus Myrrhepulver, Kaffeekohlepulver und Kamillenblüten-Trockenextrakt. Beide Phytopharmaka haben laut Fürst in Studien gezeigt, dass sie bei Patienten mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zum Remissionserhalt ebenso wirksam sind wie der chemisch definierte Wirkstoff Mesalazin.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=61686

Kommentar & Ergänzung:

Verdauungsbeschwerden sind ein bewährtes Anwendungsfeld für Heilpflanzen-Präparate.

Der Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL®   heisst in der Schweiz Hepa-S®.

Pfefferminzölkapseln sind in der Schweiz als Colpermin®  im Handel, Flohsamenschalen unter den Namen Laxiplant und Metamucil.

Ein weiteres interessantes Anwendungsgebiet für Flohsamenschalen und für Pfefferminzölkapseln ist der Reizdarm (Colon irritabile).

Siehe dazu hier:

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

STW-5 (Iberogast®) setzt sich zusammen aus neun Komponenten:

Bittere Schleifenblume (Iberis amara), Angelikawurzel (Engelwurz), Kamillenblüten, Kümmelfrüchte, Mariendistelfrüchte, Melissenblätter, Pfefferminzblätter, Schöllkraut und Süßholzwurzel.

Siehe dazu:

Phytotherapie bei Reizmagensyndrom

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Phytotherapie bei Reizmagensyndrom

Die Pharmazeutische Zeitung hat gerade einen Artikel publiziert zum Thema „Reizmagen und Reizdarm“.

Zum „Reizmagen“ werden darin auch konkrete Hinweise auf Phytopharmaka aufgeführt, auf die ich hier kurz eingehen will.

Statt vom „Reizmagen“ spricht man eigentlich besser vom „Reizmagensyndrom“ (RMS), da es sich in den meisten Fällen um mehrere Symptome handelt. Im internationalen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung „funktionelle Dyspepsie“ (FD) gebräuchlich.

Ein Reizmagensyndrom ist gemäß den sogenannten Rom-IV-Kriterien charakterisiert durch eines oder mehrere der folgenden belästigenden, das heißt alltägliche Aktivitäten beeinträchtigenden Symptome:

Völlegefühl nach den Mahlzeiten,

Vorzeitiges Sättigungsgefühl,

Im Oberbauch lokalisierte Schmerzen,

Im Oberbauch lokalisiertes Brennen.

Von einem RMS spricht man aber erst, wenn diese Symptome nach einer routinemäßigen klinischen Abklärung einschließlich Ösophago-Gastro-Duodenoskopie nicht hinreichend erklärbar sind. Ausserdem müssen die Symptome seit mindestens drei Monaten vorliegen mit einem Symptombeginn, der sechs Monate oder ­länger zurückliegt.

Und was sagt nun der Beitrag zu den phytotherapeutischen Möglichkeiten bei RMS?

Zitat:

„Daten zur Wirksamkeit aus kontrollierten Studien gibt es auch für Phytopharmaka wie STW-5, eine Phytokombination auf der Basis von Iberis amara, oder die Kombination aus Pfefferminzöl und Kümmelöl….“

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68591

Kommentar & Ergänzung:

STW-5 ist bei Reizmagen ein bewährtes und durch Studien gut belegtes Phytopharmakon, das unter dem Namen „Iberogast“ im Handel ist.

Iberogast ist ein Kombi-Präparat aus neun verschiedenen Heilpflanzen:

Bittere Schleifenblume (Iberis amara), Angelikawurzel (Engelwurz), Kamillenblüten, Kümmelfrüchte, Mariendistelfrüchte, Melissenblätter, Pfefferminzblätter, Schöllkraut und Süßholzwurzel.

In der neueren Phytotherapie ist es eher unüblich, dass ein Präparat aus so vielen Heilpflanzen zusammengesetzt ist. Offenbar ergänzen die Bestandteile sich aber gut.

Zu STW-5 siehe auch:

Kinderheilkunde: Heilpflanzen-Kombination gegen Bauchbeschwerden

Phytotherapie bei funktionellen Magenbeschwerden

Phytotherapie als Standardtherapie bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen

Etwas eigenartig ist die Empfehlung der Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl bei RMS. Hier ist zweifellos vom Präparat Carmenthin® die Rede, das diese Zusammensetzung aufweist. Allerdings handelt es sich dabei um magensaftresistente Kapseln, die sich erst im Dünndarm auflösen. Etwas spät für eine Wirkung bei Reizmagen….

