Beiträge

Blick ins Pflanzenlexikon: Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Das Drüsige Springkraut (Foto auf Wikipedia) ist ein Neophyt, der ursprünglich aus dem Himalaya stammt und ursprünglich als Zierpflanze verwendet wurde. Seit etwa 50 Jahren ist die schöne Pflanze in weiten Teilen der Welt vollkommen eingebürgert, vor allem in Weiden-Auenwäldern, im Auengebüsch und an Ufern. Sie liebt nasse, nährstoffreiche Böden.

Auf Wikipedia ist die Ausbreitungsgeschicht von Impatiens glandulifera beschrieben:

„Die ursprünglich aus dem Himalaya stammende Art wurde 1839 aus Kaschmir erstmals nach England importiert und gelangte von dort als Zierpflanze auf den europäischen Kontinent………….Elf Jahre nach der Einführung als Gartenzierpflanze waren bereits erste wild vorkommende Pflanzen zu beobachten, in den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts konnten bereits Verwilderungen in Frankreich, an der deutschen sowie der niederländischen Nordseeküste festgestellt werden, bald auch am Oberrhein abwärts von Basel. Heute ist sie nahezu auf dem gesamten europäischen Kontinent verbreitet.“

Das Drüsige Springkraut wird nach seinere asiatischen Herkunft auch Indisches Springkraut genannt. Es verdrängt die einheimische Vegetation an manchen Stellen, insbesondere in Feuchtgebieten und an Flussläufen, und wird daher aus Naturschutzgründen manchmal bekämpft.

 Allerdings ist sie spät im Jahr noch eine gute Nahrungsquelle für Bienen (Bienenweide), was für die Natur positiv vermerkt werden kann. Das Drüsige Springkraut liefert etwa vierzigmal so viel Nektar wie eine vergleichbare einheimische Pflanze und bietet drüber hinaus hochwertigen Pollen an.

Der lateinische Name Impatiens bedeutet übrigens „Ungeduld“. Er kommt wahrscheinlich vom Schleudermechanismus der reifen Früchte, der schon bei geringer Berührung ausgelöst wird.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde hat das Drüsige Springkraut keine Bedeutung. Das hängt wohl damit zusammen, dass es sich erst verhältnismässig spät bei uns ausgebreitet hat.

Im System von Edward Bach (1886-1936) hat das Drüsige Springkraut als Bachblüte Nr. 18 Impatiens eine Bedeutung und wird unter anderem bei Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität empfohlen. Dieser Einsatz basiert ausschliesslich auf der Idee von Edward Bach und hat keinen Anschluss an Erfahrungen traditioneller Pflanzenheilkunde oder an die wissenschftliche Phytotherapie. Aufgrund der Herstellungsweise der Bachblüten-Präparate sind darin auch keine Wirkstoffe vorhanden. Es gibt keine überzeugenden Hinweise darauf, dass die Wirkung von Impatiens und anderen Bachblüten-Präparaten über Placebo hinaus geht. Studien gibt es dazu aber meines Wissens nur zu Prüfungsangst und zu ADHS. Siehe dazu:

Studie untersucht Bachblüten-Wirkung bei Prüfungsangst und ADHS

Wenn Sie die Pflanzenwelt „out-door“ kennenlernen möchten, dann biete ich dazu von Mai bis Juli ein vielfältiges Programm mit Kräuterwanderungen an.

Und falls Sie interessiert sind an fundiertem Wissen über Pflanzenheilkunde / Phytotherapie, dann empfehle ich Ihnen meine Lehrgänge Heilpflanzen-Seminar und Phytotherapie-Ausbildung.

 

Artikel im Tages-Anzeiger mit Fehlinformationen zu Heilpflanzen

Der Tages-Anzeiger hat am 6. August 2018 einen netten Text veröffentlicht über die Anwendung von Heilpflanzen. Darüber könnte ich mich ja freuen, wenn der Text nicht so fehlerhaft wäre.

Quelle:

https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/die-passionsblume-wirkt-besser-gegen-aengste-als-benzos/story/17703360#mostPopularComment

Nur schon der Titel und der Lead haben es in sich:

„Diese Pflanze wirkt besser als Antidepressiva

Ihre Wirkung ist wissenschaftlich erwiesen, trotzdem tut sich die Medizin mit Heilpflanzen schwer. Welche Pflanzen bei Übelkeit, Erkältungen oder innerer Unruhe helfen.“

 

Und was für eine Heilpflanze ist darunter abgebildet?

Eine Passionsblumenblüte.

Für die Passionsblume gibt es aber keine fundierten Hinweise auf eine Wirksamkeit gegen Depressionen. Passionsblume wirkt leicht beruhigend bei Einschlafstörungen und Nervosität, ausserdem leicht angstlösend.

Dann steht da noch:

„Die Zulassung von Heilpflanzen als Arzneimittel bürgt für den Nachweis einer Wirkung.“

Das stimmt so nicht und ist einfach Unsinn.

Zwar ist es wichtig, zwischen pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Arzneimitteln zu unterscheiden.

Nahrungsergänzungsmittel müssen nie eine Wirksamkeit belegen, dürfen aber dafür auch keine Indikationen auf die Packung schreiben.

Bei pflanzlichen Arzneimitteln gibt es verschiedene Kategorien. Als traditionell eingestufte pflanzliche Arzneimittel sind vom Wirkungsnachweis befreit. Als Traditionell gilt dabei ein Mittel, das seit mindestens 30 Jahren auf dem Markt ist. Eine kurze Spanne, würde ich sagen. Unter „traditionell“ verstehe ich eher ein paar 100 Jahre.

Nun spricht schon viel dafür, dass es wirksame traditionelle Arzneimittel gibt. Aber ein Nachweis für Wirksamkeit ist eine traditionelle Anwendung keineswegs.

Sieh dazu:

Komplementärmedizin – hat Tradition recht?

 

Die Zulassung als Arzneimittel allein ist daher kein Nachweis für Wirksamkeit.

Kommt ein pflanzliches Arzneimittel (Phytopharmaka) mit einem neuen Anwendungsbereich (Indikation) auf den Markt, muss die Wirksamkeit vorher mit Studien belegt werden. Soll ein Phytopharmaka von der Grundversicherung bezahlt werden, steht ebenfalls eine Prüfung der Wirksamkeit an.

Es gibt also eine ganze Reihe von Phytopharmaka mit belegter Wirkung – der Artikel im Tages-Anzeiger führt als Beispiele  Ginkgo, Baldrian, Trau¬bensilberkerze, Mönchs¬pfeffer und Johanniskraut an. Dabei ist die Wirksamkeit allerdings jeweil nur für bestimmte Extrakte belegt. 

