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Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Bereich Nieren, Blase, Prostata

Krankheiten und Beschwerden im Bereich Nieren / Blase / Prostata sind ein bedeutender Bereich der Phytotherapie. Hier finden Sie die wichtigsten Themen, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung im Bereich Nieren / Blase / Prostata vermittle.

Wir befassen uns hier vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen bei folgenden Beschwerden / Krankheiten:

Blasenentzündung

Die Blasenentzündung ist das wichtigste Thema der Phytotherapie im Bereich Urologie. In meinen Lehrgängen vermittle ich fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen zur Vorbeugung und Behandlung von Blasenentzündungen. Zum Einsatz kommen in diesem Bereich Heilpflanzen mit antibakterieller Wirkung in den Harnwegen sowie harntreibende Heilpflanzen zur Durchspülungstherapie. Wir werden uns aber auch anschauen, wo die Grenzen der Selbstbehandlung erreicht werden und eine ärztliche Untersuchung / Behandlung nötig ist.

Reizblase

Da die Reizblase nicht durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wird, braucht sie eine komplett andere Behandlung als die Blasenentzündung. Allerdings sind die Ursachen einer Reizblase oft komplex und schwer fassbar. Deshalb kommen zur Linderung verschiedene Behandlungsstrategien zur Anwendung.

Erkrankungen der Prostata

Die Phytotherapie hat hier in erster Linie einige Heilpflanzen-Präparate anzubieten zur Linderung der Beschwerden bei der gutartigen Prostatavergrösserung bei älteren Männern. Wir schauen uns die verschiedenen pflanzlichen Möglichkeiten an und Sie lernen in den Lehrgängen, welche Präparate nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens am wirksamsten sind.

 

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema Phytotherapie für Nieren, Blase, Prostata befassen:

Juniperi fructus – Wacholderbeeren

Petroselini fructus – Petersilienfrüchte

Levistici radix – Liebstöckelwurzel

Solidaginis herba – Goldrutenkraut

Betulae folium – Birkenblatt

Ononidis radix – Hauhechelwurzel

Orthosiphonis folium – Orthosiphonblatt

Equiseti herba – 
Schachtelhalmkraut

Taraxaci radix cum herba –  Löwenzahnwurzel mit Löwenzahnkraut

Urticae folium – Brennnesselblatt

Uvae ursi folium – Bärentraubenblatt

Armoraciae rusticanae radix – Meerrettichwurzel

Cranberrysaft (= Vaccinium macrocarpon, amerikanische Preiselbeere) und Preiselbeersaft aus einheimischer Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea).

D-Mannose

Pollinis siccum extractum – Pollenextrakt

Sabalis serrulati fructus – Sägepalmenfrucht

Cucurbitae semen – Kürbissamen

Urticae radix – Brennnesselwurzel

Epilobii herba – Weidenröschenkraut

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung, Repetition und für die medizinischen Zusammenhänge.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

 

Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Bereich Atemwege / Erkältungskrankheiten / Immunsystem

Krankheiten und Beschwerden im Bereich Erkältungskrankheiten / Immunsystem sind ein wichtiger Bereich der Phytotherapie. Hier finden Sie die wichtigsten Themen, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung in diese Bereichen vermittle.

Wir befassen uns hier vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen in folgenden Bereichen:

 

Husten

Hier lernen wir unterschiedliche Hustenformen kennen, die auch unterschiedlich mit Heilpflanzen-Anwendungen behandelt werden sollten: Husten mit Auswurf, trockener Reizhusten, krampfartiger Husten – welche Kräutertees, Pflanzentinkturen, Pflanzenextrakte, Hustensirupe, Inhalationen, Hustensalben, Erkältungsbäder etc. sind zur Linderung und Behandlung geeignet?

☛ Bronchitis

Grippe /  grippale Infekte / Fieber

☛ Schnupfen / Heuschnupfen

☛ Nebenhöhlenentzündung

Halsschmerzen

☛ Heiserkeit

☛ Abwehrsteigernde Mittel / pflanzliche Immunstimulanzien

Hier geht es darum, den „Charakter“ bzw. die Wirkungsweise pflanzlicher Immunstimulanzien genau kennenzulernen und damit ihre Stärken und Schwächen. Nur so kann man sie wirksam und sinnvoll einsetzen.

Ausserdem:

Wir befassen wir uns in diesem Kursteil auch mit Heilpflanzen, die immunstimulierende Effekte zeigen, aber hauptsächlich ausserhalb der Erkältungskrankheiten eingesetzt werden. Dazu gehören:

a) Adaptogene. Darunter versteht man Heilpflanzen, die den Organismus bei der Bewältigung belastender Situationen wie zum Beispiel Stress unterstützen.

b) Mistelpräparate, die in der Krebsbehandlung eine Rolle spielen, in Experimenten immunstimulierende und krebshemmende Wirkungen zeigen, aber bezüglich der Wirkung bei Krebspatienten umstritten sind. Bei diesem Thema bekommen Sie eine differenzierte Übersicht zum Stand des Wissens.

