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Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Bereich Atemwege / Erkältungskrankheiten / Immunsystem

Krankheiten und Beschwerden im Bereich Erkältungskrankheiten / Immunsystem sind ein wichtiger Bereich der Phytotherapie. Hier finden Sie die wichtigsten Themen, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung in diese Bereichen vermittle.

Wir befassen uns hier vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen in folgenden Bereichen:

 

Husten

Hier lernen wir unterschiedliche Hustenformen kennen, die auch unterschiedlich mit Heilpflanzen-Anwendungen behandelt werden sollten: Husten mit Auswurf, trockener Reizhusten, krampfartiger Husten – welche Kräutertees, Pflanzentinkturen, Pflanzenextrakte, Hustensirupe, Inhalationen, Hustensalben, Erkältungsbäder etc. sind zur Linderung und Behandlung geeignet?

☛ Bronchitis

Grippe /  grippale Infekte / Fieber

☛ Schnupfen / Heuschnupfen

☛ Nebenhöhlenentzündung

Halsschmerzen

☛ Heiserkeit

☛ Abwehrsteigernde Mittel / pflanzliche Immunstimulanzien

Hier geht es darum, den „Charakter“ bzw. die Wirkungsweise pflanzlicher Immunstimulanzien genau kennenzulernen und damit ihre Stärken und Schwächen. Nur so kann man sie wirksam und sinnvoll einsetzen.

Ausserdem:

Wir befassen wir uns in diesem Kursteil auch mit Heilpflanzen, die immunstimulierende Effekte zeigen, aber hauptsächlich ausserhalb der Erkältungskrankheiten eingesetzt werden. Dazu gehören:

a) Adaptogene. Darunter versteht man Heilpflanzen, die den Organismus bei der Bewältigung belastender Situationen wie zum Beispiel Stress unterstützen.

b) Mistelpräparate, die in der Krebsbehandlung eine Rolle spielen, in Experimenten immunstimulierende und krebshemmende Wirkungen zeigen, aber bezüglich der Wirkung bei Krebspatienten umstritten sind. Bei diesem Thema bekommen Sie eine differenzierte Übersicht zum Stand des Wissens.

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema Erkältungskrankheiten & Immunstimulation befassen:

Malvae flos –  Malvenblüte

Althaeae radix – Eibischwurzel

Lichen islandicus  Isländisch Moos

Verbasci flos – Königskerzenblüte

Plantaginis folium – Spitzwegerichblatt

Farfarae folium/flos –  Huflattichblatt/ Huflattichblüte

Pfefferminzöl / Menthol / Eukalyptusöl 
/ Thymianöl / Anisöl

Ipecacuanhae radix – Brechwurzel

Primulae radix/flos – Schlüsselblumenwurzel/ Schlüsselblumenblüte

Senegae radix – Senegawurzel

Liquiritiae radix –  Süssholzwurzel

Hederae folium – Efeublatt

Pelargonii sidoides radix – Kapland-Pelargonie, Umckaloabo

Asari rhizoma – Haselwurz-Wurzelstock

Thymi folium/- aetheroleum – Thymianblatt/ Thymianöl

Serphylli herba – Quendel / Feldthymian / Bergthymian / Wilder Thymian

Anisi fructus – Anisfrucht

Eucalypti folium/-aetheroleum – Eucalyptusblatt/ Eukalyptusöl

Menthae piperitae aetheroleum – Pfefferminzöl

Hederae extractum – Efeuextrakt

Droserae extractum /Droserae herba –  Sonnentauextrakt /Sonnentaukraut

Armoraciae radix – Meerrettichwurzel

Raphani sativi radix – Rettichwurzel

Allii cepae bulbus – Küchenzwiebel 
(Zwiebelwickel /Zwiebelsirup etc.)

Tiliae flos  – Lindenblüte

Sambuci flos  – Holunderblüte

Spiraeae flos  – Mädesüssblüte

Matricariae flos  – Kamillenblüte

Petasitidis folium – Pestwurzblatt.

Lini semen – Leinsamen

Foenugraeci semen – Bockshornsamen

Sinapis nigrae semen – schwarze Senfsamen

Salviae folium – Salbeiblatt

Pimpinellae radix – Bibernellwurzel.

Echinaceae herba, -radix – Sonnenhutkraut, Sonnenhutwurzel

Visci albi herba – Mistelkraut

Ginseng radix – Ginsengwurzel

Eleutherococci radix – Taigawurzel

Rhodoliae roseae radix – Rosenwurzwurzel

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie Herz & Kreislauf

Krankheiten und Beschwerden von Herz & Kreislauf sind ein wichtiger Bereich der Phytotherapie. Hier finden Sie die wichtigsten Stichworte, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung zu diesem Thema vermittle.

Wir befassen uns vor allem mit Heilpflanzen-Anwendungen in folgenden Bereichen:

☛ Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

☛ Rhythmusstörungen des Herzens

☛ Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)

☛ Koronare Herzkrankheit

☛ Arterioskleroseprophylaxe – Hyperlipidämie

☛ Hypotonie
(niedriger Blutdruck)

☛ Funktionelle Herzbeschwerden

☛ Durchblutungsstörungen

Periphere arterielle Durchblutungsstörungen (PAVK)

Zerebrale Durchblutungsstörungen / Demenz

☛ Erkrankungen des Venensystems, Krampfadern, Venenschwäche

 

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema Herz & Kreislauf befassen:

 

Crataegi folium cum flore – Weissdornblatt mit –blüten

Allii sativi bulbus – Knoblauchzwiebel

Hibisci flos – Karkadeblüte

Randensaft (Rote-Beete)

Visci albi herba – Mistelkraut

Allii cepae bulbus – Küchenzwiebel

Cynarae folium – Artischockenblatt

Haferkleie

Pektine

Plantaginis ovatae semen und Psyllii semen – Flohsamen

Guar

Ceratoniae semen – Johannisbrotsamen

Rosmarini folium – Rosmarinblatt

Sarothamni scoparii herba – Besenginsterkraut

Ginkgo bilobae folium – Ginkgoblatt

Arnicae flos – Arnikablüten

Symphyti radix – Beinwellwurzel (Wallwurz)

Hippocastani semen – Rosskastaniensamen

Fagopyri herba – Buchweizenkraut

Meliloti herba – Steinkleekraut

Vitis viniferae folium – Rotes Weinlaub

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

 

 

 

Alternativmedizin, Komplementärmedizin und Naturheilkunde bei Krebs

Bei Krebserkrankungen suchen viele Patientinnen und Patienten nach alternativen Heilverfahren und geraten dabei in einen schwer durchschaubaren Dschungel, in dem Möglichkeiten und Grenzen schwer abzuschätzen sind.