Auf alle pflanzlichen Arzneimittel lassen sich diese Belege aber nicht übertragen.

Homöopathika und Anthroposophika sind im Übrigen grundsätzlich vom Wirkungsnachweis befreit.

Schlussendlich wird in dem Artikel noch auf  die Wirkung von Teufelskralle bei Rheuma hingewiesen – allerdings illustriert mit einem falschen Foto. Abgebildet ist eine eiheimische Teufelskralle (= Rapunzel, Phyteuma), siehe Foto auf Wikipedia.

 

In der Phytotherapie wird aber die Afrikanische Teufelskralle verwendet (Harpagophytum procumbens), eine Wüstenpflanze, insbesondere bei Arthrose.

Foto auf Wikipedia hier.

Der Pflanzenname „Teufelskralle“ wurde also mindestens zweimal vergeben, aber dem Tages-Anzeiger scheint es egal zu sein, welches Bild stimmt (ich habe den Fehler schon zweimal gemeldet). Die Idee, die mit diesem falschen Foto suggeriert wird, dass unsere einheimische Teufelskralle gegen Rheuma hilft, ist irreführend.

Der Artikel ist ein Beispiel dafür, dass man auch bei etablierten Medien nicht fraglos alles glauben sollte……

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe 

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

http://www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Buchtipp: “Die grosse Gereiztheit” von Bernhard Pörksen

Verlagsbeschreibung

Wege aus der kollektiven Erregung

Terrorwarnungen, Gerüchte, die Fake-News-Panik, Skandale und Spektakel in Echtzeit – die vernetzte Welt existiert längst in einer Stimmung der Nervosität und Gereiztheit. Bernhard Pörksen analysiert die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und beschreibt das große Geschäft mit der Desinformation. Er führt vor, wie sich unsere Idee von Wahrheit, die Dynamik von Enthüllungen und der Charakter von Debatten verändern. Heute ist jeder zum Sender geworden, der Einfluss etablierter Medien schwindet. In dieser Situation gehört der kluge Umgang mit Informationen zur Allgemeinbildung und sollte in der Schule gelehrt werden. Medienmündigkeit ist zur Existenzfrage der Demokratie geworden. Zum Shop

Zum Autor Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen, Prof. Dr. phil., studierte Germanistik, Journalistik und Biologie, war als Journalist tätig und lehrt heute am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen.

Kommentar von Martin Koradi

Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die sich für die gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen interessieren.

Pörksen beschreibt eine Wahrheitskrise, eine Diskurskrise, eine Autoritätskrise, eine Behaglichkeitskrise und eine Reputationskrise. Er plädiert aber bezüglich der Krisen der digitalen Öffentlichkeit weder für pauschale Euphorie noch für ebenso pauschalen Pessimismus, sondern sieht in der gegenwärtigen Situation vor allem eine Bildungsherausforderung.

Im letzten Kapitel seines Buches stellt er die Utopie einer redaktionellen Gesellschaft zur Diskussion, in der die Grundfragen des Journalismus nach der Glaubwürdigkeit und Relevanz von Information zu einem Element der Allgemeinbildung geworden sind.

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

Melisse als Beruhigungsmittel

Das Magazin „Focus“ befasst sich mit den Wirkungen der Melisse:

„Das Hauptanwendungsgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems. Ein Tee aus frischen Melissen-Blättern kann sich bei Stress und Nervosität als wahres Wundermittel erweisen, denn die in ihm enthaltenen ätherischen Öle wirken entspannend und angstlösend.“

Diese Empfehlungen sind nachvollziehbar, auch wenn der Begriff „wahres Wundermittel“ grundsätzlich fragwürdig ist.

Wer Melisse im Haus habe, brauche sich vor schweren Prüfungen keine Sorgen zu machen, schreibt „Focus“ weiter.

Das kann man probieren, doch gibt es bei Prüfungsangst bzw. Prüfungsstress Heilpflanzen, die ich vorziehen würde. Zum Beispiel als leicht angstlösende Präparate hochdosierten Passionsblumenextrakt oder Lavendelöl-Kapseln (Lasea). Und eher für längerfristige Anwendung zur besseren Stressbewältigung Adaptogene wie Ginseng (Ginsana) oder Rosenwurz (Vitango).

Ausserdem empfiehlt „Focus“:

„Vor dem Zubettgehen getrunken, kann auch ein Gläschen vom berühmten Kräuterschnaps Melissengeist beim Einschlafen helfen.“

Hier würde ich den Melissentee kombiniert mit einer Lavendelöl-Anwendung eindeutig vorziehen. Melissengeist hat mir zuviel Alkohol und zuwenig Melisse. Zudem enthält der Melissengeist neben Alkohol und Melissenblättern eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die ihn eher als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden prädestinieren: Alantwurzelstock, Angelikawurzel, Ingwerwurzelstock, Gewürznelken, Galgantwurzelstock, Schwarze Pfefferfrüchte, Enzianwurzel, Muskatsamen, Pomeranzenschalen, Zimtrinde, Zimtblüten, Kardamomensamen.

Die Melisse überrasche aber mit weiteren ungeahnten Heilkräften, schreibt “Focus” weiter:

„Neben ihren ätherischen Ölen enthält sie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralsalze. Insbesondere die Gerbstoffe haben erstaunliche Fähigkeiten. Sie attackieren Herpes-Viren und schützen die Haut vor einer erneuten Infektion. Melissenextrakt gilt heute als anerkanntes Mittel gegen die lästigen Lippenbläschen.“

Korrekt. Der Melissenextrakt wird zu diesem Zweck in eine Creme eingearbeitet (Lomaherpan). Das Präparat muss wie alle lokal anzuwendenden antiviralen Herpesmittel bei den ersten Symptomen eingesetzt werden. Es kann die Dauer der Herpeserkrankung leicht verkürzen – vergleichbar mit anderen Fieberbläschensalben.

Ähnlich lokal antiviral gegen Herpesviren wirken Melissenöl und Pfefferminzöl. In der Schweiz gibt es zudem Parsenn Herpescreme aus Salbeiextrakt und Rhabarberwurzelextrakt, in kassenzulässiger Form als Phytovir.

Quelle:

http://www.focus.de/kultur/videos/melisse-melisse-zur-beruhigung-des-nervensystems_id_5294391.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Suchtgefahr durch Bachblüten-Notfalltropfen?

Kürzlich wurde ich gefragt, ob es bei der Anwendung von Bachblüten-Notfalltropfen eine Suchtgefahr gebe.