Carmenthin® eignet sich hingegen gut für Reizdarm und wirkt dort gegen Blähungen und Darmkrämpfe. Das Präparat stammt aus Deutschland und ist in der Schweiz nicht als Arzneimittel registriert.

Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung geht auch auf das Reizdarmsyndrom (RDS) ein:

„Unter einem Reizdarmsyndrom (RDS) versteht man länger als drei Monate anhaltende oder wiederkehrende Symptome, die die Lebensqualität einschränken und deren Ursprung im Darm vermutet wird: Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall und Verstopfung, die auch im Wechsel auftreten können, Schmerzen oder Druckgefühl im Bauch und Blähungen. Diese Symptome können allein oder in Kombination auftreten. Voraussetzung für die Annahme eines Reizdarmsyndroms ist der Ausschluss einer anderen organischen Krankheit.“

Unter den Therapieoptionen beim Reizdarmsyndrom werden auch zwei Phytotherapeutika aufgeführt, und zwar bei den Leitsymptomen Blähungen, abdominelle Distension und Flatulenz (Evidenzgrad A und B) und beim Leitsymptom Verstopfung (Evidenzgrad A). Leider werden aber weder die Präparate noch die darin enthaltenen Heilpflanzen konkret genannt.

Gemeint sind aber wohl

– Carmenthin®, die Kapsel aus Kümmelöl und Pfefferminzöl,

– Colpermin®, eine magensaftresistente Kapsel mit Pfefferminzöl zur Linderung von Darmkrämpfen,

– Flohsamen-Präparate als Stuhlregulans bei Verstopfung und/oder Durchfall.

Zu den phytotherapeutischen Optionen bei Reizdarmsyndrom siehe auch:

Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Reizdarmsyndrom: Kümmel, Anis und Fenchel als Tee?

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Ballaststoffe beim Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Dronabinol (THC) vermindert Dickdarmbewegungen bei Reizdarmpatienten

 

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm – Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bei Reizdarm

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie flop

 

 

 

Phytotherapie: Wirksame Behandlung bei Reizdarm und funktioneller Dyspepsie

Ballaststoffe bessern Reizdarmsyndrom

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

 

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Phytotherapie als Standardtherapie bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen

An der Dreiländertagung Phytotherapie 2016 befasste sich Olaf Kelber in einem Vortrag mit dem Thema „Phytotherapie als Standardtherapie – Wunsch oder Wirklichkeit“.

Der geläufigen Auffassung nach liege Phytotherapie als Standardtherapie 200 Jahre zurück, in einer Zeit, als chemisch definierte Arzneimittel noch nicht erfunden waren.

Doch habe es sich durchaus als möglich erwiesen, dass pflanzliche Präparate auch heute noch zur Standardtherapie avancieren, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind – wie insbesondere eine gute Studienlage.

Ein aktuelles Beispiel erwähnt Kelber die Therapie der funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen:

„Als Standardtherapie hatten sich in den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Prokinetika durchgesetzt, also Präparate wie Cisaprid, Metoclopramid und Domperidon, die insbesondere an Serotoninrezeptoren angreifen. Im Jahr 2000 fiel hier Cisaprid, 2014 Metoclopramid und Domperidon wegen seltener schwerwiegender Nebenwirkungen weg. Das Phytopharmakon Iberogast, für das in Studien schon 1984 die Vergleichbarkeit mit Metoclopramid, 2002 mit Cisaprid gezeigt worden und das schon 1999 bzw. 2001 in die ärztlichen Leitlinien aufgenommen worden war, nimmt nun in vielen Fällen den Platz dieser Therapien ein.“

Quelle:

Zeitschrift für Phytotherapie 2016; 37 – V02

DOI: 10.1055/s-0036-1584427

 

Kommentar & Ergänzung:

Iberogast ist tatsächlich eine Erfolgsgeschichte, was die Aufnahme in ärztliche Leitlinien betrifft. Bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen, Übelkeit und Sodbrennen bewährt sich das Präparat.

