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Ananassaft als Hausmittel gegen Husten und Halsweh

Die österreichische Tageszeitung „Kurier“ stellt Hausmittel gegen Husten und Halsweh vor und empfiehlt dabei unter anderem Ananassaft:

„Der Saft der exotischen Frucht soll dabei bis zu fünf Mal effektiver als Hustensaft sein. Verantwortlich für die heilende Wirkung ist Bromelain, ein Enzym mit entzündungshemmenden und schleimlösenden Eigenschaften, das Infektionen bekämpft und Bakterien tötet. Die Ananas enthält reichlich davon. Der Fruchtsaft wirkt daher nicht nur schleimlösend, er lindert auch Halsschmerzen und Hustenanfälle. Frisch gepresster Ananassaft liefert auch Vitamin C, das gerade in der Grippesaison zur Stärkung der Immunabwehr beiträgt. Ein Glas deckt an die 50 Prozent des täglichen Tagesbedarfs.“

Abschliessen liefert der Artikel ein Rezept für Ananas-Hustensaft:

 

„1 Tasse frischer Ananassaft

1/2 Tasse Zitronensaft

1 Stück Ingwer

1 EL Honig oder Agavendicksaft zum Süßen

1/2 TL Zimt und/oder 1/2 TL Cayennepfeffer“

 

Alle Zutaten mischen und täglich bis zu drei Mal eine halbe Tasse davon trinken.

Quelle:

https://kurier.at/wellness/honig-bis-salzwasser-4-hausmittel-gegen-halsschmerzen/400321701

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Idee: Ananassaft gegen Husten und Halsweh – davon habe ich noch nie gehört. Aber es lohnt sich vielleicht, darüber nachzudenken. Woher die Aussage kommt, dass Ananassaft fünf Mal effektiver sei als Hustensaft, ist mir allerdings nicht nachvollziehbar.

Bromelain ist ein Enzymgemisch mit eiweissspaltender  (proteolytischer) Wirkung, gehört also zu den Proteasen.

Es kann in Enzympräparaten die Verdauung unterstützen und ist auch der Grund für die Empfehlung von Ananassaft zur Förderung der Verdauung, zum Beispiel bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Verdauungsenzyme bereitstellt.

Bromelain wird aber insbesondere auch eingesetzt als Begleittherapie bei Schwellungszuständen nach Operationen und Verletzungen, insbesondere der Nase und der Nasennebenhöhlen, sowie bei oberflächlichen Venenentzündungen. In der Schweiz wird dafür das Präparat Traumanase® verschrieben.

Da Bromelain selber aus Eiweiss besteht, wird es im Magen grösstenteils bereits abgebaut, weshalb Traumanase® in Form von magenresistenten Präparaten hergestellt wird.

Ananassaft wird auch während Krebstherapien (Chemotherapie, Strahlentherapie) eingesetzt zur Linderung von Mukositis (Mundschleimhautentzündung). Siehe dazu:

Gefrorene Ananas lindert Mukositis (Mundschleimhautentzündung) bei Strahlentherapie

Eine entzündungswidrige Wirkung von Ananassaft ist also zumindestens denkbar, zum Beispiel bei Halsschmerzen. Gurgeln wäre da aber wohl effektiver als simples Trinken eines Sirups. Oder Lutschen von gefrorenen Ananasstückchen wie in der Krebstherapie.

Ob Ananassaft wirklich auch bei Husten wirkt, scheint mir schwer einschätzbar. Es dürfte auf die Art des Hustens ankommen.

Wenn Sie fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten, können Sie das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung

 

Europäischer Bericht zu Cannabis in der Medizin veröffentlicht

Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) hat erstmals einen Report über die medizinische Verwendung von Cannabis und Cannabinoiden publiziert, der Überblick bietet über bisher verfügbare Belege zur Wirksamkeit.

Der Bericht Medical use of cannabis and cannabinoids: Questions and answers for policymaking“trage der Tatsache Rechnung, dass immer mehr europäische Länder in diesem Bereich politische Strategien und Verfahren entwickeln, liess die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) dazu verlauten.

Zahlreiche EU-Länder erlauben inzwischen die medizinische Verwendung von Cannabis oder Cannabinoiden in bestimmter Form oder ziehen eine solche Zulassung in Erwägung. In Bezug auf die verfolgten Ansätze bestehen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern, und zwar sowohl hinsichtlich der zugelassenen Produkte als auch der rechtlichen Rahmenbedingungen für ihre Bereitstellung.

Das Verständnis der vielfältigen nationalen Ansätze sei wichtig, um „in der EU eine fundierte politische Debatte über dieses Thema führen zu können“, schreibt die EMCDDA.

Diese unterschiedlichen Ansätze wurden mit Hilfe einer Auswahl von Fallstudien aus Drittländern, etwa den USA, Kanada, Australien und Israel beschrieben.

Der medizinische Einsatz von Cannabis beziehe sich auf eine Vielzahl von Produkten und Präparaten, die verschiedene Wirkstoffe enthalten und in unterschiedlicher Qualität auf unterschiedlichem Weg verabreicht werden können.