Auf WDR 5 ist gerade ein Gespräch mit Prof. Josef Beuth ausgestrahlt worden. Der Onkologe untersucht an der Universität Köln die Wirksamkeit von Verfahren der Naturheilkunde bei Krebs.

Ein interessantes Gespräch über Alternativmedizin, Komplementärmedizin, Pflanzenmedizin, Homöopathie, Mistel-Therapie und vieles andere mehr.

Hier zum Nachhören auf WDR 5

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Misteltherapie gegen Krebs

Das Portal „medizin-transparent“ fasst die Studienlage zur Misteltherapie bei Krebs zusammen. Die Qualität der vorhandenen Studien sei zu gering, um eine schlüssige Aussage über die Wirksamkeit der Misteltherapie zuzulassen, schreiben die Autoren. Sie fanden keine klaren Hinweise auf eine Wirksamkeit der Misteltherapie zur Verbesserung der Lebensqualität bei Krebs. Auch betreffend der Frage, ob Misteltherapie die Überlebenschancen von Krebspatienten verbessert, erlaube die Studienlage keine eindeutige Einschätzung. Zwar zeige die Misteltherapie in zahlreichen Studien positive Effekte auf die Lebensqualität, doch beurteilen die Autoren die Qualität dieser Studien überwiegend als schlecht:

„Wenn viele methodisch schwache Studien einen positiven Effekt zeigen, ist das dann nicht auch ein Hinweis auf eine Wirksamkeit? Nicht, wenn die Qualität der Studien sehr schlecht ist. Wenn beispielsweise die Methode nicht ausreichend dokumentiert ist und die Studie daher nicht nachvollziehbar ist, dann ist die Aussagekraft nahe Null. Gute wissenschaftliche Journale lassen Einreichungen von Experten aus dem gleichen Fachgebiet überprüfen (Peer Review), Studien aus guten Journalen sollten also einen gewissen Mindeststandard haben. Von den 21 Mistelstudien im Cochrane Review, waren nur vier in solchen Peer-Review-Journalen erschienen. So ist es nicht überraschend, dass die meisten der eingeschlossenen Studien die Daten unzureichend präsentieren, die Methoden nicht gut dokumentieren und oft nur kleine Teilnehmerzahlen aufweisen.“

Quelle:

http://www.medizin-transparent.at/misteln-in-der-krebstherapie

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Misteltherapie bei Krebs wird in Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin überwiegend unkritisch empfohlen, obwohl zahlreiche Fragen offen sind und eindeutige Belege für die Wirksamkeit fehlen. Die Misteltherapie ist zudem ein Umsatzrenner für die Hersteller. Kritische Einwände sollten daher mehr Beachtung bekommen.

Zur Misteltherapie bei Krebs siehe auch:

Misteltherapie gegen Krebs – wirksam?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

Mistel gegen Bluthochdruck?

Mistel gegen Bluthochdruck – diese Empfehlung liest man immer wieder. So auch auf Kleinezeitung.at:

„Auch in der Naturheilkunde spielt die Mistel seit Hildegard von Bingen eine große Rolle: Sie wirkt blutdrucksenkend, harntreibend und tumorhemmend.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/3489478/stachelige-schoenheiten-fuer-den-advent.story

Kommentar & Ergänzung:

In diesem kleinen Abschnitt ist fast alles fragwürdig.

– Die immer wieder erwähnte Wirkung der Mistel gegen Bluthochdruck ist alles andere als überzeugend:

„Bisher konnte noch keine der aus der Mistel isolierten Verbindungen der immer wieder beschriebenen, aber nicht bewiesenen blutdrucksenkenden Wirkung von Mistelauszügen zugeordnet werden.
Für die Anwendung von Misteltee als einer unterstützenden Maßnahme bei Bluthochdruck gibt es daher keine echte Begründung, obwohl zahlreiche Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt wurden, eine antihypertone Wirkung nachzuweisen. Die Ergebnisse bei Tierversuchen sind recht widersprüchlich und lassen keine Übertragung auf die Humanmedizin zu. Zwar erwiesen sich die isolierten Viscotoxine bei parenteraler Gabe als hypotensiv wirksam, als Wirkprinzip kommen sie jedoch nicht in Betracht, da sie oral nicht resorbiert werden.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Mistelkraut.html

– Eine harntreibende Wirkung der Mistel?  Ist nicht im Ansatz fassbar.

– Eine tumorhemmende Wirkung? – Die gibt es bei Mistelextrakt gut dokumentiert im Labor, wenn damit isolierte Krebszellen behandelt werden. Im lebenden Organismus – also bei Krebspatienten – ist dieser Effekt nicht annähernd klar belegt. Mistelextrakt kann bei Tumorpatienten das unspezifische Immunsystem aktivieren.

„In niedriger, nichttoxischer Dosierung dominiert die immunstimulierende Wirkung der Mistellektine, aus der nicht auf eine Hemmung des Tumorwachstums geschlossen werden darf. Erst in höheren Konzentrationen, die bereits deutliche unerwünschte Wirkungen hervorrufen, zerstören Lektine und Viscotoxine Zellen.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Mistelkraut.html

Präzisiert werden muss zudem, dass Misteltee und Misteltinktur schon zum Vorneherein zur Tumorbehandlung unwirksam sind, weil allfällige Wirkstoffe beim Weg über den Verdauungstrakt nicht aufgenommen werden. Fallls die Mistel eine Wirkung auf Tumore haben sollte, dann nur via Injektion.

Zum Thema Mistel in der Krebstherapie siehe auch:

Misteltherapie gegen Krebs – wirksam?

Interessante kulturhistorischen und botanischen Aspekte der Mistel (Viscum album) hat die „Kleine Zeitung“ übrigens auch noch beschrieben.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen-Präparate mit grossem Qualitätsunterschieden

In einem Interview mit einer Apotheken-Kundenzeitschrift wird die Apothekerin Anke Grabow gefragt, welchen Beratungsbedarf es speziell bei pflanzlichen Medikamenten gibt.

Antwort:

„Schwierig ist vor allem, dass sich hinter dem Oberbegriff Phytopharmaka unterschiedlichste Präparate verbergen. Tees zählen ebenso dazu wie Tinkturen und Säfte oder anthroposophische Mittel. Zudem variiert die Qualität der verarbeiteten Pflanzen. Ich empfehle in erster Linie Präparate aus dem nachhaltigen Pflanzenanbau, etwa von Firmen mit eigenen Anbauprojekten.“

Quelle:

http://www.apotheken-umschau.de/Erkaeltung/Pflanzenheilkunde-Gute-Beratung-in-der-Apotheke-wichtig-118551.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein wichtiger Aspekt:Es gibt sehr grosse Qualitätsunterschiede bei den Heilpflanzen-Präparaten und es wird auch in Apotheken und Drogerien – geschweige denn im Internethandel – viel unwirksamer „Schrott“ verkauft.