Speziell an Iberogast ist seine Zusammensetzung aus neun verschiedenen Heilpflanzen:

 

Schleifenblumen-Extrakt

Engelwurz-Extrakt

Mariendistel-Extrakt

Kümmel-Extrakt

Schöllkraut-Extrakt

Süssholz-Fluidextrakt

Kamillenblüten-Fluidextrakt

Melissenblätter-Fluidextrakt

Pfefferminzblätter-Fluidextrakt

 

Das ist ungewöhnlich, weil moderne Phytopharmaka in der Regel nur noch aus 1 – 2 Heilpflanzen-Extrakten zusammengesetzt sind. Mischt man zu viele Pflanzen in ein Präparat, werden die Wirkstoffe der einzelnen Pflanzen nur noch in ungenügender Menge zugeführt. Konzentriert man sich dagegen auf einen oder wenige Bestandteile, erreicht man für die einzelnen Wirkstoffe höhere Spiegel.

Bei Iberogast funktioniert aber offenbar diese Mischung aus neun Pflanzen. Das zeigen jedenfalls klinischen Studien.

Es handelt sich dabei um eine typische Multi-Target-Therapie.

Siehe dazu:

Phytotherapie: Auf die Mischung kommt es an

Der Referent Olaf Kelber ist im Übrigen nicht ohne Interessensbindungen bezüglich Iberogast. Er arbeitet für den Iberogast-Hersteller Steigerwald.

Steigerwald gehört zu den bedeutenden Phytopharmaka-Herstellern in Deutschland und wurde 2013 von Bayer übernommen. Das war eine freundliche Übernahme. Die Besitzerfamilie wollte Bayer als Käufer.

Siehe dazu:

Bayer übernimmt Phytopharmaka-Hersteller Steigerwald

Das Beispiel zeigt übrigens, dass es nicht die scharfe Trennlinie zwischen Naturheilmittelherstellern einerseits und der „Pharmaindustrie“ andererseits gibt.

Und es ist auch nicht so, wie es leicht verschwörungstheoretisch angehaucht oft dargestellt wird, dass die böse Pharmaindustrie die Naturheilmittel-Hersteller kaputt machen will. Die Pharmaindustrie hat keine ideologische Feindschaft gegenüber Naturheilmitteln. Sie verkauft auch Phytopharmaka, wenn sie darin ein lohnendes Geschäftsfeld sieht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Phyto-Kombi mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm

Mit einem pflanzlichen Kombinationspräparat aus Pfefferminzöl und Kümmelöl lassen sich die Symptome funktioneller Magen-Darm-Beschwerden erfolgreich lindern. Zudem ist die Behandlung mit dem Phytopharmakon leitliniengerecht.

Studiengemäß habe sich der symptomgerechte Einsatz von Pfefferminzöl und Kümmelöl bei Reizdarm als effektiv erwiesen, sagte der Gastroenterologe Professor Dr. Ahmed Madisch, Hannover, auf einer Pressekonferenz der Dr. Willmar Schwabe GmbH.

Er unterstrich dabei, dass der pflanzlichen Wirkstoffkombination aus 90 mg Pfefferminzöl und 50 mg Kümmelöl (Carmenthin®) bei Schmerzen und Krämpfen in der aktuellen S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom der Evidenzgrad A und eine abgeschwächt positive Empfehlungsstufe (sollte oder kann) zugesprochen wird. Damit stehe das Phytopräparat auf einer Stufe mit dem Spasmolytikum Mebeverin.

Carmenthin habe in klinischen Studien verglichen mit Placebo eine doppelt so hohe Verminderung der Reizdarmsyndrom (RDS)-assoziierten Beschwerden Flatulenz, Druck-, Schwere- und Völlegefühl gezeigt. Als effektives Therapie-Modul füge sich das Phytopharmakon gut in die bei RDS notwendigen multimodalen Behandlungskonzepte auch bei Kindern ein, erklärte der Referent. Die Wirkstoffkombination aus Pfefferminzöl und Kümmelöl darf ab dem Alter von zwölf Jahren angewendet werden.

Das Reizdarmsyndrom ist von einer großen Symptom-Variabilität geprägt: Schmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfung.

Dabei werden unterschiedliche Ursachen und individuelle Triggerfaktoren diskutiert. Leitliniengerecht liege ein Reizdarmsyndrom vor, wenn die RDS-charakteristischen Beschwerden seit mindestens drei Monaten vorliegen und andere Erkrankungen ursächlich ausgeschlossen wurden«, erläuterte Professor Dr. Stephan Miehlke aus Hamburg an der Pressekonferenz. Der Leiter des Magen-Darm-Zentrums am Universitätsklinikum Eppendorf wies auch darauf hin, dass bei RDS-Patienten nicht nur eine generell gesteigerte Darmmotilität beobachtet wird.