Die EMCDDA zieht den Schluss, dass weitere Forschungsarbeiten und klinische Studien nötig sind, um in Zukunft „erhebliche Lücken in den verfügbaren Evidenzdaten“ zu schließen. So sei zwar beispielsweise die Wirkung von Cannabinoiden in der Palliativversorgung teilweise untersucht worden, für die ausreichende Evidenz des therapeutischen Nutzens seien jedoch größere sowie längerfristig angelegte Studien nötig. Vergleichbares gilt für die Anwendung von Cannabis und Cannabinoiden bei Schlafstörungen, Angststörungen, Depression, oder neurodegenerativen Erkrankungen.

In den meisten Ländern habe sich im Hinblick auf die Bereitstellung von Cannabis oder Cannabinoide enthaltenden Produkten und Präparaten für medizinische Zwecke im Laufe der Zeit ein Wandel vollzogen – und das oftmals als Reaktion auf die Nachfrage von Patienten oder Produktentwicklungen, sagt EMCDDA-Direktor Alexis Goosdeel. Bei diesem Thema sei es wichtig, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, um eine Basis für Evaluierungen und Bewertungen zu schaffen.

Quelle:

https://science.orf.at/stories/2951314/

Der EMCDDA ist hier einsehbar:

http://www.emcdda.europa.eu/publications/rapid-communications/medical-use-of-cannabis-and-cannabinoids-questions-and-answers-for-policymaking_en

 

Kommentar & Ergänzung:

In den letzten Jahren hat sich bezüglich der Anwendung von Cannabis als Heilpflanze viel getan – in rechtlicher Hinsicht, durch neu zugelassene Cannabis-Präparate und im Bereich der Forschung.

Und natürlich gibt es forschungsmässig noch Lücken, die geschlossen werden müssen, damit ein klares Bild zu den sinnvollen Anwendungsbereichen von Cannabispräparaten entsteht, aber auch zu den Risiken und Grenzen.

In der Forschung steht neben Tetrahydrocannabinol (TCH) zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus.

In meinem Buchshop gibt’s eine aktuelle Broschüre zum Thema Cannabis als Arzneimittel:

Cannabis, von Klaus Häussermann, Franjo Grotenhermen und Eva Milz.

 

Siehe auch:

Cannabidiol (CBD) – ein Wirkstoff im Trend

Cannabis-Wirkstoffe: Neben THC zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus

Cannabis-Therapie bei MS: Zusatznutzen von Sativex bei Spastik bestätigt

Cannabis als Medizin: Unterschiedliche Wirkung von Cannabis sativa und Cannabis indica

Und wenn Sie fundiertes Wissen über Cannabis als Arzneimittel und über andere Heilpflanzen erwerben möchten, dann empfehle ich meine Lehrgänge, die Phytotherapie-Ausbildung und das Heilpflanzen-Seminar.

 

 

[Buchtipp] „Freiheit gehört nicht nur den Reichen “ von Lisa Herzog

Verlagsbeschreibung

Die Ökonomin und Philosophin Lisa Herzog  mit einem Plädoyer für einen zeitgemäßen Liberalismus

Freiheit ist mehr als die Freiheit, zu wirtschaften. Dieses Buch stellt dar, wie Liberalismus heute gedacht werden muss, damit er nicht im Widerspruch zu Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und einem gelingenden Leben steht. Freiheit, so das Plädoyer, muss vielschichtiger verstanden werden, um zu sehen, welche Rolle Märkte für eine gute Gesellschaft spielen können. Jenseits des politischen Schubladendenkens wird das Bild einer Gesellschaft entworfen, die allen Mitgliedern ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und dabei mit den begrenzten Ressourcen der natürlichen Welt vereinbar ist.
Das Buch führt in zentrale Themen der Ideengeschichte, Wirtschaftstheorie und Sozialphilosophie ein und legt die Denkmuster offen, die viele heutige Debatten prägen. Unter anderem geht es um die Frage nach einem realistischen Menschenbild jenseits des homo oeconomicus, um das Verhältnis negativer, positiver und republikanischer Freiheit und um die Frage, wie eine Politik aussehen kann, die sich auch jenseits des Wachstumszwangs an einem selbstbestimmten Leben für alle Menschen orientiert. Nicht zuletzt zeigt das Buch auf, wie mit einem zeitgemäßen Freiheits- und Menschenbild Märkte wieder in den Dienst einer gerechten Gesellschaft gestellt werden können.  Zum Shop

Zur Autorin Lisa Herzog

Lisa Herzog ist Professorin für Politische Philosophie und Theorie an der Hochschule für Politik / Technischen Universität München. Ihre Forschung verbindet Philosophie und Ökonomie, z. B. in dem Buch “Freiheit gehört nicht nur den Reichen. Plädoyer für einen zeitgemäßen Liberalismus”.

Kommentar von Martin Koradi

Als Philosophin und Ökonomin ist Lisa Herzog bestens gerüstet für dieses Thema und es gelingt ihr ausgezeichnet, wirtschaftliches und philosophisches Wissen zu verknüpfen. Dabei bleibt sie immer gut lesbar und verständlich.