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema Erkältungskrankheiten & Immunstimulation befassen:

Malvae flos –  Malvenblüte

Althaeae radix – Eibischwurzel

Lichen islandicus  Isländisch Moos

Verbasci flos – Königskerzenblüte

Plantaginis folium – Spitzwegerichblatt

Farfarae folium/flos –  Huflattichblatt/ Huflattichblüte

Pfefferminzöl / Menthol / Eukalyptusöl 
/ Thymianöl / Anisöl

Ipecacuanhae radix – Brechwurzel

Primulae radix/flos – Schlüsselblumenwurzel/ Schlüsselblumenblüte

Senegae radix – Senegawurzel

Liquiritiae radix –  Süssholzwurzel

Hederae folium – Efeublatt

Pelargonii sidoides radix – Kapland-Pelargonie, Umckaloabo

Asari rhizoma – Haselwurz-Wurzelstock

Thymi folium/- aetheroleum – Thymianblatt/ Thymianöl

Serphylli herba – Quendel / Feldthymian / Bergthymian / Wilder Thymian

Anisi fructus – Anisfrucht

Eucalypti folium/-aetheroleum – Eucalyptusblatt/ Eukalyptusöl

Menthae piperitae aetheroleum – Pfefferminzöl

Hederae extractum – Efeuextrakt

Droserae extractum /Droserae herba –  Sonnentauextrakt /Sonnentaukraut

Armoraciae radix – Meerrettichwurzel

Raphani sativi radix – Rettichwurzel

Allii cepae bulbus – Küchenzwiebel 
(Zwiebelwickel /Zwiebelsirup etc.)

Tiliae flos  – Lindenblüte

Sambuci flos  – Holunderblüte

Spiraeae flos  – Mädesüssblüte

Matricariae flos  – Kamillenblüte

Petasitidis folium – Pestwurzblatt.

Lini semen – Leinsamen

Foenugraeci semen – Bockshornsamen

Sinapis nigrae semen – schwarze Senfsamen

Salviae folium – Salbeiblatt

Pimpinellae radix – Bibernellwurzel.

Echinaceae herba, -radix – Sonnenhutkraut, Sonnenhutwurzel

Visci albi herba – Mistelkraut

Ginseng radix – Ginsengwurzel

Eleutherococci radix – Taigawurzel

Rhodoliae roseae radix – Rosenwurzwurzel

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

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Hausmittel: Rettichsirup gegen Husten

Rettichsirup ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Husten. Das Magazin „Focus“ hat dazu ein Rezept veröffentlicht:

„Von innen können Sie den Husten mit selbstgemachtem Hustensaft lindern. Ein Beispiel dafür ist der Rettich-Honig. Dafür schneiden Sie einen schwarzen Rettich der Länge nach auf, höhlen ihn mit einem Löffel aus und füllen beide Hälften mit Honig. Anschließend lassen sie es zwölf Stunden ziehen. Dabei entzieht der Honig dem Rettich Wasser und es entsteht ein Hustensaft. Davon können Sie drei Mal täglich einen Esslöffel zu sich nehmen. Den Rest bewahren Sie im Kühlschrank auf.“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/praxistipps/video/omas-hausapotheke-aerztin-verraet-die-drei-besten-mittel-gegen-husten-stehen-schon-in-ihrer-kueche_id_7910407.html

Kommentar & Ergänzung:

Wie genau die Wirkung von Rettichsirup zustande kommt, wurde nie genauer untersucht. Umfangreichere Forschungsarbeiten sind hier qauch nicht zu erwarten. Wer investiert schon in Studien für ein Hausmittel, das sich nicht patentieren lässt, und das jeder Mensch billig selber herstellen kann.

Mehr zum Rettichsirup hier:

Hausmittel: Rettichsirup gegen Husten

Bekannt ist immerhin, dass Rettich Senfölglykoside (= Glukosinolate) enthält, die auch charakteristische Inhaltsstoffe von Meerrettich und Kapuzinerkresse sind.

Senfölglykoside bzw. Senföle wirken antimikrobiell und möglicherweise auch schleimlösend bei Husten.

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside und welche Wirkung haben sie?

Bekannt ist zudem, dass Honig den Hustenreiz lindern kann. Das haben inzwischen auch Studien bestätigt.

Siehe dazu:

Honig gegen Husten wirksam

 

Obwohl Studien fehlen, gibt es also einige Argumente, die für eine Wirksamkeit des Rettichsirups sprechen. Und weil dieses Hausmittel zudem billig und leicht verfügbar ist, kann man eigentlich nur empfehlen, es bei der nächsten Gelegenheit auszuprobieren.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Alternativmedizin: Smoothies statt Notarzt

Als ihr 19 Monate alter Sohn schwer krank war, wollte ein kanadisches Paar ihn mit Alternativmedizin kurieren, statt zum Arzt zu gehen. Der Sohn starb. Die Elten mussten wegen Verletzung der Fürsogepflicht vor Gericht.

Der Fall zeigt exemplarisch, wo das Hauptrisiko der Alternativmedizin liegt. Gefährlich wird es immer dann, wenn Allmachtsvorstellungen und Fundamentalismus ins Spiel kommen und Menschen deswegen bei schweren Krankheiten auf wirksame Medizin verzichten. Oder wenn sie eine solche Entscheidung für ihre Kinder treffen.

Der Sohn Namens Ezekiel war im März 2012 infolge einer Hirnhautentzündung gestorben. David und Collet Stephan hatten bis zuletzt keinen Arzt konsultiert. Stattdessen versuchten sie das Kind zweieinhalb Wochen lang mit alternativmedizinischen Mitteln zu behandeln. Erst als die Atmung des Kindes aussetzte, riefen die Eltern einen Rettungswagen.

Die Rechtsmedizin kam zum Schluss, dass Ezekiel an einer von Bakterien ausgelösten Meningitis starb, also einer Hirnhautentzündung. Diese gefährliche Erkrankung lässt sich mit Antibiotika behandeln. Gegen einen häufigen auftretenden Meningitis-Auslöser bei Kindern, Haemophilus influenzae b, gibt es eine Schutzimpfung. Das Kind war allerdings nicht geimpft. Eine andere Expertin erklärte, Ezekiel sei an einer viralen Meningitis gestorben und dass er noch leben könnte, wenn der damals eingesetzte Notarztwagen über die Ausstattung verfügt hätte, ein Kleinkind mit aussetzender Atmung zu versorgen. Allerdings befindet sie sich diese Expertin selbst in einem Rechtsstreit mit dem Staat.