Darüber hinaus sei festgestellt worden, dass viszerale Schmerzreize bei diesen Patienten zur Aktivierung anderer und größerer Hirnregionen als bei gesunden Kontrollpersonen führen. Bei zahlreichen RDS-Betroffenen finde sich zudem eine erhöhte Innervation der Darmmucosa. Ein verändertes Schleimhaut-Mediatorprofil eine Aktivierung des enterischen Nervensystems und der primär afferenten Nerven bewirken.

Dr. Michael Harkenthal aus Ettlingen erklärte die sich ergänzenden Wirkmechanismen des Phytopharmakons und unterstrich, dass Reizdarmbeschwerden häufig nach akuten Infektionen im Verdauungstrakt entstehen. Es komme zur Hypersensibilität der Nerven im Darm, die dann bereits bei der geringsten psychischen oder physischen Reizung mit Schmerzsignalen und Krämpfen reagieren.

Pfefferminzöl aktiviert die Kältesensoren der Darmnerven, konstatierte Harkenthal. Das bewirke eine Beruhigung benachbarter Schmerzsensoren und eine drastische Verminderung ihrer Empfindlichkeit. Kümmelöl wirkt aktivitätshemmend auf gasbildende Bakterien, sodass Blähungen reduziert werden.

Im Vergleich zu den einzelnen Bestandteilen habe sich das Kombinations-Phytopharmakon mit Blick auf die Minderung abdomineller Schmerzen bei RDS als überlegen erwiesen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=63399

 

Kommentar & Ergänzung:

Pharmakologisch betrachtet ist beim Reizdarm die Anwendung von Kümmelöl und Pfefferminzöl in Kapselform einer Anwendung von Kümmeltee bzw. Pfefferminztee vorzuziehen. Durch die magensaftresistente Carmenthin-Kapsel lassen sich grössere Mengen an ätherischem Öl bis in tiefere Darmabschnitte applizieren, als es mit einer Teeanwendung möglich wäre.

Ein Kräutertee hat aber immer auch einen Ritualcharakter und wirkt zudem möglicherweise durch die Wärmezufuhr entspannend.

Das Kombi-Präparat Carmenthin® ist in der Schweiz nicht als Arzneimittel registriert, kann aber von Apotheken aus Deutschland besorgt werden.

Magensaftresistente Pfefferminzöl-Kapseln gibt es unter dem Namen Colpermin®.

Für dieses Produkt liegen ebenfalls positive Studien zur Behandlung von Reizdarm vor.

Siehe dazu:

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie flop

 

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm: Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

 

Kümmel und Pfefferminze sind in Form eines alkoholischen Extrakts auch Bestandteil der Iberogast Tropfen (neben Extrakten aus Schleifenblumenkraut, Engelwurz, Schöllkraut, Mariendistel, Kamille, Süssholz und Melisse). Das Kombi-Phytopharmakon wird ebenfalls bei Reizdarm eingesetzt, dürfte seine Wirkung aber eher im oberen Verdauungstrakt entfalten (Reizmagen, Völlegefühl im Oberbauch).

Siehe:

Phytotherapie bei funktionellen Magenbeschwerden

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytopharmaka bei Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt

Beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming sprach Professor Dr. Robert Fürst von der Goethe-Universität Frankfurt am Main auch über die Anwendung von Phytopharmaka bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Der Pharmazeutische Biologe sprach sich zum Beispiel für Ingwerwurzelstock in der Indikation Übelkeit und Erbrechen aus. Die Studienlage sei zwar heterogen, doch bei Reiseübelkeit sei die Wirksamkeit gut belegt, erklärte Fürst. Eine Besonderheit sei, dass hier kein Extrakt zum Einsatz komme, sondern gepulverter Ingwerwurzelstock (zum Beispiel als Zintona®). Bei Reizmagen oder auch funktioneller Dyspepsie gebe es Wirksamkeitsbelege für die Pfefferminzöl-Kümmelöl-Kombination Carmenthin® (früher Enteroplant®) und für STW-5 (Iberogast®). Zur Unterstützung der Leberfunktion sprach sich der Referent für den Mariendistelfrüchte-Trockenextrakt Legalon® aus, allerdings nur bei alkoholischem Leberschaden. Bei viralen Hepatitiden gebe es keine Evidenz für die Wirksamkeit.