Der Wirtschaftsliberalismus hat unter anderem durch die Finanzkrise 2008 und durch wiederkehrende Exzesse in weiten Kreisen an Glaubwürdigkeit eingebüsst. Um von breiten Schichten akzeptiert und getragen zu werden, muss er aufzeigen, dass nicht nur eine kleine Finanzelite von ihm profitiert, sondern dass er allen zu Gute kommt. Dazu muss der Liberalismus neu gedacht und aktualisiert werde, und zu dieser Debatte leistet Lisa Herzog mit ihrem Buch einen Beitrag. Sie zeigt dabei auch die Vielschichtigkeit des Freiheitsbegriffs auf.

In der philosophischen Tradition hat sich um diesen Begriff herum eine Dreiteilung entwickelt:

Im ersten Bereich wird Freiheit gesehen als Abwesenheit von Hindernissen und Zwang.

Im zweiten Bereich meint Freiheit Selbstbestimmung und die damit verbundene Fähigkeit, eigene Ziele setzen und verfolgen können.

Im dritten Bereich wird Freiheit betrachtet im Sinne der politischen Freiheit, die den Menschen die Möglichkeit gibt, Teil eines Gemeinwesens zu sein und in diesem Rahmen gemeinsam die Spielregeln festzulegen, nach denen man leben will. 

Diese verschiedenen Facetten der Freiheit und ihre vielfältigen Beziehungen zum “Markt” stellt Lisa Herzog gut nachvollziehbar dar.

Die Theorien der Ökonomie sind zwar meistens heftig umstritten und keineswegs so gut belegt, wie die Ökonominnen und Ökonomen es wohl gerne hätten und oft auch darstellen. Nicht nur trotzdem, sondern gerade auch deswegen geht die Diskussion um Liberalismus und Wirtschaft alle etwas an, nicht nur ökonomische Fachleute. Wer nicht gerade ein Studium in diese Richtung absolviert, bekommt von diesen Themen aber meistens erbärmlich wenig mit. Das Buch von Lisa Herzog bietet dazu einen guten Einstieg und liefert zudem auch Orientierungshilfen in vielen politischen Fragen.

 

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterkursen und Kräuterwanderungen.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Kann man heute noch liberal sein wollen?
    Was hat “Liberalismus” mit “Freiheit” zu tun?
    Die soziale Dimension der Freiheit
    Das Bild vom guten Markt
    Ausblick
    Dank
    Liberalismus ohne Psychologie – Wie ein einseitiges Menschenbild den Liberalismus unfreiwillig herzlos machte
    Einleitung
    Die Herren des Vertrags
    Ein “realistisches” Menschenbild?
    Echte Menschen – Was die Verhaltensökonomie uns lehrt
    Die Befähigung zur Freiheit
    III. Liberalismus ohne Gerechtigkeit – Wie “soziale Gerechtigkeit ” zum Unwort wurde, und was sie heute bedeuten könnte
    Einleitung
    Die Facetten von Freiheit
    “Verdienst” im Markt
    “Verdienst” im Staat
    Eine neuer Sinn von sozialer Gerechtigkeit
    IV. Liberalismus ohne Komplexität – Wie der Liberalismus soziale Strukturen vernachlässigte
    Einleitung
    Die Rolle sozialer Normen
    Freiheit und Komplexität
    Formelle und informelle Machtstrukturen
    Umbau auf hoher See
    V. Liberalismus ohne Endlichkeit – Wie der Liberalismus die
    Umwelt vergaß, und warum ein Umsteuern uns zufriedener machen könnte
    Einleitung
    Wirtschaften in einer endlichen Welt
    Wozu das Ganze – die Frage nach dem Sinn
    Und der Rest der Welt?
    VI. Schluss: Unterwegs zu einem zeitgemäßen Liberalismus
    Anmerkungen

Von Lisa Herzog gibt es auch zwei Sendungen der”Sternstunde Philosophie”:

Lisa Herzog: Was ist schlecht an Ungleichheit?

Markt, Macht und Freiheit

 

 

 

Hausmittel: Heilpflanzen bei Halsschmerzen

„Focus“ veröffentlichte einen Artikel zum Thema „Hausmittel gegen Halsschmerzen“. Dabei kommen auch Heilpflanzen zur Sprache:

„Bei Tees hat sich, wie bereits erwähnt, der entzündungshemmende Salbei bewährt. Seine Gerbstoffe schützen die Schleimhaut und die enthaltenen ätherischen Öle desinfizieren. Aber auch Ingwer, Malvenblüten und Thymian helfen bei der Linderung von Halsschmerzen – beim Geschmack kann ein Löffel Honig nachhelfen. Der Genesung förderlich sind auch warme Wickel aus Kartoffel- oder Leinsamenbrei, oder warme Wickel getränkt in Thymian- oder Salbeitee. Wichtig: Sobald die Wärme nachlässt, sollte man den Wickel abnehmen oder gegen einen neuen Wickel tauschen!“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/experten/hausmittel-gegen-halsschmerzen-apotheker-gibt-tipps_id_9991183.html

Kommentar & Ergänzung:

Traditionell steht bei Halsschmerzen Salbei im Vordergrund. Für die Wirkung wird wie beschrieben das Zusammenwirken von entzündungswidrigen Gerbstoffen (Lamiaceengerbstoff) und ätherischem Öl (Salbeiöl) verantwortlich gemacht. Gurgeln ist hier sinnvoller als Teetrinken.