Laut Berichten von Medien sagten David und Collet Stephan aus, dass sie dachten, ihr Sohn habe die Grippe oder Pseudokrupp. Sie hätten ihm unter anderen Smoothies und Mittel wie scharfem Pfeffer, Meerrettich, Knoblauch sowie Olivenölextrakt verabreicht.

Das Kind habe am 27. Februar 2012 erste Symptome gezeigt, am 5. März verbesserte sich sein Zustand leicht. Am Tag darauf sei es aber ungewöhnlich lethargisch gewesen, habe nichts getrunken oder gegessen, nur gestöhnt. Die Eltern beschreiben daraufhin wieder eine gewisse Besserung, dann wieder eine Verschlechterung des Gesundheitszustands.

Am 12. März sei der Körper des Kindes so steif gewesen, dass sich sein Rücken durchgebogen habe und die Eltern flößten ihrem Sohn Flüssigkeit mithilfe einer Pipette ein, weil er von allein nicht mehr aß oder trank. Am 13. März suchten die Eltern einen Heilpraktiker auf, von dem sie ein Echinacea-Präparat bekamen, ein pflanzliches Präparat aus dem Sonnenhut, das die Immunabwehr stärken soll. Laut verschiedenen Berichten wurde das Kind in der Heilpraktikerpraxis nicht untersucht. Das Kind soll so steif gewesen sein, dass es im Auto nicht habe sitzen können, sondern hingelegt werden musste.

Als am Abend die Atmung des Kindes aussetzte, rief David Stephan zuerst seinen Vater an, bevor er die Ambulanz alarmierte. Da hatte sich Ezekiels Gesicht schon blau verfärbt. Im Spital stellten die Mediziner fest, dass bei Ezekiel kaum noch Hirnaktivität vorhanden war. Am 16. März starb das Kind.

David Stephan ist Vizepräsident in der Firma seines Vaters in der Provinz Alberta, die Nahrungsergänzungsmittel vertreibt und erklärt, diese seien unter anderem gegen ADHS, Depressionen oder Autismus wirksam.

Vor Gericht wurde das Paar schuldig gesprochen. Ezekiels Vater wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, die Mutter zu drei Monaten Hausarrest.

Sie zeigten aber keinerlei Einsicht.

Auf einer eigens zu diesem zweck eingerichteten Facebook-Seite

«Prayers for Ezekiel» (Gebete für Ezekiel) erinnern sie nicht nur an den Tod ihres Sohnes. Die Stephans kämpfen mit Polemik gegen den kanadischen Richter Rodney Jerke, der die beiden wegen unterlassener Hilfe für ihr an bakterieller Hirnhautentzündung erkranktes Kind verurteilte. Über die sozialen Medien unterstellen die Eltern eine angebliche Verschwörung der Behörden gegen die Anhänger alternativer Medizin und gegen Impfungsverweigerer. Der Richter hat deshalb bei der Urteilsverkündung angeordnet, dass die Stephans auf derselben Facebook-Seite das Urteil gegen sie und die Begründung des Richters in voller Länge veröffentlichen müssen.

Dieser Schritt hat Juristen und andere Experten in Nordamerika überrascht, weil es sich hier um einen Strafprozess und nicht ein Zivilverfahren handelte, wo Täter in Verleumdungsfällen manchmal gezwungen werden, ihre falschen Behauptungen öffentlich zu widerrufen. Der Fall zeige aber, in welchem Zeitalter wir leben, sagte die Rechtsprofessorin Carissima Mathen von der Universität Ottawa. «Viele Leute beziehen ihre Informationen aus den sozialen Medien. Sie glauben, was sie dort lesen.»

Die Zeitung «National Post» sieht die Anordnung zur Publikation des Ureils auf der Facebook-Seite als «klares Zeichen, dass die Gerichte auf die zunehmende Macht der sozialen Medien reagieren und auf die Weise, wie dort Kriminelle Unterstützung und Publizität gewinnen können, die den Glauben an das Rechtssystem unterhöhlen».

Quellen:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kanada-eltern-nach-tod-ihres-kindes-verurteilt-a-1089934.html

Tages-Anzeiger, 2016-07-01

Kommentar & Ergänzung:

Das ist zwar ein extremes Beispiel, aber leider kein Einzelfall. Es ist erschütternd, wie lange diese Eltern ihren Sohn leiden liessen, im Irrglauben, das beste für ihn zu tun.

Es gibt verblendeten Extremismus nicht nur in der Politik. Auch in der Alternativmedizin sind Menschen anzutreffen, die sich komplett in ihrer eigenen Welt abgeschottet haben.

Dem liegt oft eine radikale Spaltung der Welt in Schwarz und Weiss zugrunde. Hier die heile Alternativmedizin, dort die böse „Schulmedizin“. Dann füllt es sehr schwer, im Notfall oder generell bei schweren Erkrankungen Hilfe aus dem feindlichen Lager anzunehmen.

Schwarz-Weiss-Denken aber ist immer riskant, egal ob es um Politik geht oder um unsere Gesundheit.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Auf Kräuterwanderung angetroffen: Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris)

Auf der Kräuterwanderung im Dättnauertal bei Winterthur angetroffen:

Echtes Barbarakraut (Winterkresse).

Foto auf Wikipedia hier.

 

Barbarakraut gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Es enthält viel Vitamin C und Glukosinolate (Senfölglykoside), eine Wirkstoffgruppe, die für diese Pflanzenfamilie charakteristisch ist.

Barbarakraut kann als Salat oder Gemüse verwendet werden (in Butter gedünstet spinatähnlich). Fischgerichte bekommen dadurch eine scharfe und würzige Note.

Im 16. Jahrhundert wurde Barbarakraut in den Bauerngärten als Salatpflanze kultiviert.

Schon damals war die Pflanze der Heiligen Barbara gewidmet. Die Blattrosetten des Barbarakrauts überwintern und können daher auch um den Barbaratag (4. Dezember) sowie im zeitigen Frühling geerntet werden.