„Sucht“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für „Abhängigkeit“ und der Begriff ist nicht ganz einfach zu fassen und zu definieren.

Klar ist: Es gibt keine substanzgebundene Abhängigkeit bei Bachblüten-Tropfen, weil darin keine Wirkstoffe enthalten sind.

Und wo keine Wirkstoffe sind, gibt es weder pharmakologische Abhängigkeit noch andere unerwünschte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Es gibt aber meinem Eindruck nach sehr wohl eine Art psychischer Abhängigkeit von Bachblüten-Tropfen, weil es für jede Lebenslage Bachblüten-Tropfen im Angebot gibt.

Ich kenne jedenfalls Leute, die bei jeder Befindlichkeitsstörung und in jeder Lebenslage ihre Bachblüten-Tropfen einwerfen – ob Liebeskummer, Nervosität bei Schulanfang, Einsamkeit, Trauer beim Verlust eines Haustieres……

An solche „kleinen Helferlein“ in allen Lebenslagen kann man sich sehr wohl gewöhnen.

Das ist meines Erachtens ungesund. Es unterminiert das Vertrauen in die Fähigkeit des eigenen Organismus, mit leichten Befindlichkeitsstörungen selber fertig zu werden.

Ich für meinen Teil vertrete eine sehr viel zurückhaltendere Linie:

Ich kann und will nicht für jede Lebenslage ein Pflanzenpräparat empfehlen.

Das ist allerdings nicht attraktiv für Leute, die davon überzeugt sind, dass es für alles und jedes ein Mittelchen geben muss.

Diesen Menschen muss man aber manchmal eine Ent-Täuschung ihrer grenzenlosen, überzogenenVorstellungen zumuten. Langfristig ist das gesünder.

Siehe auch:

Bach-Blütentherapie – worum gehts?

Gibt es Interaktionen zwischen Bachblüten und HIV-Medikamenten

Studie untersucht Bachblüten-Wirkung bei Prüfungsangst und ADHS

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Patientenratgeber Multimedikation

Nicht immer lässt sich die Einnahme vieler Medikamente vermeiden, aber manchmal sind einige unnötig. Bei der Einnahme mehrerer Arzneimittel ist nicht mehr vorhersehbar, was im Körper an Wirkungen, Wechselwirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen passiert.

In der Fachsprache nennt man die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente Multimedikation oder Polypharmazie. Heikel dabei ist, dass mit steigender Anzahl der eingenommenen Medikamente auch mehr unerwünschte Wirkungen auftreten wie Übelkeit, Verstopfung, Kopfschmerzen, Benommenheit oder Blutungen.

Auch eine Behandlung im Spital und schlimmstenfalls der Tod können eine Folge von Multimedikation sein.

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK) einen Patientenratgeber zur Multimedikation veröffentlicht. Hier geht’s zum Patientenratgeber.

http://www.patienten-information.de/mdb/downloads/kip/aezq-version-kip-multimedikation.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Bei diesem Thema ist es meiner Ansicht nach sinnvoll, auch über „Multimedikation“ bei Naturheilmitteln und bei Präparaten der Komplementärmedizin oder Alternativmedizin nachzudenken.

Bei Phytopharmaka beispielsweise: Zwar zeichnen sich pflanzliche Arzneien oft durch „Gutmütigkeit“ aus, doch gibt es auch Heilpflanzen, bei denen mit Wechselwirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen gerechnet werden muss. Das wohl bekannteste Beispiel dafür sind Johanniskraut-Präparate. Sie können den Abbau von gewissen Medikamenten in der Leber beschleunigen und dadurch deren Wirkung abschwächen.

Keine Wechselwirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen gibt es bei Homöopathika, Bachblüten-Tropfen und Schüssler-Salzen, weil diese Präparate keine Wirkstoffe enthalten. Wo keine Wirkstoffe drin sind, gibt es auch keine Wechselwirkungen oder unerwünschten Nebenwirkungen.

Trotzdem sind aber auch bei Homöopathika, Bachblüten-Tropfen und Schüssler Salzen fragwürdige Formen der „Multimedikation“ zu beobachten, wenn für jede Lebens- und Gemütslage eine ganze Reihe von Produkten angeboten und konsumiert wird.

Das führt nicht selten zu einer Art von Gewöhnung, wenn bei jeder Gelegenheit solche „kleinen Helferlein“ eingeworfen werden.

Längerfristig wird dadurch das Vertrauen in die eigenen Regulationsfähigkeiten unterminiert. Dass unser Körper oder unsere Psyche in der Lage sind, kleinere Befindlichkeitsstörungen und leichtere Beschwerden selber auszugleichen, gerät so mehr und mehr in Vergessenheit.

Im Bereich der Phytotherapie bin ich für eng gesteckte Grenzen: Es gibt nicht für jede Befindlichkeitsstörung eine wirksame und zugleich sinnvolle Heilpflanze.

Liebeskummer, Einsamkeit, Trauer beim Verlust eines Haustieres, Nervosität beim Schulanfang usw. – das Internet ist voll von Angeboten aus Komplementärmedizin und Alternativmedizin zur Behandlung solcher Lebenslagen.

Diese ausufernden Therapieversprechungen sind nicht nur von der Wirksamkeit her fragwürdig, sondern auch von der zugrundeliegenden Haltung. Der Mensch wird dadurch letztendlich aufgefasst als behandlungsbedürftig von der Wiege bis zur Bahre – und das ist alles andere als eine gesunde Vorstellung.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlafmittel-Abhängigkeit: Bis zu zwei Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen

In Deutschland werden jährlich 230 Millionen Tagesdosen an Benzodiazepinen von den gesetzlichen Krankenversicherungen abgerechnet und etwa die gleiche Menge wird zusätzlich über Privatrezepte verordnet.

Benzodiazepine sind wichtig Wirkstoffe, die in der Notfallmedizin, in der Anästhesie oder bei psychiatrischen Notfällen oft von grossem Wert sind. Verbreiteter ist jedoch ihre Anwendung als Schlaf- und Beruhigungsmittel, wie zum Beispiel in Form des klassischen Valiums. Jede zweite Person, die eines dieser Medikamente einnimmt, schluckt es zur Linderung von Schlafstörungen und jede Vierte gegen innere Unruhe, Nervosität, Erregungs- oder Spannungszustände.

Benzodiazepine zeigen zwar eine gute Wirksamkeit, haben jedoch auch bekanntermaßen ein hohes Missbrauchs- und Abhängigkeitsrisiko. Die Arzneimittelrichtlinie legt in der Regel einen Einnahmezeitraum von bis zu vier Wochen fest. Die tatsächlich verkauften Tabletten deuten jedoch darauf hin, dass häufig ein Langzeitverbrauch stattfindet.