Ingwer dürfte wohl antimikrovbiell wirken.

Malvenblüten enthalten Schleimstoffe mit einhüllend-reizlindernder Wirkung – aber ohne antimikrobieller Wirkung.

Thymian enthält antimikrobielles Thymianöl mit dem Hauptbestandteil Thymol. Sein Hauptanwendungsgebiet ist allerdings Husten (auswurffördernde Wirkung).

Ob Wärmeanwendung in Form von Kartoffelwickel oder Leinsamen-Auflagen bei Halsschmerzen immer sinnvoll sind, ist für mich nicht so eindeutig. Bei starker Entzündung ist Kälte naheliegender, zum Beispiel als Quarkwickel.

Wer fundierte Kenntnisse über Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar

Zimt schädlich?

Immer wieder hört man Warnung vor der Einnahme von Zimt wegen dem Gehalt an Cumarin, das für die Leber schädlich ist. Wichtig ist bei diesem Thema, dass es verschiedene Zimt-Arten gibt, die sich im Cumaringehalt stark unterscheiden.

Cassia-Zimt von Cinnamomum cassia ist die bei uns am häufigsten erhältliche Zimtart. Sie enthält gesundheitsschädliches Cumarin in deutlich höherer Konzentration als Ceylon-Zimt aus Cinnamomum verum.

Unterscheiden zwischen Cassia-Zimt und Ceylon-Zimt

Für Cumarin ist gesichert, dass es in höheren Mengen Leberschäden verursachen kann. Experten des Bundesinstituts für Risikoforschung in Deutschland zufolge sollte eine erwachsene Person mit 60 Kilo auf Dauer nicht mehr als zwei Gramm Cassia-Zimt pro Tag einnehmen. Diese Menge entspricht zirka einem gestrichenen Teelöffel Zimtpulver. Für eine 90 Kilo schwere Person wäre die tägliche Einnahme von bis zu drei Gramm unbedenklich.

Solche Mengen an Zimt werden bei uns in der Regel nicht erreicht, ausser wenn jemand in der Adventszeit Zimtsterne in Massen isst.

Für Kinder wird Zimt im Übrigen schon in deutlich geringeren Mengen bedenklich. Für ein Kleinkind mit einem Gewicht von 15 Kilo ist die tägliche Obergrenze bereits bei 0,5 Gramm erreicht.

Die aufgenommene Zimtmenge könnte allenfalls bei Personen problematisch werden, die Zimt als Mittel bei Diabetes einnehmen. In Studien zu diesem Thema wurden Zimt-Dosen von 0,5 bis 6 Gramm pro Tag eingenommen.

Wichtig ist aber auch hier:

Im teureren Ceylon-Zimt ist im Gegensatz zum Cassia-Zimt kaum Cumarin enthalten. Leider wird auf den Zimt-Produkten oft nicht deklariert, ob sie Cassia-Zimt oder Ceylon-Zimt enthalten.

Ceylon-Zimt zum Beispiel für selbstgebackene Zimtsterne bekommt man in Apotheken und Drogerien.

Zum Thema Zimt und Diabetes siehe:

Zimt und Diabetes: Zur aktuellen Studienlage

Wer differenzierte und fundierte Kenntnisse über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.

 

 

 

 

Zimt gegen Diabetes: Zur aktuellen Studienlage

Zimt verfeinert nicht nur als Gewürz Süßspeisen. Er soll auch bei Diabetes helfen durch Senkung des Blutzuckerspiegels

Das versprechen zumindest zahlreiche Internetseiten, die Zimtkapseln als gesundheitsförderndes Nahrungsergänzungsmittel für eine „natürliche“ Blutzuckerregulierung anpreisen.

Die zusammengefassten Resultate bisheriger Studien zeigen allerdings, dass Zimt den Blutzuckerspiegel bei Diabetikerinnen und Diabetikern wahrscheinlich nicht beeinflusst.

Das Portal medizin-transparent hat mehrere wissenschaftliche Datenbanken nach entsprechenden Forschungsarbeiten durchforstet. Insgesamt konnten die Wissenschaftler elf einigermaßen aussagekräftige Studien finden. Die zusammengefassten Resultate dieser Studien sind jedoch enttäuschend und weisen darauf hin, dass Zimt den Blutzuckerspiegel von Diabetes-Betroffenen wahrscheinlich nicht günstig beeinflussen kann.