Es gab Versuche, das Samenöl des Barbarakrauts zu nutzen. Früher wurde die Pflanze auch zu Heilzwecken genutzt – als Wundbalsam. Das ist nicht unplausibel, weil Senfölglykoside für antimikrobielle Wirkungen bekannt sind. Allerdings gibt es keine sicheren Erkenntnisse über therapeutische Wirkungen des Barbarakrauts, weil kein Untersuchungen und Studien dazu vorhanden sind.

Von den Senfölglykosiden ist aber bekannt, dass sie nach der Einnahme durch eine Reizwirkung auf die Magenschleimhaut die Magensaftproduktion anregen und vielleicht auch die Magenperistaltik beschleunigen, wodurch verdauungsfördernde und appetitsteigernde Effekte zu erwarten sind.

Senfölglykoside sind auch charakteristische Inhaltsstoffe in vielen Gemüsen wie beispielsweise Radieschen, Rettich, Meerrettich, Brunnenkresse, Gartenkresse, Rucola und alle Kohl-Arten. In Laborexperimenten zeigen Senfölglykoside Eigenschaften, die auf die auf eine Hemmung der Krebsentstehung hindeuten. Ob das beim Menschen auch so läuft wie im Reagenzglas, wieviel von diesen Gemüsen täglich gegessen werden müsste und wie realistisch das ist, lässt sich aber noch nicht konkret aussagen. Senfölglykoside sind aber gewiss ein wertvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung.

Siehe auch:

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside und welche Wirkung haben sie?

Eine weitere Wildpflanze mit Senfölglykosiden, die sich als Zugabe in Salat eignet, ist das Wiesen-Schaumkraut:

Naturkunde: Was blüht gerade? Wiesen-Schaumkraut

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Meerrettichwein gegen Verdauungsprobleme

Der Bayerische Rundfunk berichtete kürzlich sehr informativ über Meerrettich und seine Wirkungen. Dabei kam die Rede auch auf den Meerrettichwein:

„Auch bei Verdauungsproblemen kann Meerrettich helfen. Gerieben mit dem Lieblingswein mischen – acht Tage im Dunkeln lagern, gelegentlich schwenken. Fertig ist der Verdauungstrunk.“

Quelle:

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/meerrettich-heilpflanze-gesundheit-100.html

Kommentar & Ergänzung:

Meerrettichwein ist ein altes Hausmittel, das vor allem als schleimlösendes Mittel bei Husten und Bronchitis eingesetzt wird.

Die Empfehlung bei „Verdauungsproblemen“ ist nachvollziehbar, aber sehr vage. Als „Verdauungsprobleme“ können sehr unterschiedliche Beschwerden bezeichnet werden.

Meerrettich regt die Verdauungssäfte an und soll deshalb gegen Appetitlosigkeit wirken.

Meerrettichwurzel enthält Senfölglykoside (Glukosinolate), die reizend und durchblutungsfördernd auf Haut und Schleimhäute wirken. Im Magen-Darm-Trakt könnten Senfölglykoside dadurch zu einer gesteigerten Magen- und Darmperistaltik führen. Das kennt man aus Studien mit dem Präparat Iberogast, das ebenfalls Senfölglykoside enthält (aus Iberis amara, Bittere Schleifenblume). Das legt die Vermutung nahe, dass Meerrettichwein auch bei Völlegefühl wirksam sein könnte. Genauer untersucht wurde die Wirkung von Meerrettichwein allerdings nicht.

Der Tipp des Bayerischen Rundfunks hält sich etwas knapp mit Angaben zur Zubereitung und Dosierung des Meerrettichweins. Wieviel Meerrettich pro Liter Wein? Wieviel Meerrettichwein pro Tag?

Glukosinolate und andere Scharfstoffe werden allerdings von Menschen unterschiedlich vertragen. Ich würde jedenfalls beim ersten Versuch zurückhaltend sein mit der Menge an zugegebener Meerrettichwurzel. Falls das Produkt dann zu schwach wirkt, lässt sich die Menge bei der nächsten Zubereitung immer noch steigern.

Siehe auch:

Meerrettich als “Penicillin des Gartens”?

Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse hemmen Grippeviren vom Typ H1N1

Meerrettich: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Phytotherapie: Senföl aus Meerrettich und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenzaviren

Phytotherapie: Meerrettich als Heilpflanze bei Husten und Blasenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Meerrettich als “Penicillin des Gartens”?

Der Bayerische Rundfunk berichtete kürzlich sehr informativ über Meerrettich und seine Wirkungen. „Penicillin des Gartens“ werde der Meerrettich auch genannt. Das ist zwar etwas gar gross ausgedrückt, doch kann der Meerrettich tatsächlich antimikrobielle Wirkungen entfalten.

Dr. rer. nat. Iris Eisenmann-Tappe, Sommerhausen wird in dem Beitrag zur Wirkung des Meerrettichs folgendermassen zitiert:

“Wo er oft gebraucht wird, das sind Blasenentzündungen. Wenn man merkt, oh je, das geht schon wieder los, dann muss man nicht gleich mit dem Antibiotikum schießen, sondern dann kann man auch auf den Meerrettich zurückgreifen – Wenn man das so nicht zu sich nehmen möchte, eben dann die ausreichende Anzahl von Kapseln nehmen. Und in diesem modernen Medikament bekommt der Meerrettich mit seinen Senfölen auch Hilfe von einem Partner, der Kapuzinerkresse, die auch Senföle produziert und jetzt haben wir dann eine Kombination, die zusammen sehr schlagkräftig ist.”

Quelle:

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/meerrettich-heilpflanze-gesundheit-100.html

Kommentar & Ergänzung:

Von der Meerrettichwurzel können antimikrobielle Wirkungen in den Atemwegen (Bronchitis) und in den Harnwegen (Blasenentzündung) erwartet werden. Die Tagesdosis beträgt 20 g frische Meerrettichwurzel gerieben und über den Tag verteilt in mehreren Portionen. Eine scharfe Sache, die nicht allen behagt, aber gemischt mit Quark, geraffelten Äpfeln, geraffelten Karotten oder ähnlichem geht das für viele Menschen schon. Das im Zitat erwähnte Präparat heisst Angocin und ermöglicht die Anwendung von antimikrobiellen Senfölen auch Personen, denen die direkte Meerretticheinnahme zu scharf ist. Eine Filmtablette enthält allerdings nur 80 mg Meerrettichwurzelpulver und 200 mg Kapuzinerkressenkrautpulver. Das ist nicht gerade viel und man muss daher eine stattliche Anzahl Tabletten einnehmen, um eine wirksame Dosis zu erreichen (3-5mal täglich je 4-5 Filmtabletten für Erwachsene). In der Schweiz ist Angocin nicht als Arzneimittel angemeldet, kann aber durch die Apotheke auf Kundenverlangen aus Deutschland bestellt werden. Ich selber würde im Bedarfsfall die frische Meerrettichwurzel vorziehen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zur Phytotherapie bei Harnwegsinfektionen / Blasenentzündung

Bei Harnwegsinfektionen – insbesondere bei Blasenentzündungen – fragen Betroffene häufig nach einem pflanzlichen Präparat. Nützliche Tipps für die Beratung in der Apotheke gab es im POP-Symposium „Pharmakotherapie von Harnwegsinfektionen” auf der INTERPHARM.

Apothekerin Dr. Kirsten Dahse aus Gröbenzell und Dr. med. Johanna Lerner aus München zeigten dabei auf, wann eine Selbstbehandlung nicht angebracht und eine ärztliche Konsultation nötig ist:

– Bei Risikofaktoren wie Schwangerschaft, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder Immunsuppression.

– Außerdem bei Fieber, Schmerzen in der Nierengegend, Blut im Urin, zunehmenden Beschwerden sowie Symptomen, die länger als fünf Tage andauern.

Schmerzmittel sollten mit Vorsicht eingesetzt werden, weil damit eine beginnende Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), die meist mit Fieber und Schmerzen einhergeht, verschleiert werden kann.

Die Referentinnen stellten für die Phytotherapie bei Harnwegsinfektionen eine ganze Reihe von Präparaten vor, bei denen jedoch auch Nebenwirkungen und Kontraindikationen zu beachten sind:

☛ Bei Bärentraubenblättern und Bärentraubenextrakten resultiert die Anwendungsbeschränkung „nicht häufiger als fünfmal pro Jahr und jeweils nicht länger als ein Woche“ aus einem potenziellen kanzerogenen Risikos des Hydrochinons. Dieses sei aber wahrscheinlich sehr gering, zumal die Verbindung rasch konjugiert und abgebaut werde.

Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut enthalten Senfölglykoside und die Referentinnen wiesen darauf hin, dass sie bei Personen mit Nierenfunktionsstörungen und Magengeschwüren nicht empfohlen werden sollten. Kapuzinerkressekraut sei zudem wegen des Gehalts an Vitamin K für Patienten unter Phenprocoumon nicht geeignet.

Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter und Liebstöckelwurzel werden erwähnt als Mittel, die zur Durchspülungstherapie zugelassen sind. Zurückhaltung sei dabei jedoch geboten bei Patienten mit Herz- und Niereninsuffizienz wegen der hierfür notwendigen größeren Trinkmengen. Die Cumarine im Liebstöckelkraut können eine Photosensibilisierung bewirken.

☛ Nach Nieren- und Blasentees zur Durchspülungstherapie werde in der Apotheke häufig gefragt, um damit pathogene Keime aus den Harnwegen auszuschwemmen. Neben Bärentraubenblättern enthalten solche Teemischungen in verschiedenen Kombinationen insbesondere Birkenblätter, Echtes Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter, Hauhechelwurzel oder Ackerschachtelhalmkraut. Vor einer Empfehlung von Tees mit Birkenblättern sollte die Kundin oder der Kunde nach einer Birkenpollenallergie gefragt werden.

☛ Zubereitungen aus der Großfrüchtigen Moosbere, besser bekannt als Cranberry, werden seit einigen Jahren sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie von wiederkehrenden Infektionen der Harnwege empfohlen. Allerdings konnte in einem Cochrane-Review (Metaanalyse) bezüglich der Vorbeugung keine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo gezeigt werden.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/03/21/wann-selbstmedikation-wann-zum-arzt

Kommentar & Ergänzung:

Die beschriebenen Grenzen der Selbstbehandlung bei Blasenentzündungen kann man nur unterstreichen. Steigt eine Blasenentzündung in die Nieren auf, kann die Infektion sich rasch gefährlich entwickeln. In solchen Fällen braucht es ärztliche Behandlung und in der Regel ein Antibiotikum.

Zu den empfohlenen Heilpflanzen gibt es einiges zu ergänzen:.

1. Zu den Bärentraubenblättern: Teezubereitung als Kaltauszug ist magenverträglicher und geschmacklich akzeptabler (tieferer Gerbstoffgehalt). Auf ausreichende Dosierung achten: 10 g Bärentraubenblätter (= 4 – 5 Teebeutel pro Tag) als Bärentraubenblättertee. Pulverisierte Form (z. B. als Beuteltee) ist wirksamer als geschnittene Bärentraubenblätter (Wirkstoffe werden besser gelöst, wenn die Pflanzenteile kleiner sind).

2. Zu Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut: Die Referentinnen beziehen sich hier wohl auf Angocin® – das sind Filmtabletten mit Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut. Wer Meerrettich liebt, kann auch die frisch geraffelte Wurzel gemischt mit Joghurt, Quark, geraffeltem Apfel etc. essen und kommt so rasch auf höhere Senfölglykosid-Mengen, als es mit Angocin® der Fall ist. Als Tagesdosis werden 10 – 20 g geraffelte Merrrettichwurzel empfohlen, verteilt auf 4 – 5 Portionen über den Tag hinweg.

3. Der Empfehlung von Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter und Liebstöckelwurzel liegt wohl ein Präparat zugrunde, das nur in Deutschland auf dem Markt ist und genau diese drei Heilpflanzen enthält (CANEPHRON N Dragees). Dieses Präparat überzeugt mich nicht. Nur der Liebstöckelwurzel schreibt die Phytotherapie eine leicht harntreibende Wirkung zu. Tausengüldenkraut ist eine Bitterstoffpflanze, deren Nutzen im Harntrakt ungeklärt ist. Und in Rosmarinblättern ist zwar entzündungswidrige Rosmarinsäure enthalten. Ob davon aber in den Harnwegen eine wirksame Menge ankommt, ist sehr fraglich, zumal das Präparat nur je 18mg von den drei Heilpflanzen in Pulverform enthält. Das ist ausgesprochen (!) wenig, wenn man zum Beispiel vergleicht mit einem Teebeutel, der normalerweise etwa 2000 mg pulverisierte Heilpflanze enthält (als 2g). Zwar geht bei der Teezubereitung der Wirkstoff nicht vollständig ins Teewasser über, aber der Unterschied zu diesen 18 mg im Dragee ist doch riesig. Ein Tee wäre wohl überlegen.

4. Bei den häufig verwendeten Nieren- und Blasentees zur Durchspülungstherapie sind die Mischungen oft fragwürdig, zum Beispiel wenn Bärentraubenblätter mit harntreibenden Heilpflanzen wie Birkenblätter, Echtes Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter, Hauhechelwurzel oder Ackerschachtelhalmkraut kombiniert sind. Bei einer akuten Blasenentzündung sind die Bärentraubenblätter in solchen Mischungen oft zu tief dosiert. Es braucht dann Bärentraubenblättertee pur in einer Menge von 4 – 5 Tassen täglich, um auf eine wirksame Dosis zu kommen. Dagegen ist in einem Durchspülungstees zur Rückfallprophylaxe die Bärentraube unpassend, weil es dann um eine längerfristige Anwendung geht und wahrscheinlich auch über lange Zeiträume gar keine Bakterien verhanden sind, die bekämpft werden müssten.

5. Bei Cranberry ist die Datenlage tatsächlich nicht so positiv, wie sie oft dargestellt wird. Die erwähnte Cochrane-Metaanalyse ist sogar klar negativ. Allerdings muss man dazu folgendes wissen: Cranberry- wie auch Preiselbeer-Präparate gibt es in sehr unterschiedlichen Zubereitungen mit grossen Unterschieden in der Wirkstoffkonzentration. Diese sehr heterogene Ausgangslage macht es schwierig, eine Metaanalyse zu erstellen, die dann auch für alle geprüften Präparate gültige Aussagen machten kann. Die „Zeitschrift für Phytotherapie“ (Nr. 4 / 2015) schreibt dazu:

„Selbst im neuen Cochrane-Review wurde nur für 3 der 24 eingeschlossenen Studien ein für sinnvoll erachteter PAC-Gehalt > 36 mg/d oder die Angabe des Typ-APAC-Gehalts erfüllt.“

Die Autoren weisen darauf hin, dass man das nicht den Cochrane-Autoren anlasten könne, sondern der oft ungenügenden Publikationskultur phytotherapeutischer Studien.

Wer als Konsumentin oder Konsument Cranberry- oder Preiselbeerpräparate anwenden möchte, sollte auf eine Mindestzufuhr von 36 mg Proanthocyanidinen (PAC) pro Tag achten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Gemeinsame Strategie gegen Antibiotika-Resistenzen

Im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen bringt die Politik alle Beteiligten in ein Boot. Zudem werden Kooperationen in der Forschung unterstützt.

2001 hat die Weltgesundheits-Organisation (WHO) eine globale Strategie zur Eindämmung antimikrobieller Resistenzen publiziert, die in den EU-Ländern in unterschiedlichem Maße umgesetzt wurde.

16 Berater einigten sich im August 2010 im Namen der WHO auf einen strategischen Aktionsplan für Europa mit sieben Punkten.

Um die Resistenzentwicklung zu bremsen und neue Antibiotika zu entwickeln, ist die Einbindung aller beteiligten Bereiche im sogenannten “One-HealthAnsatz” nötig: Humanmedizin, Veterinärmedizin, Landwirtschaft und Umwelt.

Denn 2013 wurden mit 1452 Tonnen doppelt so viel Antibiotika an Tierärzte abgegeben wie im humanmedizinischen Bereich.

Erst seit dem Jahr 2011 werden die Antibiotikaabgaben in der Veterinärmedizin erfasst.

Dabei existiert ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen dem Antibiotikaeinsatz bei Zuchttieren und Resistenzen von Salmonellen und Campylobacter, aber auch MRSA-Keimen. Zudem mehren sich die Hinweise für eine Assoziation mit ESBL-Keimen.

Dringenden Handlungsbedarf sieht die WHO bezüglich Förderung der Forschung.

Es braucht zuverlässige Diagnosetests, die breit und schell verfügbar sind, um Antibiotika gezielter einzusetzen, sowie neue Antibiotika und insbesondere neue Antibiotikaklassen.

In den letzten 30 Jahren sind nur zwei wirklich neue Antibiotikaklassen dazugekommen, Oxazolidinone und zyklische Lipopeptide. Sie sind aber beide nur wirksam gegen grampositive Bakterien.

Die Entwicklung neuer Antibiotika kostet viel Geld, bringt aber nicht entsprechende Gewinnaussichten. Forschung in diesem Bereich ist daher für Pharmafirmen nicht sonderlich attraktiv.

Bund und EU-Kommission setzen zwecks Förderung der Forschung in diesem Bereich nun verstärkt auf Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie (Private Public Partnership). Beispiele dafür sind “New Drugs 4 Bad Bugs” (ND4BB), gefördert von der Europäischen Kommission, und “InfectControl 2020”, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/atemwegskrankheiten/article/893912/one-health-ansatz-gemeinsam-antibiotika-resistenzen.html?sh=13&h=1911711750

 

Kommentar & Ergänzung:

Er geht besorgniserregend langsam, dieser Kampf gegen die Antibiotika-Resistenzen.

Siehe auch:

Europäische Fachleute warnen vor Antibiotika-Resistenz

Warnung vor zunehmenden Antibiotika-Resistenzen

WHO schlägt Alarm wegen Antibiotikaresistenzen

Kinderärzte warnen vor Antibiotikaresistenz

Heilpflanzen-Anwendungen können in vielen Anwendungsbereichen Antibiotika nicht ersetzen. Die Medizin braucht wirksame Antibiotika.

In manchen Fällen sind aber Antibiotika-Gaben schlicht unnötig und unsinnig, zum Beispiel bei viralen Erkrankungen. In genau begrenzten Situationen kann mit Heilpflanzen-Anwendungen darum durchaus ein Antibiotika-Einsatz vermieden werden.

Siehe beispielsweise:

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Nicht sofort die Antibiotika-Keule

 

Ätherische Öle gegen Antibiotika-resistente Bakterien

Antibiotika bei Sinusitis: Nutzen in Frage gestellt

Kapuzinerkresse – Breitbandantibiotikum aus der Natur

Meerrettich – Breitbandantibiotikum aus der Natur

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Ätherische Öle gegen Bakterien

Senfölglykoside hemmen multiresistente-Erreger (MRSA)

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Europäische Fachleute warnen vor Antibiotika-Resistenz

Problematisch sei nicht nur die zu häufige und falsche Verschreibung, sondern auch der intensive Einsatz in der Landwirtschaft.

In Europa sei zwischen 2010 und 2013 der Anteil gegen Antibiotika resistenter Bakterien teilweise gestiegen. Das zeigt der neueste Bericht des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) in Stockholm.

ECDC-Direktor Marc Sprenger unterstrich in diesem Zusammenhang die komplexen Ursachen von Antibiotikaresistenzen. Dazu gehören insbesondere zu viel Verwendung, auch bei “falschen” Krankheiten (Virusinfektionen), in der Humanmedizin, nicht ausreichende Dosierung und Einnahmedauer richtig verschriebener Antibiotika und die Verwendung in großen Mengen für Humanmedizin-fremde Ziele.

Letzteres betrifft hauptsächlich die Agrarindustrie. Eine spezielle Problematik sind dabei auch Spitalhygiene und sogenannte Spitalkeime, die besonders häufig Resistenzen aufweisen. Obwohl der größte Teil des Antibiotikaverbrauchs außerhalb von Kliniken stattfinde, sei der Antibiotikagebrauch in den Kliniken der hauptsächliche Faktor für die Verbreitung multiresistenter Bakterien, die Infektionen im Gesundheitseinrichtungen selbst auslösen, erläutert Sprenger.

Die Situation sei unterschiedlich von Antibiotikum zu Antibiotikum und von Keimart zu Keimart. Gleichzeitig seien Antibiotikaresistenzen häufig lokaler (nationaler) Natur, weil sie direkt mit der häufig sehr unterschiedlichen Verwendung in Verbindung stehen. Ein Beispiel sei der Anteil der Klebsiella pneumoniae-Keime, die zum Beispiel gegen die häufig verwendeten Fluorchinolone, Cephalosporine der dritten Generation und Aminoglykoside unempfindlich geworden sind.

Die früher als “Wunderantibiotika” für den Spitalsbereich bezeichneten Carpabeneme sind eine der letzten Möglichkeiten bei sonst resistenten Klebsiella pneumoniae und E. coli-Keimen. Hier zeichnet sich haupsächlich bei den Klebsiellen eine Verschlechterung der Situation ab.

In den vergangenen 20 Jahren sind als Spitalkeime auch die sogenannten methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Bakterien (MSRA) wichtig geworden. Hier haben in den vergangenen Jahren entsprechende Gegenmaßnahmen für eine Reduktion der Problematik gesorgt. Die Verminderung des Anteils der resistenten Erreger zwischen 2010 und 2013 in Europa war jedoch geringer als davor.

ECDC verlangt in diesem Zusammenhang einen vorsichtigen Gebrauch der Arzneimittel von der Versorgung von Patienten mit bakteriellen Infektionen im Akutfall bis hin zur Langzeitpflege sowie entsprechende Hygienemaßnahmen, um Infektionen überhaupt zu vermeiden.

Quelle:

http://derstandard.at/2000008243550/Europaeische-Experten-warnen-vor-Antibiotika-Resistenz

 

Kommentar & Ergänzung:

Eine Massentierhaltung, die auf die flächendeckende, kontinuierliche Antibiotika-Gabe angewiesen ist, ist nicht nachhaltig und gehört in dieser Form abgeschafft. Schärfere Regeln sind nötig. Das gilt allerdings auch für die Medizin, die wider besseres Wissen offensichtlich nicht in der Lage ist, falsche und unnötige Antibiotika-Verschreibungen von sich aus in den Griff zu bekommen. Es braucht hier harte gesetzliche Regelungen, wenn möglich weltweit.

Das schreibe ich nicht aus Feindschaft gegenüber den Antibiotika, sondern weil ich den unschätzbaren Wert dieser Medikamente anerkenne. Und dass sich Antibiotika nicht einfach durch Heilpflanzen ersetzen lassen, braucht gar nicht erst speziell betont zu werden.