Und zwar bei Naturheilmitteln wie auch bei Präparaten der Komplementärmedizin. Hier besteht nämlich in vielen Bereichen eine Qualitätskontrolle allenfalls pro Forma und greift nicht wirklich.

Fragwürdig ist meines Erachtens, wenn in diesem Interview Anthroposophika zu den Phytopharmaka gerechnet werden. Präparate der Anthroposophischen Medizin basieren auf Grundsätzen, die sich sehr deutlich von den Leitlinien der Phytotherapie unterscheiden.

Anthroposophika:

…..basieren auf Anregungen Rudolf Steiner’s, der sich als Menschheitsführer und als Reinkarnation von Aristoteles und Thomas von Aquin sah, und der davon überzeugt war, dass seine Erkenntnisse aus der Akasha-Chronik stammen.

Die Anthroposophische Medizin schreibt ihren Präparaten okkulte Kräfte zu, zum Beispiel einen Einfluss auf die zwei anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer.

Das tönt in anthroposophischen Worten zum Beispiel so:

„Substanziell gesehen ist jedoch das Karzinom etwas Luziferisches, das durch das Ahrimanische des Mistelgiftes kompensiert wird.“

(aus: Dietrich Boie, Mistel und Krebs, Eine anthroposophisch-medizinische Studie zur Mistel-Therapie des Krebses, Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft anthroposophischer Ärzte, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1970)

Zubereitungen der Anthroposophischen Medizin bestehen nicht nur aus Heilpflanzen. Manche Präparate enthalten auch Schwermetalle wie Blei oder tierische Komponenten wie lebend verriebene und  verdünnte Ameisen (Formica).

Phytopharmaka

…sind frei von dieser esoterischen Einfärbung.

Phytotherapie basiert im Gegensatz zur Anthroposophischen Medizin nicht auf den Ideen eines Einzelnen. Phytotherapie-Wissen entsteht und entwickelt sich in einem kooperativen Prozess ohne vordefinierte Führerfigur.

Meines Erachtens ist es wichtig, solch fundamentale Unterschiede nicht zu verwischen, sondern so gut wie möglich herauszuarbeiten. Nur so können Konsumentinnen und Konsumenten eine informierte und fundierte Wahl treffen.

Ich persönlich halte kooperativ erarbeitetes Wissen für glaubwürdiger als die Erkenntnisse eines angeblichen Hellsehers.

Und ich ziehe Heilpflanzen-Anwendungen vor, die nicht mit Fantasien über ahrimanische und luziferische Einflüsse kontaminiert sind.

Falls Sie an kooperativ erarbeitetem und „geisterfreiem“ Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ukrain: Bedenkliches und illegales Krebsmittel

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stuft das Medikament Ukrain als bedenkliches Arzneimittel ein. Ukrain wird als Wundermittel gegen Krebs propagiert. Nach gegenwärtigem wissenschaftlichem Kenntnisstand besteht gemäss BfArM der begründete Verdacht, dass die Anwendung schädliche Wirkungen über das medizinisch vertretbare Maß hinaus zeigt, auch bei vorgesehenem Gebrauch nach Herstellerangaben. Der Import nach Deutschland sei eine Straftat.

Nach Informationen des BfArM ist Ukrain wahrscheinlich ein semisynthetisches Mischpräparat aus dem Zytostatikum Thiotepa und Alkaloiden des Schöllkrauts (Chelidonium majus L.). Bezüglich der Zusammensetzung mache der Vertreiber selbst unterschiedliche Angaben, warnt die Arzneimittelbehörde. Hersteller von Ukrain ist die Firma Nowicky Pharma mit wechselndem Geschäftssitz in der Ukraine, Österreich oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Internet wird Ukrain als Universalmittel gegen Krebs und als probater Ersatz für Chemotherapie propagiert. Sogar die Behauptung, der Krebs könne rückgängig gemacht werden, ist zu finden. Wissenschaftliche Belege für diese Aussagen gibt es laut BfArM nicht, ebenso wenig wie für die Sicherheit des Präparates.

2001 hat die Ukrainische Arzneimittelbehörde Ukrain eine Zulassung erteilt, die aber seit November 2011 ruht. Die Herstellerfirma hatte wiederholt erfolglos bei der Europäischen Arzneimittelagentur eine Zulassung als Orphan Drug mit Indikation Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) beantragt und sogar gegen die Ablehnung der Anträge vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklagt. Die Klage hat der EuGH im September 2010 in allen Punkten abgewiesen. Ukrain ist dadurch in der ganzen Europäischen Union nicht verkehrsfähig.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4194&Nachricht_ID=40869&Nachricht_Title=Nachrichten_Ukrain%3A+Bedenkliche+und+illegale+Krebstherapie&type=0&folder_id=40789

Kommentar & Ergänzung:

Mit den durchaus begreiflichen Hoffnungen von Krebspatientinnen und Krebspatienten wird schamlos Profit gemacht. Ukrain ist hier nur eines der bekanntesten Beispiele.

Oft geht es dabei aber nicht einfach nur um Geld. Heilerinnen und Heiler profilieren sich mit überzogenen Heilungsversprechungen auch oft als Retter. Das ist vor allem gut für das eigene Ego.

Bezüglich Ukrain ist lässt sich feststellen, dass nur schon widersprüchliche Angaben des Herstellers zur Zusammensetzung des Produktes nicht gerade vertrauenserweckend sind,  genauso wenig wie ein immer wieder wechselnder Firmensitz.

Im Heilpflanzenlexikon von Dietrich Frohne (2006) wird zur Zusammensetzung von Ukrain folgende Angabe gemacht:

„Das ‚Krebsmittel’ Ukrain ist ein semisynthetisches Mischpräparat aus Schöllkraut-Alkaloiden und dem Zytostatikum Thiotepa. 3 Moleküle Chelidonin sind über den Alkaloidstickstoff mit Ethylgruppen des Thiophosphorsäurederivats (unter Öffnung der 3-Aziridinringe) verbunden. Das Präparat enthält aber mehrere Alkaloide;….“

In der Phytotherapie-Fachliteratur gibt es keine dokumentierten Hinweise auf eine krebshemmende Wirkung von Schöllkraut.

Zur Wirksamkeit von Ukrain stehen nur die Versprechungen des Herstellers im Raum.

Frohne schreibt dazu:

„…die bisher vorliegenden klinischen Berichte  erlauben wegen fehlender objektiver Kriterien keine Beurteilung der Wirksamkeit. Vom Einsatz des seit längerem – jetzt auch im Internet – beworbenen Mittels wir sowohl von der AMKdÄ und der Dtsch. Krebsgesellschaft als auch von der Schweiz. Krebsliga und der Schweizerischen Gesellschaft für Onkologie abgeraten.“

Eine fundierte Bewertung von Heilpflanzen-Präparaten für die Begleittherapie bei Krebserkrankungen hat Jutta Hübner publiziert:

Jutta Hübner: Aloe, Ginkgo, Mistel & Co.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Misteltherapie: Verzerrte Darstellung in der Boulevardzeitung “Blick”

Viele Medienberichte zum Thema Komplementärmedizin sind irreführend und verzerrt. Ein Beispiel dafür liefert die Boulevardzeitung „Blick“ in einem Beitrag zur Misteltherapie („Blick“-Zitate kursiv).

Zitat:

„ Was bewirkt das Präparat?

Das Mistelextrakt enthält Eiweissstoffe, die im Körper des Kranken die Produktion von Endorphinen anregen. Das sind Stoffe, die unsere Schmerzen lindern und die Stimmung aufhellen. Zudem stärkt das Heilmittel die körpereigenen Abwehrkräfte, indem es die Produktion der weissen Blutkörperchen anregt. Mit der Misteltherapie lässt sich das Immunsystem so gut stimulieren, dass es auch zur Unterstützung von Chemo- und Strahlentherapie oder Krebsoperationen verwendet wird. In hoher Dosierung tötet das Mittel Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem – im Gegensatz zur Chemotherapie, die Krebszellen tötet und als Nebenwirkung das Immunsystem schwächt.“

Der entscheidende Satz ist dieser:

„In hoher Dosierung tötet das Mittel Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem – im Gegensatz zur Chemotherapie, die Krebszellen tötet und als Nebenwirkung das Immunsystem schwächt.“

Mistel tötet also in hoher Konzentration Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem.

Chemotherapie tötet Krebszellen und schwächt dabei das Immunsystem.

Keine Frage: Gemäss dieser Darstellung ist die Misteltherapie der Chemotherapie vorzuziehen.

Was der Satz verschweigt:

Misteltherapie tötet in hoher Konzentration Krebszellen im Labor an isolierten Geweben oder Zellen. Beim lebenden Menschen ist eine solche Wirkung leider nicht belegt.

Chemotherapie dagegen tötet Krebszellen beim Patienten, schädigt aber leider dabei auch das Immunsystem und andere gesunde Zellen.

Im Labor an isolierten Geweben und Zellen kann man Mistel tatsächlich in sehr hoher Konzentration einwirken lassen. Solche Ergebnisse lassen sich aber nicht einfach auf die Anwendung bei Krebspatienten übertragen.

Wenn man die Angabe „im Labor“ weglässt, erweckt man einen geschönten Eindruck und führt Krebspatientinnen und –patienten in die Irre.

Im weiteren schreibt „Blick“:

„Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Die Behandlung ist risikoarm. Selten gibt es allergische Reaktionen: Rötung und Schwellung bei der Einstichstelle sind positive Reaktionen, die zur idealen Dosierung des Präparates beitragen.“

Eine sehr geschönte Darstellung.

Hier die andere, vom “blick” ausgeklammerte Seite:

„In niedriger, nichttoxischer Dosierung dominiert die immunstimulierende Wirkung der Mistellektine, aus der nicht auf eine Hemmung des Tumorwachstums geschlossen werden darf. Erst in höheren Konzentrationen, die bereits deutliche unerwünschte Wirkungen hervorrufen, zerstören Lektine und Viscotoxine……..Lektine und Viscotoxine sind nach parenteraler Applikation extrem giftig. Die akute Toxizität ist möglicherweise nicht nur auf die direkte Cytotoxizität der Lektine und Viscotoxine, sondern auch auf die provozierte Ausschüttung von Mediatoren des Immunsystems zurückzuführen.“

(Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Mistelkraut.html)

Oder bei Wikipedia:

„Unerwünschte Wirkungen der Misteltherapie betreffen das Herz-Kreislauf-System (Blutdruckabfall oder -anstieg, Verlangsamung des Herzschlags), den Magen-Darm-Trakt (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dehydratation), das zentrale Nervensystem (Verwirrtheit, Halluzinationen, epileptische Anfälle) sowie das Immunsystem (Fieber, Anstieg der weißen Blutkörperchen im Blut). In der bisher einzigen randomisierten kontrollierten Studie zur Wirksamkeit des Mistelpräparates Iscador wurde ein beunruhigendes Ausmaß an Toxizität beobachtet. Vor allem fiel eine Zunahme von Gehirnmetastasen beim Iscador-Patientenkollektiv im Vergleich zur Kontrolle auf. Lokale Entzündungsreaktionen an der Injektionsstelle (wie Rötung, Schwellung, Schmerzen) sind häufig. Schwerwiegende Komplikationen sind selten, jedoch wurden einige Todesfälle berichtet. Ursache hierfür können allergische Reaktionen sein, die zu einem anaphylaktischen Schock führen können. Nicht angezeigt ist die Misteltherapie während der Schwangerschaft und in der Stillzeit.“  (Quelle: wikipedia)

Solche Nebenwirkungen scheinen allerdings selten von schwerwiegender Natur zu sein.

Problematischer sind Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass eine Misteltherapie bei bestimmten Tumorarten das Wachstum des Tumors steigern könnte.

„Konsequente Grundlagenforschung in den letzten Jahren zeigte, dass die durch Mistellektin I (besser: Viscum album Agglutinin I = VAA I) vermehrt freigesetzten Zytokine in vitro und in vivo (Tiermodelle) die Proliferation von Zellen verschiedener Tumore, Leukämien und Lymphome stimulieren können. In der Literatur finden sich Berichte über negative Effekte von Mistelextrakten bzw. Lektin in der Zellkultur, in Tumorexplantaten, in Tierversuchen und bei klinischer Anwendung. Experimentelle Befunde verweisen auf die realistische Möglichkeit einer Gefährdung zumindestens einzelner Patienten bei bestimmten Tumorarten und/oder -stadien durch lektinbezogene) Mistelanwendung. Die Annahme, dass eine Erhöhung der Serumspiegel dieser Botenstoffe zumindestens bei einzelnen Tumorpatienten negativ mit einer kürzeren Lebenserwartung korreliert ist, hat sich für verschiedene Malignome bestätigt.“

(Quelle: Barbara Burkhard, Anthroposophische Medizin, Pharmazeutische Zeitung, Govi-Verlag 2000).

Ähnlich schreibt Dr. med Jutta Hübner, Sprecherin des Arbeitskreises komplementäre Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft:

„ Die direkte Wirkung auf den Tumor wurde leider noch nicht bewiesen. Unklar ist, ob eine Beeinflussung des Tumorwachstums stattfindet. Mistelextrakt kann das Absterben von Tumorzellen im Reagenzglas fördern. In Tierexperimenten konnte durch die Gabe von Mistel die Ausbreitung von Tumoren vermindert werden. Es liegen aber auch Untersuchungen vor, die für einige Tumorarten im Laborexperiment eine wachstumsfördernde Wirkung zeigten. Auch bei Untersuchungen an Patienten ergaben sich zum Teil ungünstige Ergebnisse…….Bei bestimmten Tumoren wie Melanom, Nierenkarzinom, Lymphom und Leukämien sollte die Mistel auf keinen Fall eingesetzt werden“

(aus: Aloe, Ginkgo, Mistel & Co., Schattauer 2009)

Im weiteren schreibt „Blick“:

„ Was ist das stärkste Argument gegen die Mistelanwendung?

Die Schulmedizin kritisiert, dass die Therapie nie in Doppelblindstudien untersucht wurde. So lange diese wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise fehlen, gelten Mistelpräparate nicht als Heilmittel gegen Krebs.“

Der Satz: „Die Schulmedizin kritisiert, dass die Therapie nie in Doppelblindstudien untersucht wurde“, ist eine einzige Lüge. Die Misteltherapie wurde in einer ganzen Reihe von Doppelblindstudien untersucht. Die „Schulmedizin“ kritisiert, dass die Qualität der meisten Studien schlecht ist und die Ergebnisse insgesamt nicht überzeugen. Und diese Einschätzung dominiert nicht einfach nur  in der “Schulmedizin”. Man findet sie auch in der Phytotherapie-Fachliteratur und bei Jutta Hübner.

„Blick“ verbiegt das „stärkste Argument gegen die Mistelanwendung“.

Sie auch:

Misteltherapie gegen Krebs wirksam?

Weshalb stellt „Blick“ die Misteltherapie derart verzerrt dar?

Zu vermuten ist, dass sich die Zeitung einseitig auf die Angaben der Mistel-Propagandisten stützt. Ausserdem schreibt „Blick“ wohl einfach, was die Leserinnen und Leser gerne hören. Heilungsversprechungen kommen immer gut an. Sie lindern die Angst vor Krebs.

Wer Heilungsversprechungen in Frage stellt, hat da zum vorneherein einen schwereren Stand.

Quelle der „Blick“-Zitate:

http://www.blick.ch/life/ratgeber/das-muessen-sie-ueber-die-therapie-wissen-186039

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Schmerzen? Chronische Erkrankungen?

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Lungenkrebs: Haifischknorpel-Extrakt ohne Wirkung

Ein Extrakt aus Haifischknorpel hat in der Therapie des fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) enttäuscht. Die Kombination von Haifischknorpel mit einer konventionellen Chemoradiotherapie hat in einer Phase-III-Studie im Journal of the National Cancer Institute (2010; doi:10.1093/jnci/djq179) die Prognose der Patienten nicht verbessert. Die Resultate wurde auch auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago präsentiert.

Haifischknorpel geniesst in weiten Kreisen der Bevölkerung seit längerem den Ruf, bei Krebserkrankungen wahre Wunder zu wirken. Die entwicklungsgeschichtlich sehr alten Fische würden niemals an Krebs erkranken, wird immer wieder behauptet, und diese Eigenschaften könnten durch die Einnahme der Haifisch-Kapseln auf den Krebspatienten übergehen. Auch Forscher konnten sich für den Gedanken erwärmen, dass Extrakte des nicht durchbluteten Gewebes eine anti-angiogenetische Wirkung haben könnten – also die Neubildung von Gefässen im Tumorgewebe hemmen könnten, vergleichbar mit Bevacizumab oder anderer moderner Krebsmedikamenten. Der kanadischen Firma Aeterna Zentaris kommt laut einer Pressemitteilung des M. D. Anderson Cancer Center das Verdienst zu, ihr Haifischknorpel-Präparat Neovastat® nicht einfach wie andere Hersteller über Drogerien zu vertreiben, sondern in klinischen Studien zu prüfen.

Den Abschluss dieser Forschungen für Neovastat® bildete eine Studie an 379 Patienten mit neu diagnostiziertem NSCLC im Stadium III. Die vom US-National Cancer Center unterstützten Studie wurde an 53 Zentren in den USA und in Kanada durchgeführt.
Alle Patienten bekamen eine Standardtherapie bestehend aus einer Induktionschemotherapie gefolgt von einer Chemo-Radiatio. Zusätzlich wurden die Patienten auf die Einnahme von Neovastat® oder Placebo randomisiert ( = durch Zufallentscheid verteilt).

Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben der Patienten. Es war in beiden Gruppen identisch. Im Neovastat-Arm überlebten die Krebspatienten im Mittel 14,4 Monate, im Placebo-Arm dagegen 15,6 Monate. Auch im progressionsfreien Überleben (11,3 vs. 10,7 Monate) gab es keine signifikanten Differenzen. Für Charles Lu vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston und Mitarbeitern gibt es keine Hinweise, dass Neovastat oder die zahlreichen anderen wissenschaftlich nicht untersuchten Haifischknorpelextrakte eine Wirkung besitzen.

Der Editorialist Jeffrey White vom National Cancer Institute in Bethesda äussert sich etwas milder (JNCI 2010; doi: 10.10J9N3/jCncIi/dJjqo1u96). Er hält die unter Neovastat etwas, wenn auch statistisch nicht signifikante reduzierte Toxizität für einen Ansatzpunkt für weitere Studien.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41377/Lungenkrebs_Haifischknorpel_ohne_Wirkung.htm

http://jnci.oxfordjournals.org/content/102/12/859.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Auch Dr. Jutta Hübner, Sprecherin des Arbeitskreises komplementäre onkologische Medizin in der Deutschen Krebsgesellschaft und Leiterin der Komplementären Onkologie an der Universitätsklinik Frankfurt, rät von der Einnahme des Haifischknorpelextraktes ab

(in ihrem Buch: Aloe, Ginkgo, Mistel & Co. Ergänzende Wirkstoffe in der Krebsbehandlung)

Hier ausgewählte weitere Informationen zum Thema Haifischknorpel (Quelle: Wikipedia):

Was ist Haifischknorpel?

„Bei Haifischknorpel handelt es sich um Knorpel von Haien, der in getrockneter und pulverisierter Form als Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich ist. Die Präparate werden als Mittel zur „Stärkung der Gelenke“ für Menschen mit Verschleißerscheinungen der Gelenke, Osteoporose und Arthritis beworben. Da sie nicht als Arzneimittel zugelassen sind, dürfen von den Herstellern keine Heilungsversprechen gemacht werden. Seit den 1980er Jahren wird in Publikationen jedoch auch behauptet, Präparate mit Haifischknorpel seien geeignet, Krebs vorzubeugen oder sogar zu heilen. Das bekannteste Mittel dieser Art in Deutschland und in der Schweiz heißt Haifit.“

(Quelle: Wikipedia)

Herstellung von Haifischknorpel

„Um ein Kilogramm Haiextrakt herzustellen, werden 50 Kilogramm Hai benötigt. Verwendet werden alle Teile des Tieres. Der weltweit größte Lieferant von Haiknorpel ist die Firma Shark Technology in Costa Rica, die von William Lane gegründet wurde. In den 1990er Jahren verarbeitete sie nach eigenen Angaben täglich 200 Tiere. Aus Costa Rica wird das Pulver in die USA exportiert und dort für den europäischen Markt verarbeitet. Haiextrakt wird auch Kosmetika zugesetzt. Die Hersteller der Haiknorpel-Präparate erklären, dass für die Produkte nicht eigens Haie gefangen werden, sondern es handele sich um „Beifang“, beispielsweise aus der Tunfisch-Fischerei.“

(Quelle: Wikipedia)

Forschung und Publikationen zu Haifischknorpel

„ 1983 stellten zwei Forscher in Massachusetts bei Laborversuchen fest, dass Knorpelextrakte von Kälbern und auch von Haien in vitro das Wachstum von neuen Blutgefäßen verhindern. Bei Mäusen und Ratten ließ sich durch das Einpflanzen von Haiknorpel das Wachstum von Tumorzellen nicht verhindern, aber verlangsamen. Tumore benötigen ein eigenes Netz von Blutgefäßen, um zu wachsen. Eine abtötende Wirkung auf bereits vorhandene Tumorzellen hatte der Extrakt bei diesen Versuchen nicht. Welche Substanz im Haiknorpel für den beobachteten Effekt verantwortlich ist, ist bislang unbekannt.

Nach der Publikation dieser Ergebnisse begann der Biochemiker William Lane, damals Präsident der amerikanischen Fishmeal Trade Association, sich für die Erforschung von Haiknorpel und deren Nutzung zu interessieren. Als Regierungsbeauftragter der US-Regierung war es seine Aufgabe, nach neuen Investitionsmöglichkeiten für die Fischindustrie zu suchen.

1992 veröffentlichte Lane ein Buch unter dem Titel Sharks don’t get cancer, das 1994 mit dem Titel Warum Haie gegen Krebs immun sind auf Deutsch erschien. Darin verweist er vor allem auf die Ergebnisse aus Massachusetts; unabhängige klinische Studien liegen nicht vor. Lane empfiehlt Haiknorpel jedoch auch bei Psoriasis, diabetischer Retinopathie, Glaukom, Enteritis und Arthritis.

Lane nennt als tägliche Dosis für einen Erwachsenen 80 Gramm Pulver, wenn es oral eingenommen wird. Er empfiehlt jedoch die rectale Aufnahme als Einlauf; dafür seien 20 Gramm ausreichend.“

(Quelle: Wikipedia)

Prozesse rund um Haifischknorpel

„Ende 1999 klagte die amerikanische Food and Drug administration (FDA) als Kontrollbehörde für Arzneimittel gegen die Konzerne Lane Labs und Cartilage Consultants wegen unlauterer Werbung mit falschen Aussagen für das Haiknorpelpräparat BeneFin und eine Sonnencreme. Eigentümer von Cartilage ist William Lane, Präsident von Lane Labs sein Sohn Andrew Lane. Am 30. Juni 2000 untersagte die zuständige amerikanische Handelskommission FTC die Werbeaussage, es handele sich um „klinisch getestete“ Krebsmittel und verurteilte Lane Labs zur Zahlung von 1 Million US-Dollar als Strafe.

1994 verklagte der Haifit-Hersteller Medisana den Marburger Apotheker Gregor Huesmann, weil dieser das Präparat im Schaufenster als „Scheiß des Monats“ angeprangert und als unwirksam und völlig überteuert bezeichnet hatte. Nach Medienberichten über die Aktion war der Umsatz des Präparats deutlich zurückgegangen. Medisana klagte auf Unterlassung und 300.000 Mark Schadenersatz. 1998 untersagte das Oberlandesgericht München als letzte Instanz Huesmann zwar einige Formulierungen. Er durfte jedoch weiterhin behaupten, den Verbrauchern sei durch entsprechende Form“

(Quelle: Wikipedia)

Bewertung von und Kritik an Haifischknorpel

„- Die Behauptung, dass Haie keinen Krebs bekommen, ist falsch. In einem Tumorregister der amerikanischen George Washington University und in wissenschaftlichen Publikationen sind über 20 Krebsarten bei Haien registriert worden.

– Es gibt keine unabhängige wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung von Haiknorpel bei menschlichen Krebserkrankungen belegt. Im Gegenteil: Wissenschaftler der Mayo-Klinik konnten in einer Studie keine positiven Effekte von Haiextrakt bei Brustkrebs und bei Darmkrebs feststellen. Ein Großteil der ausgewählten Patienten brach die Teilnahme an der Studie ab. Der physische und psychische Zustand der Patienten der Haiknorpelgruppe verschlechterte sich signifikant im Unterschied zur Placebo-Gruppe. Es wird von gastrointestinalen Nebenwirkungen berichtet.

– Die Einnahme von Haiknorpel wird von mehreren Wissenschaftlern als völlig wirkungslos bezeichnet, da er im Magen von der Magensäure zersetzt werde und mögliche Wirksubstanzen bei der Verdauung zerstört würden.

– Das Deutsche Krebsforschungszentrum sieht nach derzeitigem Forschungsstand keine Belege für eine tumorspezifische Wirkung von Haiknorpel.

– Dr. Gerd Büschel von der Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie am Institut für Medizinische Onkologie in Nürnberg hat erklärt: ‚Was behauptet wird und was wirklich nachgewiesen ist, klafft weit auseinander. Es handelt sich hier einfach um überzogene Interpretationen.’“

(Quelle: Wikipedia, Literaturangaben siehe dort)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Weltwoche & Anthroposophische Medizin

Die „Weltwoche“ ( Nr. 8 / 2011) brachte zum 150. Geburtstag von Rudolf Steiner einen Beitrag von Maurus Federspiel, der einige ausgesprochen merkwürdige Stellen enthält.

Besonders fragwürdig scheint mir der Abschnitt zur Anthroposophischen Medizin:

„Die einschlägigen Medikamente werden in zahllosen Apotheken Deutschlands und der Schweiz verkauft, ihre Wirksamkeit scheint durch die Verkaufsbilanzen bestätigt zu werden. Die Anfeindungen der anthroposophischen Medizin liegen vor allem in einer methodologischen Begrenztheit begründet, welche die materialistische geprägte Schulmedizin bestimmt. Der ständige Verweis auf den Placeboeffekt trägt allerdings kaum zur Klärung von Heilerfolgen gerade in der Tiermedizin bei. Mindestens ist auch einem anthroposophischen Arzt nicht zuzutrauen, dass er einen Ochsen oder eine Hauskatze durch blosse Suggestion zu heilen vermag……“

Schauen wir uns diese Aussagen Schritt für Schritt an:

„Die einschlägigen Medikamente werden in zahllosen Apotheken Deutschlands und der Schweiz verkauft, ihre Wirksamkeit scheint durch die Verkaufsbilanzen bestätigt zu werden.“

Sehen wir mal davon ab, dass hier betreffend „Verkaufsbilanzen“ einfach eine Behauptung aufgestellt wird.

Das Krankenversicherungsgesetz verlangt, dass ein Medikament wirksam sein muss, wenn es von der Grundversicherung bezahlt werden soll. Und das Bundesgericht verlangt, dass diese Wirksamkeit wissenschaftlich belegt sein muss. Offenbar hat jetzt aber Maurus Federspiel eine neue und einfachere Methode entdeckt, mit der Wirksamkeit festgestellt werden kann: Wirksam ist, was sich gut verkauft.  Ich würde diese Methode der Wirksamkeitsprüfung noch etwas verfeinern und schlage vor, einfach die 1000 meistverkauften Medikamente über die Grundversicherung abzurechnen. Ein Blick in die Verkaufsbilanz genügt dann, um diese Liste zu erstellen. Spart viel Aufwand für sinnlose Studien etc.

Im Ernst: Schon mal was gehört davon, dass Verkaufserfolg auch etwas mit Marketing und Lobbying zu tun hat und dass sich etwas auch gut verkaufen kann, weil es diverse Bedürfnisse der Konsumenten erfüllt? Tolle Verkaufsbilanzen haben auch Mike Shiva oder Scientology. Ist Umsatz wirklich ein Qualitätszeichen?

Präparate der Anthroposophischen Medizin werden übrigens entgegen den gesetzlichen Vorschriften von der Grundversicherung vergütet, ohne dass ihre Wirksamkeit geprüft wird. Das Bundesamt für Gesundheit kann jedenfalls nicht annähernd plausibel erklären, wie eine solche Prüfung stattfindet.

„Die Anfeindungen der anthroposophischen Medizin liegen vor allem in einer methodologischen Begrenztheit begründet, welche die materialistische geprägte Schulmedizin bestimmt.“

Warum wird Kritik als „Anfeindungen“ dargestellt? Was soll diese Opferrolle?

Und die „Anfeindungen“ kommen nur durch die “methodologische Begrenztheit“ von Materialisten zustande, die in der Anthroposophischen Medizin ihren Feind sehen?   – So einfach kann man es sich machen. Von derart methodologisch begrenzten Materialisten kann man ja nichts anderes als Anfeindungen erwarten. Auf solch feindlich gesinnte Anwürfe muss man natürlich nicht eingehen.

Wer die Behauptungen der Anthroposophischen Medizin nicht fraglos glaubt, sondern kritische Fragen stellt, macht also materialistisch motivierte „Anfeindungen“.

Das scheint mir eine sehr durchsichtige Immunisierungsstrategie. So wird eine Methode vorbeugend gegen Kritik und In-Frage-Stellung immunisiert.

Selbstverständlich ist zum Beispiel die Forschung nach Wirkstoffen in der Mistel insofern materialistisch, dass sie nach Wirkstoffen in Form von Molekülen sucht.  Aber was soll zum Beispiel eine klinische Studie mit Krebspatienten, denen Mistelextrakt verabreicht wird, mit Materialismus zu tun haben? Hier wird ganz schlicht zu klären versucht, ob Krebspatienten mit Mistelextrakt länger leben als ohne. Und hier schneidet die Anthroposophische Medizin nicht gerade überzeugend ab. Also selbst bei ihrem mit Abstand am meisten untersuchten Paradepferd, der Misteltherapie.

Siehe dazu:

Misteltherapie gegen Krebs – wirksam?

Meine Kritik an der Anthroposophischen Medizin bezieht sich darauf dass sie Krankheit und Behinderung als Folge von moralischem Versagen in einem früheren Leben auffasst.

Ich halte es für einen grossen Fortschritt der Moderne, dass diese Verknüpfung von Krankheit und Behinderung mit moralischer Schuld überwunden ist. Die Remoralisierung von Krankheit und Behinderung – wie sie die Anthroposophische Medizin verkörpert – ist meiner Ansicht nach diffamierend für Betroffene und nicht wünschenswert.

Anthroposophische Medizin sieht Krankheit und Behinderung im Zusammenhang mit dem Wirken der anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer. Eine solche Geistermedizin scheint mir nicht erstrebenswert – vor allem nicht, wenn sie über die Grundversicherung abgerechnet wird.

Diese Einwände haben meines Erachtens nichts zu tun mit einem methodologisch begrenztem Materialismus, wie ihn Maurus Federspiel den Kritikern der Anthroposophischen Medizin pauschal unterstellt.

Details hier:

Kritische Anmerkungen zu Anthroposophischen Medizin

Kritische Fragen zur Förderung der Anthroposophischen Medizin

Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium – offene Fragen

Anthroposophische Pflege – offene Fragen

„Der ständige Verweis auf den Placeboeffekt trägt allerdings kaum zur Klärung von Heilerfolgen gerade in der Tiermedizin bei. Mindestens ist auch einem anthroposophischen Arzt nicht zuzutrauen, dass er einen Ochsen oder eine Hauskatze durch blosse Suggestion zu heilen vermag……“

Ach, die alte Leiher. Hundert mal gehört in Diskussionen mit unkritischen und gutgläubigen Anhängern der Komplementärmedizin „Sogar bei Tieren wirkt es doch….dann kann es nicht nur Placebo sein!“

1. Placebo-Effekte bei Tieren sind schon seit einigen Jahrzehnten gut belegt. Man müsste das nur endlich zur Kenntnis nehmen und weniger dumme Argumente ins Feld führen.

Und wer beurteilt denn Heilerfolge bei Tieren? Die können ja nicht selber Auskunft geben.