Für die Studien wurden mehr als 900 Menschen mit Diabetes per Zufall einer von zwei Gruppen zugelost. Eine Gruppe bekam täglich Nahrungsergänzungsmittel mit Zimt, die andere Gruppe ein wirkstoffloses Scheinpräparat. Nach Abschluss der Studien unterschieden sich die Blutzuckerwerte in Summe nicht zwischen beiden Gruppen.

Die Studien dauerten allerdings nur zwei bis vier Monate. Eine längerfristigere Wirkung von Zimt – zum Beispiel auch auf gesundheitliche Folgen durch eine Diabeteserkrankung – wurde bisher gar nicht untersucht.

Medizin-transparent stellt die Studien im Detail vor:

In einer systematischen Übersichtsarbeit fassten ein Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin aus Australien die Studienlage zu Zimt und Diabetes bis Januar 2012 zusammen. Insgesamt fandes sie zehn randomisiert-kontrollierte Studien an 577 Personen mit Typ 1 oder Typ 2 Diabetes.

In diesen Studien waren die Probanden per Zufall (randomisiert) einer von zwei Gruppen zugeteilt worden. Eine Gruppe bekam Kapseln oder andere Präparate mit Zimt. Die andere Gruppe erhielt ein gleich aussehendes Placebomittel ohne Zimt. Die tägliche Zimt-Dosis reichte von 0,5 bis 6 Gramm. Die Einnahmedauer betrug ein bis vier Monate. Die Versuchspersonen stammten hauptsächlich aus wohlhabenden Staaten wie den USA, Deutschland oder Großbritannien, aber auch aus Ländern wie Thailand, Pakistan oder dem Libanon.

Sechs der zehn Studien verglichen am Ende der Untersuchung eine Maßzahl für den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel innerhalb der vergangenen drei Monate – den HbA1c-Wert. Dieser Wert steht für den Anteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, an den der im Blut vorkommende Zucker Glucose gebunden ist. Für Experten ist er bei der Behandlung von Diabetes aussagekräftiger als eine einmalige Messung des Blutzuckers. Beim Studienende zeigte sich praktisch kein Unterschied der HbA1c-Werte zwischen der Zimt- und der Placebo-Gruppe.

Kein Unterschied zeigte sich am Studienende auch beim Nüchtern-Blutzucker, den sechs Studien untersuchten.

Da die erwähnte Übersichtsarbeit nur Studien bis Januar 2012 berücksichtigt hat, suchten die Fachleute von Medizin-transparent in Forschungsdatenbanken nach aktuelleren wissenschaftlichen Resultaten.

Sie fanden dabei sieben weitere randomisiert-kontrollierte Studien, die den HbA1c-Wert bei den untersuchten Personen erhoben haben. Zwei dieser Studien waren äußerst mangelhaft in der Durchführung, sodass ie als nicht aussagekräftig eingestuft wurden.

Die restlichen fünf Studien stammen alle aus dem Iran und umfassten 359 Männer und Frauen mit Diabetes. Eine Zusammenfassung dieser iranischen Daten mit den Ergebnissen der älteren systematischen Übersichtsarbeit bestätigte das Resultat des australischen Forschungsduos von 2012: Mit Zimt lässt sich der HbA1c-Wert von Diabetikerinnen und Diabetikern wahrscheinlich nicht verbessern.

Medizin-Transparent weist aber darauf hin, dass die Studienergebnisse die Wirkung von Zimt nur über eine Dauer von maximal vier Monaten wider. Darum lässt sich nicht völlig ausschließen, dass Zimt über einen längeren Zeitraum doch noch eine kleine Wirkung zeigt.  Die Beurteilung enthält auch einige Unsicherheiten, weil die Qualität der meisten Studien zu wünschen übrig lässt. Zum Beispiel ist nicht immer ausgeschlossen, dass sich Zimt- und Placebogruppe in einzelnen Punkten schon vor Studienbeginn unterschieden. Dadurch wird es schwieriger, die beiden Gruppen zu Studienende zu vergleichen. In etlichen Fällen könnte das Resultat zudem verzerrt sein, weil Probanden vorzeitig aus der Studie ausgeschieden sind. Darüber hinaus ist die Zahl der Probanden in den meisten Studien sehr klein.

Trotz allem weichen die Resultate der Einzelstudien nach Einschätzung der Fachleute von Medizin-transparent nicht stark voneinander ab und deuten in dieselbe Richtung. Das bedeutet, dass die Resultate der Übersichtsarbeit von 2012 bestätigt wurden.

Quelle

https://www.medizin-transparent.at/zimt-wirkung-diabetes

 

Kommentar & Ergänzung:

Beim Thema Zimt und Diabetes erleben wir eine ernüchternde Entwicklung der Studienlage. Denn eine im Dezember 2003 in der renommierte Zeitschrift  „Diabetes Care“ publizierte randomisierte und Placebo-kontrollierte Studie der Agricultural University in Peshawar (Pakistan) kam zu beeindruckenden Ergebnissen.