Die genaue Zahl der Benzodiazepin-Abhängigen ist bisher nicht bekannt, liegt jedoch etwa zwischen 128.000 bis 1,6 Millionen Menschen in Deutschland.

Die Problematik des Missbrauch und der Abhängigkeit von Benzodiazepinen sind seit über 40 Jahren bekannt und vieldiskutiert.

Die Bedeutung des Abhängigkeitsrisikos wurde von der Pharmaindustrie über lange Zeit verharmlost.

Seit rund 40 Jahren sind Missbrauch und Abhängigkeit von Benzodiazepinen aber bekannte Probleme.

 

Pharmazeutische Unternehmen und die deutsche Zulassungsbehörde haben deshalb seit den 1980er Jahren die Anwendungsdauer auf in der Regel zwei bis vier Wochen beschränkt.

 

Katrin Janhsen et al. haben nun in einer aktuellen Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 1-7) gezeigt, wie die hohe Verschreibungszahl der Benzodiazepinen zu Stande kommt und worauf bei der Entgiftung zu achten ist.

 

Muss ein Benzodiazepinen-Abhängiger entwöhnt werden, braucht es dazu einen langwierigen Entzug. Starke Medikamentenabhängigkeit setzt für den Entzug sogar eine stationäre Behandlung voraus, wie die Autoren anhand eines Ablaufschemas darstellen. Sie unterstreichen, dass Ärzte unsachgemäße Langzeitverordnung vermeiden sollen und über die Vorbeugung und Behandlung von Arzneimittelabhängigkeit intensiver fortgebildet werden müssten.

 

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61345/Bis-zu-zwei-Prozent-der-deutschen-Bevoelkerung-von-Schlafmitteln-abhaengig

Die Übersichtsstudie:

Probleme der Dauertherapie mit Benzodiazepinen und verwandten Substanzen – Verschreibungspraxis, Epidemiologie und Entzugsbehandlung

Kommentar & Ergänzung:

Der Langzeitkonsum von Benzodiazepinen bei Beschwerden, für die sie wegen des Risikopotenzials nicht geeignet sind, ist tatsächlich schon seit vielen Jahren ein Thema.

Da Appelle an Ärzte und Patienten offenbar nur sehr beschränkt wirksam sind, wären schärfere gesetzliche Regelungen meines Erachtens überfällig.

Zu erwähnen wäre gleichzeitig aber auch, dass es eine Reihe von pflanzlichen Schlafhilfen gibt, die keine Abhängigkeit, kein Hang-over und keine erhöhte Sturzgefahr bewirken.

Pflanzliche Schlafhilfen wie Baldrian, Melisse, Passionsblume, Hopfen oder Lavendel / Lavendelöl helfen zwar nicht in jedem Fall. Sie sind aber eine Option, die in vielen Situationen sinnvollerweise in Betracht zu ziehen ist. Manchmal, aber nicht immer, lassen sich Benzodiazepine durch pflanzliche Schlafhilfen vermeiden oder ersetzen. Wobei aber das Absetzen von Benzodiazepinen nach längerem Gebrauch ärztlicher Unterstützung bedarf. Benzodiazepine schlagartig absetzen und durch pflanzliche Schlafmittel zu ersetzen – das würde mit grösster Wahrscheinlichkeit schief laufen.

Besser ist es, bei harmloseren Beschwerden gar nicht erst in eine Benzodiazeptin-Abhängigkeit hinein zu schlittern.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

Phytoöstrogene: Hopfen bei Hitzewallungen in den Wechseljahren

Hopfenzapfen werden immer wieder mal empfohlen gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren. Begründet wird dies mit dem Gehalt an Phytoöstrogenen.

Reinhard Länger hat in der Zeitschrift „PHYTOTherapie“ (5 / 2014) der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie einen informativen Beitrag über den Hopfen als Heilpflanze publiziert. Darin geht es auch um die Phytoöstrogene im Hopfen.

Zitat:

„Hopfenzapfen enthalten neben den genannten Inhaltsstoffen auch Flavonoide, darunter solche, die östrogenartige Effekte hervorrufen können (nomenklatorisch nicht ganz korrekt als 8-Prenylnaringenin bezeichnet). Obwohl diese Substanz zu jenen Phytoöstrogenen zählt, die in-vitro die stärksten Wirkungen zeigten, ist die Affinität zu den Östrogenrezeptoren verglichen mit Estradiol doch deutlich geringer (ERα 70-fach geringer, ERβ 20,000-fach geringer). Diese Substanzen könnten die Erklärung dafür sein, weshalb bei Hopfenpflückerinnen Zyklusstörungen beobachtet wurden und traditionell konzentrierte Reste des Brauvorgangs zur Behandlung verschiedenster gynäkologischer Probleme verwendet wurden. In Bieren, die mit modernen CO2-Extrakten aus Hopfen zubereitet wurden, ist der Phytoöstrogengehalt im Bereich 0 – ca. 20 μg/kg, also sehr gering.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0514.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin gegenüber der Empfehlung von Hopfen zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden schon seit langem generell skeptisch.

Erstens ist der Gehalt an Phytoöstrogenen tatsächlich gering. Im Labor zeigt die Substanz aber interessante Wirkungen.

Zweitens bindet Prenylnaringenin – wie auch Reinhard Länger darlegt – deutlich stärker an den Östrogenrezeptor Alpha (Erα) als an Östrogenrezeptor Beta (Erβ).

Diese beiden Östrogenrezeptoren befinden sich im menschlichen Körper an unterschiedlichen Orten.

Der ERα überwiegt in der Niere und Nebenniere, in der Brustdrüse, in der Leber, im Uterus und im Zentralnervensystem in der Hypophyse.

Überwiegend ERß dominiert im Gefäßsystem, im Knochen, in der Lunge, in der Blase und in der Prostata.

Da in der Brustdrüse und im Uterus Tumore auftreten können, die durch Östrogene im Wachstum stimuliert werden, ist bei Substanzen wie Prenylnaringenin, die hauptsächlich an Erα binden, nicht auszuschliessen, dass sie dort tumorfördernde Effekte auslösen.

Selbst wenn also Hopfen relevante östrogene Wirkungen im menschlichen Organismus zeigen würde, wäre eine Empfehlung gegen Wechseljahrbeschwerden meines Erachtens wegen diesem nicht geklärten Risiko fragwürdig.

Die von Reinhard Länger erwähnten Berichte über Zyklusstörungen bei Hopfenpflückerinnen geistern im übrigen schon seit Jahrzehnten in der Fachliteratur herum, ohne dass ich bisher irgendwo konkrete Angaben dazu gefunden hätte (wer hat wann, wo, was genau beobachtet? Wo wurden diese Angaben publiziert?).

In der Phytotherapie-Fachliteratur wird Hopfen hauptsächlich als Mittel gegen Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität eingesetzt. Eine Empfehlung von Hopfen zur Linderung von Hitzewallungen taucht dort nicht auf. Empfohlen wird gegen diese Beschwerden in der Regel Traubensilberkerze als Extrakt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Energydrinks: Zu viel Koffein für Kinder

Jedes fünfte Kind zwischen 10 und 14 Lebensjahren konsumiert zuviel Koffein, wenn es Energydrinks zu sich nimmt. Rechnet man auch Cola und Schokolade als Koffeinquellen dazu, konsumiert sogar jedes zweite Kind mehr als die zuträgliche Koffein-Dosis. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Technischen Universität Dänemarks. Pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht sollte man nicht mehr als 2,5 mg Koffein einnehmen. Wird diese Höchstmenge überschritten, kann es zu Schlafstörungen, Herzrasen, Nervosität und Angstzuständen kommen.

Quelle: NZZ am Sonntag, 4. Januar 2015

Kommentar & Ergänzung:

Der hohe Konsum von Energydrinks wie Red Bull (und anderen) vor allem bei Jugendlichen wird schon seit längerem aus medizinischer Sicht kritisch gesehen.

Dabei steht nehmen dem hohen Koffeingehalt auch die Menge an Zucker im Fokus, die mit solchen Getränken zugeführt wird.

Schokolade wird in der Meldung erwähnt, weil Kakao etwa 0,2 % Koffein enthält.

Als Koffeinquelle ist Schokolade allerdings von untergeordneter Bedeutung.

Siehe auch:

Energydrinks: Harmlos oder riskant?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Traubensilberkerze bei Wechseljahrbeschwerden

Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren führt häufig zu Beschwerden wie Wallungen, die gerne alternativ zu konventionellen Therapien mit Präparaten der Traubensilberkerze (Actaea racemosa, Syn. Cimicifuga racemosa) behandelt werden.

Einem Team von Forschenden um Sophia Khom vom Department für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Wien ist nun ein bedeutender Schritt zur Aufklärung der möglichen Wirkmechanismen der Traubensilberkerze gelungen. Die neuen Erkenntnisse wurden vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift “Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics” publiziert.

Die Wirksamkeit der Traubensilberkerze wird in klinischen Studien unterschiedlich beurteilt. In manchen Studien scheint durch ihre Einnahme eine Besserung der subjektiven Symptomatik hauptsächlich bei Beschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Unruhe einzutreten. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind jedoch weitgehend unbekannt. Vermutet wird bereits seit einiger Zeit, dass Inhaltsstoffe verschiedene Botenstoffsysteme im zentralen Nervensystem modulieren. 

Einer der Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze verstärkt die Wirkung des wichtigsten hemmenden Botenstoffes (γ-Aminobuttersäure; kurz GABA) im Gehirn an sogenannten GABA(A) Rezeptoren. Dieser Rezeptor ist hauptsächlich als molekulares Ziel ärztlich verordneter Schlafmittel wie Zolpidem, Diazepam, Anästhetika, Tranquilizer oder Antiepileptika bekannt.

 

Inhaltsstoffe vermindern Angst und Stress


 

Die Pharmakologinnen Sophia Khom und Barbara Strommer untersuchten zuerst die Wirkung des Naturstoffes an neun verschiedenen GABAA Rezeptor Subtypen, die in Eizellen des afrikanischen Krallenfrosches exprimiert wurden. Besonders auffällig war in der Studie, dass der Naturstoff keine Selektivität zeigt und alle untersuchten GABA(A)-Rezeptor-Subtypen gleichermaßen beeinflusst, erklärt Sophia Khom, Leiterin der experimentellen Untersuchungen an der Universität Wien.

 

Die maximale Wirkung sei im Vergleich zu etablierten Substanzen wie Diazepam etwa sechsmal stärker ausgeprägt. Daraus könne man schließen, dass die Substanz vermutlich an allen im Gehirn vorkommenden GABA(A)-Rezeptoren angreife und dadurch signifikant die Erregbarkeit von Nervenzellen im gesamten Hirn reduziere.

 

Eine solche Wirkung vermindert Unruhe, Angst oder Stress, führt jedoch auch zu unerwünschten Wirkungen wie Sedierung – also einer Dämpfung der Funktionen des zentralen Nervensystems –, zu Schlafbedürfnis und dem Verlust der Kontrolle über die Muskulatur. Untersuchungen zeigten tatsächlich angstlösende und Stress reduzierende Effekte, jedoch auch eine starke Beruhigung, die im Einklang mit dem festgestellten Wirkungsmechanismus des Inhaltsstoffes steht.

 

Diese beruhigende Wirkung könne bei Gabe von Traubensilberkerzen-Präparaten zu einer erwünschten Linderung von Nervosität in der Postmenopause beitragen, vermutet Sophia Khom.

Es brauche aber entsprechende klinische Studien, um zu klären, ob dies wirklich der Fall sei.

 

Mit der beobachteten Sedierung können jedoch auch unerwünschte Wirkungen verbunden sein, schreibt die Universität Wien in der Pressemitteilung. Ob es bei wiederholter Einnahme zu einer übermäßigen Sedierung und zum Beispiel zur Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit kommt, können die ForscherInnen noch nicht mit Sicherheit sagen.

 

Sie glauben, dass ihre Arbeit einen möglichen Wirkungsmechanismus der Traubensilberkerzen-Extrakte aufzeigt.

Quelle:

http://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/macht-die-traubensilberkerze-muede/

Publikation in Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics
Strommer B., Khom S., Kastenberger I., Stuppner H., Schwarzer C., Hering S.: A Cycloartane Glycoside Derived from Actaea racemosa L. Modulates GABA(A) Receptors and Induces Pronounced Sedation in Mice. Aug. 26 2014 / 2014 Nov; 351(2):234-42. DOI: 10.1124/jpet.114.218024.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25161170

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Forschung. Je besser wir die Wirkungsmechanismen der Heilpflanzen verstehen, desto präziser und wirksamer kann man sie anwenden und desto eher sind potenzielle unerwünschte Nebenwirkungen voraussehbar.

Festzuhalten ist aber, dass es sich hier um reine Laborexperimente an Zellen handelt. Ob entsprechende Wirkungen an GABA-Rezeptoren auch in einer „ganzen“ Frau stattfinden und eine Rolle für die Wirkung des Traubensilberkerzen-Extrakts spielen, ist völlig unklar. Den Forscherinnen und Forschern ist das klar, doch geht diese Einschränkung in der Medienberichterstattung und manchmal sogar in der Fachliteratur nicht selten unter.

Im Labor an isolierten Zellen oder Geweben lassen sich leicht irgendwelche Vorgänge beobachten und als Wirkungsmechanismen interpretieren, die in der Anwendungssituation oft gar nichts mit der Wirkung zu tun haben.

So gibt es für Traubensilberkerzen-Extrakt aus dem Labor bereits Hinweise auf ganz unterschiedliche Wirkungsmechanismen:

„Die Wirksubstanzen haben verschiedene Angriffspunkte. Neben einer selektiven Estrogen-Rezeptor-Modulation (→SERM) durch die Cycloartanderivate wurde ein zentraler Angriff, z. B. an Regulationszentren für die Körpertemperatur sowie an Serotonin-, Dopamin-, GABA- und Opioid-Rezeptoren, gezeigt.“

Quelle: Teuscher / Melzig / Lindequist, Biogene Arzneimittel, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2012

Da stellt sich natürlich die Frage, welcher von diesen auf der Basis von Laborergebnissen postulierten Wirkungsmechanismen relevant ist.

Im „Leitfaden Phytotherapie“ (2010) von Schilcher / Kammerer / Wegener steht als Zielstruktur der Hypothalamus in Zentrum:

„Wirkmechanismus: Dämpfung des hypothalamischen LHRH-Pulsgenerators, damit verbunden eine Senkung pulsatiler LH-Sekretion und Hemmung der Aktivität hypothalamischer Temperatur- und Herz-Kreislauf-regulierender Nervenzellen, dadurch Hemmung von aufsteigenden Hitzewallungen und tachykarden Anfällungen.“

Möglich wäre auch, dass mehrere Wirkungsmechanismen beteiligt sind.

Dann hätten wir es mit einer Multi-Target-Therapie zu tun, was in der Phytotherapie nicht selten der Fall sein dürfte: Es werden mehrere Zielstrukturen durch das gleiche Präparat beeinflusst. Aus diesem breiten Ansatz ergibt sich nicht selten eine gute Verträglichkeit.

Von daher ist aber auch die Spekulation über stark sedierende Eigenschaften, die möglicherweise bis zur Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit gehen, eher fragwürdig. In der Phytotherapie-Fachliteratur taucht eine sedierende Wirkung von Traubensilberkerzen-Extrakt nicht auf, und bei klinischen Studien wäre eine stark sedierende Wirkung wohl aufgefallen.

Interessant an dieser ganzen Diskussion rund um Wirkungsmechanismen des Traubensilberkerzen-Extrakts ist eine Veränderung über die Zeit hinweg: Während anfänglich vor allem hormonelle Wirkungsweisen im Vordergrund standen und als Wirkstoffe Phytoöstrogene postuliert wurden, gehen heute viele Fachleute von einer Beeinflussung der Wechseljahrsymptome im Zentralnervensystem aus.

Die Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte die Pressemeldung der Universität Wien im übrigen unter dem Titel „Pflanzliches Präparat gegen menopausale Beschwerden wirksam“ – was völlig irreführend ist. In der beschriebenen Forschung geht es nicht um Wirksamkeit, sondern um Wirkstoffe und potentielle Wirkungsmechanismen. Um eine Wirksamkeit zu belegen, sind klinisch Studien nötig, also Untersuchungen mit Frauen, die an Hitzewallungen leiden. Die gibt es, doch sind die Ergebnisse für Traubensilberkerzen-Extrakt widersprüchlich. Es dürfte unter anderem wohl sehr darauf ankommen, welche Präparate jeweils untersucht worden sind.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

j

Infoportal

Melisse / Melissenöl

MELISSE / MELISSENÖL


Zitronenmelisse-Extrakt beruhigt nervöse Herzen

 Melissenextrakt hilft laut einer iranischen Studie bei Herzstolpern.

Die Melisse (Melissa officinalis) wurde früher oft auch „Herztrost“ genannt und ihre beruhigende Wirkung wurde bereits von Ärzten des Altertums und Mittelalters wie Theophrastos und Paracelsus beschrieben. Daher ist es naheliegend, diese altbewährte Heilpflanze auch im Hinblick auf eine mögliche Wirksamkeit bei nervösen Herzbeschwerden zu untersuchen.

Inwiefern ein Melissenextrakt Patienten mit regelmäßig auftretendem gutartigen Herzrasen helfen kann, untersuchten nun Wissenschaftler im Iran mit einer kleinen Studie… Zum vollständigen Text hier…


Melisse als Beruhigungsmittel

Das Magazin „Focus“ befasst sich mit den Wirkungen der Melisse:

„Das Hauptanwendungsgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems. Ein Tee aus frischen Melissen-Blättern kann sich bei Stress und Nervosität als wahres Wundermittel erweisen, denn die in ihm enthaltenen ätherischen Öle wirken entspannend und angstlösend.“

Diese Empfehlungen sind nachvollziehbar, auch wenn der Begriff „wahres Wundermittel“ grundsätzlich fragwürdig ist.

Wer Melisse im Haus habe, brauche sich vor schweren Prüfungen keine Sorgen zu machen, schreibt „Focus“ weiter… Zum vollständigen Text hier…


Antivirale Wirkung von Pfefferminzöl und Melissenöl gegen Herpes-simplex-Viren

In einer Dissertation untersuchte Dr. med. Anja Schuhmacher die Wirkung von Pfefferminzöl und Melissenöl gegen Herpesviren.

Herpes simplex Viren sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Krankheitserregern. Sie verursachen beim Menschen in der Regel schmerzhafte, bläschenförmige Hautläsionen in und um die Mundhöhle (Lippenherpes, Fieberbläschen) und im Genitalbereich (Genitalherpes), können jedoch auch insbesondere bei Immunsupprimierten zu lebensbedrohlichen systemischen Infektionen führen.

Für zahlreiche ätherische Öle wurde bereits eine hohe antibakterielle und antimykotische (= pilzhemmende) Wirksamkeit nachgewiesen… Zum vollständigen Text hier…

Melisse zur Duftpflanze des Jahres 2014 gewählt

Die Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche Aromapraktiker (Vaga) hat die Melisse (= Zitronenmelisse, Melissa officinalis) zur Duftpflanze des Jahres 2014 gewählt.

„DiePresse“ geht auf die medizinischen Wirkungen der Melisse ein und zitiert dazu Prof. Rudolf Bauer, Vorstand des Instituts für pharmazeutische Wissenschaften, Department Pharmakognosie, der Karl-Franzens-Universität Graz:

„Melissenextrakt hat einen leicht cholesterinsenkenden Effekt, auch der Zuckerspiegel geht damit herunter.“ Zu diesem Schluss soll eine Studie aus Deutschland gekommen sein… Zum vollständigen Text hier…

Lavendel und Melisse als „Stresskiller“

Der NHV Theoprastus, ein Verein zur Förderung traditioneller Heilkunde, empfiehlt uns:

„Wer bei den Weihnachtsvorbereitungen einen Stresskiller braucht, kann es mit einem Tee aus Lavendel oder Melisse versuchen. Die beiden Heilpflanzen gelten als beruhigend für gereizte Nerven.“

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/tee-aus-melisse-oder-lavendel-als-stresskiller-081300427.html

Kommentar & Ergänzung:

Lavendel (Lavandula angustifolia) und Melisse (Melissa officinalis) sind beides Heilpflanzen, die zur Entspannung beitragen können… Zum vollständigen Text hier…

Inserat

Heilpflanzen-Anwendungen für die Pflege

Fundierte Weiterbildung & Ausbildung für Pflegende aus Spitex, Palliative Care, Pflegeheim und Klinik am Seminar für Integrative Phytotherapie (SIP) in Winterthur (Schweiz).

Info: Phytotherapie in der Pflege

Kursprogramm im Portal Heilpflanzen-Info.

Dort finden Sie auch Ausschreibungen für Kräuterkurse und Kräuterwanderung für alle interessierten Personen in verschiedenen Regionen der Schweiz, zum Beispiel in den Kantonen St. Gallen, Zürich, Bern, Basel, Luzern, Glarus, Schwyz, Graubünden, Wallis, Schaffhausen, Aargau.

Heilpflanzen: Melisse gegen Herpes, als Beruhigungsmittel und für’s Gedächtnis

Die „Welt online* stellt verschiedene Heilpflanzen vor, darunter auch die Zitronenmelisse (Melissa officinalis):

„Melisseöle hemmen das Wachstum von Viren; Herpesbläschen verschwinden schneller, wenn man sie täglich mehrmals damit abtupft. Vergleichsstudien belegen zudem, dass Melissebäder (60 g Melisseblätter per Leinensäckchen in der Badewanne deponieren) als Beruhigungsmittel wirken. Was nicht heißen soll, dass die Pflanze uns einnebelt. Laut Studien der englischen Northumbria-Universität mobilisiert sie den Hirnbotenstoff Acetylcholin und dadurch das Denk- und Erinnerungsvermögen.“

Quelle:

http://www.welt.de/wissenschaft/article13771012/Weihrauch-ist-eine-Wissenschaft-fuer-sich.html

Kommentar & Ergänzung:.. Zum vollständigen Text hier…

Kräuter und ihre Wirkung: Zitronenmelisse

„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zur Zitronenmelisse steht dort:

„ Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Der Duft der Zitronenmelisse entfaltet sich, wenn man die Blätter leicht zerreibt. Am besten werden die jungen Blätter und Triebspitzen vor der Blüte geerntet. Sie schmecken frisch oder getrocknet zu Salaten, Saucen, Obstsalat oder Fisch (nur kurz mitkochen). Sehr erfrischend im Sommer ist angesetzter Melissensirup verdünnt mit Wasser.“… Zum vollständigen Text hier…

Klosterfrau Melissengeist & Alkoholismus

Das traditionsreiche Naturheilmittel Klosterfrau Melissengeist besteht zu 79 % aus Alkohol. Das ist bedeutend mehr als für Spirituosen zugelassen ist. Kein Wunder, wird Melissengeist oft von Menschen mit Alkoholabhängigkeit im grossen Stil konsumiert.

In einer Sendung des Deutschlandfunks zum Thema „Sucht im Alter“ sagte die Psychologin Professor Irmgard Vogt:

„Und dann gibt es bei den Frauen einen typischen Tröster, der heißt Klosterfrau Melissengeist. Das ist ein 80-prozentiger Alkohol. Das ist der Einstieg in den Alkoholismus, wird verkauft als Aufbaumittel. 80 Prozent Alkohol, das ist natürlich ein Hammer, und man braucht nicht so sehr viel, um auf diese Weise einzusteigen und dann doch im Alkoholismus zu landen.“… Zum vollständigen Text hier…

Sind Goldmelisse und Zitronenmelisse botanisch verwandt?

Diese Frage wird mir in der Phytotherapie-Ausbildung und in Heilpflanzenkursen immer wieder gestellt.

Goldmelisse (Monarda didyma)  und Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gehören zwar beide zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), doch näher verwandt sind sie nicht.

Nachfolgend ausgewählte Angaben dazu aus Wikipedia.

Zur Goldmelisse

„Die Goldmelisse (Monarda didyma), auch Indianernessel, Scharlach-Monarde genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Monarda in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).“

Merkmale der Goldmelisse:.. Zum vollständigen Text hier…

Inserat

Interessiert an Kräuterwanderungen in der Schweiz?

Heilpflanzen, Wildkräuter und Alpenblumen kennenlernen auf Kräuterwanderungen / Kräuterkursen in den Kantonen Luzern, Glarus, Aargau, Basel, Bern, Zürich, St. Gallen, Schaffhausen, Graubünden, Wallis, Obwalden, Schwyz....

Lehrgänge:

Phytotherapie-Ausbildung am Seminar für Integrative Phytotherapie (SIP) in Winterthur zum Kennenlernen von fundierten Heilpflanzen-Anwendungen für Berufsleute aus Pflege (z.B. aus Spitex, Klinik, Pflegeheim, Palliative Care), Naturheilkunde und Medizin.

Lehrgang Heilpflanzen-Seminar: Kompakte Weiterbildung über 6 Wochenenden für Interessierte ohne medizinische Grundausbildung.

Schauen Sie sich das Gesamtprogramm an auf Heilpflanzen-Info.

Behandlung von Fieberbläschen: Zinksalbe? Melisse? Alkohol?

Die „Welt“ schreibt über die Behandlung von Lippenherpes / Fieberbläschen:

„Anfangs, wenn sich neue Bläschen bilden, können noch antivirale Salben die Vermehrung der Viren hemmen, erläutert Dermatologe Reinholz. Ist die Lippe aber bereits voll ‚erblüht’, können allenfalls Zinksalbe, Melisse oder Alkohol die Beschwerden lindern.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article13403002/Lippenherpes-ist-unschoen-und-nicht-immer-harmlos.html

Kommentar & Ergänzung:

Da liegt ein Irrtum vor: Melisse gehört auch zu den antiviralen Massnahmen und wirkt daher nur im ersten Stadium der Fieberbläschen. Und dies als Melissenöl oder als Melissen-Extrakt in Salbenform, wobei bei letzterem der Lamiaceen-Gerbstoff wirksam ist.

Siehe:.. Zum vollständigen Text hier…

Phytotherapie: Bei Fieberbläschen Melissen-Extrakt

Melissen-Extrakt wird schon seit Jahren in Fieberbläschensalben gegen Herpes-Viren eingesetzt. Eine knappe und fundierte Beschreibung dieser Anwendung publizierte vor kurzem die Zeitschrift „Die PTA IN DER APOTHEKE“ (01/2011). Zitat:

„Zur Behandlung des Lippenherpes gibt es eine gut verträgliche Therapieoption aus der Natur: Die Zitronenmelisse ist eine Heilpflanze mit einer alten Geschichte. Schon lange ist die positive Wirkung von Melissenextrakten aus den Blättern von Melissa officinalis bekannt.“

Und wie genau kommt die Wirkung des Melissenextraktes zustande?

„Die in Melissenblättern enthaltenen wasserlöslichen Lamiaceengerbstoffe haben hochpotente antivirale Eigenschaften. Sie wirken gegen den Virusbefall auf zwei Ebenen, wie eine Studie von Heidelberger Wissenschaftlern (Schnitzler et al. 2008)1) im Zellversuch zeigen konnte:… Zum vollständigen Text hier…

PHYTOTHERAPIE: MELISSENEXTRAKT BEI HERPESINFEKTIONEN

Lippenherpes (Fieberbläschen) und Genitalherpes sind häufige und lästige Erkrankungen. Die Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie veröffentlichte zu diesem Thema einen Text von Dr. Rainer H. WÖLBLING.
Zitat:
„Neben anderen Pflanzenextrakten aus der Familie der Lippenblütler konnten bereits 1978 erstmals für Melisse (Melissa officinalis L.) virusstatische Effekte bei Herpes simplex Typ I und Typ II nachgewiesen werden. In neueren Studien wurde dies bestätigt……Zum vollständigen Text hier…

Inserat

Kräuterkurse und Kräuterwanderungen in der Schweiz

Fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen:

Tagesseminare zur Weiterbildung in speziellen Themen der Pflanzenheilkunde;

Phytotherapie-Ausbildung für Berufsleute aus Pflege (z.B. Palliative Care, Spitex, Klinik, Pflegeheim), Naturheilkunde und Medizin;

Heilpflanzen-Seminar über 6 Wochenenden für Interessierte ohne medizinische Grundausbildung;

Kräuterwanderungen / Kräuterkurse in den Kantonen Aargau, Basel, Zürich, Schaffhausen, St. Gallen, Glarus, Graubünden, Wallis, Bern, Luzern, Schwyz, Obwalden.

Gesamtprogramm im Portal Heilpflanzen-Info.

MELISSENTEE LINDERT LÄSTIGE KRÄMPFE

Bei unspezifischen, teils auch krampfartigen Oberbauchbeschwerden rät Dr. Roman Huber von der Universitätsklinik Freiburg zusätzlich zu direkt auf die abdominelle Symptomatik zielenden Behandlungsansätzen entspannungsfördernde Heilpflanzen-Präparate wie Melissenblättertee…… Zum vollständigen Text hier…

HERPESVIREN MIT MELISSENÖL UND TEEBAUMÖL STOPPEN

Ob Herpes labialis (Fieberbläschen) oder Herpes genitalis (Genitalherpes):
Verschiedene ätherische Öle hemmen die auslösenden Viren. Im Vordergrund stehen Melissenöl und Teebaumöl.
Gerade für Patienten mit häufig wiederkehrenden Herpes-Erkankungen könnten die ätherischen Öle eine interessante Lokaltherapie darstellen.
Herpesinfektionen werden oft mit der antiviralen Substanz Aciclovir oder verwandten Medikamenten behandelt. Allerdings gibt es zunehmend Virusstämme, die gegen die üblichen antiviralen Mittel resistent sind, was hauptsächlich für Patienten mit Immundefekt problematisch ist. Vor diesem Hintergrund gewinnen antivirale und antimikrobielle Extrakte und ätherische Öle aus Heilpflanzen zunehmend an Bedeutung, stellt Prof. Dr. Jürgen Reichling vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg fest…… Zum vollständigen Text hier…

MELISSENEXTRAKT DOPPELT WIRKSAM GEGEN HERPES-SIMPLEX-VIRUS (HSV-1)

Trockenextrakte aus Melissa officinalis werden in Form von Salben gegen Lippenherpes eingesetzt. Bekannt ist schon längere Zeit, dass Melissenextrakt antivirale Eigenschaften entfaltet: Spezielle Inhaltsstoffe wie zum Beispiel die Kaffeesäurederivate verhindern das Eindringen der Herpesviren in die Zelle durch Rezeptorblockade…… Zum vollständigen Text hier…

MELISSE (MELISSA OFFICINALIS) BEI AUTISMUS?

Tiefgreifende Entwicklungsstörungen wie Autismus werden durch qualitative Beeinträchtigungen in der gegenseitigen Interaktion, der verbalen und nonverbalen Kommunikation charakterisiert und durch ein
merklich beschränktes Repertoire von Aktivitäten und Interessen.
Eine Publikation in der Zeitschrift ProMed komplementär 4/2009 beschreibt eine kleine Beobachtungsstudie zur Anwendung von Melissenextrakt bei Autismus. Hier eine Zusammenfassung….. Zum vollständigen Text hier…

MELISSENÖL HÄLT HERPES-VIREN IN ZELLKULTUREN IN SCHACH

Bereits die Kräutermedizin des Mittelalters setzte bei Entzündungen auf die Zitronenmelisse. Jetzt konnten Wissenschaftler am Universitätsklinikum und der Universität Heidelberg zeigen, dass sie das Herpesvirus, das bei rund 20 Prozent der Bevölkerung Entzündungen an der Lippe (Lippenherpes, Fieberbläschen) hervorruft, im Reagenzglas in Schach halten kann. Die Wissenschaftler wurden für diese Arbeit im November 2008 mit dem Sebastian-Kneipp-Preis 2008 ausgezeichnet…… Zum vollständigen Text hier…