In ganz bestimmten Teilbereichen könnten Heilpflanzen allerdings schon zur Reduktion des Antibiotika-Verbrauchs beitragen. Jedenfalls kommen mir dazu einige Möglichkeiten in den Sinn. So könnte beispielsweise die gute antimikrobielle Wirkung vieler ätherischer Öle bei örtlicher Einwirkung besser genutzt werden (z. B. Korianderöl, Lavendelöl, Teebaumöl).

Senfölglykoside (Glukosinolate) aus Meerrettich, Kapuzinerkresse und Brunnenkresse entfalten antibakterielle Wirkungen bei Infektionen der Harnwege (Blasenentzündung) und der Atemwege (akute Bronchitis) und lassen sich gut einsetzen, wenn man auch ihre Grenzen kennt. Und die Kapland-Pelargonie (Umckaloabo®) ist ein bewährtes Mittel bei unkomplizierter, viraler Bronchitis, einem Krankheitsbild, bei dem immer noch Antibiotika eingesetzt werden, obwohl diese bei viralen Erkrankungen gar nicht wirksam sind.

Eine weitere Option ist Myrtol / Eukalyptusöl in Kapselform (Gelomyrtol®) – vor allem bei Infektionen der Atemwege (Bronchitis, Sinusitis).

Siehe auch:

Jedes dritte Antibiotikum unnötig verordne

Phytotherapie: Infektabwehr aus der Natur (Pelargonium-Extrakt) 

Übersichtsstudie zu Umckaloabo zieht positives Fazit 

Kinderärzte warnen vor Antibiotikaresistenz 

Akute Bronchitis – Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika 

Myrtol / Gelomyrtol bei Husten und Bronchitis

Metaanalyse zeigt: Umckaloabo lindert Atemwegsinfekte 

Senfölglycoside gegen Infektionen

Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger

Meerrettich – Breitbandantibiotikum aus der Natur 

Kapuzinerkresse – Breitbandantibiotikum aus der Natur 

Myrtol bei Bronchitis und Sinusitis

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infoportal

Meerrettich

MEERRETTICH

Meerrettichwein gegen Verdauungsprobleme

Der Bayerische Rundfunk berichtete kürzlich sehr informativ über Meerrettich und seine Wirkungen. Dabei kam die Rede auch auf den Meerrettichwein:

„Auch bei Verdauungsproblemen kann Meerrettich helfen. Gerieben mit dem Lieblingswein mischen – acht Tage im Dunkeln lagern, gelegentlich schwenken. Fertig ist der Verdauungstrunk.“

Quelle:

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/meerrettich-heilpflanze-gesundheit-100.html

Kommentar & Ergänzung:… Zum vollständigen Text hier…


Meerrettich als „Penicillin des Gartens“?

Der Bayerische Rundfunk berichtete kürzlich sehr informativ über Meerrettich und seine Wirkungen. „Penicillin des Gartens“ werde der Meerrettich auch genannt. Das ist zwar etwas gar gross ausgedrückt, doch kann der Meerrettich tatsächlich antimikrobielle Wirkungen entfalten.

Dr. rer. nat. Iris Eisenmann-Tappe, Sommerhausen wird in dem Beitrag zur Wirkung des Meerrettichs folgendermassen zitiert:.. Zum vollständigen Text hier…


Meerrettich: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Das Magazin „focus“ brachte eine Serie zum Thema „ Mit Hausmitteln Erkältungen lindern“.

Ein Abschnitt daraus war dem Meerrettich gewidmet, wobei der Ausdruck „Breitbandantibiotika“ im Titel etwas gar stark aufgetragen ist. Meerrettich ist aber tatsächlich eine sehr interessante Heilpflanze gegen Infektionen.

Zitat:

„Die unscheinbare Wurzel zeigt erstaunliche Heilkraft. Dank der antibiotischen Inhaltsstoffe Allicin und Sinigrin, wirkt Meerrettich ähnlich wie Penicillin. Er hilft bei allen Erkältungssymptomen, Schnupfen, Husten, Bronchitis, Mandelentzündung, Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündungen, Kopfschmerzen und Fieber. Zudem stärkt er das Immunsystem und nimmt es sogar mit Grippeerregern auf.“… Zum vollständigen Text hier…

PHYTOTHERAPIE: SENFÖL AUS MEERRETTICH UND KAPUZINERKRESSE BEKÄMPFEN INFLUENZA-VIREN

Senföle sind bei bakteriellen und viralen Infekten von Harn- und Atemwegen eine Behandlungsmöglicheit. Offenbar können sie auch der Vermehrung von Influenza-Viren entgegen wirken: Eine Gießener Wissenschaftlergruppe konnte in In-vitro-Untersuchungen eine Hemmung um 90 Prozent feststellen.

Die Vermehrung von Influenza-Viren (Grippe-Viren) kann auch phytotherapeutisch reduziert werden. Das legen In-vitro- Untersuchungen mit einem Heilpflanzen-Präparat nahe, das bislang bei bakteriellen und viralen Infekten der Atemwege und der Harnwege eingesetzt wird……. Zum vollständigen Text hier…

PHYTOTHERAPIE: MEERRETTICH ALS HEILPFLANZE BEI HUSTEN UND BLASENENTZÜNDUNG

Der scharfe Geschmack des Meerrettichs (syn. Armoracia rusticana) ist den meisten aus der Küche bekannt. Die Pfahlwurzel wird sowohl zum Verfeinern von verschiedenen Speisen als auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Der Name Meerrettich bedeutet “über das Meer zu uns gekommener Rettich”, wobei damit die fremdländische Herkunft und nicht das Meer an sich gemeint ist…… Zum vollständigen Text hier…