Die Forscher untersuchten insgesamt 60 Personen mit Typ-2-Diabetes, 30  Frauen und 30 Männer. Sie ergänzten die Nahrung der Verum-Gruppe mit 1, 3 oder 6 Gramm Zimt pro Tag in Form von Kapseln  à 500mg, während die Placebo-Gruppe identisch aussehende zimtfreie Kapseln erhielt.  Zimt bzw. Placebo wurden während 40 Tagen eingenommen. Anschliessend folgte eine 20tägige Wash-out-Phase.

An den Tagen 0, 20, 40 und 60 wurden die Blutwerte von Glukose, Triglyzeriden, Gesmtcholesterin, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin bestimmt.

Die Ergebnisse waren eindrücklich:

Glukose:

Nach 40 Tagen wurden in allen drei Verum-Gruppen (1, 3 und 6 Gramm) eine signifikante Verminderung des Nüchtern-Blutzuckers um  18 – 29 %festgestellt, die jedoch nicht dosisabhängig war.

Triglyceride:

Auch die Triglyceride waren nach 40 Tagen signifikant vermindert um 23 – 30 %.

Gesamtcholesterin:

Hier zeigten sich schon nach 20 Tagen Zimteinnahme signifikante Werte (minus 12 – 26%), welche dann in den Gruppen mit 1 Gramm und 6 Gramm nach 40 Tagen auf ähnlichem Wert blieben und  nur in der Gruppe mit 3 Gramm weiter absanken. Auch nach der 20-Tage-Wash-out-Phase blieben diese Werte in den drei Gruppen erhalten.

LDL:

Durchschnittliche Reduktion nach 40 Tagen um 7-27 %. Die Gruppen mit 3 Gramm und 6 Gramm Zimt erreichten mit 10% respektive 24 % nach 40 Tagen signifikante Werte. In der 1-Gramm-Gruppe war dies  nach 40 Tagen noch  nicht soweit. Die Werte sanken jedoch in der Wash-out-Phase weiter und ereichten nach 60 Tagen Signifikanz!

HDL:

Bei den HDL-Werten wurden keine signifikanten Veränderungen festgestellt.

Placebo:

In allen Placebo-Gruppen blieben die Werte  bei jeder Messung gleich

Die günstigen Effekte waren auch 20 Tage nach Absetzen des Zimts zumindestens teilweise immer noch messbar, doch stiegen die Blutzuckerwerte nach Beendigung der Einnahme wieder an.

Mit 3 und 6 Gramm Zimt liessen sich keine besseren Ergebnisse erzielen als mit 1 Gramm. Die Einnahme des Zimts bewirkte keine unerwünschten Nebenwirkungen . Ein akuter Zuckermangel, eine der häufigsten und gefährlichsten Nebenwirkungen von Antidiabetika, trat mit Zimt offenbar nicht auf.

Und nun mit Stand 2018 sieht die Studienlage zur Wirkung des Zimts gegen Diabetes sehr anders aus. Was lernen wir daraus?

Eine erste erfolgreiche Studie bringt noch kein einwandfreies Ergebnis. Die Vermarktung von Produkten wie Zimtkapseln startet aber oft bereits mit hoher Intensität schon auf der Grundlage dieser ersten positiven Studie. Folgen dann Studien mit negativen Ergebnissen, werden diese kaum mehr zur Kenntnis genommen – weder von den Herstellern der Produkte noch von den Konsumentinnen und Konumenten.

Zur Diskussion um ein allfälliges Risiko durch Cumarine aus dem Zimt:

Zimt schädlich?

Wer differenzierte und fundierte Kenntnisse über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchte, kann das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.

 

Grüntee gut fürs Zahnfleisch

T-online hat einen Beitrag über Grüntee veröffentlicht. Darin wird von einer positiven Wirkung des Grüntees auf  das Zahnfleisch berichtet:

„Wer regelmäßig grünen Tee trinkt, stärkt damit sein Zahnfleisch. Das bestätigen japanische Forscher der Universität Kyushu. Sie beobachteten bei 940 Männern im Alter zwischen 49 und 59 Jahren, wie sich Teekonsum auf das Zahnfleisch auswirkt. Als Kriterien wurden Vertiefungen der Zahnfleischtasche, Zahnfleischverlust und Blutungshäufigkeit herangezogen.“

Quelle:

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_42896396/gruener-tee-sieben-gruende-warum-er-so-gesund-ist.html

Kommentar und Ergänzung:

Ich habe mir die Studie im „Journal of Peridontology“ angeschaut:

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1902/jop.2009.080510

Die Forscher verglichen die täglich konsumierte Menge an Grüntee mit dem Zustand des Zahnfleischs. Diese „epidemiologisch“ genannte Forschung hat einen Haken: Sie liefert nur Hinweise auf mögliche Zusammenhänge, aber keine einwandfreien Belege. Es könnten Faktoren entscheidend sein, die noch nicht bekannt sind. Zum Beispiel könnten Personen, die viel Grüntee trinken, auch sonst gesünder leben, und es könnte irgendein unbekannter Faktor aus diesem „gesünder leben“ den besseren Zustand des Zahnfleischs bewirken. Denkbar wäre zum Beispiel, dass Personen, die viel Grüntee trinken, weniger Cola konsumieren. Wenn nun zum Beispiel Cola schädlich für das Zahnfleisch wäre, dann könnte das gesündere Zahnfleisch vom Weglassen des Colas her rühren und nicht vom in grösseren Mengen konsumierten Grüntee.