Fünf Minuten Internetrecherche hätten genügt, um klar zu machen, dass Placebo—Effekte in der Tiermedizin ein bekanntes Phänomen sind.

Mehr Infos dazu hier:

Artikel „Tierhomöopathie: Alles für die Katz?“:

http://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie-fuer-Tiere?page=1

Artikel: „Tierischer Placeboeffekt“:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,743592,00.html

2. Schon mal was gehört davon, dass auch Tiere Selbstheilungskräfte haben oder bei chronischen Erkrankungen einen schwankenden Verlauf mit besseren und schlechteren Phasen?

Tiere werden wohl nie von selbst gesund?

Was legitimiert denn Autor Maurus Federspiel zu solch apodiktischen Urteilen.  Die Auseinandersetzung mit dem Thema kann es ja wohl nicht sein – die ist nämlich nicht ansatzweise erkennbar.

Grundsätzlich finde ich es sehr erstaunlich, wie rasch sich viele Menschen im Bereich von Medizin und Komplementärmedizin abschliessende Urteile zutrauen, ohne sich vorgängig mit den entsprechenden Fragen auch nur einigermassen vertraut zu machen. Wer ein Haus baut, wird ja wohl auch die Berechnungen von Statik-Fachleuten zu Rate ziehen und sich nicht nur auf die eigenen Ideen dazu stützen. Der Mensch mit seinen Gesundheiten und Krankheiten ist aber noch viel komplexer als ein Haus.

Ich selber jedenfalls befasse mich zwar intensiv mit Fragen rund um Medizin und Komplementärmedizin. Dabei muss ich aber in vielen Fällen auf Aussagen von Fachleuten zurückgreifen und mir bewusst bleiben,  dass auch ein sorgfältiges Urteil nur vorläufigen Charakter hat.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Infoportal

Mistel

MISTEL


Misteltherapie gegen Krebs

Das Portal „medizin-transparent“ fasst die Studienlage zur Misteltherapie bei Krebs zusammen. Die Qualität der vorhandenen Studien sei zu gering, um eine schlüssige Aussage über die Wirksamkeit der Misteltherapie zuzulassen, schreiben die Autoren. Sie fanden keine klaren Hinweise auf eine Wirksamkeit der Misteltherapie zur Verbesserung der Lebensqualität bei Krebs. Auch betreffend der Frage, ob Misteltherapie die Überlebenschancen von Krebspatienten verbessert, erlaube die Studienlage keine eindeutige Einschätzung. Zwar zeige die Misteltherapie in zahlreichen Studien positive Effekte auf die Lebensqualität, doch beurteilen die Autoren die Qualität dieser Studien überwiegend als schlecht:.. Zum vollständigen Text hier…

Mistel gegen Bluthochdruck?

Mistel gegen Bluthochdruck – diese Empfehlung liest man immer wieder. So auch auf Kleinezeitung.at:

„Auch in der Naturheilkunde spielt die Mistel seit Hildegard von Bingen eine große Rolle: Sie wirkt blutdrucksenkend, harntreibend und tumorhemmend.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/3489478/stachelige-schoenheiten-fuer-den-advent.story

Kommentar & Ergänzung:

In diesem kleinen Abschnitt ist fast alles fragwürdig… Zum vollständigen Text hier…

Misteltinktur gegen Krebs?

Ich bin immer wieder entsetzt, wieviel „Schrott“ im Internet unter den Etiketten „Alternativmedizin“ „Komplementärmedizin“ und „Naturheilkunde“ verkauft wird, weil hier jede Qualitätskontrolle fehlt.

Da verkauft beispielsweise ein österreichischer „Spezialist für ganzheitliche Gesundheit, Figur und Fitness“ Misteltinktur mit der Begründung, Mistel besitze immunverändernde Eigenschaften und könne bei manchen Krebsarten das Tumorwachstum hemmen.

Unterschlagen wird dabei, dass die immunstimulierenden Inhaltsstoffe der Mistel (Lektine, Viscotoxine) hochmolekular sind und aus dem Verdauungstrakt nicht in den Körper aufgenommen werden… Zum vollständigen Text hier…

Misteltherapie: Verzerrte Darstellung in der Boulevardzeitung „Blick“

Viele Medienberichte zum Thema Komplementärmedizin sind irreführend und verzerrt. Ein Beispiel dafür liefert die Boulevardzeitung „Blick“ in einem Beitrag zur Misteltherapie („Blick“-Zitate kursiv).

Zitat:

„ Was bewirkt das Präparat?

Das Mistelextrakt enthält Eiweissstoffe, die im Körper des Kranken die Produktion von Endorphinen anregen. Das sind Stoffe, die unsere Schmerzen lindern und die Stimmung aufhellen. Zudem stärkt das Heilmittel die körpereigenen Abwehrkräfte, indem es die Produktion der weissen Blutkörperchen anregt. Mit der Misteltherapie lässt sich das Immunsystem so gut stimulieren, dass es auch zur Unterstützung von Chemo- und Strahlentherapie oder Krebsoperationen verwendet wird… Zum vollständigen Text hier…

MISTEL-THERAPIE GEGEN KREBS – WIRKSAM?

Die Krebsbehandlung mit Mistelpräparaten ist beliebt. Fachleute sind allerdings skeptisch: Die Wirksamkeit der Misteltherapie ist nicht belegt.
Den Anstoß zur Therapie von Krebserkrankungen mit Mistelpräparaten gab der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, im Jahr 1916.
1917 entwickelte die Ärztin Ita Wegman das erste Mistelpräparat – seitdem hat sich die Mistelbehandlung zur häufigsten alternativen Krebsbehandlungsmethode im deutschsprachigen Raum entwickelt.
In der Schweiz liegen dem Bundesamt für Gesundheit zurzeit Gesuche von fünf Methoden der Komplementärmedizin vor, in denen es um deren Aufnahme in die Grundversicherung der Krankenkassen geht…… Zum vollständigen Text hier…

MISTEL-WIRKSTOFFE KÖNNEN TUMORWACHTUM HEMMEN

In der Palliativtherapie und bei der Behandlung bösartiger Tumore kommen oft Mistelpräparate zum Einsatz. Denn die Mistel enthält als bedeutende Wirkstoffe unter anderem sogenannte Lektine.

Die Lektine lösen eine Reaktion des Immunsystems aus, die Krebszellen beseitigt, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin in Würzburg. Durch diese Wirkung könne das Tumorwachstum gehemmt werden. Nicht eingesetzt werden sollten Mistelpräparate allerdings bei einer Eiweißüberempfindlichkeit und chronischen Infektionen wie TBC……. Zum vollständigen Text hier…