Dyspepsie beziehungsweise funktionelle Störungen der ableitenden Gallenwege können laut Fürst mit dem Artischockenblätter-Trockenextrakt Hepar-SL® günstig beeinflusst werden. Vorsicht sei dabei jedoch geboten, denn bei einem Verschluss der Gallenwege ist der Artischockenbätter-Extrakt aufgrund seiner gallenflussanregenden Wirkung kontraindiziert.

Evidenzbasierte Empfehlungen bei Reizdarmsyndrom seien Flohsamenschalen (zum Beispiel Mucofalk®), Iberogast® und hoch dosiertes Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln (zum Beispiel Medacalm® oder Colpermin®), so der Experte. Bei Colitis ulcerosa könne auch Flohsamenschalen zum Einsatz kommen, ebenso wie Myrrhinil®, eine Kombination aus Myrrhepulver, Kaffeekohlepulver und Kamillenblüten-Trockenextrakt. Beide Phytopharmaka hätten in Studien gezeigt, dass sie bei Patienten mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zum Remissionserhalt ebenso wirksam seien wie der chemisch definierte Wirkstoff Mesalazin.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=61686

Kommentar & Ergänzung:

Phytopharmaka bieten eine grosse Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten für Beschwerden im Verdauungstrakt. Dieser Bericht vom Fortbildungskongress Pharmacon stellt Phytopharmaka vor, deren Wirksamkeit durch Studiendaten belegt sind.

Siehe auch:

Phytotherapie im Verdauungstrakt – ein Überblick

Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl lindert Reizdarmsyndrom

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infoportal

Mariendistel

MARIENDISTEL

Mariendistel zur Entgiftungskur für die Leber?

Das Magazin „Focus“ kümmert sich wieder einmal intensiv um die Entgiftung der Leber und verspricht seinen Leserinnen und Lesern: „So entgiften Sie ihre Leber ganz natürlich.“

Zur Sprache kommt dabei auch die Anwendung von Heilpflanzen. Empfohlen wird unter anderem die Mariendistel:

„Die Früchte der Mariendistel (Cardui mariae fructus) wirken sich ebenfalls positiv auf die Lebergesundheit aus. Die in der Heilpflanze enthaltene Substanz Silymarin schützt die Leber vor dem Eindringen von toxischen Stoffen… Zum vollständigen Text hier…


Silibinin aus Mariendistel als Wirkstoff gegen Hirntumore erforscht

Wissenschaftler aus München haben einen Wirkstoff entdeckt, der in Tiermodellen und in menschlichem Tumorgewebe bei der Behandlung von Morbus Cushing erfolgreich ist.

Morbus Cushing ist eine seltene, hormonelle Erkrankung, die durch einen Tumor in der Hirnanhangdrüse ausgelöst wird. Die Wissenschaftler haben ein Patent auf diese Anwendung des Wirkstoffs eingereicht und wollen nun Silibinin in einer klinischen Studie prüfen.

Sie hoffen, dass Patienten künftig dank der neuen Behandlungsmöglichkeit auf eine Hirn-Operation verzichten können… Zum vollständigen Text hier…

Silymarin aus Mariendistel bei chronischer therapieresistenter Hepatitis C ohne Wirkung

Der Mariendistel-Wirkstoff Silymarin ist in der Behandlung der chronischen therapieresistenten Hepatitis-C-Virus-Infektion offenbar nicht wirksamer als Placebo. In einer randomisierten Studie verminderte sich zumindest die Aktivität des Leberenzyms ALT nach sechsmonatiger Behandlung nur minimal.

Zahlreiche Patienten mit chronischer Hepatitis C, die auf eine Standardbehandlung mit Peginterferon alfa-2a plus Ribavirin nicht ansprechen, suchen Hilfe in der Phytotherapie. Das bei Lebererkrankungen am häufigsten eingesetzte pflanzliche Präparat ist Silymarin, ein Mariendistel-Wirkstoff. Für das Flavonoid-Gemisch konnten antioxidative, entzündungshemmende und antifibrotische Eigenschaften gezeigt werden… Zum vollständigen Text hier…

Mariendistel: Silymarin wirkt im Labor gegen Grippe-Viren

Silymarin ist ein Flavonoid-Gemisch aus den Früchten der Mariendistel (Silybum marianum), die hierzulande eher als Leberschutz-Präparat bekannt ist. Jetzt sind koreanische Wissenschaftler bei diesem Mariendistel-Wirkstoff auf eine Wirksamkeit gegen Grippe-Viren gestoßen, was angesichts der zunehmenden Resistenz von Grippeviren gegen die herkömmlichen antiviralen Medikamente in Zukunft von großem Interesse sein könnte.

Die Forscher haben tierische Zellen mit H1N1 Grippe-Viren infiziert und die Wirkung des Silymarins beobachtet. Anhand von Mikroskop-Bildern wurden die morphologischen Veränderungen nach Behandlung mit Silymarin, einem konventionellen Standardpräparat (Oseltamivir, = Tamiflu) und mit der Leerkontrolle verglichen… Zum vollständigen Text hier…

Phytotherapie: Mariendistel unterstützend bei Lebererkrankungen

Die Österreichische Apothekerzeitung publizierte vor einiger Zeit eine gute Zusammenfassung der Wirkung von Mariendistel (Silybum marianum) bzw. deren Wirkstoffe Silymarin / Silibinin:

„Lebererkrankungen können mit Ausnahme bestimmter viraler Hepatitiden nicht kausal, sondern nur symptomatisch behandelt werden, darüber sollte auch die große Zahl auf dem Markt befindlicher Leberpräparate nicht hinwegtäuschen. Prominentester Vertreter in dieser Sparte sind Silymarin-Präparate, deren Wirkstoff aus Mariendisteln gewonnen wird. Sie werden sowohl bei toxischen Leberschäden als auch als Adjuvans bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen angewendet. Silymarin scheint die RNA-Polymerase in den Leberzellen zu stimulieren und damit die Eiweißproduktion zu steigern. Der Wirkmechanismus ist jedoch nicht vollständig geklärt… Zum vollständigen Text hier…

Silibin (Legalon®) jetzt zur Hepatitis-C-Therapie

Es sei seit langem bekannt, dass Silibinin, der Hauptbestandteil des Wirkstoffgemischs der Mariendistel (Silybum marianum), ausgeprägte antioxidative, immunmodulierende und antifibrotische Eigenschaften hat.

Bei Patienten mit chronischer Infektion durch das Hepatitis-C-Virus ist Legalon® SIL (Silibinin-Hydrogensuccinat) nun als Begleitmedikation in Österreich zugelassen.

Die Zulassung gilt für Patienten, welche nicht oder ungenügend auf die virale Standardtherapie ansprechen, teilt das Unternehmen Rottapharm / Madaus mit… Zum vollständigen Text hier…

MARIENDISTEL HAT AUCH ANTIVIRALE WIRKUNG

Silibinin (Legalon® SIL) i.v. ist wirksam gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) und gegen HIV. Diesen Schluss legt die Kasuistik einer mit beiden Viren infizierten Patientin nahe (J Clin Virol online).

Die Frau hatte vorgängig nicht auf die HCV-Standardtherapie angesprochen. Eine antivirale HIV-Therapie war nicht indiziert. Silibinin wurde zwei Wochen verabreicht, nach einer Woche zusätzlich die HCV-Standardtherapie. Nach zwei Wochen liess sich keine HCV- und HIV-RNA mehr nachweisen. Das blieb bei der HCV-RNA bis Woche 24 so, während die HIV-RNA-Menge erneut auf das Ausgangsniveau anstieg…… Zum vollständigen Text hier…

SILIBININ AUS MARIENDISTEL UNTERSTÜTZT STANDARDTHERAPIE BEI CHRONISCHER HEPATITIS C

Wenn Patienten mit chronischer Hepatitis C nicht auf die Standardtherapie ansprechen, könnte ein Versuch mit Silibinin aus den Früchten der Mariendistel doch noch Erfolg bringen.
Patienteninnen und Patienten mit chronischer Hepatitis C, die auf eine Standardtherapie mit pegyliertem Interferon alfa plus Ribavirin nicht oder nur ungenügend ansprechen, kann womöglich mit einem Inhaltsstoff der Mariendistel (Silybum marianum) zum Durchbruch verholfen werden…… Zum vollständigen Text hier…