Endgültige Antworten liefert diese Studie also nicht.

Trotzdem halte ich den günstigen Einfluss von Grüntee auf das Zahnfleisch für plausibel – und zwar aufgrund des Gehalts an Gerbstoffen. Heilpflanzen mit Gerbstoffen werden schon lange zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen und Mundschleimhautentzündungen (z. B. Schwarztee, Blutwurz, Ratanhia).

Wenn Sie fundiertes Wissen über Heilpflanzen erwerben möchten, dann empfehle ich dafür meine Lehrgänge, das Heilpflanzen-Seminar und die Phytotherapie-Ausbildung.

Umkaloabo und Kaloba – was ist der Unterschied?

Umckaloabo® ist ein Erkältungsmittel aus Pelargonium sidoides (Kapland-Pelargonie).

Kaloba® ist ein identisches Präparat. Der einzige Unterschied:

Kaloba® wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn eine Arzt oder eine Ärztin es verschreibt. Kaloba® ist weniger bekannt als Umckaloabo®, weil dafür keine Publikumswerbung gemacht werden kann.

Die Zusammensetzung ist aber identisch:

1 g Lösung enthält 800 mg Flüssigextrakt (1:8–10) aus den Wurzeln von Pelargonium sidoides.

Kaloba und Umckaloabo werden angewendet bei akuter Bronchitis (Entzündung der Bronchien). Für diesen Anwendungsbereich gibt es Studien, die eine Wirksamkeit belegen. Diese Studien  gelten nur für Umckaloabo® / Kaloba®. Sie lassen sich auf andere Präparate aus Pelargonium sidoides, die anders hergestellt wurden, nicht so einfach übertragen.

 

Siehe auch:

Metaanalyse zeigt: Umckaloabo lindert Atemwegsinfekte

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo / Pelargonium sidoides bei Erkältungen

Wenn Sie lernen möchten, wie sich Naturheilmittel und Phytopharmaka beurteilen lassen, und wenn Sie die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen fundiert kennenlernen möchten, dann können Sie das in meinen Lehrgängen, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar

Studienlage zur Phytotherapie bei Erkältungskrankheiten

Professor Dr. Robert Fürst von der Uni Frankfurt hat vor kurzem in der Pharmazeutischen Zeitung die Studienlage zu Heilpflanzen-Präparaten bei Erkältungskrankheiten dargelegt.

Zur Vorbeugung von Atemwegsinfektionen allgemein hat gemäss Fürst das Präparat Angocin® Anti-Infekt N zeigen können, dass es die Infektwahrscheinlichkeit gegenüber Placebo reduziert (DOI: 10.1185/03007995.2012.742048).

Als Therapeutikum kann Esberitox® die Symptomlast vermindern. Es verkürzt jedoch nicht die Erkrankungsdauer (DOI: 10.1185/03007999909114094).

Laut den Resultaten eines Cochrane-Reviews aus dem Jahr 2014 kann für Echinacea von einem geringen Effekt bei der Vorbeugung und keinem Effekt bei der Behandlung ausgegangen werden (DOI: 10.1002/14651858.CD000530.pub3). In der Metaanalyse von 24 Studien wurden allerdings extrem heterogene Präparate zusammengefasst (verschiedene Echinacea-Arten, Pflanzenteile oder Extraktionsverfahren). In diesem Fall müsse man sich gezielt die Studien der einzelnen Präparate ansehen, erklärt Fürst. Echinacin® Liquidum Madaus habe zum Beispiel bei Kindern die Schwere und Dauer der Symptome lindern können (DOI: 10.1001/jama.290.21.2824).

Bei einer akuten Rhinosinusitis kann gemäss aktueller S2k-Leitlinie eine Therapie mit Sinupret® extract oder definierten Eucalyptus-Extrakten empfohlen werden. Für eine Empfehlung bei rezidivierender oder chronischer Rhinosinusitis ist laut Fürst die Evidenzlage dagegen nicht genügend. Darüber hinaus gibt es gemäss Fürst Studien, die auch für einen Einsatz von Umckaloabo® bei bakterieller Sinusitis (Bachert et al. Rhinology. 2009; 47: 51-58) sowie bedingt auch für Gelomyrtol® forte (DOI: 10.1055/s-2007-997381) und Soledum® (DOI: 10.1097/00005537-200404000-00027) sprechen. Umckaloabo sei allerdings nicht für die Indikation akute Rhinosinusitis zugelassen.

Zur Therapie von Halsschmerzen sagt die Leitlinie, deren Gültigkeit allerdings abgelaufen ist und die zurzeit überarbeitet wird: »Pflanzliche Arzneimittel können bei ausgeprägtem Therapiewunsch oder unzureichender Wirksamkeit besser belegter symptomatischer Maßnahmen mit Einschränkungen empfohlen werden«. Positiv erwähnt wird der Valverde® Salvia Rachenspray, der allerdings nicht in Deutschland auf dem Markt ist, sowie Umckaloabo. Das Pelargonium-Präparat hat allerdings auch für Halsschmerzen bzw. die akute Pharyngitis keine Zulassung.

Auch in der gültigen S3-Leitlinie Husten finden Phytopharmaka positive Erwähnung: die Kombination aus Thymiankraut und Efeublättern (in Bronchipret® Saft TE), die Kombination aus Thymiankraut und Primelwurzel (in Bronchipret® TP Filmtabletten und Bronchicum® Tropfen) und auch bei dieser Indikation Pelargonium sidoides, also Umckaloabo. Plausibel erscheint Fürst bei akuter Bronchitis der Einsatz von gut untersuchten Efeu-Monopräparaten wie Prospan® oder Hedelix® sowie Gelomyrtol forte und bedingt auch Soledum, obwohl diese Präparate nicht in der Leitlinie aufgeführt sind.

Es gebe noch viele andere Präparate. Nur weil es noch keine überzeugenden Studien gebe, heisse das nicht, dass diese nicht wirken, sagte Fürst. Er rät aber, sich an der aktuellen Datenlage und den Bedürfnissen der Patienten zu orientieren.

Quelle;

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/phytos-evidenzbasiert-bewerten/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine gute Zusammenstellung der Heilpflanzen-Präparate (Phytopharmaka), deren Wirksamkeit  im Bereich der Erkältungskrankheiten mit Studien belegt ist.

Unterstrichen werden muss dabei, dass diese Studienlage und diese Bestätigungen für Wirksamkeit nur für die untersuchten Präparate gelten. Wenn also ein Efeu-Monopräparat wie Prospan positive Studien vorlegen kann, dann lässt sich das zum Beipsiel nicht auf Efeutinktur übertragen, weil es sich dabei aufgrund unterschiedlicher Herstellungsverfahrung um unterschiedliche Produkte handelt.

Ebenso bei Pelargonium-Präparaten: Belegt ist ausschliesslich Umckaloabo®, weil dieser Hersteller die Studien finanziert hat.

Der Valverde Salvia Rachenspray (mit Salbei) war in der Schweiz im Handel, jetzt nicht mehr. Bei Halsschmerzen ist Gurgeln mit Salbeitee aber eine gute Option. Studien gibt es dazu allerdings nicht, denn für eine simple Kräutertee-Anwendung, die sich nicht patentieren lässt, gibt es keine Finanzierung für fundierte Forschung.

Angocin ist in der Schweiz nicht im Handel, wird aber von Apotheken bei Nachfrage besorgt. Das Präparat enthält Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut. Ich würde dieses Präparat allerdings eher bei akuter Bronchitis (oder akuter Blasenentzündung) einsetzen und weniger zur Vorbeugung.

Gelomyrtol ist ein Gemisch von ätherischen Ölen mit der Hauptkomponente Eukalyptusöl. Ein identisches Präparat ist unter dem Namen Gelodurat im Handel und kassenzulässig aus der Grundversicherung, wenn ein Arzt oder eine Ärztin es verschreibt.

Im übrigen: Die erwähnten DOI-Nummern verweisen auf die entsprechenden wissenschaftlichen Publikationen. Details hier auf Wikipedia.

Professor Fürst hat ein kleines Buch publiziert und darin die durch Studien belegten Heilpflanzen-Anwendungen zusammengefasst:

Pflanzliche Arzneimittel – was wirklich hilft

Ich habe dieses gut verständlich geschriebene Buch in meinem Buchshop genauer vorgestellt. Dort können Sie es auch via Buchhaus bestellen (hier).

Wenn Sie sich fundiertes Wissen über alle gebiete der Phytotherapie aneignen möchten, können Sie das in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

 

Neurodermitis bei Kindern: Schwarztee zur Behandlung nässender Areale im Gesicht

In seinem Buch “Kinder – natürlich gesund” gibt der Kinderarzt Professor Walter Dorsch einen Tipp zur Behandlung von nässenden Arealen im Gesicht bei Neurodermitis:

“Mehrmals täglich Anwendung von Schwarzteeumschlägen (nachcremen, z. B. mit Unguentum emulsificans aquosum, nicht vergessen, da sonst zu sehr austrocknend!).”

Das Buch “Kinder – natürlich gesund” habe ich in meinem Buchshop näher vorgestellt und Sie können es dort auch via Buchhaus bestellen (zur Besprechung im Buchshop hier).

Schwarztee eignet sich wegen seines Gehalts an Gerbstoffen generell zu Behandlung von nässenden Ekzemen und anderen nässenden Hautentzündungen.

Siehe auch:

Schwarztee gegen Hautentzündungen

Siehe ausserdem:

Schwarztee bei Windeldermatitis

Falls Sie fundierte Kenntnisse über Wirkungen und Anwendungen von Heilpflanzen erwerben möchten, können Sie das in meinen Lehrgängen in Winterthur, der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar.